Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Internet: Kuriositäten

Der erste April

Wieder mal reingefallen?

Aprilscherz?
Aprilscherz?
Angeblich sind Aprilscherze aus der Mode gekommen, wenn man den Soziologen und Gesellschaftswissenschaftlern glauben darf. Möglicherweise haben sie sich aber nur verlagert. Waren Kinder und Jugendliche früher damit zufrieden, die Erwachsenen mit derem angeblich offenem Schnürsenkel zu veräppeln, braucht es heute etwas mehr... - und findet nicht mehr so sehr in Zeitungen statt, sondern im Internet. Hierfür gibt es natürlich - wen wundert's? - eine eigene Seite: www.aprilscherze.net

Über die Qualität der "Witze" kann man streiten, wie z.B. bei diesem hier: Fritzchen zu seiner Mutter: "Mami, Mami, der Papa hat sich aufgehängt!" Mutter, ganz entsetzt: "Was, wo denn???" - "Auf dem Dachboden!" - Fritzchen und seine Mutter rennen hoch auf den Dachboden; die Mutter: "Das ist er aber nicht!" - Fritzchen: "April, April, er hängt im Keller!!!"

Erstmals überliefert ist die Redensart "in den April schicken" in Deutschland übrigens aus dem Jahr 1618 in Bayern. Der Begriff "Aprilscherz" bürgerte sich jedoch erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein; in Grimms Deutschem Wörterbuch von 1854 wird der Aprilscherz noch nicht genannt. Woher die Redensart eigentlich kommt, ist unbekannt, eine gesicherte Quelle ist nicht aufzufinden, wohl aber einige Spekulationen, die jedoch allesamt nicht so recht überzeugen können.

Aprilscherz im Wandel

Gegenseitig schicken wir uns heute kaum noch in den April. Der Aprilscherz findet fast nur noch in den Medien statt. Über den Ursprung des schwindeligen Brauchs gibt es zahlreiche Vermutungen.

Mehr... (Quelle: Deutsche Welle)

Bei Wikipdia werden folgende Erklärungen angeführt:

  • Auf dem Augsburger Reichstag von 1530 sollte unter anderem das Münzwesen geregelt werden. Aus Zeitgründen kam es jedoch nicht dazu, so dass für den 1. April ein besonderer "Münztag" ausgeschrieben wurde. Als der 1. April kam, fand dieser Münztag dann doch nicht statt. Zahlreiche Spekulanten, die auf diesen Münztag gesetzt hatten, verloren ihr Geld und wurden auch noch ausgelacht.
  • Angeblich bat an einem 1. April ein sechzehnjähriges Mädchen, dessen Name unbekannt ist, Heinrich IV., König von Frankreich in den Jahren 1589-1610, der sich jungen Damen geneigt zeigte, schriftlich um ein heimliches Rendezvous in einem diskreten Lustschloss. Als Heinrich zu dem Tête-à-tête erschienen sei, habe ihn überraschend der versammelte Hofstaat begrüßt, vorgestanden von seiner Gemahlin Maria von Medici, welche ihm untertänigst dafür gedankt haben soll, dass er ihrer Einladung zum "Narrenball" gefolgt sei.
  • Ein weiterer möglicher Ursprung des Brauchs ist auf ein Ereignis während des Achtzigjährigen Krieges in den Niederlanden zurückzuführen. Am 1. April 1572 wurde Brielle als erste holländische Stadt von den Wassergeusen erobert. Dem verhassten spanischen Statthalter Fernando Álvarez de Toledo "drehte man daraufhin eine Nase", was sich bis heute in den holländischen Geschichtsbüchern manifestiert: "Op 1 april verloor Alva zijn bril" (Am 1. April verlor Alba seine Brille!).
  • Der 1. April gilt, je nach Überlieferung, als Geburts- oder Todestag des Judas Ischariot, der Jesus Christus verraten hatte. Zudem sei der 1. April angeblich der Tag des Einzugs Luzifers in die Hölle und daher ein Unglückstag, an dem man sich besonders vorsehen müsse.
  • Der französische König Karl IX. führte 1564 durch das Edikt von Roussillon eine umfangreiche Kalenderreform durch und verlegte den offiziellen Jahresanfang auf den 1. Januar. In einigen Regionen Frankreichs feierten die Menschen aber - zum Teil aus Unwissenheit - weiter Ende März. Sie sollen als "Aprilnarren" verspottet worden sein.
  • Auch das bekannte Aprilwetter ("April, April kann tun, was er will...") wird als Erklärung herangezogen.

Allesamt nicht so sehr überzeugend, möglicherweise gibt es eben einen Brauch, den man nicht historisch begründen kann. - Einen besonders gelungenen Scherz gab es jedoch im Sommersemester 1997 bei den Informatikern in Hamburg:

50-facher Aprilscherz

Über 50 zweite Semester fanden sich am 1. April zu ihrer ersten A2 Vorlesung ein - dabei stand im KVV, daß diese Vorlesung ausfallen würde. Trotzdem betrat gegen halb neun ein Unbekannter das Podium und legte eine A2-Folie auf. Frau Floyd sei in Linz auf einer Konferenz zur objektorientierten Softwareentwicklung und er, Herr Rahman, würde diese Vorlesung halten.

