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Bessere Stadt, besseres Leben – Das Motto der EXPO 2010 in China

Bitterer Beigeschmack: Zwangsumsiedelungen, Kosten und Plagiate...

EXPO 2010 (Grafik: Alex Mais)
EXPO 2010 (Grafik: Alex Mais)
Zwei Jahre nach den Olympischen Sommerspielen (2008) in China öffneten sich am Wochenende in Shanghai nun die Tore für die nächste Großveranstaltung – die EXPO 2010 in China. Das Reich der Mitte will endgültig beweisen dass es eine Großmacht ist – in jeder Beziehung. Dafür kommt die Ausrichtung der EXPO in diesem Jahr gerade recht. Mit einer erwarteten Besucherzahl von 70 Millionen auf dem 5,28 Quadratkilometer großem Gelände soll es die größte EXPO aller Zeiten werden…

Das Motto dieser Weltausstellung der Superlative lautet „Better City, Better Life“ (bessere Stadt, besseres Leben). Trotz zahlreicher Kritiken über die Milliardenkosten stehen die meisten Chinesen hinter dem Projekt. Doch eine kleine Minderheit sieht dies wohl anders und kann dem Motto der EXPO nichts abgewinnen. Sie wurde aus dem 5,28 Quadratkilometer großem Areal zwangsumgesiedelt – waren der Superlative einfach im Weg. Das erinnert an die Zwangsumsiedlungen für die Olympiade 2008 in Peking. Damals mussten ebenfalls Tausende ihre Wohnung verlassen um für das große Sportspektakel Platz zu machen. Ob sie heute besser leben mag dahingestellt bleiben…

Zu den 250 Ländern und Organisationen, die bei der EXPO 2010 vertreten sind, zählt auch Deutschland. Runde 50 Millionen Euro kostet dem deutschen Steuerzahler die EXPO-Beteiligung. Das ist die bisher höchste Summe, die Deutschland jemals für eine EXPO ausgegeben hat.

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Das Motto des deutschen Pavillons ist Balancity. Dabei handelt es sich um ein Kunstwort, ein künstlich geschaffenes Wort aus Balance und City. Mit seinem kubischen Aussehen sticht der Pavillon ins Auge. Damit wolle sich Deutschland „enorm vielfältig, ideenreich und innovativ“ darstellen sagte Peter Redlin, Kreativdirektor der Event-Agentur Milla und Partner. Nicht desto trotz wirkt das Ergebnis allerdings auch ziemlich verspielt. Da fragt sich wohl so mancher ob man aus unseren 50 Millionen Euro Steuergeldern nicht etwas Besseres hätte schaffen können. Bleibt zu hoffen, dass sich der ganze Aufwand irgendwie auch lohnt.

Und noch einen bitteren Beigeschmack gab es schon vor der Eröffnung der EXPO 2010 in Shanghai. Es geht da um Markenpiraterie und Raubkopierer. Und immer, wenn dieses Thema ansteht, dann ist China zumeist vertreten. Der offizielle EXPO-Song „2010, Waiting For You“ wurde eingestellt weil die Melodie praktisch identisch mit einem Pop-Hit aus Japan von 1997 sein soll. Und in Internet-Chaträumen entfachte auch das EXPO-Maskottchen Haibao inzwischen eine heiße Plagiatsdiskussion. Da wird nämlich auf die verblüffende Ähnlichkeit des Maskottchens mit der US-amerikanischen Comicfigur Gumby hingewiesen. Außerdem soll es fast identisch sein mit dem Logo eines chinesischen Hausgeräteherstellers, das zudem noch genauso, nämlich Haibao heißt. Haibao heißt ins Deutsche übersetzt übrigens „Seeschatz“.

Die nächste große EXPO soll 2015 in Mailand stattfinden. Davor gibt es aber noch eine kleine Variante der EXPO, die 2012 in Yeosu (Südkorea) stattfinden wird. Die Geschichte solcher Weltausstellungen begann bereits im Jahre 1851 in London. Damals pilgerten rund 6 Millionen Menschen zur „Great Exhibition“. Die meisten Besucher (64,2 Millionen), die eine Weltausstellung jemals zählte, kamen 1970 ins japanische Osaka. Zur EXPO 2000 in Hannover hingegen kamen nur schlappe 18 Millionen…

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Schlüsselwörter: EXPO 2010 | China | Shanghai | Plagiat | Raubkopie | Weltausstellung | Zwangsumsiedlung
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