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Internet: Onlinespiele

Experten lehnen Verbot von Killerspielen ab!


Spieler atmen auf: Nachdem die Diskussion über "Killerspiele" bislang einseitig geführt wurde, stellen zahlreiche Medien das Thema nun auch aus der Sicht der Spielebranche dar. Experten sprechen sich gegen ein Verbot aus, heißt es. Währenddessen kündigte Bayern eine Bundesratsinitiative an, um "Killerspiele" zu verbieten.

Den zweiten Tag in Folge ist der gestrige Amoklauf in Emsdetten das Topthema in allen Medien. Und die Diskussion über "Killerspiele" hat sich inzwischen gewandelt. Dominierten gestern und heute Mittag noch kritische Diskussionen die Agenda (GamePorts berichtete), kommen inzwischen auch Stimmen aus der Spielebranche zu Wort.

Im ZDF "Heute Journal" verteidigte der Stellvertretende Chefredakteur der GameStar Computerspiele und machte darauf aufmerksam, man solle sich eher darum kümmern, wie der 18-Jährige an solch gefährliche Waffen gekommen ist. Schon heute Mittag schützte die USK-Leiterin die Spiele auf N24 und warnte vor einer Pauschalisierung; auch wies sie die Kritik an ihrer Behörde und dem unter Kritik geratenen "Counter Strike" zurück - immerhin handelt es sich um ein Spiel, in dem taktisches Vorgehen wichtig ist.

G.A.M.E.-Bundesverband lehnt Verbot ab

Die Gegner eines Verbotes von "Killerspielen", vornehmlich Wissenschafter, sagen, ein Verbot würde nichts bringen. Das liege auch an der Globalisierung, so ein Experte, da sich jeder die Spiele via Internet besorgen könnte. Man würde durch ein Verbot keine Probleme aus der Welt schaffen. Im "Heute Journal" hieß es außerdem, "Killerspiele" machen lediglich "fünf Prozent" aller Computer- und Videospiele aus. Auch Branchenriese "Electronic Arts", der Interessenverband "G.A.M.E." (siehe GamePorts-Dokumentation) und der "Deutsche eSports Bund" (siehe Statement) lehnen ein Verbot ab.

Der Fraktions-Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, sprach sich ebenfalls gegen ein Verbot der "Killerspiele" aus. Die "einfältige Forderung der Großen Koalition nach einem Verbot von Killerspielen (reicht) sicher nicht aus", sagte er der Netzeitung. Auch FDP und Linkspartei stehen der Debatte kritisch gegenüber.

Stoiber kündigt Bundesratsinitiative an

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hingegen möchte eine Bundesratsinitiative starten, die den "Killerspielen" den Kampf ansagt. "Killerspiele animieren Jugendliche, andere Menschen zu töten. Das sind völlig unverantwortliche und indiskutable Machwerke, die in unserer Gesellschaft keinen Platz haben dürfen", so Stoiber.

Der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) sagte in der Netzeitung, ein wirksamer Jugendschutz könne offenbar nur erreicht werden, wenn "besonders schädliche Computerspiele nicht mehr hergestellt beziehungsweise der Zugriff für Jugendliche erheblich erschwert wird".

Inzwischen wurde bekannt, dass das Counter Strike-Level, das angeblich die Schule des Attentäters zeigt, nicht die "Geschwister-Scholl-Schule" (GSS) in Emsdetten nachstellt, sondern die GSS in Melsungen, berichtet Spiegel Online.

Polizei stellt Seiten von Sebastian B. offline

Die Polizei in Nordrhein-Westfalfen bemüht sich unterdessen, Webseiten des Amokläufers offline zu stellen. Laut der Seite "keinMensch", welche den Abschiedsbrief in der Originalfassung dokumentierte, berufen sich die Behörden auf das Urheberrecht, was durch die Veröffentlichung des Briefs beeinträchtigt wurde. Sebastian B. schrieb bereits in seinem Brief, er ginge davon aus, die "Fascholizei" würde seine "Videos, Schulhefte, Tagebücher, einfach alles, nicht veröffentlichen", also habe er das selbst in die Hand genommen. Zahlreiche User sprechen von Zensur.

Beim Besuch des Forums des Amokläufers erscheint ein .htaccess-Schutz mit dem Hinweis auf die "Polizei NRW". Im Gegensatz zur Webseite von Sebatian B. lässt sich der Schutz im Forum jedoch wegklicken.

Heute Nachmittag haben auch Fachmagazine über Computerspiele das Thema entdeckt. Cynamite.de (PC Powerplay) und pcgames.de dokumentieren in einigen Zeilen die Geschehnisse, GameStar Online brachte ein ganzes Special. Die Spielejournalisten sehen die aktuelle Debatte um "Killerspiele" sehr kritisch.

