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Sonstiges: Kultur & Religion

Das Wochenfest

„Schawuoth“ - die geistige Komponente der Freiheit

Torah... - herabgegeben am Sinai
Torah... - herabgegeben am Sinai
Ostern ist vorbei, und an diesem Wochenende feiern die Christen Pfingsten. - Pfingsten, das ist die „Ausgießung des Heiligen Geistes“. Jesus, der (jüdische) Mensch, wurde geboren, lehrte und wirkte im Heiligen Land, wurde von den Römern - der damaligen Besatzungsmacht - am Karfreitag gekreuzigt... - und es gab danach, so der christliche Glaube, das Mysterium der Auferstehung und der Himmelfahrt. Dann - 50 Tage nach Ostern - feiern Christen das Fest Pfingsten, daher der Name „pentekoste“, „der fünfzigste Tag“.

Israel feiert Schawuot

Heute abend beginnt für Israel - d.h. für alle Menschen jüdischer Abstammung und jüdischen Glaubens, sowie für den Staat Israel - das jüdische Wochenfest. Das hebräische Wort „Schawuot“ bedeutet „Wochen“, und es bezeichnet das Ende der sieben Wochen zwischen Pessach und Schawuot. Gefeiert wird das Herabgeben der Thora am Berg Sinai an Moshe. Schawuot ist eines der drei Wallfahrtsfeste, anläßlich derer man früher zum Tempel in Jerusalem pilgerte. Außerdem war es ein Ernte- oder Frühlingsfest, da in dieser Zeit der Weizen geerntet wird und die Menschen für die ersten Früchte des Feldes danken.

Traditionellerweise essen Juden während dieser Feiertage gerne Milch- und Quarkspeisen; dies geht darauf zurück, daß die Torah mit Milch verglichen wird. Eine weitere Tradition ist selbstverständlich das Anzünden der Kerzen in der ersten und zweiten Nacht des Feiertags, wobei ein besonderer Segen gesprochen wird. Viele Männer bleiben die ganze Nacht über wach und lernen in der Synagoge die Torah. Dort werden am ersten Feiertag die Zehn Gebote vorgelesen.

Das Interessante - im Dialog zwischen Christen und Juden - ist, daß das, was die Christen unter dem „Heiligen Geist“ verstehen, für Juden unter Torah gefaßt wird. Also gleichzeitig eine theologische unüberwindbare Unterscheidung, und doch eine Brücke. Für uns Juden ist Schawuoth das Komplement zu Pessach: an Pessach wurden wir physisch errettet, an Schawuoth bekommen wir die Torah... - hier erst beginnt die Geburt des Volkes Israel. Waren es die „bnei jisroel“, die „Kinder Israel“, die aus der ägyptischen Sklaverei flohen, so sind es jetzt die Israeliten, die am Sinai zum jüdischen Volk werden.

  • Pessach bedeutet Freiheit. - Der Auszug aus Ägypten, die Errettung aus der Sklaverei. Das physische Leben, die reine Existenz.
  • Schawuot bedeutet Verantwortung. Denn die Torah besteht aus „mitzwoth“, also aus Geboten und Verboten. - Die jeder Mensch in seiner eigenen Verantwortung leben soll. Das geheiligte Leben, der Sinn.

So wie Ostern und Pfingsten im christlichen Leben untrennbar zusammengehören, so ergänzen sich Pessach und Schawuoth im jüdischen Denken. - Man merkt immer wieder, welche Wurzel das Christentum eigentlich hat... - nur die theologischen Inhalte, die Deutungen, der Glauben und die Rituale unterscheiden sich eben geringfügig...

Schawuot

Schawuot ist nicht nur das „Fest der Erstlingsfrüchte” wie es in der Torah genannt wird, sondern auch das "Fest der Torah-Gebung" - Mattan Torah -, denn an Schawuot wurde die Torah von G'tt durch Mosche an das Volk gegeben. Die Israeliten vollenden nun die physische Freiheit von Pessach durch die geistige von Schawuot - die Torah wird ohne Bedingungen angenommen.

Allen Christen ein „Frohes Pingstfest“, allen Juden ein frohes „chag mattán Toráh“!

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Schlüsselwörter: Juden | Pessach | Schawuoth | Wochenfest | Ostern | Pfingsten
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