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Politik: Deutschland

Gunnar Heinsohn

Warum fällt es deutschen Gutmenschen so schwer, eine einfache Wahrheit zu ertragen?

Prof. em. Dr.phil. Dr.rer.pol. Gunnar Heinsohn
Prof. em. Dr.phil. Dr.rer.pol. Gunnar Heinsohn
Wer die Thesen - um nichts anderes geht es hier - des Bremer Universitäts-Professors (emeritus) Dr. Dr. Gunnar Heinsohn kritisieren möchte, findet bestimmt immer das Material, das er braucht. Das ist ja auch keine Kunst. Man kann bekanntlich jeden angreifen. Vor allem dann, wenn man unsachlich ist. Oder sein will. Oder sein muß... - weil einem die Argumente fehlen. - Die unbändige Aggression und wahnsinnige Beißlust, mit der man sich auf Heinsohn stürzt, nachdem er öffentlich zwei Beiträge in der Debatte um Hartz IV geliefert hat, erinnert an Tollwut; deswegen kann man sich den Kritikern, die in der Sache nichts entgegenzusetzen haben, am besten satirisch nähern.

Die Kritiker, zumeist links und (bzw. oder) sicher gepampert in einer wunderbaren, staatlich zwangsfinanzierten sozialen Hängematte, denken sich das so: Gunnar Heinsohn ist 1943 geboren. Also noch zu Hitlers Zeiten, das spricht doch ganz eindeutig gegen ihn. - Beim Selbstmord der verbrecherischen Nazi-Idioten im Führerbunker in Berlin war der kleine Gunnar anderthalb Jahre alt, das erklärt ja wohl alles. - Und sein Vater war U-Boot-Kommandant (U 238) unter Hitler, wenn das mal kein Zufall ist. - Das Schärfste: zwischen 1976 und 1978 lebte er in Israel. Also, dazu muß man ja wohl gar nichts sagen...

Warum löst Heinsohns wissenschaftlich fundiertes Mitreden in der Hartz-IV-Debatte denn soviel Emotion aus? Ganz einfach: die Wahrheit tut weh. Vor allem denen tut sie weh, die sich nicht mehr so ganz sicher sein können in ihrer sozialen Hängematte. Aber darf ein emeritierter Professor denn solche Äußerungen von sich geben? Aber natürlich, zum einen sind diese völlig nüchtern und äußerst sachlich - was man von den Kritikern Heinsohns nun gar nicht sagen kann - und zum andern wollen wir doch gerade keinen Wissenschaft im elfenbeinernen Turm, sondern die Integration von Forschung und Lehre, von Wirtschaft und Gesellschaft. Heinsohn hat also hier nicht nur Richtiges gesagt, sondern das einzig Richtige getan: Öffentlichkeit hergestellt, die u.a. von Sarrazin angestoßene Debatte wissenschaftlich untermauert.

  • Der Vater: Korvettenkapitän Heinrich Heinsohn
  • Primärliteratur, die man kennen sollte: "Wie man mit viel Geld Armut vermehrt" - Essay auf welt-online.de vom 9. Februar 2010; in diesem Text kommt das Wort "lebensunwert" übrigens nicht vor, lediglich zweimal "lebenslang" als Adjektiv, einmal "Lebenszeit", einmal "Lebensmonat"...
  • Eine Quelle im Original, die man gelesen haben sollte: "Sozialhilfe auf fünf Jahre begrenzen" - Gastbeitrag zu Hartz IV auf faz.net vom 16. März 2010; in diesem Text kommt das Wort "lebensunwert" übrigens nicht vor, nur zweimal das Wort "lebenslang", in Bezug auf Sozialhilfe...
  • Sekundärliteratur, populär formuliert: Nur 5 Jahre Hartz-IV - BILD-Zeitung über Heinsohn
  • Der Gegenschlag von Dr. Rudolf Stumberger: "Das unwerte Hartz IV-Leben" - eine der Quellen, die das Nazi-Wort "unwertes Leben" in die Diskussion bringen, eine reine Projektion also... - Stumberger als Infektionsherd...
  • Die geifernde blutrünstige Meute als Tertiär"literatur": die alltägliche sinnfreie und bildungsferne Hetze gegen Heinsohn auf www.wikio.de/news/

Die linken Gutmenschen giften, Verschwörungstheoretiker stehen Kopf. Alles, was sie sich phantasieren können in ihren abstrusen Theorien zur Beglückung der Menschheit, wird hier in den Aussagen einer Person real... - okay, mit Dr. Thilo Sarrazin und dem Verfasser sind es drei. Es ist kein Wunder, daß Gutmenschen und sonstige flachdenkende Hirne die Aussagen einer Person an der Person selbst festmachen wollen, anstatt in der Sache zu argumentieren und die Aussagen sachlich fundiert zu widerlegen. Da ist das argumentum ad hominem doch immer die gern genommene letzte Ausflucht.

