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Politik: Deutschland

Sozial ist was Arbeit schafft

Das Eindreschen auf schwache Menschen in Deutschland

Hartz IV ist Armut per Gesetz. Diese etwas abgedroschene Phrase der Linken benutzte die Greifswalder Zeitung, um über die Aktuelle Stunde zum "Europäischen Jahr 2010 zur Bekämpfung von Armut uns sozialer Ausgrenzung" in der Greifswalder Bürgerschaft zu berichten. Abgedroschen, da einige Jahre nach Einführung von Hartz IV auch die Linken sich einmal etwas Neues einfallen lassen könnten.

Noch viel älter und abgedroschener, und auch zudem falsch, ist aber, was sich Axel Hochschild als Erwiderung einfallen ließ. "Sozial ist, was Arbeit schafft", meinte er als Erkenntnis verkaufen zu können. Nun weiß aber jeder, dass dies bereits im Jahr 2005 von Jürgen Rüttgers im NRW-Wahlkampf verbreitet wurde. Die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" hatte da ganze Arbeit geleistet. Aber auch sie hat diesen Spruch nicht erfunden.

Denn der Slogan "Sozial ist, wer Arbeit schafft" ist rund 80 Jahre alt und wurde im Jahr 1932 in ganzseitigen Zeitungsanzeigen von Alfred Hugenberg Führer der Deutschnationalen Volkspartei und einer der Wegbereiter Hitlers verwendet.

Und überhaupt ist in der Sozialpolitik der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts im vorigen Jahrtausend viel an Schlagworten zu finden, was auch heute als Rettung des angeblichen maroden Sozialstaats diskutiert wird. So sah bereits 1928 ein Autor, der ein Werk mit dem Titel "Irrwege der deutschen Sozialpolitik und der Weg zur sozialen Freiheit" schrieb, "Faulenzer und Drückeberger" den Sozialstaat plündern, auch sei der "Mißbrauch der ungerechten und unnötigen Inanspruchnahme" zu unterbinden. Und weiter heißt es: "Eine soziale Politik darf nicht mit der Sorge um die Kranken, Invaliden, Witwen, Waisen und Arbeitslosen die Förderung der Lebenstüchtigen, Leistungsfähigen und Arbeitenden vergessen." Und dieses kommt einem doch irgendwie sehr bekannt vor. Denn war da nicht etwas mit Herrn Westerwelle?

Das Eindreschen auf angeblich arbeitsunwillige Elemente mit den immer gleichen Phrasen hat also eine gewisse Tradition in Deutschland. Der Autor des zitierten Machwerks hieß übrigens Gustav Hartz.

Mehr zu diesem Thema bei Professor Dr. Butterwege "Gustav Hartz und Heinrich Brünig als schlechte Ratgeber", Kontinuitätslinien einer Regierungs- politik gegen den Sozialstaat.

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Schlüsselwörter: Sozial | Arbeit
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Kommentare

Holzi
am 23.04.2010 15:51:24 (217.80.196.xxx) Link Kommentar melden
Da hast Du leider völlig recht. Es gibt auch Branchen, wie in der Pflege von alten Menschen, da gibt es jetzt schon einen Mangel an Arbeitskräften.
Holzi
am 23.04.2010 16:20:03 (217.80.196.xxx) Link Kommentar melden
Es sollte endlich einmal damit aufgehört, dass man die schwachen Menschen in unserer Gesellschaft als arbeits-
unwillig hinstellt.

Die Lösung besteht darin, dass vorallem für Langzeit-
arbeitslose Arbeitsgelegheiten schafft.

Und wenn dazu ein zweiter Arbeitsmarkt geschaffen wird. Das Geld dazu ist da. Dieses muss nicht in marode Banken investiert werden.

Und diese gilt auch gleichzeitig als Vorschlag.
Holzi
am 23.04.2010 16:50:48 (217.80.196.xxx) Link Kommentar melden
Unsere Arbeitsministerin von der Leyen hat ja schon ein Konzept, zur Vermittlung von Arbeitslosen, verööfentlicht.

Hoffentlich scheitert dieses nicht wieder am Geld.

Denn für die Vermittlung von Arbeitslosen sollte unbegrenzt
Geld zur Verfügung stehen.
Holzi
am 28.04.2010 18:07:29 (217.80.228.xxx) Link Kommentar melden
Nein natürlich nicht. Aber wenn für marode Banken das Geld da ist, dann sollte für benachteiligte Jugendliche, die nicht einmal einen Hauptschulabschluss besitzen und für Arbeitslose auch Geld übrig sein.