GamePorts-Leser kritisieren die Politik

Den ganzen Tag über beäugelten GamePorts-Leser die Diskussionen in Medien und in der Politik sehr kritisch. "Sollte man als Erwachsener nicht selbst entscheiden können, was man spielt?", fragt ein User namens "Krayt". Ein anderer behauptet, die Politik sei nicht viel besser als das, was man den Spielern vorwirft: "Politiker unterliegen den selben Mächten, und zeigen so, dass auch sie sich permanent gegenseitig zerfleischen, nur anders."

Artikel im Original veröffentlicht auf http://www.gamepo...

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Schlüsselwörter: Killerspiel | Emsdetten | Verbot von Killerspielen | USK | Selbstkontrolle
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Kommentare

OZ24
am 22.11.2006 20:34:45 (88.72.130.xxx) Link Kommentar melden
Erst einmal herzlichen Dank an www.gameports.net für die Freigabe zur Veröffentlichung dieses Artikels.

Ein Verbot wäre mit Sicherheit nicht die Lösung der aktuellen Problematik ( Amoklauf), dennoch sollten gerade Eltern darauf achten was Ihre Sprösslinge so auf dem PC spielen!
Carsten B.
am 07.12.2006 18:51:53 (194.95.177.xxx) Link Kommentar melden
Unsere Herren Politiker sollten sich mal fragen, ob sie sonst nichts mehr zu tun haben. Im gleichen Zuge, wie Sie volljährigen Bürgern vorschreiben wollen, welche Computerspiele sie konsumieren, halten sie dem Druck unserer EU-Nachbarn nicht mehr stand und schicken die selben Bürger, denen das Spielen harmloser Spiele verboten werden soll in Bundeswehr-Auslandseinsätze. Des weiteren sollten diese Herren sich mal die freizugängliche Gewalt aus den auch für Jugendliche zugänglichen Medien (Literatur, unser laufendes Fernsehprogramm, Videotheken, usw. usw.) und auch das zur Zeit erhältliche Kinder-Kriegs-Spielzeug zur Gemüte führen. Hierdurch wird meiner Meinung nach viel mehr Schaden angerichtet, als durch "Spiele", die nach Expertenmeinung sogar - natürlich in Maßen und unter Aufsicht der Erziehungsberechtigten - für die Entwicklung der Jugendlichen förderlich sein kann, da bei diesen Spielen nicht nur sinnlos geballert wird, sondern teilweise auch auf höchstem Niveau miteinander kommuniziert wird und Taktiken gemeinschaftlich erarbeitet werden. Hierbei wird teilweise erhebliche Energie aufgewendet. Wenn Jugendlichen, durch das gemeinschaftliche Spiel, schon in jungen Jahren eine selbstständige Zusammenarbeit beigebracht werden kann, finde ich dies eine prima Sache. Zumindest besser als diese in unseren Großstädten ohne sinvolle Beschäftigung auf die Straßen zu schicken, damit sie hier auf dumme Gedanken kommen. Hier finde ich sollte das Problem gesucht und gelöst werden. Wenn unseren Kindern und Jugendlichen wieder die Möglichkeit gegeben wird ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten, wäre uns viel mehr geholfen, als mit diesen Hauruck-Aktionen, mit denen sich einzelene Politiker einen guten Ruf verschaffen und sich ins rechte Licht setzen wollen. Statt dessen werden immer mehr Kindergärten geschlossen, Schulen vergammeln in unserem Lande, Sportvereine werden eingestampft und Jugendeinrichtungen nicht mehr bezuschusst. Was machen unsere Jugendlichen und Kinder also auf der Strasse?
OZ24
am 08.12.2006 11:43:01 (88.72.138.xxx) Link Kommentar melden
Wenn unseren Kindern und Jugendlichen wieder die Möglichkeit gegeben wird ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten, wäre uns viel mehr geholfen, als mit diesen Hauruck-Aktionen, mit denen sich einzelene Politiker einen guten Ruf verschaffen und sich ins rechte Licht setzen wollen. Statt dessen werden immer mehr Kindergärten geschlossen, Schulen vergammeln in unserem Lande, Sportvereine werden eingestampft und Jugendeinrichtungen nicht mehr bezuschusst. Was machen unsere Jugendlichen und Kinder also auf der Strasse?


Eine sehr richtige Feststellung! Die Politik setzt leider viel zu oft an der falschen Stelle an um Probleme zu lösen.

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