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Kampfhundelisten: Medienhysterie oder echte Problemlösung?

oder: was nutzen die Kampfhundeverordnungen wirklich?

American Stafford-Quelle:privat
American Stafford-Quelle:privat
Wer kennt sie nicht, die bluttriefenden Berichte der Boulevardpresse, wenn mal wieder über einen sogenannten "Kampfhund" berichtet wird, der ein Kind angefallen, ein Schoßhündchen verletzt hat.

Wer wäre nicht entrüstet, wenn er den Schmerz der Eltern nachvollziehen muss, dass ihr Kind nach solch einem Angriff vielleicht für immer entstellt, behindert und traumatisiert bleiben wird?

Leider ist das meiste dieser Berichte nichts mehr als das Zusammenfügen von unzusammenhängenden Sachverhalten und das Ergebnis menschlichen Fehlverhaltens.

Die Politiker haben 2002 mit der Kampfhundeverordnung reagiert, und, genau wie bei http://www.umwelt...-1-88.html eine medienwirksame Show von völlig unsinnigen Verordnungen und Aktionen geschaffen.

Solange Hundeverordnungen von der Gefährlichkeit bestimmter Rassen ausgehen, verfehlen sie den Kern der Sache. Sie suggerieren, dass die Verringerung des Bestandes oder Ausrottung bestimmter Hunderassen die Gefährdung der Bürger durch Hunde wesentlich verringern würde.Es gibt aber keine gefährlichen Hunderassen, und umgekehrt - es kann bei jeder Hunderasse gefährliche Vertreter geben. Und jeder gefährliche Hund ist Produkt eines unwissenden oder gefährlichen Halters. Wenn man hier weiteres gesetzgeberisches Handeln überhaupt für notwendig hält, muss es am oberen Ende der Leine ansetzen.

http://www.tiersc...fhund.html

http://www.tiersc...g_hvo.html

...zum 19. April 2002 bin ich zu einer oeffentlichen Anhoerung vor den Ausschuss fuer Ernaehrung, Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz des Landtages Nordrhein-Westfalen geladen und gleichzeitig um die Abgabe einer Stellungnahme zum Entwurf eines Hundegesetzes fuer das Land Nordrhein-Westlaen gebeten worden. An der Anhoerung kann ich leider aus terminlichen Gruenden nicht teilnehmen. Eine detaillierte Stellungnahme ist von mir ebenfalls nicht zu erwarten und zwar aus zwei Gruenden:

1. Das Gesamtkonzept, das diesem Gesetzentwurf zu grunde liegt, halte ich fuer so grundlegend falsch, dass ich es bei dieser Aussage belassen moechte. Es macht wenig Sinn, den verzweifelten Versuch zu unternehmen, hier und da ein wenig nachbessern zu wollen, wenn die Grundaussage nicht stimmt, dass sich naemlich die Gefaehrlichkeit eines Hundes aus seiner Rassezugehoerigkeit bzw. aus seinem Koerpergewicht oder seiner Widerristhoehe ergibt. Ich moechte dies nicht ein weiteres Mal detailliert darstellen, lege aber diesem Schreiben eine meiner zahlreichen Veroeffentlichungen zu diesem Thema bei....

Das, was wir tun, ist zwar wirkungslos, aber wir sorgen mit der notwendigen Stimmungsmache dafür, dass das keiner merkt...- clever, das muss man ihnen lassen

Es soll am Beispiel eines Berichtes der Magdeburger Volksstimme vom 17. Januar 2003 demonstriert werden. Nachdem hier über W.Marchewka berichtet wird, der einen American Staffordshire Terrier als Schulhund ausgebildet hat, mit dem er in Schulen Kindern zeigt, wie man mit Hunden richtig umgeht, kommt folgende Stellungnahme von Matthias Schuppe, Sprecher des Innenministeriums des Landes Sachsen-Anhalt:

"Es ist nicht erfunden, dass verängstigte Mütter ihre Kinder nehmen und auf die andere Straßenseite rennen, wenn ihnen ein Kampfhund entgegenkommt." Und dass solche Tiere nichts bei öffentlichen Veranstaltungen, auf Spiel- und Sportplätzen zu suchen hätten, wolle doch niemand ernsthaft bestreiten.

