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Wirtschaft & Finanzen: Welt

Reinhard Marx verurteilt "wilden Kapitalismus"

Müchner Erzbischof fordert Regeln für den Markt

Der Müchner Erbischof Reinhard Marx hat katholische und evangelische Christen dazu aufgerufen, "den Politikern auf die Füße zu treten" - und sich für eine Weltinnenpolitik stark zu machen, die das globale Gemeinwohl in den Mittelpunkt des Wirtschaftens stellt. "Dafür müssen wir als Kirche kämpfen", appellierte Marx auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag beim Podium. "Aus Krisen in die Zukunft - Welche Verantwortung hat die Wirtschaft?" Eine Wirtschaft ohne ethisches Fundament wirke zwangsläufig zerstörerisch, sagte Marx.

Die Konsequenz aus der Finanz- und Wirtschaftskrise dürften jetzt nicht nur einzelne technische Lösungen sein. "Es geht um das System selbst", betonte der Erzbischof. "Wir wollen keinen freien, wilden Kapitalismus, sondern eine weltweite Marktwirtschaft, die in Regeln eingeordnet ist". Marx nannte es die "größte Ungerechtigkeit", dass die Gewinne bei den Banken blieben, die Risiken und Kosten der Krise aber auf die Allgemeinheit abgewälzt würden.

Märkte sind nach den Worten von Marx keine anonymen Mächte. "Für Christen gibt es nur eine Macht, die anerkennen, alles andere müssen wir mitgestalten". Für eine Weltinnenpolitik brauche es neben starken Institutionen und gesetzlichen Regeln auch die Selbstverpflichtung von Unternehmen, nachhaltig zu wirtschaften, und das Engagement jedes einzelnen Menschen. Jeder, so der Erzbischof, sei auch Akteur und trage einen Teil Verantwortung.

Andreas Barner, der Sprecher der Pharmafirma Boehringer Ingelheim, kritisierte das an Gewinnmaximierung orientierte Denken von börsennotierten Firmen. "Wir müssen weg von dieser Fixierung auf Quartalsberichte", forderte Barner. Er hält Börsenkurse für den schwächsten Indikator für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens". Viel entscheidender sei eine nachhaltige Firmenpolitik wie sie viele kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland betreiben.

Barner plädierte für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum, dass Arbeitsplätze erhalte, neue Jobs schaffe, und auch armen Ländern Entwicklung ermögliche. Voraussetzung dafür seien in Deutschland Investitionen in Forschung und Bildung. "Wir müssen vor allem auch die Chancen von Kindern bildungsferner Schichten substanziell verbessern", betonte Barner.

Nachzulesen ist das Ganze bei katholisch.de Katholische Kirche in Deutschland.

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Schlüsselwörter: Reinhard Marx | Kapitalismus
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Kommentare

266
am 29.05.2010 10:48:05 (109.91.162.xxx) Link Kommentar melden
Es will mir nicht einleuchten, wie ausgerechnet die katholische Kirche glaubt über ethische Fundamente sprechen zu können.
Holzi
am 04.06.2010 17:31:26 (217.80.198.xxx) Link Kommentar melden
Und warum sollen wir immer vor der eigenen Tür kehren?

Nein, wir Christen haben auch den Auftrag uns in die Probleme, dieser Gesellschaft
einzumischen.

Also tuen wir es endlich einmal. Natürlich gefällt es den ultra konservativen Beton-
köppen rein gar nicht.
Holzi
am 08.06.2010 17:43:34 (217.80.196.xxx) Link Kommentar melden
Natürlich kennen wir Katholiken die Bibel. Denn ich und auch die anderen Christen unserer Kirche befassen sich oft mit der Schrift Gottes.

Klar, dass sich die ewig gestrigen Konservativen vor der Einmischung, der Kirchen-
leute, in ihre gegen die Bevölkerung gerichtete Politik fürchten.Wink

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