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Jürgen Elsässer, Einstieg in den Ausstieg

oder: von der zarten Pflanze eines Lebenswandels

Dieser Gastbeitrag ist eine Buchvorstellung zum brisanten Thema Deutschland und mehr, von Jürgen Elsässer. Hier ist ein Beleg eines Autor zu beobachten, der sehr aktiv sich um auch Deutsche Belange kümmert und ich nehme es erfreut und erstaunt zur Kenntnis, das selbst ein so renommierter Linker, wie es Herr Elsässer nach wie vor gibt sein zu wollen, eigentlich mehr sich zu einem Menschen entwickelt, der eben auch anfängt zu begreifen, was es mit Deutschland so auf sich hat. Interessant ist hier eben die Beobachtung, wer in Deutschland noch einigermaßen unabhängig denken kann, egal ob von Links kommend oder wie die Redaktion aus der Europabewegung, alle Wege führen nach…….

Gastbeitrag, eingereicht von Jürgen Elsässer:

Domenico Losurdo, “DIE DEUTSCHEN. Sonderweg eines unverbesserlichen Volkes?. Buchpremiere am 9. April, 20 Uhr, Russisches Haus Berlin, Friedrichstr. 176

Losurdos Buch in der von mir herausgegebenen Reihe COMPACT mit dem Titel “DIE DEUTSCHEN. Sonderweg eines unverbesserlichen Volkes?” (112 Seiten, 7.50 Euro) beschaeftigt sich mit den Mythen und Verdrehungen der Antideutschen, die mittlerweile auch in der Linken auf dem Vormarsch sind. Streng unterscheidet er eine patriotische Orientierung, die er befuerwortet, von einem Nationalismus, der sich ueber andere Voelker erhebt. – Die COMPACT-Buchpremiere am 9. April wird eine wichtige Debatte befoerdern und Argumente gegen den grassierenden Antinatioinalismus liefern! (Bestellung des Buches im guten Buchhandel, ueber www.compact-reihe.de und direkt ueber info@juergen-elsaesser.de)

Auszug aus dem Buch:

Verständlich ist, daß dieser Diskurs in Deutschland auf einen besonderen Widerstand trifft: hier hat der Imperialismus mit dem Nazismus eine besonders barbarische Form angenommen. Wie ist das zu erklären? Ein vortreffliches Motto Tocquevilles kommt einem hier in den Sinn: »Wer nur Frankreich gesehen und untersucht hat, wird niemals etwas (…) von der französischen Revolution verstehen« (L’Ancien Régime et la Révolution, 1. Kap., 4). Auch auf die Untersuchung der nazistischen Konterrevolution muß dieses Kriterium angewandt werden, das in Wahrheit für alle großen historischen Krisen gilt. Das »Dritte Reich« hat die Abscheulichkeiten einer langen Tradition des Kolonialismus und Rassismus übernommen und radikalisiert, die jahrhundertelang das Wüten des Westens gegen die »niederen Rassen« zum Protagonisten hatte. Der Nazismus hat sich auf diese Tradition berufen, und wer seine Aufmerksamkeit ausschließlich auf Deutschland lenkt, wird niemals in der Lage sein, den Horror des Hitlerregimes zu erklären.

Wagner ((ein DKP-Autor, der Losurdo vorher kritisiert hat)) vermeidet es nicht nur, über die Grenzen Deutschlands hinauszublicken, sondern er nimmt, statt eines bestimmten politisch-sozialen Systems, »die Deutschen« als solche ins Visier. Aber wer sind die Deutschen? War die Nation nicht eine Halluzination? Seine eigenen Voraussetzungen schmähend, brandmarkt Wagner »die deutsche Schuld am Nazifaschismus«; die »ganz gewöhnlichen Deutschen« werden als »verantwortliche Täter und Mittäter der faschistischen Verbrechen« abgestempelt. Eine gewisse Linke reanimiert den Begriff »Nation« nur dann, wenn es sich um die pauschale Verurteilung der Deutschen handelt, und sie entdeckt ihn, indem sie ihn als Synonym für eine undifferenzierte Masse interpretiert! Vergessen sind die Deutschen, die ihr Leben zunächst für die Verhinderung der nazistischen Machtergreifung, und später für den Widerstand gegen das »Dritte Reich« geopfert haben; vergessen sind die deutschen Opfer des deutschen Faschismus.