Die nichtsahnenden Zuhörer erfuhren, daß sie im Folgenden einen ersten Einblick in die imperative Programmierung bekommen sollten, die stark am von-Neumann-Rechner orientiert ist und somit verschieden vom Lambda-Kalkül, das sie ja im letzten Semester hatten.

Die Vorlesung begann mit einer Literaturübersicht, insbesondere verwies Herr Rahman auf Knuths Bände Numerical, Seminumerical and Sesquinumerical(!) Algorithms. Zum letzteren erzählte er: dieser Band ist ganz selten, den gibt es nur auf französisch.

Danach folgte eine Übersicht über die Grundkonzepte der imperativen Programmierung, insbesondere die Sprungbefehle. Wichtige Beispiele waren Funktionen (Sprung mit Rücksprung), GoDelayed (wenn der Befehl nicht sofort ausgeführt werden soll) und ComeFrom. Erläuterung: Gotos machen Programme kompliziert, darum ist es sinnvoll, sie zu benutzen. Häufig sehen komplizierte Programme einfach aus - so sehen sie auch wirklich kompliziert aus.

Dann folgten beispielhafte Algorithmen: Bucket Sort (und sie sehen, wenn die Zahlen hier nicht in Radix-Form wären, könnte das nicht funktionieren) und Travelling-Salesman (dieser Algorithmus funktioniert zwar nicht, läuft dafür aber in O(n)).

Schließlich gab es noch eine Einführung in Datenstrukturen: Das Datum wird in vielen Rechnern als Sekunden seit einem bestimmten Zeitpunkt gespeichert. Manche Daten kann man sich allerdings auch einfacher speichern, z.B. das Geburtsdatum, das kennt eh jeder auswendig. Oder auch den ersten April, den merkt man ja schon daran, daß jeder einen in den April schickt!

Herr Rahman heißt in Wirklichkeit Bahman Engheta und studiert Mathematik. Er sagte über die Vorlesung: Die Studenten waren erstaunlich! Sie haben alles mitgeschrieben, es kamen keine Zwischenfragen und wenn ich fragte, ob sie etwas schon kennen (z.B. Radix-Form), gab es immer irgendjemanden, der nickte. Ich fragte mich: Ist das etwa richtig, was ich hier erzähle?

Wer sich die Folien ansehen will, findet sie hier als Powerpoint-Datei und kann sie zumindest am PC ansehen.

Fabian

Das eifrige Mitschreiben und begeisterte Nicken ist doch wirklich köstlich. Fast ebenso gut wie die jährlichen Warnungen vor dem bekannten Umweltgift Dihydrogen-Monoxid (H2O)...

YouTube Video

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: 1. April | Aprilscherz | in den April schicken
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

357
am 02.04.2010 20:44:30 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
Dihydrogen-Monoxid - das ist der beste Witz zum ersten April Grin
319
am 03.04.2010 08:43:58 (84.19.184.xxx) Link Kommentar melden
da ist es hilfreich wenn man in der schule aufgepasst hat Wink
266
am 03.04.2010 08:56:47 (95.222.194.xxx) Link Kommentar melden
Ersatzweise helfen auch ausreichende Kenntnisse in Latein und Griechisch, zur Not auch noch Allgemeinbildung. Wenn das alles fehlt, wird Wikipedia es schon richten:

Dihydrogenmonoxid

Dihydrogenmonoxid (Abkürzung DHMO), aufgrund seiner amphoteren Eigenschaften (als Brönstedt-Base bzw. -Säure) auch Hydrogenhydroxid oder Hydroxylsäure, ist ein chemisch korrekter, aber irreführender Name für Wasser (H2O). Es handelt sich bei diesem Wort um einen wissenschaftlichen Witz.

Der Begriff DHMO wurde mit der Absicht geprägt, Ängste vor Chemikalien und die dadurch verursachten Protestbewegungen zu karikieren.


Hier ein Modell des gefährlichen Stoffes:

266
am 03.04.2010 14:05:29 (95.222.194.xxx) Link Kommentar melden
Das ist jetzt seltsam, das von mir verlinkte Bild war dieses

http://www.snopes...cs/h20.gif

www.snopes.com/science/graphics/h20.gif

Doch jetzt sieht man ein anderes hier...

Nämlich das:
321
am 03.04.2010 20:31:21 (88.68.106.xxx) Link Kommentar melden
H2O ist wirklich waaaaaaaaaahnsinnig gefährlich, das sollte man echt verbieten.... Wink
321
am 03.04.2010 20:34:06 (88.68.106.xxx) Link Kommentar melden
aber wieso gibt es unter derselben adresse verschiedene bilder?

img213.imageshack.us/img213/548/dhmo.jpg

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.07 Sekunden
38,873,088 eindeutige Besuche