Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Politik: Recht & Co.

Wildern I

Wildern trotz klarer Regeln - warum eigentlich?

Die Wilddiebe 1 (Louis Kramp, 1830)
Die Wilddiebe 1 (Louis Kramp, 1830)
Wildern - ein Begriff, der gern verwendet wird, meist metaphorisch. In unserer modernen Gesellschaft kommt der Begriff in seiner ursprünglichen Bedeutung ja auch nicht mehr alltäglich-konkret vor, er entspricht also nicht mehr unserer Lebenssituation; allenfalls beziehungstechnisch wird der Begriff regelmäßig verwendet, davon handelt dann die Fortsetzung zu diesem Artikel (Wildern II - Wildern im Freundeskreis... - ein neuer Volkssport?).

Vor nicht allzulanger Zeit war das Wildern noch bekannter und durchaus üblich, da hatte der Begriff "Wildern" geradezu noch etwas Sozialrevolutionäres an sich, enthielt Auflehnung der Armen gegen die Reichen, der Habenichtse gegen die Feudalherren. Das ist natürlich alles sozialromantische Verklärung... - die meisten Wilderer waren in aller Regel einfach nur Arbeitsscheue, Diebe und sonstige Kriminelle. Jedenfalls, sofern es Zweibeiner waren, denn für Hunde beispielsweise gilt diese Regel nicht, das sie ja willenlos ihrem Instinkt ausgeliefert sind.

Heute würde man die Wilderer vergleichen können mit Hartz-IV-Genießern, die sich mit Schwarzarbeit nebenher ein hübsches Gesamteinkommen sichern, nur eben ohne dafür in den Wald gehen zu müssen. Oder man würde im Wildern Männlichkeitsrituale sehen, wie sie beim Autodiebstahl durch Halbstarke gelegentlich Motiv sind.

Die beiden bösen Buben auf dem Bild "Die Wilddiebe 1", das vor 180 Jahren von Louis Kramp gemalt wurde, lauern und brennen darauf, das Wild zu erlegen, das ihnen gar nicht gehört. Möglicherweise - wir wissen es nicht - hatten sie ja tatsächlich einfach nur Hunger und sonst keine andere Möglichkeit, zu Eßbarem zu kommen, denn damals gab es weder Hartz IV noch andere Formen der Sozialhilfe. Wir wissen aber, daß die, denen das Wild gehörte, da gar keinen Spaß verstanden: Wilderei wurde hart bestraft, bis hin zum Tod am Galgen...

Heute ist das - rein strafrechtlich gesehen - alles viel billiger geworden:

Jagdwilderei

Strafgesetzbuch § 292 StGB Jagdwilderei

(1) Wer unter Verletzung fremden Jagdrechts oder Jagdausübungsrechts

  1. dem Wild nachstellt, es fängt, erlegt oder sich oder einem Dritten zueignet oder
  2. eine Sache, die dem Jagdrecht unterliegt, sich oder einem Dritten zueignet, beschädigt oder zerstört
wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn die Tat

  1. gewerbs- oder gewohnheitsmäßig,
  2. zur Nachtzeit, in der Schonzeit, unter Anwendung von Schlingen oder in anderer nicht weidmännischer Weise oder
  3. von mehreren mit Schusswaffen ausgerüsteten Beteiligten gemeinschaftlich begangen wird.

Fischwilderei

Strafgesetzbuch § 293 StGB Fischwilderei

Wer unter Verletzung fremden Fischereirechts oder Fischereiausübungsrechts

  1. fischt oder
  2. eine Sache, die dem Fischereirecht unterliegt, sich oder einem Dritten zueignet, beschädigt oder zerstört
wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Wir lernen also daraus:

  • Fische sind billiger als Rehe...
  • Mach's nicht nachts, sondern am Tag...
  • Zerschneide auch als Tierschützer keine Fischernetze...!
  • Finger weg von Schußwaffen...!
  • Laß es Dir nicht zur Gewohnheit werden...!