Wagner empört sich über meine Behauptung, daß sogar die Deutschen im Verlauf des unerbittlichen Kampfs um die Weltherrschaft einen Rassisierungsprozeß durchgemacht hätten. Für einen Marxisten sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, daß der Imperialismus zur Rassisierung seiner Feinde übergeht und daß die Rassisierungsprozesse niemanden aussparen. »Mein Kampf« spricht von Frankreich als von einem »Mulattenstaat«. Nach Pearl Harbour ist in den Vereinigten Staaten die Überzeugung verbreitet, daß der »Schädel« der Japaner eine Verspätung von »zirka 2 000 Jahren« aufweise. Auf der Gegenseite hat im Ersten Weltkrieg die Entente die Deutschen insgesamt als »Hunnen« und »Wandalen« abgestempelt. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs hat F. D. Roosevelt einen Augenblick lang mit der Versuchung der »Kastration« des »deutschen Volks« geliebäugelt. Sind das nicht auch Rassisierungsprozesse? Wo ist also der Skandal? Eine gewisse Linke proklamiert gern, daß sie sich nicht von Diskursen über phantomartige Nationen ablenken lasse, weil sie sich ausschließlich dem Klassenkampf widme: nur daß diese Linke, wenn es sich darum handelt, den Wahnsinn und den Horror der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu analysieren, nur eine einzige Erklärung findet, und zwar die der besonderen und fortwährenden Niedertracht der deutschen Nation! (…) Zum Schluß: Kann man sich in der heutigen Welt orientieren, wenn man den Begriff »Nation« ignoriert oder liquidiert? Lang ist die Liste der Völker und der Länder, die einer militärischen Okkupation unterworfen oder direkt von der Aggression seitens des Imperialismus bedroht sind oder die versuchen, die neokoloniale Vormundschaft der Monroe-Doktrin abzuschütteln. Außerdem müssen wir an Länder wie China, Vietnam, Kuba erinnern, die große Kämpfe nationaler Befreiung hinter sich haben (die von den jeweiligen kommunistischen Parteien angeführt wurden) und die jetzt darum bemüht sind, die politische Unabhängigkeit mit der ökonomischen Unabhängigkeit zu vervollständigen, wobei sie sich mit der Politik des technologischen Embargos oder des totalen Embargos seitens Washingtons konfrontiert sehen. In allen diesen Fällen sind das nationale Bewußtsein und der nationale Kampf ein wesentliches Element des Emanzipationsprozesses.

Wenn sich in den Vereinigten Staaten die aggressivsten Kreise des Imperialismus internationalists nennen, bezeichnen sie als Nationalisten die Länder, die ihre nationale Souveränität verteidigen wollen. Der nationale Nihilismus begünstigt im Endeffekt dieses Manöver. Die Linke ist hingegen dazu aufgerufen, einen wesentlichen Punkt zu klären: Gibt es einen Unterschied zwischen der Verteidigung der nationalen Unabhängigkeit und einem aggressiven Chauvinismus? Wir haben es mit zwei ganz unterschiedlichen Einstellungen zu tun: Die eine ist universalisierbar, die andere nicht. Die Anerkennung der Würde einer Nation ist perfekt kompatibel mit der Anerkennung der Würde der anderen Nationen. Nicht universalisierbar ist dagegen die von Bush jr. gepflegte Anschauung, wonach die USA die »von Gott auserwählte Nation« seien, die die Aufgabe habe, die Welt anzuführen, eine Anschauung, die nur zu furchtbaren Konflikten führen kann. Heutzutage wird der fanatischste Chauvinismus von den Vereinigten Staaten repräsentiert, und diesem Chauvinismus (oder Imperialismus) muß mit dem Kampf um die Gleichheit der Nationen begegnet werden.