So etwas nennt man Gerechtigkeit. Schon einmal davon gehört?
Holzi
am 28.04.2010 18:26:17 (217.80.228.xxx) Link Kommentar melden
Das wird bei mir rigeros praktiziert. Und trotzdem sollte sich um diese benachteiligten Jugendlichen gekümmert werden.

Da startet doch unsere Arbeitsministerin von der Leyen ein solch derartiges Programm.
Holzi
am 29.04.2010 14:54:48 (217.80.222.xxx) Link Kommentar melden
Hier wird niemand durchgefüttert. Auch benachteiligte Jugendliche und Erwachsene haben ein Recht auf Förderung und auf einen Arbeitsplatz.
Holzi
am 29.04.2010 15:06:25 (217.80.222.xxx) Link Kommentar melden
Zügele bitte Deinen Wortschatz. Denn arbeitslose Menschen sind keineswegs soziale Parasiten.

Mit diesem Begriff bezeichne ich ja noch nicht die kriminellen Manager, die diese Wirtschaftskrise verursacht haben.
288
am 29.04.2010 15:24:26 (188.127.160.xxx) Link Kommentar melden
Auch Kriminelle und solche, die sich als soziale Parasiten aufführen? Nach dem Motto, "warum soll ich was tun, ich krieg doch HartzIV?"

dieser Satz ist eine Frechheit.
Die breite Masse der H4 Empfänger musste eine Flut an Anträgen stellen, nachweisen, dass sie bedürftig sind.
Es durchläuft jeder Antrag ein Prüfungsverfahren.
Der Antrag, der genehmigt wurde, stellt ein Grundrecht auf soziale Unterstützung dar, das nach eingehender Prüfung dem Antragsteller genehmigt wurde.
Wo sind denn die Leute, von denen du sprichst, als ob die Mehrzahl aller H4 Empfänger dass Geld missbräuchlich kassierten?
Das sind doch Einzefälle, die in den Medien mal auftauchen, nachdem sie aufgedeckt wurden durch die Ermittlungen der Behörden.

HH hat Recht:
Denn arbeitslose Menschen sind keineswegs soziale Parasiten.

richtig.
die meisten wären froh, wenn sie wieder raus könnten aus diesem allerletzten Rettungsseil, das für die meisten zu einem Fallstrick wird.
Sich dafür noch brandmarken lassen, das braucht echt niemand.Angry
Holzi
am 29.04.2010 16:43:14 (217.80.222.xxx) Link Kommentar melden
Man kann ja päpstlicher als der Papst selber sein.

Und Gata Linda hat, in dieser Sache, ausnahmsweise einmal recht.
288
am 29.04.2010 18:43:39 (95.169.235.xxx) Link Kommentar melden
Damit habe ich ganz klar eingeschränkt und eben nicht ALLE gemeint, sondern nur die, die sich als soziale Parasiten aufführen

dann solltest du endlich mal lernen, dich vernünftig zu artikulieren und nicht nur in rhetorischen Seen zu baden, in denen du früher oder später untergehen wirst:

Gerecht ist, daß man arbeitsunwillige, aber arbeitsfähige Idioten nicht um jeden Preis durchfüttert...

was hat dieser Satz bitte mit einem ornungsgemäss bewilligten Hartz4-Bezieher zu tun?

Wenn du nicht alle H4 über einen Kamm scheren willst, dann müsste der Satz heissen:
Gerecht ist, daß man diejenigen Sozialbetrüger unter den Hartz4-Beziehern, die arbeitsunwillig, aber arbeitsfähige Idioten sind, nicht um jeden Preis durchfüttert...

aber was soll ich das lang erklären, Rabulistik ist deine Domaine, und genau darauf, auf die provokanten Missverständlichkeiten legst du es ja an. Das ist ja gerade dein Ziel: viel reden, Bilder schaffen, und am Besten keine schriftliche Festlegung treffen, sondern sich dann, wenn der Sturm zu stark wird, aus der Affaire zu ziehen von wegen, das war doch alles nicht so gemeint...
DANN SCHREIB ES ANDERS, und zwar exakt so, wie es gemeint ist.
Du machst selbst was du an der muslimischen Ministerin kritisierst: erst loslegen, dann zurückziehen.Angry
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