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Wissenschaft: Sonstiges

Holy fucking shit!

Fluchen ist gesund, macht kreativ und stärkt den Zusammenhalt

Fluchen verboten...?
Fluchen verboten...?
Das Fluchen ist eine verflucht schlechte Angewohnheit, oder? Jedenfalls ist der Vorgang durchaus sanktioniert in der abendländischen Tradition. Man bekommt dann schnell mitgeteilt, das sei unerwünscht; religiöse geprägte Menschen halten das sogar für verboten, denn sie sehen darin eine Verletzung des dritten Gebotes aus dem Dekalog „Du sollst den Namen Gottes nicht mißbrauchen“ – oder, wie Martin Buber und Franz Rosenzweig dieses Gebot in ihrer Eindeutschung aus dem Hebräischen formuliert haben, „Trage nicht SEINEN deines Gottes Namen auf das Wahnhafte. Denn nicht straffrei läßt ER ihn, der seinen Namen auf das Wahnhafte trägt“ (Zehn Gebote, altgriechisch Dekalog („Zehnwort“), hebräisch asereth haDib'roth).

Auch die strafrechtliche Relevanz des Fluchens wird gelegentlich von deutschen Staatsanwälten und Amtsrichtern geprüft. Gestische Ausdrücke wie den „Effenberg“ zu zeigen oder mit der Faust auf den Tisch zu schlagen gehört mit zu dem, was man unter „fluchen“ versteht, und es wird irritiert bis indigniert zur Kenntnis genommen, wenn es einem mal „passiert“; es heißt dann, er habe sich „nicht im Griff“ gehabt. Vornehmer ausgedrückt: er habe einen Impulskontrollverlust erlitten. Eine komplizierte Materie offenbar.

Dabei wäre es so einfach, denn

  1. ist das mit dem Fluchen ganz leicht zu erklären – Frage: ist das verboten oder erlaubt? Antwort: es kommt immer drauf an!
  2. sollte man sich etwas mit der dahinterstehenden Kulturgeschichte befassen, zu der also einerseits die Sprachgeschichte als auch andererseits die Religionsgeschichte gehört. Denn nicht überall, wo das Etikett „Fluch“ draufgeklebt ist, ist wirklich auch ein Fluch drin.

Ein Fluch ist, jedenfalls aus religionswissenschaftlicher Perspektive, ein „Spruch“, der – gelegentlich auch mit einer ihm zugehörigen Gestik verbunden – auf ritualisierte („magische“) Weise einer Person oder einem Ort Unheil bringen soll, der Einfluß nehmen soll auf „Geister“, auf „dunkle Mächte“ oder schlicht auf das „Schicksal“. Begründet wird der Fluch meist durch Zorn, durch den Wunsch zu strafen, durch die Absicht sich zu rächen oder auch einfach mit der puren Lust an der Macht. Das Gegenteil des Fluches ist der Segen. Gemeinsam ist übrigens beiden rituell-magischen Handlungen: wer wirksam verflucht (oder gesegnet) wird, muß dabei nicht anwesend sein, noch muß er von dem Fluch (oder Segen) Kenntnis haben, bekannteste Anwendung dürfte die telepathische Verletzung des Verfluchten im Voodoo-Kult sein. Umgangssprachlich finden sich zahlreiche abgesunkene Flüche, die dann eher der Beschimpfung Anderer (z. B. „Hol dich der Teufel!“) oder der Abfuhr eigener Wut dienen (z. B. das in Deutschland beliebte „Scheiße!“ oder gar das politisch als total unkorrekt geltende urbayrische „Kruzitürken!“). Ob ein Fluch übrigens auch dann wirkt, wenn man ihn gar nicht als Fluch einsetzt, sondern als Beschimpfung, oder auch dann, wenn man gar nicht an Magie glaubt und gar keine Religion praktiziert, muß wegen des Mangels an objektiven und wissenschaftlich fundierten Methoden und Möglichkeiten der Evaluierung offen bleiben.

„Habt Ihr das verstanden, Ladies!“
„Habt Ihr das verstanden, Ladies!“
Fluchen

Der Begriff Fluchen bezeichnet:

Aus Unsicherheit und wohl auch aus dem Bestreben heraus es sich mit den beim Fluch angerufenen „dunklen Mächten“ nicht zu verderben, falls es sie doch gibt, haben sich verschiedene Möglichkeiten eingebürgert, besonders beliebt die sprachliche Verhüllung. Offenbar sind die „dunklen Mächte“ so dumm, daß sie nicht merken, wenn man statt des verbotenen „verflucht und zugenäht!“ ein harmlos scheinendes „verflixt und zugenäht!“ ausruft. Auch die Möglichkeit eines Abwehrzaubers (Eisenkraut gegen Vampire, Amulette für oder gegen nahezu alles oder magische Zeichen wie Hufeisen) ist kulturell verfeinert ausgearbeitet worden und bietet dem Gläubigen eine gewisse Sicherheit im Umgang mit all diesen Gefahren, zu Not kann man ja immer noch „unberufen“ sagen und auf Holz klopfen...

„Effenberg“ in der Natur?
„Effenberg“ in der Natur?
Soviel zum religiösen Ursprung des Fluchens. Doch wie steht es mit der Abfuhr gestauter Aggressionen durch Fluchen im Sinne von Schimpfen wie ein Rohrspatz? Das ist nach neuesten Erkenntnissen unbedingt zu empfehlen! Denn regelmäßiges Fluchen im Job fördert laut einer britischen Studie den Teamgeist im Kollegium. Führungskräfte sollten deshalb umdenken und „offen für verblüffende Ideen sein“, heißt es in der Untersuchung

Fluchen während der Arbeit und tolerante Führungskultur:

Wenn Asoziales sozial wird und Unhöflichkeit akzeptiert wird.

