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Politik: Politische Meinung

Der fremde Gott, der eigene Gott und der Eid

Wulff findet Özkans Äußerungen „zu 99 Prozent toll“ - Karneval liegt dieses Jahr etwas früher

Der Eid
Der Eid
Das war zu erwarten: die Deutschen, besonders aber die Christen sind nun irritiert über Aygül Özkans Amtseid, über ihre religiöse Formel. Die Schlagzeilen wechseln sich stündlich ab, vor allem widersprechen sie sich: Kirchen stört die Gottesformel in Özkans Amtseid (WELT am 28.04.), Kirchen begrüßen Gottes-Eid von Ministerin Özkan (WELT am 29.04.), Kirchen kritisieren und loben Erklärung zur Gottesformel (Junge Freiheit, 29.04.).

Man fragt sich aufgeregt - darf die das überhaupt? Soll sie das? Muß sie das? Warum macht sie das? Nun, es ist eigentlich nicht so schwer zu verstehen. Zum einen hilft ein Blick ins Gesetz, zum anderen könnte man einen Religionswissenschaftler - keinen christlichen Theologen also! - befragen, wie das denn nun mit dem religiösen Eid ist.

Der Amtseid kann - gemäß dem Grundgesetz, dem Beamtengesetz und dem Richtergesetz - jeweils mit der religiösen Eidesformel gesprochen werden oder ohne diese. Man sollte tunlichst vermeiden, aus der Wahl des Vereidigten für die eine oder für die andere Option voreilige Schlüsse ableiten zu wollen. Jemand, der die religiöse Formel wegläßt, ist deswegen noch lange kein Atheist; derjenige, der sie spricht, ist allein deswegen sicher noch kein besserer Amtsinhaber oder besserer Mensch. Kurzum: es ist Jacke wie Hose, wie jemand den Eid spricht: mit ist genauso gut wie ohne. Beides ist in Ordnung. Hauptsache, der Mann oder die Frau leistet gute Arbeit.

Es ist naheliegend, daß jemand, der den Eid mit der religiösen Formel spricht, bei der Aussage „So wahr mir Gott helfe“ dabei sein eigenes Gottesbild im Kopf hat und darauf Bezug nimmt; der Satz meint also eigentlich: „So wahr mir mein Gott helfe“. Nehmen wir also einmal, um niemandem zu nahe zu treten, eine fiktive Kaninchen-Religion, in der der oberste Chef im Kaninchen-Olymp, der „Große Himmelblaue Rammler“ als Gott verehrt und der Habicht als Teufel gefürchtet wird; es werden diesem Kaninchen-Gott regelmäßig Möhren und Salat geopfert und seine unermeßliche Fruchtbarkeit wird gepriesen. - Wenn ein Gläubiger jener - wie gesagt, rein fiktiven! - Kaninchen-Religion seinen Amtseid mit der religiösen Formel spricht, dann wird er dabei an seinen obersten „Großen Himmelblauen Rammler“ denken, vor dem er dereinst Rechenschaft abzulegen hat; solches zu denken und zu glauben, das ist sein gutes Recht in einem säkularen pluralistischen Staat, und darüber gibt es eigentlich gar nichts zu debattieren.

Für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat dies der Präsident des Kirchenamtes, Hermann Barth, das wie folgt formuliert: "Ich begrüße es ausdrücklich, dass Frau Ministerin Özkan die Eidesformel in der religiösen Fassung verwendet hat", sagte Barth der WELT. Özkan gebe "einer Überzeugung Ausdruck, in der sich Muslime, Juden und Christen einig sein können, nämlich, dass es eine Instanz jenseits dieser Welt gibt, vor der wir uns zu verantworten haben". Dies gelte "unbeschadet dessen, dass es in der Frage, wie wir Gott erkennen und wie wir Gott verstehen, erhebliche Unterschiede zwischen Christen und Muslimen gibt". - Barth verweist zu recht auf die Grundgesetz-Präambel, wo von "Verantwortung vor Gott und den Menschen" gesprochen wird. "Wir werden doch nicht behaupten wollen, daß dabei exklusiv die christliche Glaubensüberzeugung vom dreieinigen Gott vorausgesetzt wird." - Da kann man - nicht nur als Jude - doch nur noch begeistert sagen: wo er recht hat, da hat er recht. Die Eidesformel mit religiöser Formel meint doch nichts anderes als den Verweis auf einen vom Menschen angenommenen transzendentalen Bezug.