Was geschieht hier? Der Gedankengang ist folgender: "Kampfhunde sind gefährlich, DESHALB flüchten zu Recht besorgte Mütter angstvoll mit ihren Kindern auf die andere Straßenseite, DESHALB muss man verhindern, dass Kampfhunde in die Nähe von öffentlichen Veranstaltungen, Spiel- und Sportplätzen gelangen - und DESHALB brauchen wir ein Gesetz, das das verhindert. Dass das dem vorhergegangenen Bericht diametral entgegensteht, scheint überhaupt nicht zu stören. Auffallend ist insgesamt die irrationale Resistenz der Befürworter von Kampfhundegesetzen gegen Argumente und Tatsachen.In den USA werden American Staffordshire Terrier besonders gern als Therapiehunde ausgebildet (das müssen Hunde sein, deren Aggressionsschwelle zuverlässig so hoch liegt, dass sie auch auf unerwartetes und bedrohlich wirkendes Verhalten beispielsweise geistig Behinderter friedlich reagieren), und der Staffordshire Bullterrier heißt in England "nurse dog", was man als "Kindermädchen auf vier Pfoten" übersetzen kann.

In Wirklichkeit ist die oben beschworene hysterische Reaktion einer Mutter unverantwortlich: sie verunsichert sowohl den Hund, der den Eindruck bekommt, dass mit Kindern irgendetwas nicht in Ordnung sein muss, als auch das Kind, das sie zu unvernünfigen panischen Reaktionen gegenüber Hunden erzieht und tut damit alles, was in in ihrer Macht steht, um einen Beißvorfall zu provozieren. Dieses unvernünftige Verhalten wird dann außerhalb aller Logik als Beweis der Gefährlichkeit von Kampfhunden (besonders gegenüber Kindern...) herangezogen.http://www.tiersc...fhund.html

Eine dieser medienwirksamen Showmassnahmen war, wie gesagt, die Kampfhundeliste, auf der sich die eher selten anzutreffenden Rassen wie American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und der Bullterrier wiederfinden. Gemeinsam sei diesen Rassen eine angezüchtete, genetische erhöhte Aggressivität. Dass diese Aussage in der beabsichtigten Wirkung nicht zutreffend ist, belegt die Gegendarstellung von Frau Univ. Prof. Dr. Irene Stur vom Institut für Tierzucht und Genetik der Veterinärmedizinischen Universität in Wien. Sie antwortete in ihrer Stellungnahme zu Fragen zum Thema der besonderen Gefährlichkeit von Hunden auf Grund der Zugehörigkeit zu bestimmten Rassen:

Aus der Sicht aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse muss man davon ausgehen, dass hypertrophes Aggressionsverhalten in erster Linie ein umweltbedingtes Problem im Sinne einer problematischen Hund-Halter-Beziehung ist (siehe auch den Ihnen zur Verfügung gestellten Text "Zur Frage der besonderen Gefährlichkeit von Hunden auf Grund der Zugehörigkeit zu bestimmten Rassen"). In Einzelfällen kann auf der Basis vererbter Ethopathien hypertrophes Aggressionsverhalten auch ein genetisches Problem darstellen, das aber nicht auf bestimmte Rassen beschränkt ist, sondern sporadisch in jeder Rasse auftreten kann.

Kampfschmuser im Einsatz - Quelle: privat
Kampfschmuser im Einsatz - Quelle: privat

Die kritisierten Rassen werden jedoch schon seit mehr als 70 Jahren nach FCI-Standard gezüchtet. Eigenschaften wie z. B. Aggression gegen Artgenossen und Siegpotential sind seitdem keine Zuchtkriterien mehr. Im Gegenteil, übermäßige Aggression führt u. a. zum Zuchtausschluß. Gibt es daher wirklich einen Zusammenhang, den besagten Hunderassen heute eine besondere bzw. gesteigerte Gefährlichkeit zu attestieren?

