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Politik: Welt

Afghanistan vor neuer Taliban-Diktatur? – War alles umsonst?

Wechselt Präsident Karsai auf die Seite der Taliban? – Kommt ein neues Taliban-Afghanistan?

Foto: © Jerzy, Pixelio.de.
Foto: © Jerzy, Pixelio.de.
Aus Afghanistan kommen inzwischen beunruhigende Berichte, die darauf hindeuten dass der afghanische Präsident Hamid Karsai in Gefahr läuft eine Kehrtwende zum Alten zu machen. Offensichtlich fängt er an mit den fundamentalistischen Taliban-Terroristen zu sympathisieren.

Auf einem Treffen mit rund 1.500 Stammesältesten fragte er die Menge, ob sie wegen der Pläne für die bevorstehende NATO-Großoffensive in Kandahar besorgt sei. Nachdem mehrere der Anwesenden dies bejahten, sagte Präsident Karsai: „Nun, wenn ihr euch Sorgen macht und damit nicht glücklich seid, dann wird es eine solche Operation nicht geben.“ Das ist eine offensichtliche Drohung gegen die Verbündeten. Hamid Karsai distanzierte sich damit quasi von seinen ausländischen Verbündeten – und dies zum zweiten Male innerhalb von wenigen Tagen.

Auch die neue Strategie der Bundeswehr wird von ihm in Frage gestellt. Seit dem „blutigen Karfreitag“, als weitere Einheiten der Bundeswehr ihren Kameraden, die in einen Taliban-Hinterhalt geraten waren, zu Hilfe eilen wollten und dabei versehentlich sechs afghanische Soldaten erschossen, ist Hamid Karsai auch speziell auf die Bundeswehr nicht mehr gut zu sprechen.

Die US-Regierung bezeichnete Karsais Äußerungen als „beunruhigend“. Und die Washington Post zitierte aus US-Militärkreisen zum afghanischen Präsidenten: „Der Typ ist sprunghaft und unbeständig, er ist unberechenbar.“

Auch die Bundesregierung dürfte es nach solchen Äußerungen von Karsai schwer haben den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr weiterhin zu rechtfertigen, denn niemand kann ausschließen dass es auch in Zukunft weitere tote deutsche Soldaten in Afghanistan gibt. Und so ist Karsais dubioses Verhalten wieder einmal das berühmte „Wasser auf die Mühlen“ der Gegner des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan. Langsam fragt sich auch so mancher ehemalige Befürworter des Einsatzes: Tun wir den Afghanen überhaupt einen Gefallen damit? Scheinbar wollen sie doch zurück in die alte Taliban-Diktatur…

Fotolegende: Ein Karawanenführer in Afghanistan. Auf wessen Seite steht eigentlich die Mehrheit der afghanischen Bevölkerung? Foto: © Jerzy, Pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Afghanistan | Bundeswehr | Krieg | Nichtkrieg | Taliban | Hamid Karsai
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Kommentare

122
am 06.04.2010 13:25:30 (217.83.110.xxx) Link Kommentar melden
Hamid Karsai hat nur begriffen, dass mit den Afghanen leben und arbeiten muss, um etwas zu verändern. Soldaten ändern nichts, sondern verhängen oder vollstrecken Sanktionen, in Kabul het es jedoch um Veränderung und das geht nicht mit Gewehrläufen.
Obama wird nun schneller handeln, als Deutsche zum Duschen brauchen, und dann?
Dann stehen Bundersoldaten als Zielscheiben am Hindukusch?
Moslems sind nicht blöde, das sollten nun alle begriffen haben. Und die Talibans sind keine Terroristen, auch wenn das in Deutschalnd immer wieder den Bürger eingehämmert werden soll.
German go Home oder was will der Piefke sich eigentlich am Hinduskusch beweisen? Dass ihn keiner lieb hat?
Menschenleben retten, statt Kreuzzüge auszurichten.
Nun also ist der deustche Michel am Hindukusch auf Platz Eins der Feindesliste.
Mission gescheitert, Tote ahben leider keinen Preis, sonst wären sie uns wichtiger als die "Wirtschaftskrise".
Und was sagt die Christin und ehemalige FDJ-Sekretärin Merkel dazu?
Sie stand schon in der DDR auf der falschen Seite, und heute am Hinduskusch wieder, traurig aber wahr.
Hartmut Holz
am 06.04.2010 19:10:18 (217.80.223.xxx) Link Kommentar melden
Es kann nur eines geben: Deutsche Soldaten sollten sofort aus Afghanistan abgezogen werden.
Hartmut Holz
am 06.04.2010 19:42:50 (217.80.223.xxx) Link Kommentar melden
Dazu sind unsere Soldaten doch gar nicht in der Lage.

Denn sie sind sowieso zu schlecht, für diesen Einsatz, ausgebildet.
334
am 06.04.2010 22:24:31 (80.187.102.xxx) Link Kommentar melden
Man wird Afghanistan nicherobern können. Das lehrt die Geschichte schon. Harsai handelt eigentlich logisch, denn er will das Land und seine Einwohner ja regieren. Das geht gewiss nicht, wenn er mit den Eroberern sympathisiert.
Alex Mais
am 07.04.2010 07:48:46 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Wenn die Taliban wieder an die Macht kommen, ist Harsai Geschichte...
334
am 07.04.2010 08:19:48 (80.187.106.xxx) Link Kommentar melden
Wenn die Taliban wieder an die Macht kommen, ist Karsai Geschichte...

Möglicherweise ist er tatsächlich schon zu sehr amerikanisiert.
334
am 07.04.2010 09:13:34 (80.187.106.xxx) Link Kommentar melden
Zumindest ist er jetzt in der Zwickmühle.
Hartmut Holz
am 07.04.2010 16:22:40 (217.80.232.xxx) Link Kommentar melden
Aber diese Terroristen, die Taliban, dürfen, in Afghanistan, nie wieder an die Macht kommen.

Denn das wäre ein Rückschritt für dieses Land.

Also müssen unsere Truppen und auch die der anderen Länder im Land bleiben und die Taliban bekämpfen.

Aber können wir jemals diesen verdammten Krieg dort gewinnen?
334
am 07.04.2010 16:54:55 (80.187.106.xxx) Link Kommentar melden
Bisher konnte wohl noch keiner in Afghanistan gewinnen, wenn ich mich nicht irre.
Hartmut Holz
am 07.04.2010 17:04:18 (217.80.232.xxx) Link Kommentar melden
Das stimmt leider haargenau. Aber wir dürfen, wie schon erwähnt, dieses Land nicht den Taliban überlassen.
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