Gdynia Festiwal Polskich Filmow Fabularnych
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Die biografischen Daten jedenfalls lassen Gunnar Heinsohn eher als gebildet, belesen und kompetent erscheinen. Schauen wir einmal genauer hin: er hat an der Freien Universität Berlin von 1964 bis 1970 Soziologie, Psychologie, Geschichte, Ökonomie, Publizistik und Religionswissenschaft studiert. 1971 folgte dann das soziologische Diplom mit der bestmöglichen Note, danach kamen zwei summa cum laude-Promotionen, erst zum zum sozialwissenschaftlichen Dr. phil. (1974) sowie zum ökonomischen Dr. rer. pol. (1982). - Da kann man nicht meckern. Der Mann hat was auf der Pfanne, unbestreitbar. Mit 35 Jahren zweifacher Doktor, da kann mancher Stammtischstratege vor Neid erblassen.

Worum geht es eigentlich bei den Aussagen und Thesen von Gunnar Heinsohn? - Im Prinzip untermauert er als Soziologe die Ansätze Sarrazins, und leider hat er recht! Es geht so nicht mehr weiter. Es kann nicht sein, daß Deutschland ein Magnet ist für bildungsresistente Ausländer, die sich dann hier auch noch überdurchschnittlich reproduzieren. Man muß die genüßlich-asoziale Einwanderung der Dummen und Faulen in das Sozialsicherungssystem des Hartz-IV-Archipels stoppen. Mehr will Heinsohn nicht, mehr sagt er auch nicht.

Das alles ist wohl begründet in seinem Vortrag, dies zeigt er an statistischen Fakten, an soziologischen Daten, an historischen Beispielen, z.B. an den positiven sozialpolitischen Veränderungen in den USA seit dem 1. Januar 1997, also bereits vor 13 über Jahren. Wer die luziden Gedankengänge Heinsohns nachvollziehen will, sollte doch wenigstens die beiden Primärtexte in der FAZ und in der WELT lesen, um wenigstens ansatzweise mitreden zu können.

Sehr zu empfehlen ist auch der gesamte - hier im folgenden nur auszugsweise zitierten - Beitrag von André F. Lichtschlag, der sich kritisch mit dem schlimmsten Hetzer gegen Heinsohn auseinandersetzt:

Willkommen in der Realität

(...) Ein Trick zur weiteren Vertuschung der nun offen liegenden Bilanz des sozialistischen Experiments am lebenden Menschen fällt aber auch Stumberger nicht ein.

So schreibt er verwegen weiter und fragt: "Wovon sollen dann Kinder und Eltern leben" so ganz ohne Sozialhilfe? Er selbst mag sie freiwillig nicht weiter unterstützen und Arbeit als Gegenvorschlag kommt ihm auch nicht in den Sinn. Einer wie Stumberger kennt nur eine Alternative zum Nichtstun auf Kosten der Anderen: die Kriminalität.

(...)

Warum, so muss man fragen, hat sich da jemand mit Rechenfehlern und Volksverhetzung blamiert, wo er besser wie seine politischen Freunde geschwiegen hätte? Der Grund liegt zuweilen nahe: Rudolf Stumberger verdient sein Geld mit dem Schreiben von Hartz-IV-Ratgebern, die von unschuldig Angefixten des Sozialstaats ebenso wie von Abzockern gelesen werden. Stumberger lebt vom Elend der einen und von der kriminellen Energie der anderen.

