Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Sonstiges: Verschiedenes

Fest der Naga-Feuerbälle

Ungewöhnliches Fest in Thailand

Naga-Schlange
Naga-Schlange
Mit Bang Fai Phraya Naga (= Feuerbälle des Naga Königs) wird ein sehr seltsames Naturereignis bezeichnet, das jedes Jahr in der nordostthailändischen Provinz Nong Khai, nahe der laotischen Grenze, stattfindet. Bei diesem noch nicht vollständig gelösten Naturphänomen steigen mehrere Tage lang lautlos Gasblasen aus dem Grenzfluss Mekong über die Wasseroberfläche in die Luft und lösen sich wieder auf. Jahrhunderte lang wurde dieses Phänomen von den Einheimischen als streng gehütetes Geheimnis bewahrt, war es doch für sie ein heiliger Ort der Naga (auch Nak). So wird die Legende erzählt, das eine mythische Naga-Schlange, die tief unten im Fluss in der Unterwasserstadt Muang Badan wohnt, am Ende der buddhistischen Fastenzeit zu Ehren Buddhas die Feuerkugeln durch ihren Atem auslöst. Deshalb wurden diese Feuerkugeln von den Einheimischen Naga-Feuerkugeln oder Naga-Feuerbälle genannt.

Der Ablauf, wenn die Bang Fai Phraya Naga aufsteigen, ist immer ähnlich. Weil sie für kurze Zeit in den blass leuchtenden Farben Rot, Rosa und Orange leuchtend erscheinen, wenn sie aus dem Fluss steigen, bezeichnete man sie weiterhin als Feuerkugeln oder Feuerbälle, obwohl sie nicht brennen. Innerhalb von wenigen Sekunden erreichen einige Feuerbälle nur eine Höhe von 1-4 Metern, andere können Höhen von 20-50 Metern und mehr erreichen, wo sie sich dann einfach in Luft aufzulösen. Manche blähen sich dabei soweit auf, das sie einen Durchmesser von 20-30 cm und mehr erreichen können. Wenn sie sich auflösen entsteht keinerlei Rauch, kein Geräusch und kein Geruch. Sie steigen selten gerade oben auf, eher fliegen sie in unterschiedlichsten Winkeln. Je nach Örtlichkeit kann die Anzahl der aus dem Wasser aufsteigenden Feuerbälle unterschiedlich hoch sein. An einigen Stellen treten sie nur vereinzelt auf, an anderen Stellen können über hundert oder sogar mehrere hungert Feuerbälle aus dem Fluss steigen. Im Jahr 1999 wurden bisher die meisten Feuerbälle beobachtet, rund 3500 sollen aufgestiegen sein, soweit man das beobachten konnte.

Weil diese Gaskugeln so seltsam sind, gab es schon viele Versuche und Theorien, im dies alles als geschickten Betrug zu entlarven. Dazu gehörten sogar solch heftige Kontroversen, das diese Feuerbälle kein Naturphänomen seien, sondern von den Einheimischen oder sogar von Mönchen künstlich erzeugt worden sind, um Touristen anzulocken. Ganze Kamerateams von Fernsehsendern, die sich an verschiedenen Stellen am Fluss posiert hatten und auch einige versteckte Kameras aufstellten, versuchten dadurch die Betrüger zu entlarven. Zum Schluß konnte selbst die heimlichen Kameraaufnahmen die Annahme nicht bestätigen. Stets stiegen die Feuerbälle wie von Geisterhand entweder aus dem Fluss, aus Teichen oder Reisfeldern, und es wurde niemals jemand entdeckt, der irgendwie unter Wasser dieses Phänomen künstlich verursachen konnte. Auch konnte keiner erklären, wie überhaupt das in der Praxis überhaupt zu bewerkstelligen wäre. So wurde mancher eingefleischter Zyniker zum erstaunten Besucher

Auch die Wissenschaft wurde auf das seltene Naturphänomen aufmerksam. So untersuchte man den Flussboden, entnahm dort Wasser- und Bodenproben, wo die meisten Gaskugeln austreten. Dabei stellte man auch fest, das diese Gaskugeln nicht nur aus dem Fluss an die Oberfläche steigen, sondern auch aus Teichen und Reisfeldern. Thailändische Wissenschaftler vermuten hier en sehr seltenes Naturphänomen, und das eine seltene Art von Sumpfgas (Methan) im Flussbett diese Gaskugeln erzeugt. Im Zusammenspiel mit Bakterien, Sauerstoff, UV-Strahlung und hohen Temperaturen steigt es dann zu bestimmten Zeiten an die Oberfläche und erzeugt einen rötlichen Schein. Bisher kennt man keinen anderen Ort der Welt, wo ein ähnliches Naturphänomen beobachtet wurde. Warum dieses Gaskugeln nur im Monat Oktober austreten bleibt noch unerklärlich. Es gibt die Theorie, das zu dieser Zeit die Anziehungskraft des Mondes am stärksten wäre und dadurch die Gaskugeln an die Oberfläche kämen. Aber selbst, wenn eine Tages die Wissenschaft es eindeutig erklären kann, wird es immer das Bang Fai Phraya Naga Fest geben

Die Festlichkeiten

Aus diesem ungewöhnlichen Naturereignis hat man dann irgendwann damit angefangen, daraus eines der ungewöhnlichsten Feste in ganz Südostasien zu machen: das 4tätige Bang Fai Phraya Naga Fest. Es wird jedes Jahr im Monat Oktober, nach der buddhistischen Fastenzeit, in der Provinz Nong Khai veranstaltet, denn nur in diesem Monat kann man das seltsame Naturphänomen beobachten. Aber auch auf der laotischen Seite, nahe der Stadt Vientiane wird gefeiert. An allen Tagen werden auch die umliegenden Klöster besucht, um den Mönchen Essen darzureichen, um Verdienste zu erwerben oder zu beten.