Grundsätzlich ist bei der Tierart Hund davon auszugehen, dass Aggression als arttypischer Wesenszug in allen Rassen genetisch verankert ist, da sowohl im Rahmen der Evolution als auch im Rahmen der Domestikation dieses Merkmal einem hohen Selektionsdruck ausgesetzt war. Aber auch bei genetisch konsolidierten Merkmalen liegt üblicherweise eine mehr oder weniger große genetische Varianz vor, die es zulässt durch Selektion eine Rasse in die eine oder andere Richtung zu verändern. Man kann daher, ausreichende Heritabilität vorausgesetzt, durchaus durch Selektion das durchschnittliche Aggressionsniveau einer Rasse in einem gewissen Ausmaß steigern oder senken.

In diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass die Beobachtung, dass durch Selektion Aggressivität innerhalb einer Rasse gesteigert werden kann, nicht notwendigerweise als Beweis für eine hohe Heritabilität zu interpretieren ist. Hier muß bedacht werden, dass Züchter, die aggressive Hunde züchten wollen, ihre Welpen sicher von Beginn an anders behandeln werden und wohl auch in andere Hände abgeben werden, als Züchter, die Familienhunde züchten wollen. Auf erhöhte Aggressivität gezüchtete Hunde sind daher wohl in den meisten Fällen, vom Beginn ihres Lebens an aggressionsfördernden Umwelteinflüssen ausgesetzt, was dann fälschlicherweise den Eindruck einer genetisch bedingten erhöhten Aggressivität erwecken kann.

Lediglich die Tierheime platzen aus allen Nähten, landauf, landab findet man aus Familien herausgenommene "Kampfhunde" und das, was dafür gehalten werden kann, abgegebene Hunde, die wegen der höheren Hundesteuer nicht mehr gehalten werden dürfen. Die Missbilligung, um nicht zu sagen das allgemeine Mobbing für Rassevertreter dieser Arten ist ebenfalls ein Thema, denn wie soll ein Hund gut sozialisiert werden, wenn er permanent mit Maulkorb und Leine geführt werden muss. Mancher Tierhalter führt nun aus Angst vor Repressalien seinen Vierbeiner nur noch nachts auf die Strassen.

Wenn charakterlose und verantwortungslose Halter Hunde misshandeln, sie durch fehlerhafte Erziehung falsch konditionieren, dann ist der Stammbaum, wie die Beisstatistiken verraten, nämlich völlig unwichtig.

Wenn die Halter mehr unter die Lupe genommen würden, wenn ihnen der Besuch einer Trainingsstätte auferlegt würde, dann gäbe es sicherlich mehr Sicherheit als pauschal eine ganze Rasse zu diabolisieren. Und diesen Kenntnisnachweis sollten ALLE Hundehalter einschliesslich der Mitbewohner eines Hauses zu erbringen haben.

Tierisch guter Babysitter - Quelle: privat
Tierisch guter Babysitter - Quelle: privat
Gerade Menschen mit Kindern sollten überhaupt in der Lage sein, einem Kind verantwortungsbewussten Umgang mit dem Tier beizubringen, denn ein Familienvater, der einen Hund per Fusstritt aus der Tür befördert ist sicherlich das falsche Beispiel für ein Kind.

Auch die fehlerhafte Haltung als Gebrauchshund, z.B. auf Gehöften, bei denen der Hund kaum eine andere Funktion hat als als "lebendige Alarmanlage" und Abschreckungsmethode zu dienen, führt zu Wesensschwächen und ungewünschter Aggression. All das aber ist nicht Schuld der Tiere, sondern der Halter. Es geht also nicht darum, gefährliche Tiere von jedermann halten zu lassen, sondern es geht um echte Prävention, und die ist nicht gegeben, wenn man sich ein paar Rassen, die zahlenmässig weit unter dem deutschen Schäferhund rangieren, zu Sündenböcken deklariert, während die tatsächlich gefährlichen Hunde weiter frei und ohne jede Legitimation durch den Halter gehalten werden dürfen. So z.B. ist der Leinenzwang eine durchaus widersprüchlich zu wertende Massnahme, wie Fra. Prof.Dr. Irene Stur ausführt:

Dazu kommt noch, dass die besondere Gefährlichkeit eines einzelnen Hundes nur zu einem geringen Teil mit seinem genetisch bedingten Aggressionsniveau zusammenhängt. So kommt der Art der Aggression (Dominanzaggression, Territoriale Aggression, Beuteaggression, Verteidigungsaggression ) und der Höhe der Reizschwelle abgesehen von den zahlreichen Umwelteinflüssen, die das Verhalten des Hundes beeinflussen, ebenso eine große Bedeutung zu, wobei insbesondere die Reizschwelle zwar auch eine genetische Grundlage hat aber in wesentlich höherem Ausmaß von den Umweltbedingungen abhängt unter denen der Hund gehalten wird. So kann die Reizschwelle z.B. durch Bewegungsmangel drastisch sinken, was insbesondere den im Rahmen der Gefahrenabwehr verordneten Leinenzwang als äußerst problematische Maßnahme erscheinen lässt, da bei Hunden, denen die Möglichkeit fehlt ihr genetisch bedingtes Bewegungsbedürfnis auszuleben, die Reizschwelle zwangsläufig sinkt und sie dadurch de facto gefährlicher werden.
http://www.sos-ha.../Gut_8.htm

YouTube Video

Welche Personen sind mit einem Hund wie dem Stafford oder ähnlichen Rassen überfordert? Generell gilt, dass man für die Ausbildung und Erziehung eines Hundes Konsequenz und Zeit benötigt. Berufstätige, die sich mit dem Hund nur stundenweise beschäftigen und ihn unbeaufsichtigt allein lassen müssen, sollten sich keinen derartigen (und wohl auch keinen anderen!) Hund anschaffen. Man sollte bereits über Hundeerfahrung verfügen, um negative Anlagen frühzeitig erkennen und durch entsprechende Erziehung gegensteuern zu können. Auch wenn man körperlich nicht hundertrprozentig fit ist, ist aufgrund des Bewegungsdranges und der damit verbundenen Kraft und Ausdauer nicht gewährleistet, dass der Hund eine adäquate Beschäftigung erhält, was wiederum Unarten und unerwünschtes Verhalten fördern kann.

Der AmStaff ist sicher kein Hund für Anfänger. Dies resultiert auch aus seiner Vergangenheit. Gezüchtet, um im Ring allein zu bestehen, besitzt er eine starke Veranlagung zum eigenständigen Handeln.

Um einen AmStaff zu erziehen braucht man mehr Ausdauer, Geduld, Einfühlungsvermögen und Konsequenz als bei den meisten anderen Hunderassen. Mit zuviel Druck erreicht man beim AmStaff eher das Gegenteil....Sie sind gleichzeitg sensibel und sanft, von auffallender Fröhlichkeit,

gefährlicher Staffmix-da kann ich nur lachen!
gefährlicher Staffmix-da kann ich nur lachen!
unglaublich liebevoll zu Kindern, äußerst verspielt und absolut zuverlässig. Sie strotzen vor Aktivität und Lebensfreude und zeigen in ihren Reaktionen eine beachtliche Intelligenz.http://www.am-sta...eite5.html

Wer nicht vorhat, mit dem Hund sportlich aktiv zu sein, sollte sein Augenmerk eher auf ruhigere Vertreter der Gattung Hund richten, also z.B. Malteser, Shi Tzu, Bassets. Interessantes Detail auch, wie es zur Namensgebung des American Stafford bzw. dem American Pitbull kam:

n der weiteren Folge begannen Züchter damit, von der Ausrichtung der Rasse auf Hundekämpfe abzukommen und den American Staffordshire Terrier für Ausstellungen interessant zu machen. 1936 wurde der Rassestandard des American Staffordshire Terrier vom American Kennel Club (AKC) offiziell anerkannt. In der Folgezeit ergab sich dort ein Streit um die richtige Rassenbezeichnung, da auch der Name Yankee Terrieer damals für diese Hunderasse recht weit verbreitet war. Das Wort Pit wurde - laut Todd Fenstermacher möglicherweise aus politischer Korrektheit (Hundekämpfe waren offiziell ja verboten) - fallengelassen, der Namensteil Staffordshire jedoch als eine Rückerinnerung an die vergangenen Tage der Tierkämpfe in England beibehalten,