Auszug aus: Zeitgeistwandel im Feuilleton: Gunnar Heinsohn lässt die Puppen - und Rudolf Stumberger - tanzen von André F. Lichtschlag

Wohlgemerkt: die Quelle der real hier vorliegenden Volksverhetzung ist ein gewisser Rudolf Stumberger, seines Zeichens (laut Selbstbeschreibung per Amazon) Privatgelehrter und Journalist: "Privatdozent Dr. Rudolf Stumberger studierte Soziologie, Publizistik und Volkswirtschaft in München und Frankfurt. Promotion und Habilitation in Soziologie an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt/Main. Diverse Veröffentlichungen zu sozial- und medienwissenschaftlichen Themen. Als Journalist für internationale Tageszeitungen und Magazine mit dem Schwerpunkt Wirtschaft und Soziales tätig". - Dies ist also der Urheber, der die verleumderische Fehlinterpretation in Umlauf gebracht und damit zu verantworten hat:

Womit der Demagoge Stumberger spielt...
Womit der Demagoge Stumberger spielt...
Das unwerte Hartz IV-Leben

Rudolf Stumberger 16.03.2010

"Soziologieprofessor Gunnar Heinsohn will die Unterschicht finanziell austrocknen, weil die zu viele gesellschaftlich wertlose Kinder in die Welt setzt (...)"

Quelle: Telepolis

Rudolf Stumberger weiß, was er hier macht, er ist nicht dumm; wenn er nicht dumm ist, ist er jedoch böswillig. Natürlich war er sich darüber im klaren, daß seine Anspielung im Titel in Deutschland als Nazi-Sprache verstanden werden mußte. Genau das wollte er, und er wollte es mit dem Namen Heinsohns verknüpfen. Ein billiger rhetorischer Trick eines primitiven Demagogen. Die dummen Leser sind drauf reingefallen, also die meisten.

Selbst jemand wie Rudolf Stumberger weiß natürlich, daß die "Euthanasie"morde in der NS-Zeit, auch als Aktion T4 bekannt, nichts zu tun haben mit einer zeitlichen Begrenzung oder Kürzung einer üppigen Sozialhilfe. Und doch tut er, der erfahrene Journalist, genau das: er setzt gleich... - Stumbergers bösartige Verleumdungspropaganda verankert also in den Köpfen seiner einfältigen Leser die kurzschlüssige Assoziation:

  • Abschaffung von Sozialhilfe » Mord
  • Abschaffung von Hartz-IV » T4

Ins gleiche Horn stoßen dann auch die in der Regel eher flachsinnigen Mitläufer, Nachschwätzer und Dummbabbler, wie z.B. ein gewisser "Eifelphilosph", der allerdings nicht einmal weiß, welche juristischen Anforderungen an ein Impressum zu stellen sind:

  • Impressum
  • Verantwortlich für die Inhalte dieses Blogs:
  • Eifelphilosoph, erreichbar unter:
  • philosophischeseelsorge@yahoo.de

Sollten sich in den Kommentaren zu meinen Texten rechtlich bedenkliche Äußerungen befinden, bitte ich um sofortige Benachrichtigung, damit ich diese umgehend entfernen kann.

Da fehlt doch ganz eindeutig die gesetzlich vorgeschriebene ladungsfähige Anschrift, der komplette Vor- und Nachname sowie eine Telefonnummer... - das kann aber teuer werden! - Nun ja, zurück zum Thema, hier noch eine kleine Anthologie zu den Reaktionen auf Gunnar Heinsohn:

Prof. Gunnar Heinsohn
Prof. Gunnar Heinsohn

Einen Aspekt in der Debatte muß man übrigens immer wieder betonen: auch das Hartz-IV-Geld muß erwirtschaftet werden, es wächst nicht an Bäumen und es fällt nicht vom Himmel. Das scheinen die meisten zu vergessen.

Hier, im folgenden, sieht man übrigens Menschen, die das tun - die Hartz-IV-Geschenke bezahlen -, und sie sind mir persönlich generell sympathischer als maulige und nörgelnde, faule und dumme Hartz-IV-Genießer:

Heinsohn (Pressemappe VA)
Heinsohn (Pressemappe VA)

  • Bildnachweis:

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Schlüsselwörter: Gunnar Heinsohn | Gdynia | Województwo Pomorskie | Gdingen | Gotenhafen | 1943 | U-Boot-Kommandant | U 438 | T4 | Fortpflanzungsprämie | Unterschicht | Eifelphilosoph Blog | Hartz-IV-Genießer | Rudolf Stumberger
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Kommentare

