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Politik: Europa

Die Türkei und der „Christenclub“ Europa

Der Fuchs und die „sauren Trauben“... - oder: Lachen ist gesund

...dumm gelaufen! Sie sind zu hoch...
...dumm gelaufen! Sie sind zu hoch...
Vom griechischen Dichter Äsop ist eine hübsche Geschichte überliefert, die sicher allgemein bekannt sein dürfte, außer in der Türkei (die zu Äsops Zeiten zu Griechenland gehörte), nämlich die Fabel vom Fuchs und den Trauben.

Die Fabel handelt vom Fuchs, der einmal gerne Trauben haben wollte, diese jedoch nicht erreichen konnte, sie hingen nämlich dummerweise zu hoch für ihn... - er versuchte es mit allen Tricks, aber er kam einfach nicht ans Ziel.

Ärgerlich für den Fuchs war dabei besonders, daß der Spatz und dessen Freundin, die Maus, das alles belustigt mit angesehen hatten und ihn nun auch noch verspotteten wegen seiner vergeblichen Bemühungen; darauf biß der Fuchs die Zähne zusammen, rümpfte die Nase und meinte hochmütig: „Sie sind mir noch nicht reif genug, ich mag keine sauren Trauben“, und mit erhobenem Haupt stolzierte er in den Wald zurück. - Diese schöne alte Fabel karikiert also den unehrlichen und selbstbetrügerischen Umgang mit einer Niederlage. Um sich seine Niederlage nicht eingestehen zu müssen - vor allem aber, um den Mißerfolg vor anderen zu verschleiern -, behauptet der Fuchs, das Objekt der Begierde eigentlich gar nicht haben zu wollen...

Das, was man nicht bekommt, obwohl man es gern hätte, wird abgewertet. Das funktioniert generell bei Menschen, damit auch bei menschlichen Beziehungen; der, der verlassen wird, redet den ehemals geliebten Menschen schlecht, nur weil sich der von ihm trennt. Aus psychologischer Sicht wird ein solches Schönreden eines Versagens oder eines Verlustes als Rationalisierung oder Kognitive Dissonanz-Reduktion bezeichnet. Durch diese Strategie wird versucht, einer konfliktären Situation nachträglich einen rationalen Sinn zu geben; und es wird dabei verhindert, eine Problemsituation wirklich bearbeiten und lösen zu können.

  • Der Fuchs und die Trauben, deutsche Übersetzung
  • Das griechische Orginal (da die Sonderzeichen bzw. griechische Buchstaben hier nicht dargestellt werden, über Wikisource, ganz unten)

Der türkische Ministerpräsident Erdogan ist ein solcher Fuchs, der behauptet, die Trauben seien sauer; komisch nur, daß er vor kurzem noch richtig geil auf genau diese Trauben war. Oder soll man ein anderes Bild bemühen, das vom Elefanten im Porzellanladen? - Nein, diese Äußerung des Islamisten Erdogan ist eher die eines beleidigten mit dem Fuß aufstampfenden kleinen Jungen oder - das ist nahezu dasselbe - die eines verschmähten Liebhabers. Und diese Äußerung ist ein weiteres Indiz dafür - wenn man denn noch eines gebraucht hätte - daß die Türkei erst dann nach Europa gehört, wenn sie ihre derzeitige islamistische Ideologisierung überwunden hat:

Beitrittsdebatte

Erdogan warnt EU davor, ein "Christenclub" zu sein

WELT online 6. April 2010, 08:11 Uhr

Neue Wortmeldung von Recep Tayyip Erdogan in der Beitrittsdebatte: Die Türkei wolle keine Belastung für die Europäische Union sein, sagte der türkische Ministerpräsident. "Wenn sie uns in der EU nicht wollen, verlieren wir nichts. Dann entscheiden sie sich eben dafür, ein Christenclub zu sein."

Umfrage

Befürworten Sie einen Beitritt der Türkei in die Europäische Union?