Insofern ist die Logik von Aygül Özkan - für sie selbst, also subjektiv - durchaus konsistent und stringent: „Als gläubige Muslimin berufe ich mich ausdrücklich auf den einen und einzigen Gott, der den drei monotheistischen Religionen, dem Judentum, dem Christentum und dem Islam gemeinsam ist und den alle drei Religionen als den ,Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs’ verehren.“

„Meineid“ von Jacob Frey (1628)
„Meineid“ von Jacob Frey (1628)
Mohammedaner glauben subjektiv, daß dies so sei, und Mohammedaner werden nicht müde zu betonen, daß auch Jesus, Johannes der Täufer und Abraham selbstverständlich Mohammedaner gewesen seien. Deswegen kann Aygül Özkan durchaus das Recht in Anspruch nehmen, dies so sehen zu wollen. Sie verweist darauf, daß die einzelnen Religionen über den einen und einzigen Gott nur unterschiedliche dogmatische Lehren entwickelt hätten, doch für sie sei es klar, daß alle ein und denselben Gott meinen. „Ich beziehe mich mit der Eidesformel auf diesen einen und einzigen Gott und bringe damit meinen Glauben zum Ausdruck, wonach ich für mein Leben und Tun letztlich Verantwortung vor Gott ablegen muß“, heißt es in ihrer eigens dazu verteilten Erklärung. Wie gesagt, subjektiv ist dies ihr gutes Recht, gerade der letztgenannte Punkt der Verantwortung läßt sich nicht bestreiten.

Objektiv ist das natürlich Unsinn, und genau deswegen haben die christlichen Kirchen spontan auch sofort aufgeschrien. Für jeden Religionswissenschaftler ist klar, daß das Konstrukt der drei „abrahamitischen Religionen“ nichts weiter ist als der kleinste Nenner dreier monotheistischen Religionen, die in einem soziokulturellen Kontext entstanden sind. Daraus zu schließen, diese drei meinten „denselben Gott“ oder hätten „dasselbe Gottesbild“ ist ein Trugschluß, eine Milchmädchenrechnung. Bei Judentum und Christentum könnte man das - wenn man sehr großzügig sein will, wenn man also ungenau ist - gerade noch annehmen, da das Christentum aus dem Judentum entstand, doch die Lehre Mohammeds hat ein gänzlich anderes Gottesbild entworfen, insofern ist eben „allah“ nicht bloß ein anderes Wort für den christlichen „Gott“ - auch wenn dies Mohammedaner aus naheliegenden Gründen immer wieder gerne behaupten, gebetsmühlenartig. Es ist schlicht und einfach falsch. Wenn es stimmen würde, würden Mohammedaner ja im Deutschen eben auch „Gott“ sagen, im Englischen „GOD“, im Französischen „Dieu“... - sie sagen aber in allen Sprachen „allah“.

...die Rechte zum Schwur erhoben...
...die Rechte zum Schwur erhoben...
  • „Wir Christen sehen schon einen deutlichen Unterschied zwischen unserem Gott und Allah“, sagte der Sprecher der Hannoverschen Landeskirche, Johannes Neukirch, der „Bild“-Zeitung.
  • Der Sprecher des katholischen Bistums Essen, Ulrich Lota, kritisierte in „Bild“: „Theologisch sind der Gott der Christen und der Gott des Islam nicht gleichzusetzen.“

Quelle: WELT vom 28.04.2010

Aus jüdischer Sicht kommt noch ein weiterer Punkt hinzu; durch die Torah ist es uns verboten, den NAMEN „unnütz im Mund zu führen“... - was bedeutet, daß ein observanter Jude bei einem solchen Amtseid gerade keine religiöse Formel benutzen dürfte, jedenfalls nicht unter Nennung des NAMENS des HEILIGEN.

