Sport: Kampfsportarten

Koreanischer Kampfsport - Taekwon-Do

Eine kleine Einführung in die Entstehung dieses Sports.
22.03.2010 07:41:59 eingesandt von Alexander Knoerr für OnlineZeitung 24.de

Taekwon-Do ist eine koreanische Kampfsportart und hat eine rund 1800 Jahre alte Tradition. Am Anfang stand eine einfache Kampftechnik, "Subak", in der vorwiegend Handtechniken angewendet wurden. Die alten Koreaner betrieben Subak auch als Turnierkampf.

Etwa 300 bis 400 Jahre später kam als zweite Kampfart Koreas das "Taekyon" hinzu, bei der die Beintechniken dominierten. Dieser Name blieb, als sich beide Kampfarten schließlich zu einem System vermischt hatten.

Während der dann folgenden Jahrhunderte erlebte Taekyon Höhen und Tiefen. In verschiedenen Provinzen Koreas wurde es stark mit chinesischen Kampftechniken durchsetzt, woraus Namen wie "Kung-Su", "Tae-Soo-Do" usw. resultierten. Taekyon wurde in manchen Gebieten dank einiger alter Meister überliefert, in anderen Gegenden fiel es schließlich der Vergessenheit anheim. Taekyon ist so alt wie die Geschichte des "Hwarang-Do"; seine primitiven Anfänge reichen 1300 Jahre zurück bis in die Sylla-Dynastie. Sylla war das kleinste jeder drei Königreiche, in die Korea damals geteilt war, und lebte in ständiger Furcht, entweder aus dem Norden vom Königreich "Kogoryo" oder aus dem Westen von "Baekchae" überfallen und besetzt zu werden. Etwa um 500 n. Chr. wurden die Übergriffe seitens Koguryo unterträglich. Syllas König Chin-Hung, der bereits seit 37 Jahren regierte, rief die Jugend auf, das Vaterland zu verteidigen; es wurde eine straffe Organisation, "Hwarang-Do", gebildet, um die nationale Krise zu beenden.

Hwarang-Do respektierte die Monarchie, förderte und übte die Kriegskünste, aber auch Literatur, Musik und Moral; man pilgerte zu berühmten Bergen und Flüssen, um dort das körperliche und geistige Training zu vervollkommnen. Dem Hwarang-Do-General Kim Yu Sin gelang es um 668 n. Chr. schließlich, die drei Königreiche zu vereinigen.

In der folgenden Dynastie "Yi" erreichte Taekyon seinen Höhepunkt, um in den dann folgenden Jahrhunderten immer mehr abzuflachen und schließlich nur noch von Veteranen aufrechterhalten zu werden. Nach der Besetzung durch Japan wurde das Taekyon-System nochmals vermischt durch Karate.

Der Name Taekwon-Do wurde erst 1955 durch die höchsten Dan-Träger Koreas geprägt. "Tae" heißt soviel wie Springen, Stoßen, Schlagen mit den Füßen "Kwon" (wörtlich Faust) bezeichnet die Handtechniken und "Do" bedeutet Art und geistigen Gehalt dieser Sportart. Der Name resultiert aus folgender Überlegung der Dan-Träger (der Dan ist der höchste Gürtelgrad = schwarzgurt und wird dann vom 1. Dan aufwärts verliehen)

Da in dieser Sportart Hände und Füße als Waffen eingesetzt werden, sollte dies aus dem Namen sofort zu erkennen sein; gleichzeitig sollte der Name auch zeigen, dass Taekwon-Do nicht nur eine körperliche Disziplin ist. Große Verdienste erwarb sich General a. D. Choi Hong-Hi bei der Systematisierung und Verbreitung des Ohdokwan-Taekwon-Do. Er führte es als einer der Ersten in die koreanische Armee ein und zeichnet sich auch für den Namen Taekwon-Do verantwortlich. Daher wird er von seinen Anhängern noch heute als der "Vater" des Taekwon-Do bezeichnet. Seinen Richtungsanhängern, allen voran Kwon Jae-Hwa und Kim Kwang-Il, verdankt die Bundesrepublik Deutschland die starke Verbreitung des Taekwon-Do in den ersten sieben Jahren seit seinen Anfängen 1965.

Der rasante Kampfsport gewann rasch Anhänger und so konnten die ersten Deutschen Meisterschaften bereits 1968 durchgeführt werden. Zwei Jahre Organisationsarbeit waren erforderlich, um Taekwon-Do in DJB zu festigen. Die Richtlinien mussten für europäische Verhältnisse erarbeitet werden. Die ersten Weltmeisterschaften im Taekwon-Do fanden 1973 in Seoul statt (Korea). Die deutsche Mannschaft belegte den 5. Platz. Bei diesem Anlass wurde die Welt Taekwon-Do Förderation (WTF) unter Mitwirkung der Bundesrepublik Deutschland gegründet. Seit 1975 werden auch nationale und internationale Damenmeisterschaften durchgeführt und ab 1983 sogar Weltmeisterschaften der Damen. Auf dem Dan-Tag von 1977 wurde beschlossen, alle vorhandenen Taekwon-Do-Richtungen anzuerkennen. 1981 löste sich unter der Führung von Heinz Marx, dem Sektionsvorsitzenden, die Taekwon-Do Sektion aus dem DJB und gründete die Deutsche Taekwon-Do Union (DTU). Im Dezember 1982 wurde die DTU in den Deutschen Sportbund aufgenommen.

Prinzipien

Wer Taekwon-Do erlernen will, hat meistens zunächst den Gedanken, schnell ein paar Tricks zu lernen, wie man am besten "jemanden umhaut". Auch ich war am Anfang nicht frei davon. Nach dem ersten Training meint man, dann buchstäblich nichts gelernt zu haben; denn anfangs muss man unverständlich scheinende, zum Teil schmerzhafte und langweilige Stellungen lernen. So wird der Schüler aber sofort mit einem wichtigen Teil des "Do" konfrontiert. Nämlich Ausdauer! Vier von fünf Anfängern scheitern bereits an dieser ersten Hürde.

Wer trotz anfänglicher Enttäuschung weiter trainiert, bekommt bald kräftigere Muskeln; seine Reaktionsfähigkeit steigert sich, er wirkt lockerer als vorher und wird körperlich gewandter. Neben solchen Vorteilen beginnt - für den Schüler meist unmerklich - ein positiver geistiger Umwandlungsprozess. Das Selbstvertrauen wächst. Das Benehmen ändert sich. Der Schüler wird zunehmend höflicher und bescheidener. Er übt Selbstkritik.

Das sind die erklärten Ziele des Taekwon-Do, die aber nur erreichen kann, wer sich in diesen Dingen übt, und zwar bereits im Training. Taekwon-Do will körperlich und geistig rege, faire Menschen heranbilden.

Taekwon-Do wird somit auch bei der Deutschen Polizei und der Bundeswehr gelehrt!

Ihr Kind wird es zu einem angenehmen und aufgeschlossenen, selbstsicheren Menschen heranbilden!