7% Ja

93% Nein

4510 abgegebene Stimmen

"Die Türkei ist ein großes Land aber wir möchten der EU nicht zur Last fallen." Das hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan in Bosnien gesagt, wo er sich für einen zweitägigen Besuch aufhielt.

(Mehr...)

Peinlich... - hoffentlich sieht's keiner...!
Peinlich... - hoffentlich sieht's keiner...!
Ein klares Votum. Die meisten Türken in Deutschland und in übrigens auch in anderen Ländern Europas sind nicht integriert, sie wollen es auch gar nicht sein; Ausnahmen bestätigen die Regel. Das unterscheidet sie von den Polen, von den Italienern oder von den Ungarn... - diese Menschen sind Europäer und kommen nach Deutschland, um zu arbeiten, sie lernen die Sprache und sind integriert. Dennoch bleiben sie ihrer Heimat verbunden. Ähnliches gilt übrigens auch für russische Juden oder - obwohl geografisch außereuropäischer Herkunft - für Chinesen und Japaner, Thai und Inder.

Erdogans Äußerung ist natürlich einerseits ziemlich frech, und andererseits - man kann es kaum anders sagen - ziemlich dumm. Hätte Erdogan in der Schule besser aufgepaßt, dann wüßte er, daß Europa nicht das Land der Christen ist, sondern allenfalls „abendländisch“ geprägt, und das bedeutet: geprägt von Christen, von Atheisten, und auch von Juden. Besonders schön an dieser Äußerung ist allerdings, daß Erdogan damit genau das bestätigt, was die Spatzen von den Dächern pfeifen: der Gott der Christen und der Juden ist cum grano salis derselbe, der Götze „allah“ jedoch hat damit nicht das geringste zu tun.

Erdogan hat also endlich diese schlichte Wahrheit begriffen: die Türkei hat in Europa nichts zu suchen. Das ist keinesfalls geografisch begründet – denn in der Antike reichte Europa bis nach Persien und Ägypten – sondern ausschließlich kulturell. Der kleine gag am Rande ist dabei aber, daß der Grieche Äsop, der Schöpfer oder Erzähler dieser netten Fabel vom Fuchs und den Trauben, aus einer Gegend stammt, die heute türkisch ist: er war Phrygier (so die Überlieferung) beziehungsweise Thraker (so meinte Aristoteles) – in jedem Fall ist beides mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die heutige Türkei verweisend.

Die Botschaft Europas an die Türken könnte also – ähnlich wie seinerzeit an die Kommunisten – lauten: es gibt keinen Euro-Islam (resp. Euro-Kommunismus), entscheidet Euch einfach! Wenn Ihr Euch richtig entscheidet, dann denken wir darüber nach, zu welchen weiteren Bedingungen wir es uns überlegen könnten... - und bis dahin redet Euch eben ein, die Trauben seien sauer.

  • Bildnachweis:
  • Mythoi tou Aisopou, Griechische Briefmarke (1987), public domain
  • Le Renard et les raisins, Jean-Baptiste Oudry (17. März 1686 - 30. April 1755), via www.fuechse.info, public domain

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Schlüsselwörter: Äsop | Fabel | Türkei | Erdogan | Fuchs | Europa | Mohammed
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Kommentare

317
am 13.05.2010 19:07:40 (80.237.152.xxx) Link Kommentar melden
Die Türkei hätte einen besseren Regierungschef verdient. Beim derzeitigen häufen sich die verbalen "Ausrutscher" doch auf eine bedenkliche Weise.
357
am 13.05.2010 20:56:31 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
Die Botschaft Europas an die Türken könnte also ... lauten: es gibt keinen Euro-Islam...