Ein schöne Außlegung deß Eyd-Schwurs
Ein schöne Außlegung deß Eyd-Schwurs
Christen - nehmen sie die sogenannte Bergpredigt ernst - übrigens auch nicht. Ob Christen einen Eid schwören dürfen, war jedenfalls in der Kirchengeschichte sehr umstritten. Einige Kirchenväter der Spätantike wie Justin, Irenäus, Origenes und Hieronymus verwarfen den Eid völlig, das kanonische Recht aber gestattete ihn wiederum, damit also auch die katholische Doktrin. Auch die größeren protestantischen Kirchen erlauben den Eid, während Zeugen Jehovas, Mennoniten und Quäker ihn unter Berufung auf die Bergpredigt bis heute ablehnen.

Ein unsystematischer Wildwuchs also.

Vermutlich ist's am besten, jeder macht's g'rad so, wie er denkt. - Das ganze Spektakel erinnert doch sehr stark an jenes herrliche Stück von Heinrich Böll „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“, wo der Literat Prof. Bur-Marlottke, der plötzlich wegen „religiöser Bedenken“ darauf besteht, daß in seinen in der frühen Nachkriegszeit produzierten Vorträgen nachträglich das Wort „Gott“ durch „jenes höhere Wesen, das wir verehren“, ersetzt wird.

Eine solche Vereidigung in einem Parlament stelle ich mir durchaus als lustig vor:

„Ich schwöre,

daß ich meine Kraft

dem Wohle des deutschen Volkes widmen,

seinen Nutzen mehren,

Schaden von ihm wenden,

das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen,

meine Pflichten gewissenhaft erfüllen

und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.

So wahr mir jenes Höhere Wesen, das ich verehre, helfe.“

YouTube Video

  • Bildnachweis:
  • Detail der Skulptur Ludwigs Erbe von Peter Lenk, Ludwigshafen am Bodensee. 2008. Sculpture: Peter Lenk; Photo: Veit Feger, via Wikipedia, public domain
  • Detail from Image: Jacob Frey, Meineid. 1628. Via Wikipedia, public domain
  • Coat of arms of Kirchheim in Schwaben. Geteilt von Rot und Gold; darauf ein silbern geharnischter barhäuptiger und bärtiger Mann, die Rechte zum Schwur erhoben, die Linke am schwarzen Griff des Schwertes. (Hans Walther von Hürnheim als Ritter). Via Wikipedia, public domain
  • Ein schöne Außlegung deß Eyd-Schwurs / was ein jeder Finger bedeut vnd außweißt / allen frommen Christen für die Augen gestellt / vnd beschrieben. WElchem Menschen ein Eyd zu thun aufferlegt wird / der soll mit auffgehobnen Fingern schwören / bey dem Ersten Finger / als dem Daumen wird verstanden GOTT der Vatter / dey dem andern Finger GOTT der Sohn / vnd bei dem dritten Finger / GOTT der heilige Geist. Der vierdte vnd vndersich gelegte Finger / bedeut die Seel / der fünfft vnd kleineste Finger / bedeut den Menschlichen Leib / welcher dann vil kleiner vnd geringer gegen der Seel zu achten ist / die gantze Hand aber bedeut das gantze Göttliche Wesen / durch welche Allmacht Himmel vnd Erden / Sonn vnd Mond / die schöne liebliche Stern / Laub vnd Graß / vnd alles was da lebt / auff Erden erschaffen worden ist. (...) Via Wikipedia, public domain

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Schlüsselwörter: Aygül Özkan | Amtseid | allah | Mohammed | abrahamitische Religionen
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Kommentare

288
am 29.04.2010 22:21:24 (95.169.238.xxx) Link Kommentar melden
Mohammedaner glauben subjektiv, daß dies so sei, und Mohammedaner werden nicht müde zu betonen, daß auch Jesus, Johannes der Täufer und Abraham selbstverständlich Mohammedaner gewesen seien.