So kam es dann zur Spaltung der Rasse in American Pit Bull Terrier und American Staffordshire Terrier, weil der AKC Hundekämpfe nicht tolerierte und somit die American Pit Bull Terrier weiterhin beim UKC blieben.

http://de.wikiped...re_Terrier

Dass die Unterscheidung des seit nunmehr 70 Jahren auf Schönheit und Rassestandard gezüchteten American Stafford und dem weithin als "Pitbull" bezeichneten Hund für den Laien und die Boulevardpresse schwierig bis gar unmöglich ist, liegt dabei auf der Hand.

Kampfhunde werden überwiegend von Zuhältern, Kriminellen und Menschen mit mangelndem Selbstbewusstsein gehalten.

Mit diesem Vorurteil wird dem Schmuddelhund der Schmuddelmensch zugeordnet. Der Staffordshire Bullterrier ist in England einer der beliebtesten Familienhunde, und American Stafforshire Terrier und Pitbulls werden in den USA gern als Farmhunde gehalten. Bevor das Interesse der Öffentlichkeit auf die Kampfhunderassen gelenkt wurde, waren sie in Deutschland weitgehend unbekannt und wurden nur von wenigen Liebhabern gezüchtet. Erst ihr Ruf als schmerzunempfindliche aggressive Kampfmaschinen machte sie für Menschen am Rande und jenseits der Grenze zur Kriminalität interessant. Und schlechter Umgang verdirbt den Hund.http://www.tiersc...fhund.html

Bleibt die Frage, die im Titel gestellt wurde: ist die Lösung von Hundeproblemen durch die derzeit bestehenden Verordnungen zu erwarten, oder verlagern sich die Probleme nur? Denn was kommt, wenn es einmal keine Amstaffs und Co mehr zu verdammen gibt? Setzen die Politiker dann auch den deutschen Schäferhund auf die Abschussliste? Und was kommt dann, danach? Dann werden vielleicht auch Boxer, Schnauzer und danach alle Terrierarten, die sich durch ein entsprechendes Temperament auszeichnen, zu den gefährlichen Rassen gezählt. Das kann und wird nicht die Lösung dieses Problems sein, denn der verantwortungslose Halter, der heute einen Stafford scharf macht, wird sich, wenn diese Rasse nicht mehr verfügbar ist, eben einen Weimaraner, eine Bulldogge oder auch einen anderenTerrier holen, und damit sind wir dem Kern des Problems ein gutes Stück näher gekommen... Was benötigt würde, sind fähige Politiker, die sich mit dem Problem auseinandersetzen und echte Lösungen wie den Hundeführerschein für alle einführen, die nicht nur medienwirksamen Populismus und Hunderassismus betreiben, sondern mit Sachverstand an die Ursachen herangehen. Alles andere ist Betrug am Volk.

Anm.: die Autorin hat selbst berufsbedingt über 20 Jahre mit Hunden, die heute in Kampfhundelisten verzeichnet sind, gearbeitet und kennt daher die beschriebenen Rassen sowie Rassen wie dt. Schäferhund, Rottweiler, Dobermann, Rhodesian Ridgeback, Weimaraner, Staffordshire Bullterrier u.v.m. Durch jahrelange Zusammenarbeit mit diversen Tierschutzorganisationen ist ihr die Unsinnigkeit der derzeitigen Verordnungen aus erster Hand bekannt; Sie verkennt nicht, dass es gefährliche Hunde gibt; diese allerdings mittels Bewertung des Grössenwachstums und angeblicher genetischer Disposition festzulegen wird von ihr als wissenschaftlich unhaltbar kritisiert.