Ich denke auch, dass diese Religion nicht vereinbar ist mit dem modernen, säkularen und aufgeklärten Europa. Wie seinerzeit das Christentum muss diese Religion endlich ihr Mittelalter überwinden.
286
am 13.05.2010 22:08:54 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Wie der katholische Päderastenverein auch!!! Angry
Hartmut Holz
am 14.05.2010 15:57:53 (217.80.196.xxx) Link Kommentar melden
Absoluter Blödsinn.Sad
444
am 16.05.2010 08:33:49 (88.74.89.xxx) Link Kommentar melden
Vielleicht ist der Fuchs aus der Fabel nur schlau genug zu wissen, daß die Beeren auch vergiftet sein könnten und verzichtet lieber freiwillig...
266
am 19.05.2010 21:48:48 (95.222.194.xxx) Link Kommentar melden
Erdogan ist Mohammedaner.
Von schlau würde ich nicht sprechen.

Ferner ist er kein Europäer, sondern Islamist.

http://www.spiege...56,00.html
http://www.welt.d...-Held.html
286
am 19.05.2010 23:07:29 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
I Mayer:
Erdogan ist Mohammedaner.

Nein, er ist ein antieuropäischer und antisemitischer Idiot.

Oder ist das dasselbe? Wink
Daniel Marien
am 29.03.2011 15:36:16 (89.204.153.xxx) Link Kommentar melden
Was mich in diesem Zusammenhang beunruhigt, ist die Demontage der Ideale der europäischen Bewegung, die, trotz der Verschiedenheit der europäischen Nationen, eine Einheit auf der Basis gemeinsamer Werte und kulturellen Schnittpunkten erreichen wollte, zugunsten wirtschaftlicher und geopolitischer Interessen.

Diese identitätstiftende Energie verpufft geradezu durch den "Wildwuchs" der EU der letzten Jahre und würde durch einen Beitritt der Türkei vollends zum Erliegen kommen.
Ein Beitritt z. T. islamisch geprägter Staaten wie Albanien (mit dem Kosovo) oder Bosnien-Herzegowina hätte längst nicht diese polarisierende Wirkung wie ein Beitritt der Türkei... Diese Staaten sind unverbrüchlich mit dem europäischen Kulturkreis verbunden, auch wenn ich einen Beitritt dieser Länder in absehbarer Zeit für einen Fehler halten würde.
Aber soviel zum Thema "Christenclub" Europa!

Der Grundgedanke der europäischen Bewegung war, die Voraussetzungen für einen dauerhaften Frieden zwischen ehemals verfeindeten Nationen zu festigen, in dem die Gemeinsamkeiten in den Vordergrund gestellt und die Unterschiede als Reichtum betrachtet werden.
Religion sollte nur eine untergeordnete Rolle spielen, denn - wie Chaim richtig bemerkte - unsere abendländische Kultur ist nicht nur christlich, sondern auch jüdisch und atheistisch geprägt. Die Errungenschaften der areligiösen Aufklärung spielen hier eine außergewöhnliche Rolle...

Zudem stellt sich die Frage, wo die EU irgendwann enden soll, wenn nicht nur die Türkei, sondern auch andere außereuropäische Staaten, wie die Länder Nordafrikas oder andere Staaten des Nahen Ostens berücksichtigt werden sollten.

Müssten wir nicht Kanada, USA, Argentinien, Chile oder Australien auch aufnehmen, da diese Bevölkerungen überwiegend europäischer Abstammung haben?

Man sieht... Das Ziel kann ganz gehörig aus den Augen verloren werden.
Eine Europäische Union, die bloß auf den wirtschaftlichen Nutzen durch die Erschließung neuer Absatzmärkte basiert, möchte ich nicht haben. Sie kann kein europäisches Bewusstsein fördern, sondern - im Gegenteil - entfremdet die Europäer von der gemeinsamen Heimat.
349
am 02.04.2011 11:31:57 (212.227.103.xxx) Link Kommentar melden
Die heutige Türkei gehört nicht nach Europa; der inzwischen kaum noch existente säkulare Gedanke Atatürks schon eher.

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