Falsch. Die bewusst fehlerhafte Benutzung des Wortes Mohammedaner statt Muslim verfälscht den gesamten Sinn der Betrachtung, die Muslime an die alttestamentarischen Prpheten und Jesus haben.
Das Wort „Muslim“ (arabisch ‏مسلم‎ muslim) bedeutet „der sich (Gott) Unterwerfende“ oder „sich (Gott) Hingebende“, analog zu „Islam – Hingabe (an Gott)“.

Es gilt daher für jeden Menschen, der sich als gläubig bezeichnen kann und der nur einen einzelnen Gott anbetet.
Und diese Definition war sowohl Jesus als auch den anderen Propheten eigen.
Die gelegentlich umgangssprachlich gebrauchte, veraltete Bezeichnung „Mohammedaner“ wird von Muslimen im deutschen Sprachraum im Allgemeinen abgelehnt, da Mohammed zwar verehrt wird, aber nicht den Stellenwert Jesu im Christentum einnimmtDie Vergöttlichung Muhammads ist einzelnen Strömungen des Islam jedoch nicht gänzlich fremd: So galt der Muhammadiyya („Die Mohammedaner“) im Irak des 8. und 9. Jhdts. Muhammad sowohl als der unbekannte Gott, der sich dem Menschen nicht erschließt, als auch als einzig wahre Manifestation Gottes auf Erden.[7] Auch im Sufismus setzt ab etwa 1100 eine nicht unumstrittene Mohammedmystik ein, für die Mohammed Logos oder universelles Geistwesen ist, das entsprechend verehrt wird.

Dies sind aber sicher nicht allgemeingültige Glaubensgrundsätze, sondern es widerspricht eigentlich der Mehrheit der Muslime, Mohammed auf Gottes Niveau zu bringen und ihn anzubeten.

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288
am 30.04.2010 09:42:03 (217.168.7.xxx) Link Kommentar melden
„Mohammedaner“ - ein völlig korrekter BegriffWarum wir uns gegen den Sprach- und Kulturimperialismus wehren sollten
verfälscht den gesamten Sinn der Betrachtung, die Muslime an die alttestamentarischen Prpheten und Jesus haben.

Ein Wort des Antijudaismus und des NS-Antisemitismus.



alles klar, die Juden sagen also, was wir für Worte zu benutzen haben, weil die irgendwann mal frueher von irgendwelchen Nazis benutzt wurden, hat man kuenftig den Mund mit Seife zu waschen, wenn man ein voellig wertfreies Wort benutzt, das vielleicht schon mal da war.
Ne, du, das Spiel kannst du mit anderen spielen, "sage mir wie du sprichst und ich sage zu dir Faschist".
Du nimmst fuer dich in Anspruch, jedes Wort benutzen zu koennen, das dir genehm ist, auch wenn es dem anderen nicht gefaellt. Und ich nehme das gleiche fuer mich in Anspruch.
288
am 30.04.2010 10:12:05 (217.168.7.xxx) Link Kommentar melden
Wer einmal in eine Suchmaschine das Wort "alttestamentarische" eingibt, stößt auf weit mehr als 7000 Belege für den Gebrauch dieses Wortes in Online-Quellen, Tendenz steigend. Das heißt, dass inzwischen mehr als 10% aller Verwendungen des Adjektivs "alttestamentlich / alttestamentarisch" falsch und tendenziös antijudaistisch ist. Word für Windows, das Programm, mit dem ich diese Zeilen schreibe, moniert nicht einmal in der Rechtschreibkorrektur die Verwendung des Begriffes, es gehört offenkundig zum deutschen Wortschatz hinzu.
aus deinem link, chaim.