Bildmaterial: privat (mit Genehmigung)

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Schlüsselwörter: Amstaff | Staffbull | Kampfhundeverordnung | Listenhunde | Pitbull
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Kommentare

334
am 18.03.2010 18:21:16 (80.187.107.xxx) Link Kommentar melden
Richtig, Dackel, die, wegen ihres Rückens nicht einmal eine Treppe rauflaufen sollen, springen den Leuten an die Kehlen.
334
am 18.03.2010 18:27:18 (80.187.107.xxx) Link Kommentar melden
Ich dachte, dass Dackel an den Hals springen. Das war wohl ein faules ExemplarShock
334
am 18.03.2010 19:53:24 (80.187.107.xxx) Link Kommentar melden
Nein, ich war mit 1,83 zu groß für ihn...

Hättest dich ja bücken können.Wink

Richtig ist aber, dass Hunde eine Aufgabe brauchen und nicht in einer Mietskaserne dahindämmern dürfen.
334
am 18.03.2010 20:13:45 (80.187.107.xxx) Link Kommentar melden
Jeder HUnd beißt wohl irgendwann mal zu, aber hier vereinzelte Beispiele herauszuziehen ist nicht sinnvoll., insbesondere dann nicht, wenn man nicht dabei war und die Hintergründe nicht kennt. Bernhardiner als beißwütig hinzustellen, ist wohl realitätsfremd. ZUmindest sollte man bei solchen Behauptungen auch vortragen, was der Anlass war. Am besten gefällt mir an Bernhardinern das umgehängte Whiskyfässchen. Nur ist mir so einer noch nie begegnet.
So sehen die Fässchen aus:
http://www.deine-...a71604000/
334
am 18.03.2010 21:06:29 (80.187.107.xxx) Link Kommentar melden
Das alte Lied: Beispiele sind keine Beweise! Frown
Zumindest kann man an vereinzelten Beispielen nicht auf die Charktereigenschaften einer ganzen Hunderasse schließen.
Selbst Elefanten töteten schon Menschen. Sind das jetzt auch Killer?
288
am 18.03.2010 22:16:55 (95.169.235.xxx) Link Kommentar melden
Zumindest kann man an vereinzelten Beispielen nicht auf die Charktereigenschaften einer ganzen Hunderasse schließen.

somit wären wir da angelangt, wo ichhinwollte.
Genau dieses Argument, dass wegen ein paar einzelnen Fällen, wo es wrklich - und der Grund liegt meist bei einem menschlichen Fehlverhalten - zu einem Biss oder gar zu einem tödlichen Unfall kommt, kann nicht auf die GESAMTHEIT der Rasse American Stafford oder Staffbull übertragen werden.
Insofern ist oben genannter Satz auf alle Hunderassen anzuwenden, und eben nicht nur auf Bernhardiner oder Dackel.
Genau das ist der Hintergrund meines Artikels.
334
am 18.03.2010 22:45:44 (80.187.107.xxx) Link Kommentar melden
Insofern ist oben genannter Satz auf alle Hunderassen anzuwenden, und eben nicht nur auf Bernhardiner oder Dackel.
Genau das ist der Hintergrund meines Artikels.

Der satz ist nicht korrekt, denn Bernhardiner sind ausgesprochen friedliche Hunde und Zwischenfälle die Ausnahme, während sich bei DackelnShock und Kampfhunden die Anzahl der Angriffe erhöht.
288
am 18.03.2010 23:12:55 (95.169.235.xxx) Link Kommentar melden
Bernhardiner sind ausgesprochen friedliche Hunde

Gewissen, du bist genial!!!
Wenn ich einen Stichwortgeber anstellen könnte, dann DICH!*Küsschenwerf*
aus Wikipedia:

Der Bernhardiner ist auch ein Beispiel, wie Zucht in die falsche Richtung führt: Der Bernhardiner ist nicht mehr zu den Leistungen fähig, wie der Ur-Bernhardiner. Als Rettungshund ist er seit Jahrzehnten ungeeignet. Einhergehend mit dem Zuchtziel Größe und Masse und anderen züchterischen Übertreibungen können heutzutage gesundheitliche Probleme auftreten. So kann er nicht mehr als Gebrauchshund geführt werden. Manche Wissenschaftler sehen bereits Anzeichen von Qualzucht in einigen Zuchtlinien.