Die meisten Feuerbälle werden immer in den Bezirken Phon Phisai, Pak Khad, Rattana Wapi and Bung Kan beobachtet. Im Bezirk Rattana Wapi werde jedes Jahr sogar bis zu 400 Feuerbälle gezählt, die aus dem Fluss steigen. Im Bezirk Phon Pisai zählte man jedes Jahr immerhin noch 150-180 Feuerkugeln, und in den Bezirken Bung Kan und Pak Khad rund 60-90 Feuerkugeln. So ist es kein Wunder, das von den etwa 300.000-400.000 Besucher, die jedes Jahr zu den Festlichkeiten erwartete werden, die meisten in den Bezirken hinfahren, wo die meisten Feuerbälle aufsteigen.

Zuschauer am Fluss
Zuschauer am Fluss

Kurz nach Sonnenuntergang kann man dann die aufsteigenden Gaskugeln am besten beobachten. Die zahlreichen Zuschauer stehen dann bereits schon lange am Flussufer oder sitzen auf die für die Festtage errichteten Sitztribühnen. Sollte es jedoch regnen, zerplatzen die meisten der Gaskugeln schon in niedriger Höhe. An allen Tagen gibt es dazu eine Licht- und Tonschau am Flussufer, die für einen effektvolle Atmosphäre im Dunklem sorgt. Aber auch viele Besucher beleuchten den Fluss mit Taschenlampen, um zu sehen, wo wohl die nächste Feuerkugel aufsteigen mag. Viele Besucher jubeln, sobald sie die ersten Feuerbälle aufsteigen sehen.

Doch an den vier Festtagen gibt es nicht nur die Feuerbälle zu beobachten, sondern es wird in der ganzen Provinz Nong Khai auch ein reichhaltiges Festprogramm für alle Besucher angeboten. Zahlreiche Garküchen, Verkaufsstände mit Kunsthandwerk, Stoffen, Bildern und Souvenirs sowie die Aufführung von Tanz- und Gesangsgruppen sorgen für gute Stimmung und Abwechslung. Der Programmablauf ist immer so, das in den Orten kleine und große Festzügen veranstaltet werden, wobei die Festzugsteilnehmer in traditionellen Kostümen auch übergroße Blumengestecke (Krathongs) durch die Straßen tragen. Der Charme der Damen in ihren hübschen Seidenkostümen entgeht dabei keinem. In der Provinz Nong Khai wird nämlich das alljährliche Loy Krathong Fest nicht im November, sondern, in Verbindung mit dem Bang Fai Phraya Naga Fest, bereits im Oktober gefeiert.

Naga-Boote
Naga-Boote

So finden, neben den Festzüge, am 1.Tag die Vorrunde einer Langboot Regatta auf dem Mekong statt, wobei auch Mannschaften aus dem benachbartem Laos antreten. An diesen Tagen werden die Mannschaften der Boote euphorisch angefeuert. Die besten Teams werden dann für die Hauptrunde, die am 4.Tag stattfindet, qualifiziert. Den Siegern sind dann königlichen Trophäen und Auszeichnungen sicher. Am 3.Tag wird ein Marathon-Lauf über die Freundschaftsbrücke veranstaltet, die die Provinz Nong Khai mit der laotischen Stadt Vientiane verbindet. Ein religiöser Höhepunkt ist ebenfalls am 3.Tag, wenn die Tak Baat Thewo Zeremonie (Schreibweise auch Tak Bat Devo) erfolgt, bei der den Mönchen Opfergaben überreicht werden. Im Gegenzug segnen die Mönche anschließend die Gläubigen.

Die Flusszeremonie Lai Reua Fai

In der Zeit der Festzüge ist die 45 Kilometer lange Straße von Nong Khai zum nordöstlich gelegenen Ort Phon Phisai stark befahren. Im Ort Phon Phisai wird am Abend eine der eindrucksvollsten Flusszeremonien der Provinz abgehalten. Diese Zeremonie nennt man Lai Reua Fai. Dazu werden hier zahlreiche Wachsskulpturen angefertigt, die auf blumengeschmückte Booten, die man Feuerboote nennt, aufgestellt werden. Eines der Hauptmotive ist dabei die Naga, aber es gibt auch zahlreiche buddhistische Motive und mythische Figuren aus dem Ramakien. Dazu gibt es auch eine Wettbewerb, wer die schönsten Motive angefertigt hat. Auch entzündet man Kerzen und Rauchstäbchen, die auf dem Boot mitschwimmen. Dazu stellt man Opfergaben auf den Booten und lässt sie dann stromabwärts treiben. Vom Flussufer werden sie zusätzlich beleuchtet. Mit dieser Flussprozession gedenkt man Buddha und ehrt auch die Naga als Zeichen des Respekt. Etliche mit Kerzen und Rauchstäbchen versehende Krathongs begleiten die Boote. ©excursor

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: thailand | laos | naga | mekong | feuerbälle | fest | thaifest
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Alex Mais
am 10.11.2010 13:23:46 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Die Zahl der Feuerbälle scheint in den letzten jahren stark zurückzugehen. Und dennoch, auch in diesem Jahr gab es sie wieder. Hier ein interessanter Bericht mit einem Augenzeugenbericht vom 23. Oktober 2010: http://axelertelt...html#naga1

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.05 Sekunden
37,376,224 eindeutige Besuche