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Sonstiges: VerschiedenesBundesfamilienministerin antwortet der kleinen Linda: Es gibt den Weihnachtsmann

Foto via pixelio.de
Dieser Brief war dem Chefredakteur Francis P. Church so wichtig, dass er selbst antwortete - auf der Titelseite. Seine Antwort erschien bis zur Einstellung der Tageszeitung im Jahre 1950 alle Jahre wieder in der Weihnachtszeit.
In Deutschland würde zwar nicht einmal mehr eine Achtjährige glauben, dass die Bundesregierung immer die Wahrheit sagt, aber nehmen wir doch einmal das Unmögliche an. Die Kleine nennen wir Linda, wir lassen sie schreiben: "Liebe Bundesregierung, im Internet steht, dass es den Weihnachtsmann gar nicht geben kann, weil er nicht an einem Tag alle Kinder dieser Welt beschenken könnte. Mein Vater hält nichts vom Internet, deswegen frage ich Sie: Gibt es den Weihnachtsmann? Das fände ich nämlich cool."
Antwort der Bundesfamilienministerin
Jetzt nehmen wir auch noch an, dass der Bundesfamilienministerin zuständigkeitshalber dieser Brief so wichtig ist, dass sie ihre Antwort auf die Seiten ihres Ministeriums hievt. Wie würde diese Antwort lauten? Vielleicht so nicht:
Liebe Linda, die Leute, die im Internet behaupten, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt, haben nicht recht. Sie glauben nur, was sie sehen. Sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können.
Auch in vielen Kinderzimmern gibt es das Internet, aber Leute, die nicht an den Weihnachtsmann glauben, gibt es bei uns nicht. Manche sagen sogar, der Weihnachtsmann sei auf die Idee mit der Großen Koalition gekommen. Aller Menschengeist ist zwar klein, aber der Weihnachtsmann würde wohl kaum CDU oder SPD wählen.
Liebe Linda, im Weltall ist zwar auch der deutsche Menschengeist so klein wie ein Insekt, aber die vielen gut bezahlten Arbeitsplätze, die hier zwar meistens nicht einmal mehr versprochen und selten Wirklichkeit werden, sind so riesig an der Zahl, dass unser Ameisenverstand nicht erfassen kann, was wieder schief gegangen ist. Denk doch nur einmal an die vielen Langzeitarbeitslosen, die nun nicht mehr langzeitarbeitslos sind, weil sie mit 67 in Rente gehen dürfen. Ahnst du, welch großer Plan dahinter stecken muss?
Wie traurig wäre es...
Wie traurig wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. Es gäbe dann auch keine Linda, keine Kinderarmut und kein Jugendamt, das immer dann frei hat, wenn am Wochenende betrunkene Eltern vergessen, für Essen zu sorgen.
Wie traurig wäre die Welt, wenn es auch keine Manager gäbe, die mit Liebe, Treue und hohen Gehältern unser Land zu einem Paradies machen wollen, damit sich Kinder wie Du, liebe Linda, sich ihr Spielzeug in China kaufen können.
Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könnte dein Vater auch nicht die Märchen glauben, die wir täglich in jeder Zeitung erzählen. Du könntest deinen Papa bitten, er solle am Heiligabend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Keiner bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht. Was würde das beweisen? Kein Mensch sieht ihn einfach so. Denn der Weihnachtsmann ist wie das tolle Bildungssystem, das aus Hauptschule für Dich, liebe Linda, Realschule und Gymnasium bestehen muss. Das beweist nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf den Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie.
All die Wunder zu denken
All die Wunder zu denken, geschweige denn, diese Große Koalition, besonders aber die CDU nicht für das Beste auch am Weihnachtsmorgen zu halten, das vermag auch der Klügste auf der Welt nicht. Was du auch siehst, du sieht nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren suchen, du kannst eine Bundestagssitzung besuchen und auf kluge Entscheidungen hoffen, du wirst immer nur einige bunte Scherben und ein paar Vorschläge der Regierung finden, nichts weiter.
Warum? Weil es einen Schleier gibt, den nicht einmal alle Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Liebe Linda, nicht nur deshalb wird dir in unserem Land immer vieles schleierhaft bleiben.
Ist das denn auch wahr, kannst du fragen. Linda, nichts auf der Welt ist wahrer und nichts ist beständiger. Der Weihnachtsmann lebt, und ewig wird er leben, wird er da sein, um Kinder wie dich und jedes offene Herz mit Freude und alle vier Jahre mit der richtigen Stimmabgabe zu erfüllen. Frohe Weihnachten, liebe Linda,
Deine Ursula von der Leyen.
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