und für Chaim:
Viele der mythischen Geschichten um den Hund sind denn auch frei erfunden, wurden aber so oft weitererzählt und umgeschrieben, dass es schwierig ist, Wahrheit von Legende zu trennen. Dazu zählt auch das berühmte Schnapsfässchen, dass die Hunde auf jeder Abbildung um den Hals tragen,


Der Bernhardiner erreicht eine Widerristhöhe von bis zu 91 cm und wird in der Regel bis zu 90 kg schwer.Der Bernhardiner erreicht eine Widerristhöhe von bis zu 91 cm und wird in der Regel bis zu 90 kg schwer.


Es gibt vier Rassen, welche in allen Bundesländern Deutschlands dem Bundesgesetz der Bekämpfung gefährlicher Hunde nach, als besonders gefährlich gelten. Diese sind der American Staffordshire Terrier, der Staffordshire Bullterrier, der American Pitbull Terrier und der Bullterrier. Nun wundert man sich vielleicht, warum ausgerechnet der American Staffordshire Terrier, der hier in Deutschland als einer der gefährlichsten Kampfhunde abgestempelt wird, in den USA und Großbritannien wegen seines friedlichen und liebenswürdigen Wesens als einer der Liebligsfamilienhunde gewählt wird. Sogar als „Nanny-Dog“ ist er dort bekannt, weil er so kinderlieb ist.

Dagegen hält man den Bernhardiner in Deutschland, für besonders familienfreundlich. Was vielleicht unglaubwürdig scheint, ist, dass Bernhardiner im Alter sehr aggressiv werden können. Die Ursache liegt in der Überzüchtung der Rasse, die so zu einer Art Gemütskrankheit führen kann.
http://www.halloh...sen?page=1
334
am 19.03.2010 12:57:11 (80.187.97.xxx) Link Kommentar melden
Die ganzen Züchtungen der Kampfhunde waren überflüssig und es kann doch kein so großes Problem sein die weitere Aufzucht zu unterbinden. Das sind doch nun keine Nutztiere. Dass Berhardiner im Alter aggressiv werden können, trifft ja wohl auf jedes Lebewesen zu, selbst auf den Menschen.
288
am 19.03.2010 13:54:03 (217.168.4.xxx) Link Kommentar melden
Die ganzen Züchtungen der Kampfhunde waren überflüssig und es kann doch kein so großes Problem sein die weitere Aufzucht zu unterbinden.

ich versuche es nochmals, dir etwas klarzumachen: nur, weil man einen Hund auf die Liste der Kampfhunde(bzw. sie so bezeichnet) SIND sie noch lange keine.
So findest du beispielsweise heute den Staffordshire Bullterrier
auf einem ähnlichen Entwicklungsweg wie den von MOD so lieb beschriebenen Rattenbeisser Zuzia:
Es waren kleine, bullige Hunde, die von den Bergleuten des „Black Country“ (Mittelengland um Birmingham und der Grafschaft Staffordshire) gehalten und gezüchtet wurden. Sie lebten damals zusammen mit ihren Herren in den engen Arbeitersiedlungen und durften daher nicht sehr groß sein. Auch heute noch zählt diese Rasse zu den Kleinhunden.

Ihre Funktion bestand ursprünglich und ähnlich wie beim Yorkshire-Terrier darin, Ratten zu vernichten. [1] Aus dem Rattenjagen entwickelte sich das „Rattenbeißen“, ein blutiger Sport, bei dem der Hund gewann, der in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Ratten erledigte. Anschließend - ab ca. 1810, allerdings anfänglich unter anderem Namen [2] - war der Staffordshire Bullterrier als klar abgetrennte Hunderasse die bevorzugte Kampfhundlinie für Kämpfe Hund gegen Hund in Englands Grafschaft Staffordshire

eswaren also wieder skrupellose MENSCHEN, die einen an sch harmlosen Hund zum "Kampfhund" missbrauchten. Das gleiche könnte auch mit dem beliebten Schäferhund passieren. Oder mit Schnauzern.

