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Wirtschaft & Finanzen: Deutschland

Man spricht von Untreue und Unterschlagung bei der Kreishandwerkerschaft* (KH) Heilbronn-Öhringen

Eine Hand wäscht die andere.

Der Vorgang um den Handwerkspräsident Ulrich Bopp und KH-Hauptgeschäftsführer Bernd Mühleck zeigt, wie heute in vielen Bereichen der Gesellschaft ein Netzwerk aus Missachtung von Bestimmungen und Vorschriften durch einzelne Täter benutzt wird, um sich wahrscheinlich persönlich zu bereichern.

Dazu muss man wissen, dass „das Handwerk (freiwillig organisiert ist) in Innungen. Kopf der Innungen sind die Kreishandwerkerschaften. An deren Spitze steht der Kreishandwerksmeister. Die Handwerkskammer wiederum ist für sämtliche Handwerksbetriebe zuständig, gleich ob sie Innungsmitglied sind oder nicht. Zudem hat sie die Rechtsaufsicht über die Kreishandwerkerschaften inne“. (1) Nicht ganz einfach nachvollziehbar für einen außen Stehenden diese Zunftmentalität. Im Fall des KH-Hauptgeschäftsführer Bernd Mühleck gab und gibt es nun Untersuchungen durch das baden-württembergische Wirtschaftsministerium, ob er ein zu hohes Gehalt bekomme hat, ein ziemlich interessante Angelegenheit wenn man sich die Zahlen anschaut.

„Sein Einkommen sei seit 2001 sukzessive aufgestockt worden und liege seit 2007 mit 6900 Euro um rund 2000 Euro pro Monat über dem eigentlichen tariflichen Satz. Hinzu käme eine im Jahr 2004 abgeschlossene Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 25 Wochenstunden und eine Verlängerung des Erholungsurlaubs von 30 auf 35 Tage“.

Da freuen sich doch das Herz und der Geldbeutel, weniger Arbeit für mehr Geld, wer kann da schon Nein sagen. Es zeigt aber auch, wie verdeckt Korruption, Unterschlagung und Bereicherung heute in vielen Organisationen und Unternehmen ablaufen, ohne dass die Öffentlichkeit informiert wird.

Der Prüfer im Fall Mühleck hat also Nachweise für Untreue gefunden, denn die Gehaltsvorgänge seien „ohne den Beschluss der Mitgliederversammlung geschehen“ und somit nichts Rechtens. Und der Vorwurf der Unterschlagung bezieht sich auf „das Vorenthalten wichtiger Unterlagen“ in der die „Handwerkskammer als Aufsichtsbehörde der KH zudem im Unklaren über die tatsächliche Situation gelassen worden“ ist. „Die Anschuldigungen ziehen Kreise bis in die höchsten Ebenen des regionalen Handwerks“.

Die beiden Beschuldigten und der Vorstand der Kammer halten nun dagegen, dass der Prüfer des Wirtschaftsministeriums „keine Ahnung“ gehabt habe und „ein soeben erstelltes neues Rechtsgutachten einer Stuttgarter Anwaltskanzlei komme zum selben Ergebnis“. (1)

Auf Antrag prüft nun „ das baden-württembergische Wirtschaftsministerium“ erneut“ die Kreishandwerkerschaft (KH) Heilbronn-Öhringen“ und die Vorgänge um die Chefs der KH. So dürfte es wohl im ganzen Land ausschauen, wenn man mal einen Blick hinter die Kulissen der diversen Organisationen wirft, doch wer tut das schon? Im konkreten Fall der KH Heilbronn-Öhringen war es mal ein sauberer Prüfbericht eines jahrelang für den Landesrechnungshof tätigen Mitarbeiters und der Antrag eines bisher Unbekannten, damit dieser Fall bekannt wurde. Wer aber regt sich heute überhaupt noch über solche Formen der Vetternwirtschaft auf, mal ehrlich gefragt?

1) http://www.stimme...05,1826303

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Schlüsselwörter: Arbeitszeitverkürzung | baden-württembergische Wirtschaftsministerium | Handwerkskammer | Handwerkspräsident Ulrich Bopp | Heilbronn-Öhringen | KH Heilbronn-Öhringen | KH-Hauptgeschäftsführer Bernd Mühleck | Korruption | Kreishandwerkerschaften | Unterschlagung | Untreue | Zunftmentalität.
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