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Lokales: Veranstaltungen

Einladung zum T-4 Umzug in Berlin (2. Mai 2010, 16.00 Uhr)

Demonstration zur Erinnerung an die medizinisch-psychiatrischen Massenmorde

An der Gedenktafel "Aktion T4" 2009
An der Gedenktafel "Aktion T4" 2009
T4 – Umzug am „Remembrance and Resistance day“ - Demonstration zur Erinnerung an die medizinisch-psychiatrischen Massenmorde und als Zeichen des andauernden Widerstandes gegen die heutige Zwangspsychiatrie.

An diesem 2. Mai, der 2003 international zum „Remembrance And Resistance Day“ erklärt wurde, findet in Berlin zum 16. Mal der T4-Umzug statt. Treffpunkt ist um 16.00 Uhr in der Tiergartenstraße 4, wo die Zentrale der sogenannten „Aktion T4“ ansässig war und von der aus die Mordaktionen von 1939 – 1941 geplant, organisiert und koordiniert wurden. Mit sogenannten „Todesdiäten“ wurden die Morde dann bis 1949 dezentral fortgesetzt.

„Beschämender Weise sind selbst heute die Funktionsträger der BRD nicht bereit, auf den Nazi-Euphemismus „Euthanasie“ zu verzichten, wenn sie dem medizinischen Massenmord und diesem immer nur in einem Zeitfenster von 1939-1945 ‚gedenken‘ und diesen so benennen“ – lesen wir im Aufruf der Veranstalter* zur Demonstration. „Tatsächlich hatte das Morden mit einem selbst herbeigewünschten Tod nicht das Geringste zu tun, sondern war eine systematische Mordaktion und muss auch so benannt werden. (Vgl.: 8 Forderungen, wie mit der Erinnerung an die Opfer des systematischen ärztlichen Massenmordens von 1939 bis 1949 und den Tätern umgegangen werden sollte.)“

T4-Umzug 2009
T4-Umzug 2009
Mit dem T4-Umzug wird der Opfer der medizinischen Massenmorde gedacht, welche von 1939-1949 in der systematischen Ermordung und Vernichtung angeblich „entarteter“ Menschen durch Gas, Giftspritzen und Verhungernlassen ihren traurigen Höhepunkt gefunden haben. Das Datum des Umzuges wurde als Erinnerung an die Verkündung des Urteils des Foucault-Tribunals gewählt, das am 2. Mai 1995 in Berlin verkündet wurde.

Wie von den Organisatoren bekannt gegeben wurde, wird der T4-Umzug von der Tiergartenstraße 4 zum „Denkmal des polnischen Soldaten“ am Volkspark Friedrichshain ziehen, um die Erinnerung einerseits an die von Deutschen Ermordeten in den polnischen Psychiatrien** und anderseits an den internationalen Widerstand gegen das mörderische NS-Regime mit einem Zeichen des heutigen Widerstandes gegen die Zwangspsychiatrie, zu verbinden. Denn dieses Jahr – und das wollen die Aktivisten der Antizwangspsychiatrie-Bewegung feiern - gründete sich auch die polnische Sektion der IAAPA, „Internationalen Vereinigung gegen psychiatrische Angriffe“ (International Association Against Psychiatric Assault).

*Bundesarbeitsgemeinschat Psychiatrie-Erfahrener e.V., Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. und Irren-Offensive e.V. im Werner-Fuss-Zentrum

** Stanislaw Lem berichtet darüber in „Das Hospital der Verklärung“ in „Die Irrungen des Dr. Stefan T.“. Verlag Volk und Welt: Berlin 1959; Insel Verlag: Frankfurt 1975; Suhrkamp Verlag: Berlin 1982

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Schlüsselwörter: psychiatrie | schizophrenie | Aktion T4 | naziverbrechen | medizinische morde | rassismus | repression | antipsychiatrie | zwang | terror
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