Yehuda Baruch, Professor für Management an der Univerität in Norwich in Ostengland, und Absolvent Stuart Jenkins kamen zu der Erkenntnis, wer Schimpfwörter verbanne, kappe eine „Schlüsselverbindung“ zwischen den Angestellten und beeinträchtige so die Motivation.

Angestellte nutzen regelmäßig Schimpfwörter, aber nicht unbedingt in negativer und beleidigender Weise“, sagte Baruch. Wichtig sei aber zu wissen, wann es angebracht sei, die Luft rauszulassen: Von Kraftausdrücken gegenüber dem Chef und den Kunden rieten Baruch und Jenkins ausdrücklich ab.

In anderen Situationen könnten sie jedoch Solidarität unter den Angestellten fördern und helfen, Gefühle auszudrücken.

Ein weiteres Ergebnis der Studie, die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Leadership and Organisational Development Journal“ veröffentlicht wurde: Frauen fluchen weit öfter als allgemein angenommen – aber nur dann, wenn sie unter sich sind.

Fluch und Tragödie...
Fluch und Tragödie...
Bewährt hat sich im mitunter stressigen Straßenverkehr – als Teil eines pro-aktiven Emotions-Managements – übrigens lautes und ausgiebiges, ja gerade hemmungsloses Schimpfen und Fluchen, vorausgesetzt, die Scheiben sind geschlossen und es handelt sich beim benutzten Fahrzeug nicht um ein Cabrio. Außerdem ist gerade hier strikt darauf zu achten, daß jegliche gestische Untermalung tunlichst unterlassen werden sollte, will man sich nicht wegen Beleidigung (§ 185 StGB) vor dem Strafrichter wiederfinden. Geradezu klassisch ist übrigens jener Bericht eines Psychologen, der sich über einen langsam schleichenden Autofahrer ärgerte, weil er sich von diesem behindert fühlte; als er dann doch endlich die Gelegenheit hatte, das Verkehrshindernis zu überholen, wollte er ihm voller Wut einen „Vogel zeigen“, erkannte dann jedoch in letzter Sekunde seinen Nachbarn...

...und verwandelte die beabsichtigte beleidigende Geste in einen freundlich gewunkenen Gruß.

  • Bildnachweis:
  • Verkehrsschild in Virginia Beachnicht fluchen, ungebührlich benehmen usw.“, by peter909 via Pixelio.
  • A drill instructor addressing United States Marines. PhotoID: 200481311188. Submitted by: MCRD San Diego Operation/Exercise/Event: Drill Instructor spotlight. Caption: Staff Sergeant Kevin L. Zetina, Platoon 2085's senior drill instructor, bellows cadence while practicing for Company G's final drill competition. Photo by: Corporal Shawn M. Toussaint. Date the Photo was taken:08/13/2004. Licensing: This image is in the public domain because it contains materials that originally came from the United States Marine Corps. As a work of the U.S. federal government, the image is in the public domain. Via Wikipedia.
  • Fluchender Baum, by sven@e7o.de via Pixelio.
  • Kullervo cursing. Akseli Gallen-Kallela. 1899. Via Wikipedia, public domain.

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Schlüsselwörter: Team | Gruppe | katholisch | PRHL | Psychohygiene
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Kommentare

266
am 05.11.2010 10:55:36 (91.214.168.xxx) Link Kommentar melden
Sehr vorteilhaft ist es auch, wenn man in einer Sprache fluchen kann, die der Kontrahent nicht versteht. Das schmälert seine Chancen vor Gericht Smile
kommt123
am 05.11.2010 13:39:37 (92.224.151.xxx) Link Kommentar melden
Doch wie steht es mit der Abfuhr gestauter Aggressionen durch Fluchen im Sinne von Schimpfen wie ein Rohrspatz?


Kann ich besonders gut!



Pillemannfischhirnbitchtroll

Rumpelhirnintrigant

Drompfschrumpel


Grin
Kindergaertner
am 05.11.2010 16:21:01 (80.136.240.xxx) Link Kommentar melden
@kommt123: Hör mal Du solltest Dich was schämen. So Worte zu schreiben, das ist nicht lustig.
kommt123
am 05.11.2010 19:18:34 (85.179.233.xxx) Link Kommentar melden
Das kann sowohl als Fluch, als auch als Schimpfwort durchgehen...

Kruzifixsahaxnteiflviereeinenamoi!



Grin
286
am 05.11.2010 19:22:21 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Könntest Du das mal bitte übersetzen, ins Englische, Polnische, Russische oder Deutsche? Frown
kommt123
am 05.11.2010 19:49:42 (85.179.233.xxx) Link Kommentar melden
Könntest Du das mal bitte übersetzen, ins Englische, Polnische, Russische oder Deutsche?


Das wirkt schmerzlindernd, wenn man sich irgendwo gestoßen hast und sprichst das aus, dann ärgert man sich darüber, dass man das ja eigentlich gar nicht fehlerfrei aussprechen kannst, darüber vergisst du den Schmerz.

Grin
Kindergaertner
am 05.11.2010 20:57:25 (80.136.240.xxx) Link Kommentar melden
@kommt123: Hehe sehr gut.
466
am 05.11.2010 23:31:24 (93.219.171.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 06.11.2010 09:47:14.
466
am 05.11.2010 23:54:47 (93.219.171.xxx) Link
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  • Gelöscht von OZ24 am 06.11.2010 09:48:24.
466
am 05.11.2010 23:59:31 (93.219.171.xxx) Link
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  • Gelöscht von OZ24 am 06.11.2010 09:48:35.
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