Und hier überrascht es doch ein wenig, wie verbreitet dieser Sprachgebrauch im deutschen Journalismus ist. Unter den ausgewählten Belegstellen finden sich einige aus dem SPIEGEL, vier aus der Wochenzeitschrift DIE ZEIT,.(..)Neben dem deutschen Journalismus sind es vor allem Kunsthistoriker, Literaturwissenschaftler[4] und Germanisten, die durch den Gebrauch des Wortes "alttestamentarisch" auffallen. Gleich die erste Fundstelle, die Google ausweist, ist ein Aufsatz auf dem Server der romanischen Abteilung der Universität Tübingen aus der Fachzeitschrift für Katalanistik mit dem Titel "alttestamentarische Metaphorik im Werk von Joan Oliver".[5] In der Zeitschrift für Literatur und Linguistik schreibt ein Autor angesichts des Bilderverbots vom alttestamentarischen Tabu und wenn Kunsthistoriker biblische Geschichten erwähnen, werden daraus schnell und gerne "alttestamentarische Geschichten"..

da befinde ich mich offenbar in bester Gesellschaft. Ist doch klasse!

Neben diesen Belegen fehlen natürlich auch die obligaten Antisemiten und die Vertreter der deutschen Rechten nicht, die konsequent den tendenziösen Sprachgebrauch pflegen.

Ja, kann sein. Aber deshalb lass ich mir nicht vorschreiben, was fuer ein Wort ich benutze, wenn ich vom alten Testament schreibe.
All diese unterstellten Assoziationen entstehen in dir, nicht in mir.

Wenn Sprache ein Indiz ist, sollte die SPD dringend ihren Sprachgebrauch überprüfen und ihre Abgeordneten und Vertreter ermahnen, sensibler mit diesem Thema umzugehen.

wieso denn. Ist doch nur eine Unterstellung

Macht man nun einmal die Gegenprobe und untersucht das Vorkommen des Adjektivs "neutestamentarische", so wird man feststellen können, dass auch diese Wortbildung sich häuft. Word für Windows hat jedenfalls keine Rechtschreibprobleme mit dem Wort, ganz im Gegensatz zu "neutestamentlich", das er sofort als falsche Wortschreibung unterkringelt. Der Duden dagegen, der beim antijudaistischen "alttestamentarisch" so kulant gewesen war, erlaubt die analoge Bildung fürs Neue Testament nicht. Der Blick in den Wortschatz der Universität Leipzig zeigt, dass die Konnotationen zu dieser Wortbildung dann jedoch eher neutral bis positiv sind. Da taucht vor allem das Wort Liebe im näheren Kontext auf, während "neutestamentliche" mit Exegese und Theologie konnotiert wird. In der Gegenüberstellung wird aber die fatale Logik deutlich, denn während "alltestamentarisch" mit Rache" konnotiert wird, wird dem Wort "neutestamentarisch" das Gegenteil zugewiesen.

Nun, vielleicht ist ja nicht das Wort "alttestamentarisch" falsch, sondern vielleicht ist ja gerade die damit verbundene Assotiation RICHTIG. Und Juden wollen nun unsere Sprache verbiegen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf?
Vielleicht habt ihr ja wirklich eine Religion, die eher archaisch von Gewalt (Auge um Auge) und von Kindesmord (...und er war bereit seinen Erstgeborenen Sohn zu opfern...), von Brudermord (Kain und Abel) etc. handelt.
Warum wollt ihr das denn verbergen?

Wenn nicht einmal Universitätsdozenten es für nötig halten, ihre Sprache und ihren Sprachgebrauch zu reflektieren, wie soll man es dann von den Studierenden, Schülerinnen und Schülern oder gar von der breiten Masse verlangen?