286
am 25.03.2010 21:17:40 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Das ist der beste Artikel von allen, die Du hier geschrieben hast. Super, voll auf die Nüsse! Wink
288
am 26.03.2010 01:02:04 (217.168.8.xxx) Link Kommentar melden
Der Artikel ist soweit sehr gut gemacht, nur ein Satz stört mich:
Hier, im folgenden, sieht man übrigens Menschen, die das tun - die Hartz-IV-Geschenke bezahlen -, und sie sind mir persönlich generell sympathischer als maulige und nörgelnde, faule und dumme Hartz-IV-Genießer:

das, wie du weisst, impliziert, dass du H4- Empfänger generell mit den Attributen maulig, nörgeln, faul und dumm assoziierst.
Zur Klarstellung sei aber gesagt, dass diese Attribute eben gerade NICHT auf alle H$ Bezieher zutreffen.
Sehr viele von ihnen versuchen, jede mögliche Arbeit anzunehmen und bemühen sich, ein selbstbestimmtes Leben wiederherzustellen.
Also bitte nicht das gleiche machen, was du bei anderen kritisierst
...in billiger rhetorischer Trick...

zur Sache selbst habe ich auch was anzumerken:
generell frage ich mich, warum man in Deutschland diesen Verfolgungszirkus mit H4 nicht vereinfacht oder abschafft. Darlehen geben, begrenzen, Ende. Wer einwandert ohne seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, muss wieder heimgehen. Wenn ein Deutscher einen Ausländer heiratet, muss er doch auch erstmal nachweisen, dass er seinen gewählten Partner finanzieren kann- mit eigenen Mitteln.
Where is the f*cking problem???Shock
286
am 26.03.2010 07:51:51 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Wer einwandert ohne seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, muss wieder heimgehen.
Endlich mal ein vernünftiger Satz von Dir.
288
am 26.03.2010 08:21:09 (217.168.1.xxx) Link Kommentar melden
by the way: ich bin H4-GEGNER, weil es die Menschen zu Unselbständigkeit und staatsgewollter Abhängigkeit verurteilt. Aber solange es keine Alternativen gibt, müssen wir mit diesem kranken Konstrukt zurechtkommen und uns Gedanken machen, wie man sowohl die Probleme derer, die NICHT sozialschmarotzen, also z.B. Alte, Kranke, Behinderte, arbeitssuchende, arbeits- und fortbildungswillige Arbeitslose etc. gelöst bekommen.
Ich plädiere nur dafür, bevor ein Wowereit 50.000 Euronen Steuergelder mit einem einzigenFlug verballert, dass man davon Kindern der Unterschicht besser Mittagstisch zur Verfügeng stellt.
http://www.nachri...d_2523793/
Auf der einen Seite das Geld aus dem Fenster werfen und auf der anderen über H4 rumjammern das ist irgendwie ein Widerspruch, den ich nicht gelöst bekomme.
Irgendwie genauso geschmacklos wie seine Klamotten...Grin
286
am 26.03.2010 19:32:00 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Heinsohn, Sarrazin... Smile

Deutschland begreift allmählich, worin sein Problem besteht: unkontrollierter Zuzug von minderbegabten Menschen, die sich ausruhen wollen auf Hartz IV...
288
am 27.03.2010 01:14:48 (217.168.1.xxx) Link Kommentar melden
...es gibt mittlerweile in ehemals grenznahen Städten Deutschlands gewerbsmässige Vermietbetrüger, wo sich ganze Horden von polnischen Leuten(hab da nur über polnische Landsmänner den Bericht gesehen, will aber nicht ausschliessen, dass es sowas auch mit Tschechen oder Ösis oder anderen gibt) anmelden (Wohnsitznahme in D.) die jedoch gar nicht in diesen Wohnungen leben und stattdessen in Polen zusätzlich arbeiten. Hartz4 machts möglich.
286
am 27.03.2010 10:19:59 (217.92.25.xxx) Link Kommentar melden
Ja, Hartz IV zieht Betrüger an. Deswegen sollte man H4 nur an Deutsche bezahlen und zeitlich begrenzen.
286
am 27.03.2010 10:32:13 (217.92.25.xxx) Link Kommentar melden
Where is the f*cking problem???
Inzwischen hast Du es doch selbst beschrieben.
366
am 28.03.2010 12:31:44 (84.137.97.xxx) Link Kommentar melden
Ein Staat kann Sozialleistungen begrenzen; allerdings stellt sich mindestens für mich die spannende Frage, wie 8 Millionen Arbeitssuchende und 500.000 (zumeist doppelt und verzögert aus den Datenpool gelöschte) gemeldete, offene Stellen (keineswegs nur BA-Pool) zusammengehen sollen?

