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Nicht ewig haltbar: Medikamente nach Verfallsdatum fachgerecht entsorgen

Medikamenten-Verfallsdatum nicht mit dem MHD bei Lebensmitteln verwechseln

So nicht!
So nicht!
Regelmäßig im Frühjahr weist die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) daraufhin, dass man seinen Frühjahrsputz auch auf die Hausapotheke ausdehnen und diese auf abgelaufene Medikamente überprüfen sollte. Solche Restbestände können sich nämlich äußerst negativ auswirken. Im besten Fall erreichen sie keinerlei Wirkung und im schlimmsten Fall erreichen sie das Gegenteil von dem, was sie bewirken sollen.

Das bei Medikamenten angegebene Datum ist das Verfallsdatum. Nach diesem Datum sollten Medikamente aller Art (Tabletten/Pillen, Zäpfchen, Tropfen, Salben usw.) nicht mehr benutzt sondern fachgerecht entsorgt werden. Somit hat das Datum bei Medikamenten eine andere Bedeutung als bei Lebensmitteln, wo es sich um das Mindest-Haltbarkeits-Datum (MHD) handelt. In Deutschland beträgt das längste Haltbarkeitsdatum eines Medikaments fünf Jahre. Bedenken Sie aber, dass davon bereits einige Zeit verstrichen sein kann, bevor sie es bekommen.

Aber nicht nur abgelaufene Medikamente sollten entsorgt werden. Für Medikamentenreste, bei denen das Verfallsdatum fehlt, gilt das Gleiche. Die ABDA weist ferner daraufhin, dass auch nicht mehr benötigte Arzneimittelreste entsorgt werden sollten. Das gilt übrigens auch dann, wenn die Medikamente immer noch optisch unverändert erscheinen. Der Zerfall des Medikaments bzw. seines Wirkstoffs spielt sich im Innern ab und ist äußerlich in der Regel nicht zu erkennen.

Genau aufpassen sollte man auch, wenn ein Medikament nach Anbruch nur noch eine begrenzte Zeit verwendbar ist. Dies kommt vor allem bei Tropfen, Säften oder Salben vor. Sie werden dann auch schon einmal lange vor dem Verfallsdatum unbrauchbar und müssen entsorgt werden. Deshalb sollte man auf der Packung den Tag des Anbruchs vermerken.

Auch Verbandsmaterial hat ein Verfalldatum. Ab diesem Datum kann es schnell unsteril werden oder Pflaster verliert dann auch seine Klebefähigkeit. Unsteriles Verbandsmaterial kann auf offenen Wunden zu Infektionen führen. Man würde dann aus falscher Sparsamkeit das Gegenteil von dem bewirken, was man eigentlich mit dem Verband bewirken wollte. Eine teure und langwierige ärztliche Behandlung könnte die Folge sein.

Medikamente sollte vor allem auch richtig aufbewahrt werden. Dazu zählt die Aufbewahrung nach Vorschrift der Hersteller genauso wie die Lagerung in der Original-Verpackung einschließlich des Beipackzettels.

Alt-Medikamente sollten sicher (vor Kindern) und vor allem sachgerecht entsorgt werden. In einer guten Apotheke können sie die Medikamente zu einer solchen fachgerechten Entsorgung abgeben. Fragen Sie Ihren Apotheker danach. Absolut ungeeignet sind nicht mehr benötigte (oder gar abgelaufene) Medikamente für den Versand in Entwicklungsländer oder Katastrophengebiete. Was dabei nämlich auf die Empfänger solcher vermeintlich guten Hilfslieferungen zukommt ist in den allermeisten Fällen eher eine Katastrophe als eine Hilfe. Welche Stilblüten und Machenschaften es in der Vergangenheit dabei schon gab, das können Sie hier nachlesen…

Der § 8 Absatz 2 des Arzneimittelgesetzes verbietet es, Arzneimittel in den Verkehr zu bringen, deren Verfallsdatum abgelaufen ist. Dies gilt gemäß § 73a auch für den Export. Zudem müssen Medikamente noch mindestens ein Jahr lang haltbar sein, wenn sie im Empfängerland ankommen.

Fotolegende: So sollte man Medikamente auf keinen Fall aufbewahren! Foto: © pandi, Pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Medikamente | Arzneimittel | Verfallsdatum | Haltbarkeit | fachgerechte Entsorgung | Medizin | Tabletten | Pillen | Tropfen | Salben
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Kommentare

Alex Mais
am 18.04.2010 20:16:19 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Ja, das mit dem Hausmüll ist schon richtig. Verboten ist es nicht. Aber sinnvoll?

Das liebe Auto... Mir passierte im November das Gleiche. Bei der Inspektion zum TÜV stellte ich fest, das meiner schon seit über einem Jahr abgelaufen war. Zeigt mal wieder, dass man dies gerade beim Verbandskasten bzw. Erste-Hilfe-Koffer im Auto schnell vergißt.

Also an alle: Den Frühjahrsputz auch auf das Auto ausdehnen! Pfft
kommt123
am 19.04.2010 06:47:10 (92.224.144.xxx) Link Kommentar melden
Die abgelaufenden Medikamente,die man beim Apotheker abgibt,werden in großen Säcken gesammelt .
! Mal w3öchentlich werden sie dann dem Fahrer,der immer die Medikamente bringt,wieder mitgegeben.
Dieser bringt sie dann an dahin,wo er auch täglich die Medikamente abholt die benötigt werden für die vielen Apotheken.
Da die Medikamente unter das Betäubungsgesetz fallen,müssen die Fahrer eine Unterschrift über die erhaltenen Medikamente leisten.
Ebenso müssen die Fahrer ein einwandfreies Führungszeugnis vorweisen können.
kommt123
am 19.04.2010 06:49:01 (92.224.144.xxx) Link Kommentar melden
Sollte 1 Mal wöchentlich heißen,Verzeihung.
kommt123
am 19.04.2010 12:41:32 (92.224.151.xxx) Link Kommentar melden
Das ist richtig Chaim.

Aber es kommt trotzdem alles in eine große Tüte rein,egal ob Schmerzmittel,Euthanasieampullen,Spritzen und dergleichen.
Gewiss,ich hätte es etwas genauer beschreiben sollen,aber keiner ist vollkommen,und mit jedem Kommentar den man abgibt,lernt man ja auch dazu.Wink
Du hast Recht,Hautcreme und Antiallergica gehören nicht dazu.
kommt123
am 19.04.2010 13:18:11 (92.224.151.xxx) Link Kommentar melden
Ich werde mir bei meinem nächsten Kommentar zu einem Thema etwas mehr Zeit lassen und auch genauer auf die einzelnen Details eingehen.Smile
kommt123
am 19.04.2010 13:35:42 (92.224.151.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 19.04.2010 19:13:06.
Angelina
am 28.08.2011 19:50:49 (87.153.247.xxx) Link Kommentar melden
Vielen Dank für den hilfreichen Artikel!!!
Endlich mal eine klare Aussage und nicht nur die Foren, indenen Menschen Ihre Meinung äußern (bzw. vermuten) und keine Ahnung haben.

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