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Politik: Deutschland

Wolf im Schafspelz

Vom Kommunistischen Bund zur Querfront: warum die Rechte Jürgen Elsässer so schätzt

Jürgen Elsässer (Belgrad 2005)
Jürgen Elsässer (Belgrad 2005)
Als halber Elsässer - rein familienhistorisch betrachtet - kenne ich mich im Elsaß ganz gut aus; 's Elsaß ist eine Gegend, in der ich mich gern und oft aufhalte. Die Landschaft ist reizvoll, der Wein gut, das Essen reichhaltig und abwechslungsreich: Baeckeoffe un Ziwwelkuech, Grumbeerekiechle un Sürkrüt, Coq au vin un Zwatschgawaia.

Für Süd- und Mitteldeutsche ist die "elsassisch Sproch" leicht zugänglich, wer also aus dem mittel- oder oberdeutschen bzw. alemannischen Sprachraum kommt, kann sich auch ohne Französisch im Elsaß ganz gut verständigen; das Elsässisch ist - je nach Region - oberrheinalemannisch, hochalemannisch oder fränkisch. Die Leute dort sind freundlich und offenherzig; man muß sie einfach mögen.

Von Jürgen Elsässer kann man das leider nicht sagen. Warum nicht? - Um es kurz zu machen: dieser Mensch hat nicht denselben, aber doch einen sehr ähnlichen Weg genommen wie Horst Mahler: von ganz links nach ganz rechts.

Elsässer hat seinen politischen Start begonnen beim Kommunistischen Bund (KB) in den 70er Jahren; diese ganzen K-Gruppen waren für uns normale Studenten ätzend, sie lieferten sich pseudoakademische Diskussionsorgien mit den moskautreuen DKP-Leuten, sprengten zu diesem Zweck besonders gern jede beliebige Vorlesung und jedes gerade erreichbare Seminar. Die hätten ja ruhig alles diskutieren können, wo auch immer, aber warum mußte man dazu eine philosophische Vorlesung über Heideggers Schrift "Der Ursprung des Kunstwerkes" sprengen und mißbrauchen? Warum ein ethnologisches Hauptseminar über "Kannibalismus bei den Atzteken" zur Debatte über Leninschen Antiimperialismusquark umfunktionieren? Warum andere belästigen, die in Ruhe ihre Fächer studieren wollten, die sie freiwillig gewählt hatten?

Warum immer diese Vergewaltigung Andersdenkender? Ganz einfach: es war dieselbe faschistoide Gewalt, die die K1 in Berlin die Klotüren aushängen ließ, weil es keine Privatheit mehr geben sollte... - im Prinzip waren die ganzen maoistischen Splittergruppen schon immer strukturell linksfaschistoid, der Schlagabtausch mit den Stalinisten war also nur ein Streit um des Kaisers Bart. Das Ende der K-Gruppen ist bekannt: die einen wurden GRÜNE, die anderen fromme Christen, die dritten landeten bei der RAF, andere suchten ihr Heil beim Bhagwan Shree Rajneesh alias Osho in Poona. Der Rest landete später dann als Junkie an der Nadel oder als Psychopath in der Dauertherapie, von Urschrei bis Familienaufstellung, bei streng biodynamischer Ernährung, wie man sich denken kann.

J. Elsässer und Islamismus
J. Elsässer und Islamismus
Ungebildete sozial gestörte Individuen allesamt, rhetorisch aber auf relativ hohem Niveau. Ihre Argumentationsstruktur erinnerte an militante Tierschützer oder an "Jehovas Zeugen", ihre propagandistische Einwandbehandlung an die der Marktschreier und Staubsaugervertreter. Eine sinnvolle inhaltliche Diskussion mit solchen Menschen war generell nicht möglich. Doch mit den KB-Leuten wie auch mit den moskauhörigen DKPisten habe ich mich dennoch immer sehr gern verbal gestritten, ließen sich an diesen Sparringspartnern doch die sokratischen Methoden gegen Sophisten aller Art bestens trainieren. Auch Schopenhauers Eristische Dialektik fand hier eine nette Spielwiese praktischer Erprobung.

Daß nun einer mit diesem Start bei der äußersten Linken sich heute mit Rechten, mit Islamisten, mit Terroristen und mit Verschwörungstheoretikern tummelt, das ist kein Zufall. Es ist eine logische, konsequente Entwicklung, wie bei Horst Mahler auch. - Das wesentliche, was Elsässer hier besonders auszeichnet, ist: daß er überall spaltet und sich mit allen anlegt.

Bevorzugt benimmt Elsässer sich jedoch auf eine fast unflätige Weise und lustvoll menschenverachtend daneben:

Den Ausgang der Präsidentschaftswahlen im Iran im Juni 2009 begrüßte Elsässer auf seiner Homepage mit den Worten: „Eine schöne Schlappe für den Imperialismus im Iran!… Der Präsident hat klar gewonnen. Und die Leute, die dagegen demonstrieren, sind erkennbar eine kleine Minderheit: Die Jubelperser von USA und NATO (…) Salemaleikum, Präsident! Auf weitere vier friedliche Jahre! Und heute abend werde ich, ganz unislamisch, auf Dich einen Slivovitz trinken!“ Wobei er auch die Repression durch „Ahmidenedschads Leute“ begrüßt: „Hier wollen Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals eine Party feiern. Gut, dass Ahmidenedschads Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben.“ Später entschuldigte er sich für diese Wortwahl. Gemeint sei „lediglich die streng rechtsstaatliche Ingewahrsamnahme von Gewalttätern, wie sie die Polizei auch in der besten Demokratie vornehmen muss“. Die Kernaussage des Textes wurde von ihm ausdrücklich bestätigt.

Quelle: Wikipedia

Die Stationen nach dem KB und die Entdeckung der Querfront folgen in einer Fortsetzung.

Der selbsternannte links-rechte Möchtegern-Prophet Jürgen Elsässer versucht sich am Blick in die Zukunft:

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Schlüsselwörter: Jürgen Elsässer | Kai Homilius Verlag | Kopp Verlag | antideutsch | Querfront
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Kommentare

286
am 22.05.2010 11:46:55 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Angry Ein ganz übler Faschist, wie seine zynischen Kommentare zu den Menschenrechtsverletzungen im Iran zeigen
300
am 22.05.2010 13:12:37 (89.187.142.xxx) Link Kommentar melden
Eine ziemlich wilde Mischung verkörpert dieser Journalist offensichtlich: Kommunist, Faschist, Antisemit, Verschwörungstheoretiker. Nicht meine Wellenlänge.

Nee, da ist mir das Elsass auch lieber, vor allem Strasbourg und Colmar Grin
266
am 11.02.2011 17:27:34 (204.93.160.xxx) Link Kommentar melden
Es gibt ja auch bemerkenswerte inhaltliche Übereinstimmungen zwischen Jürgen Elsässer und Wolfgang Eggert, zu Verschwörungstheorien allgemein und 9/11 speziell.

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