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Kommentare

357
am 07.04.2010 23:06:30 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
wer sind die Deutschen? War die Nation nicht eine Halluzination?
Ja, ganz bestimmt!
288
am 07.04.2010 23:52:30 (217.168.11.xxx) Link Kommentar melden
Chaim, beim Thema CHAUVINISMUS solltest DU Urlaub nehmen und - richtig! einfach mal schweigen...Grin
wer denn, wenn nicht die selbsternannte Weltpolizei USA
passt besser auf die Beschreibung
Chauvinismus im ursprünglichen Sinne ist exzessiver, auch aggressiv überzogener Nationalismus, bei dem sich ein Angehöriger einer Nation allein aufgrund seiner Zugehörigkeit zu dieser gegenüber Menschen anderer Nationen überlegen fühlt und sie abwertet.

ich erinnere da an die (Un-)Worte von Bush wie "Achse des Bösen",

Aus unterschiedlichen Gründen kann der Chauvinismus nicht nur die öffentliche Meinung beherrschen, sondern auch als politische und ganz besonders auch staatliche Propaganda betrieben werden. Er resultiert nicht selten in Formen des Nationalhasses

wie auch aus deinem wiederkehrenden Gewäsch über
Der schlimmste Chauvinismus findet sich bekanntlich bei Arabern und Mohammedanern.
faselfaselfasel...
Mann, kannst du nicht einschlafen ohne dein Mantra oder findest du die lockere Schraube nicht?
Es ist sooooooooooooo ermüdend...*schnarch* und weg...
266
am 08.04.2010 08:34:12 (95.222.194.xxx) Link Kommentar melden
Wenn man das Verhalten gegenüber Frauen betrachtet, dann ist der Satz
Der schlimmste Chauvinismus findet sich bekanntlich bei Arabern und Mohammedanern
nicht grundsätzlich verkehrt. Dann wäre da noch das Abwerten der "Ungläubigen" in jener Religion.
173
am 08.04.2010 08:47:01 (188.193.171.xxx) Link Kommentar melden
Emanuel Speh

"wer sind die Deutschen? War die Nation nicht eine Halluzination?
Ja, ganz bestimmt!"

Lieber E. Speh:
bist Du auch der manipulierten Geisteshaltung unterlegen, wonach "Deutsche Nation" heute eine Peinlichkeit darstellt und an deren Stelle das Aufgehen in der EU heutiger Prägung im Auftrage Helmut Kohl`s gemeint ist? Ich als Alteuropäer kann sagen: nein. Und das heutige Europa war nicht so gemeint. Und Helmut Schmidt sagt, ein derartige Europa wird es nicht geben, da 1000 Jahre gewachsene Entwicklung der "Nation en" in Europa das nicht ermöglichen. Was nicht heißt, zusammenarbeiten und irgendwie die Bindungen enger machen, ja! Vielleicht hatte DeGaulle ja doch recht.

Die Staatsvereinigung des "vereinigten deutschen Wirtschaftsgebietes" als Staatsnation der Deutschen kam vielleicht 100 Jahre zu spät. Dennoch sind wir da und sollten uns nicht aufgeben. Weder als Nation, noch als Staat. Und der nunmehr 100-jährige Krieg, der gegen Deutschland geführt wurde, ist ja nun überwunden und möglich, daß er nicht mehr fortgeführt wird, da Europa seine Bedeutung verloren hat und aufpassen muß, nicht Griechenland zu Rom zu werden für.....
Also, die Zukunft Europas und Deutschlands wird wohl eher so aussehen, wie Prof. Peter Glotz es in seiner letzten Ausführung beschrieben hat, wonach Deutschland sehr wohl wieder Nation und Staat wird, es neue Positionierungen mit und um Europa geben wird und wir, wenn wir es richtig anstellen, auch unsere Stellung in Europa behalten dürfen. Wir als Deutsche müssen uns weder schämen, uns verleugnen noch verstecken. Alles Quatsch. Und die Welt missionieren zum Gutmenschen und wie in Deutschland zu "linksfaschistoiden Auswüchsen" schon gar nicht. Wir müssen uns nur wiederherstellen und die Haulocoust-Religionsauswüchse (Zitit von Israelischen Intellektuellen) als einzige Legitimation der BRD, beenden!
Siehe auch www.internet-magazin-les-art.eu wo man viel lernen kann.
288
am 08.04.2010 10:26:02 (217.168.15.xxx) Link Kommentar melden
die Haulocoust-Religionsauswüchse (Zitit von Israelischen Intellektuellen)