1835 verbot England als erstes Land in Europa Tierkämpfe, und die Zucht dieser Hunde konzentrierte sich von da an auf ihre andere Stärke, ihre große Familientauglichkeit. 1935 wurde diese Rasse dann vom Kennel Club, dem Verband der englischen Hundezüchter, als eigene Rasse anerkannt; seitdem wurde der Rassestandard nur unwesentlich verändert. Laut Rassestandard gehört Intelligenz sowie eine ausgesprochene Menschen- und Kinderfreundlichkeit zu den primären Zuchtzielen.

Trotzdem diese Hunde nicht gefährlicher sind als jeder andere gleihgrosse Hund, findet man sie auf zahlreichen Listen wieder, (einige haben die Hunde da nun stillschweigend wieder entfernt, nachdem sie über Jahre hinweg feststellen mussten, dass es keinerlei Auffälligkeiten gab, die die angebliche Gefährlichkeit belegen würden.)
Eine Namensähnlichkeit besteht zum American Staffordshire Terrier, einer aus den USA stammenden Rasse, die sich Ende des 19. Jahrhunderts aus den gleichen Vorfahren entwickelt hat, aber etwas größer ist

Man hat also einen reinen Familienhund "umdeklariert" und ihn zum "Kampfhund" gestempelt.
Du misst mit zweierlei Mass:
Dass Berhardiner im Alter aggressiv werden können, trifft ja wohl auf jedes Lebewesen zu, selbst auf den Menschen.

waren die Unfälle mit sog. Kampfhunden dann alle von jungen Tieren verschuldet, oder gilt auch bei ihnen das von dir angeführte Argument
...im Alter aggressiv werden können, trifft ja wohl auf jedes Lebewesen zu
. Also auch auf Listenhunde, oder?
Was ich sagen will: anderen Hunden "verzeiht" man, dass sie einen "Grund" hatten, mal zuzubeissen (Kind das den Dackel in "seinem Revier" unter dem Tisch "belästigt" hat)
Für mich trifft die Hauptschuld da nicht den Hund, sondern die Eltern, die ihrem Kind nicht beigebracht haben, dass man einen fremden Hund nicht bedrängt.

Es wäre zu kurz gedacht, nun die Gefahrenquelle Hund abzuschaffen, dann kann man auch mit der gleichen Begründung gleich alle Fahrräder, Motorräder und Autos beseitigen, damit niemand mehr zuschaden kommt.
Verstehst du das, was ich da ausdücken will?
Ich arbeite, wie ich schon im Artikel schrieb, seit über 20 Jahren mit sogenannten "Problemrassen", ich habe diese Hunde zunächst für den Polizeidienst, später dann kamen auch zivile Einrichtungen dazu und ich habe sie als Begleithunde und als Therapiehunde ausgebildet. Ich habe in all diesen Jahren einen einzigen "Unfall" erlebt, und zwar hat der Zwergpudel meiner Mutter meine Schwester gezwickt, weil der Hund einfach nur verzogen war und dachte, sie wäre der Chef...
Es kommt immer darauf an, wer sich aus welchen Motiven welche Rasse anschafft, Missbrauchen kannman jede grosse und mittelgrosse Rasse.
Den Vorgänger besagter Zwergpudelhündin, ein netter Kleinpudel, habe ich just for fun auf dem Hundeplatz wie einen deutschen Schäferhund ausgebildet, er konnte jedes Kommando und war zudem hochintelligent.
Bei einem Vorfall in der Nachbarschaft stellte besagter Pudel in schönster Polizeihundmanier einen Einbrecher auf frischer Tat, und bei den tapfer gefletschten Zähnen und dem warnenden Gebell meines Pudelis traute sich der Eindringling keinen Schritt zu machen, bis die Polizei kam.
Was ich damit sagen will, ist, dass man nichts besser macht, indem man sozusagen Volksberuhigungspolitik betreibt, wenn man das wirkliche Problem, die falsche Haltung und mangelnde Erziehung von Hunden, nicht in den Griff bekommt.
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