Wozu? Nur weil einer meint, er muesse etwas hineininterpretieren, was ausser ihm keiner so sieht??

Und auch der Duden erlaubt selbst in der neuesten Ausgabe das Wort "alttestamentarisch" noch als korrekte Sprachform!

Und das ist auch gut so!!
288
am 30.04.2010 10:19:18 (217.168.7.xxx) Link Kommentar melden
Gata Linda: "Dies sind aber sicher nicht allgemeingültige Glaubensgrundsätze, sondern es widerspricht eigentlich der Mehrheit der Muslime, Mohammed auf Gottes Niveau zu bringen und ihn anzubeten."

Klar.
Wink "Sicher nicht". - Also ist das wie an der Börse, "wie notieren wir denn momentan, Herr Mohammed?" - "Darf's ein bißchen mehr Gott sein heute?"

Also, für den Laien: Mohammed ist für den Mohammedaner so etwas wie der Heilige Geist für den Christen. Mit dem Unterschied, daß Mohammed nicht die Jungfrau Maria geschwängert hat, denn das war ja der Heilige Geist.

was fuer ein Unfug.
Mohammed ist eben gerade NICHT das gleiche wie der heilige Geist fuer Christen. Mohammed ist fuer Muslime Prophet, ein guter Mensch. Aber kein Heiliger (es gibt keine Heiligenverehrung im Islam) oder auch kein gottgleiches Wesen. Mohammmed wird nicht angebetet.
Das ware der Religion voellig widersprechend (es gibt keinen Gott ausser Gott.)
Mohammed ist Botschafter. Ein verehrter Mensch. Aber eben ein Mensch. Kein Gott, kein Geist. Kapiert?
288
am 30.04.2010 11:07:40 (217.168.7.xxx) Link Kommentar melden
Chaim, das ist eine KONSTRUKTION, die im angewandten Sprachgebrauch eben nicht von der allgemeinen Bevölkerung so assoziiert wird.
Noch nicht mal von Intellektuellen.

Also halten wir fest: "alttestamentarisch" ist ein Naziwort.
Der korrekte begriff heiß alttestamentlich.

das ist keineswegs so.
das wird uns nur von dir so aufoktroyiert. Oder zumindest versuchst du, in den Spuren von Henrik M. Broder zu wandeln, der aus jedem beliebigen Wort irgendeinen Zusammenhang mit den Nazis konstruiert, und sei er noch so an den Haaren herbeigezogen. Die Antisemitismuskeule schwingt nur der, dem sonst zur Sache nichts einfällt, weil anscheinend inhaltlich alles richtig ist.
Armer kleiner hilfloser Chaim, dass du auf solche Tricks zurückgreifen musst:

Die bewusst fehlerhafte Benutzung des Wortes Mohammedaner statt Muslim verfälscht den gesamten Sinn der Betrachtung, die Muslime an die alttestamentarischen Prpheten und Jesus haben.

Ein Wort des Antijudaismus und des NS-Antisemitismus.


Nicht ganz zutreffend ist es jedoch, dass dieses Wort genuine Nazisprache ist. Es hat eine viel längere, zunächst antijüdische, dann antisemitische Tradition. Es dürfte, wenn mich meine Recherchen nicht täuschen, in die Zeit des Wechsels von der Frühromantik zur Spätromantik datieren. Die ersten Belegstellen, die sich finden lassen, gehören zu jenen romantischen Schriftstellern, denen Antijudaismus, zumindest aber antijüdische Klischees nicht fremd waren.


du solltest die Links, die du postest, auch mal lesen.