aha. na dann wissen wir ja jetzt BescheidGrin
173
am 08.04.2010 10:34:47 (188.193.171.xxx) Link Kommentar melden
Liebe Linda,
was soll das? Befreit Euch doch endlich von dieser BRD-Gehrinwäsche! Am Haulocoust wird doch gar nicht gezweifelt. Hier wird nur auf die Religionserhebung der Ergebnisse eingegangen. Also, bevor wieder ein paar oberschlaue Kommentare daherkommen, die mal wieder an der Sache vorbeigehen. Die Hochstilisierung dieses Themas als einzige Berechtigung der heutigen BRD und des Gutmenschensyndroms als Verleugnung des eignen Ichs, also Deutscher zu sein, ist nur billig und als organisierte Politikaussage des Machterhaltes, unsittlich.
266
am 08.04.2010 11:49:30 (95.222.194.xxx) Link Kommentar melden
Lieber Herr Karow, nur weil jemand anderer Meinung ist als Sie oder historische Fakten anderes interpretiert als Sie, braucht er doch nicht eine Hirnwäsche erlitten zu haben, was ist das denn für eine Logik? Und was für ein Diskussionsstil?
288
am 08.04.2010 14:35:30 (95.169.254.xxx) Link Kommentar melden
Liebe Linda,
was soll das? Befreit Euch doch endlich von dieser BRD-Gehrinwäsche! Am Haulocoust wird doch gar nicht gezweifelt.Die Hochstilisierung dieses Themas als einzige Berechtigung der heutigen BRD und des Gutmenschensyndroms als Verleugnung des eignen Ichs, also Deutscher zu sein, ist nur billig und als organisierte Politikaussage des Machterhaltes, unsittlich.

Punkt eins:
ich habe - zugegebenermassen - die Schreibweise von HOLOCAUST*NICHT: Haulocoust (jetzt muss ich das doch mal hinschreiben, damit Herr Karw das mal bemerkt) hervorgehoben.
Wenn man über solch ein schwieriges Thema schreibt (was ich für erlaubt und notwendig halte) sollte man zumindest den Namen des Hauptthemas fehlerfrei wiedergeben können, denn alles andere ist äusserst PEINLICH.
Auch ich bin ein Freund offener Worte, und ich trete ein für die Verständigung zwischen den Völkern.
Auch ich kritisiere Israel (nicht die Juden, sondern die Israelis) für ihre Politik.
Aber die deutsche Vergangenheit war und ist die Folge der rassistischen Judenverfolgung die die Deutschen betrieben haben.
Daran brauchen wir nicht herumdeuteln und es zu leugnen ist ebenso unsinnig wie strafbar.
Das hat auch nichts mit Gehirnwäsche, sondern mit Anstand zu tun.
288
am 08.04.2010 14:55:24 (95.169.254.xxx) Link Kommentar melden
Punkt zwei:
als Verleugnung des eignen Ichs, also Deutscher zu sein, ist nur billig und als organisierte Politikaussage des Machterhaltes, unsittlich.

ich kann das nicht verleugnen, denn ich BIN KEINE DEUTSCHE.
was soll das ganze also?
173
am 08.04.2010 14:55:26 (188.193.171.xxx) Link Kommentar melden
Schreibfehler ist lange korregiert. Artikel lesen und weiter sehen. Es wird weder etwas geleugnet. Nur gegen die Überhöhung wird sich gewendet und gegen die Geschichtslüge, damit die BRD zu rechtfertigen etc.
siehe: Holocoust-Religion als Rechtfertigung einer NGO-BRD ohne staatliche Legitim
in www.internet-magazin-les-art.eu Bedeutsames
Seite 1 von 2: 1 2

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