Wenn man sich diese Frage stellt, muss man unweigerlich überlegen, ob angesichts der "überbleibenden" mindestens 7 Millionen Menschen, die keineswegs schon immer in Sozialleistungen "faul ausharrten" oder etwa chronisch ungebildet sind, der Mittelstand in Persona der Frauen, längerfristige Elternzeiten, ja überhaupt das Risiko des berufs- und karrierehemmenden Nachwuchses eingehen kann?

Die meisten Damen verkneifen sich Familie bzw. schieben die Planung derselben bis kurz vor die Menopause. Durchschnittlich 1,38 Kinder pro Frau - das ist derzeit Fakt (Kinder von Ausländern eingerechnet). Definitiv zu wenig Nachwuchs für eine alternde Gesellschaft.

Bleiben nur wenige Oberschichtmitglieder für die Erhaltung einer intakten Gesellschaft (ausreichend Kinder, die das System irgendwann stützen und finanzieren) und auch hier, nicht jeder ist mit den Möglichkeiten einer Frau von der Leyen ausgestattet bzw. wählt diesen Weg für sich. Aber selbst, wenn sie wollten, würden sie die Quote nicht anheben können.

Fassen wir also zusammen.... die Reichen sind lieber 3x jährlich auf Bali, den Malediven oder zum Shoppen in Paris, der Mittelstand hat zu viel Angst in Hartz IV abzuschmieren (berechtigt) und die Armen werden demnächst über Befristungen an der Familienplanung gehindert, dabei haben sie beruflich das geringste Risiko.

Aber klar - wer "arm und dumm" unqualifiziert gleichsetzt, hat am Ende recht - auf jeden Fall trifft er den allgemeinen Mainstream - über die Ursachen, warum wir z.B. nie wieder Vollbeschäftigung in der BRD haben werden, muss man sich dann keine weitergehenden Gedanken machen. Ja ja... Wahrheit tut manchmal weh.

Ob Herr Heinsohn sich nun in der Wortwahl verstiegen hat oder auch nicht, ist angesichts der Brisanz dessen, was er auch wohlformuliert von sich gibt, im Prinzip nicht mehr wichtig.

Das solche Aussagen in irgendwelche politischen Ecken gedrückt werden, gehört zum Kalkül. Letztlich ist es viel einfacher - man streicht den Betroffenen die Leistungen und wartet einfach ab, bis sich das Problem von allein löst - und zwischenzeitlich - alles Gute kommt aus Bremen -, startet wie zufällig eine Bundestagsinitiative, Verhütungsmittel kostenfrei und zusätzlich zur Leistung an ALG II-Bezieher auszugeben.

Gleichzeitig urteilt das Bundessozialgericht, das 20,60 Euro im Monat für Kinderbekleidung auszureichen haben.
Im Gesamtkontext bleit ein Fazit - eine Gesellschaft muss sich an der Einstellung zu ihren Kindern messen lassen können - denn sie sind die Zukunftsträger, schließlich riestert sich in einer künftig überboardenden Rentnergeneration nicht jeder aus der gesetzlichen Rente erfolgreich heraus...

Leidige Rechts-Links-Diskussionen sind also nicht eigentliches Thema, sondern lediglich Teil einer gut angelegten Ablenkung... und das ist auch das neue Gewand für alte Besen - es wäre naiv zu erwarten, dass sich Geschichte 1zu1 wiederholt.

Ob der Mittelstand respektive die auch Einkommensteuer zahlenden Noch-Arbeitnehmer darauf langfristig hereinfallen, bleibt abzuwarten - aber mich dünkt, dass auch sie irgendwann erkennen müssen, dass nicht 22 Milliarden für ALG II-Bezieher jährlich das Problem darstellen, sondern die vierfache Summe dessen allein für Zinsen für irgendwelche Hypotheken/Heuschreckenblasen.

Wenn es so weit ist, treffen wir uns alle in Berlin - die vermeintliche Unterschicht als Stützer der letzten Binnenmarktstruktur, die mittelständischen Schichten als Finanzierer der Exportleistungen... und ich glaube, wenn es so weit kommt, wird es lustig.
357
am 28.03.2010 17:08:22 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
Es sind nicht alle Kritiker Heinsohns links oder dumm (oder beides), einen Artikel fand ich bedenkenswert:

Wolfgang Lieb, NachDenkSeiten

http://www.nachde...de/?p=4936
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