Das Wort an sich ist WERTUNGSFREI. Wichtig ist, in welchem KONTEXT es benutzt wird.
Und das hat weder der Autor, noch du kapiert, vor lauter Phantasiegebilde und Interpretationen.
Was für ein sinnloses und hohles Geschwätz!
288
am 30.04.2010 11:38:16 (217.168.7.xxx) Link Kommentar melden
Es wurde aber eben - vor den jetzigen Verwendern - von Nazis gern und bewußt verwendet. Wenn man sich in diese Tradition einreihen möchte...

es wird immer wieder Sachen geben, die Nazis gesagt, getan, verwendet oder unterlassen haben.
Ich will und werde mich nicht einreihen in irgendjemandes Gedankengut, denn wie ich schon sagte, es kommt immer auf den Kontext an, welchen Beigeschmack ein Wort erhält.
Ich mach das mal an einem Beispiel klar:


Mohammed ist, ebenso wie die alttestamentarischen Propheten, nur ein Mensch, kein Gott.


Damit drücke ich nicht aus, dass doe Propheten des alten Testamentes schlechter waren. Ich benutze das Wort als Zeitbegriff, nämlich WANN etwas existierte, und zwar wertungsfrei.
Der Kontext ist also neutral und kann daher nicht antisemitisch sein.

Wer jedoch schreibt:
die überkommenen Riten und Gebräuche der alttestamentarischen Überlieferungen..

der zeugt davon, dass er das Wort negativ belegt.
Und das ist bei meinem Satz eindeutig nicht der Fall, deshalb weiss ich nicht, wieso du hier Prinzipien reitest.
Hartmut Holz
am 30.04.2010 16:52:13 (217.80.227.xxx) Link Kommentar melden
Dieser Artikel ist einfach geschmacklos. Auch den christlichen
Eid so war mir Gott helfe so zu verhunzen.

Ich dachte, dieses sei in dieser Zeitung gar nicht möglich.
Aber man sich eines besseren belehren lassen.

Schade, dass Christenhasser ihre schmierigen Pamphlete hier veröffenlichen dürfen.

Frau Özkan hat sich, bei der Vereidigung auf den einen wahren Gott berufen, der von den Christen, den Moslems und auch von den Juden angebetet wird und das ist gut so.

Sie hat die Religion angesprochen und auch die Abschaffung christlicher Symbole, in den Schulen, gefordert. Das ist legitim. Sie hat dafür einen Rüffel von
Ministerpräsident Wulff kassiert und somit ist dieses Thema vom Tisch.

Unsere ganze Gesellschaft hat ihren Ursprung in der christlichen Kultur.

Sollen etwa das Streben nach noch mehr Gewinn und Rendite, den anderen betrügen wollen und die Benachteiligung sozial schwacher Menschen in Deutschland überhand nehmen? Ist dieses wirklich anstrebenswert? Doch wohl nicht.

Besinnen wir uns wieder auf unsere Ursprünge und auch auf unsere christliche Kultur in Deutschland.

Denn wie heißt es in einem alten Kirchenlied von Taize?
Christus, dei Licht, verklärt unsere Schatten, lasse nicht zu, dass das Dunkel zu uns spricht.

Christus, dein Licht erstrahlt auf der Erde und Du sagst uns: Auch ihr seid das Licht.

Meine Stärke meine Hofnung und meine Freude, meine Stärke mein Licht.

Christus meine Zuversicht, auf dich vetrau' ich und fürcht' micht nicht.

Seien wir stark und lassen uns von diesen Menschen, die solche Artikel schreiben, nicht beleidigen und unterkriegen.
434
am 30.04.2010 17:00:16 (92.225.86.xxx) Link
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  • Gelöscht von OZ24 am 01.05.2010 15:03:39.
434
am 30.04.2010 17:20:02 (92.225.86.xxx) Link
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  • Gelöscht von OZ24 am 01.05.2010 15:03:13.
Hartmut Holz
am 30.04.2010 17:32:29 (217.80.227.xxx) Link
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  • Gelöscht von OZ24 am 30.04.2010 20:06:42.
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