Les braconniers (Charles E. Delort, 1881)
Les braconniers (Charles E. Delort, 1881)
Denn sonst kommen - wie hier auf einem französischen Bild von 1881 - die Gendarmen und machen zwar nicht unbedingt kurzen, aber doch teuren und schmerzhaften Prozeß:

"Toujours en guerre avec les lois, telle est la condition du braconnier. Delfort nous représente la maréchaussée venant de surprendre une famille de braconniers. Impossible de nier car le corps de délit se voit. l'Homme baisse la tête. Les gendarmes sont fiers, la femme et le beau-frère sont là, témoins muets." - Zu deutsch also, frei übertragen: "Immer im Krieg mit den Gesetzen, das ist der Alltag der Wilderer. Delfort zeigt uns eine Familie von Wilderern, die von der Gendarmerie überrascht werden. Leugnen ist zwecklos, das corpus delicti ist zu sehen. Der Mann senkt den Kopf. Die Polizei ist stolz, die Frau und der Schwager sind stumme Zeugen." - Ja, so war das in den alten Zeiten. Alles sehr unschön. Selbst die französischen Gefängnisse hatten kein fließend Warmwasser und keinen Fernseher, damals.

Ansdell The Poacher (1865)
Ansdell The Poacher (1865)
In England ging es übrigens noch härter zu, unter Umständen, da hetzte der Jagdherr - also der zur Ausübung des Jagdrechts Befugte - auch schon mal seinen Hund auf den poacher, den Wilderer, wie dieses englische Bild von 1865 zeigt:

"A poacher, his spoils spread on the ground, is pinned by the gamekeeper's Mastiff. The poacher's dog tries to defend his master." - Zu deutsch also etwa: "Ein Wilderer wird vom Mastiff des Jagdherrn gestellt und festgehalten, seine Beute ist auf dem Boden ausgebreitet. Der Hund des Wilddiebs versucht seinen Herrn zu verteidigen."

Zurück zum Widern heute, als Metapher oder Schlagwort. - Oft werden in politischen oder anderen Diskussionen frag-, nutz- und vor allem sinnlos Begriffe eingesetzt, die - in aller Regel aus vordergründigen Erwägungen heraus - passend zu sein scheinen und gern wegen ihrer vermeintlich hohen argumentativen Schlagkraft benutzt werden, die jedoch bei näherem Hinsehen aber doch recht brüchig ist und sich daher als rhetorische Waffe somit schnell als stumpf erweist und zerbröselt. Unter anderem existiert dieser leicht vermeidbare Fehler übrigens deshalb, weil man Begriffe umgangssprachlich verwendet, die recht klar sachlich und vor allem fachlich definiert sind.

Bei dem Wort Wilderei oder beim Ausdruck Wildern sollte man sich immer fragen, worauf sich der Begriff eigentlich bezieht. Auch das ist leicht in Erfahrung zu bringen: Wildern und Wilderei bezieht sich auf jagdbares Wild, wie man dem Wort ohne Schwierigkeiten anmerken kann. Ein wildernder Hund beispielsweise reißt einen Fasan oder ein Rehkitz, das ist Wildern. Fängt der Hund einen Frosch oder die Katze eine Nacktschnecke, so ist dies kein Wildern. Weil diese Tiere kein Wild sind, obwohl sie wild leben. Genauso verhält es sich mit einer Feldmaus oder einer Ratte... - beißt der Hund die tot, so wird sich kein Jäger grämen, nämlich deshalb nicht, weil dieser Vorgang kein Wildern ist. Ist eigentlich nicht so schwer zu verstehen. Auch das Tierschutzgesetz ist hier übrigens nicht berührt, ebensowenig wie das Naturschutzgesetz.

Wild (zu althochdeutsch wildi: wild, ungezähmt, verirrt) ist ein Sammelbegriff für die im Zusammenhang mit Jagd relevanten Säugetiere und Vögel. Der Begriff Wild grenzt sich damit gegen den des Wildtieres ab, der allgemein alle freilebenden Tiere umfasst.

So kann man das nachlesen, nicht nur bei Wikipedia.

  • Haarwild - Wisent (Bison bonasus L.), Elchwild (Alces alces L.), Rotwild (Cervus elaphus L.), Damwild (Dama dama L.), Sikawild (Cervus nippon TEMMINCK), Rehwild (Capreolus capreolus L.), Gamswild (Rupicapra rupicapra L.), Steinwild (Capra ibex L.), Muffelwild (Ovis ammon musimon PALLAS), Schwarzwild (Sus scrofa L.), Feldhase (Lepus europaeus PALLAS), Schneehase (Lepus timidus L.)BRANTA SCOPOLI), Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus L.), Murmeltier (Marmota marmota L.), Wildkatze (Felis silvestris SCHREBER), Luchs (Lynx lynx L.), Fuchs (Vulpes vulpes L.), Steinmarder (Martes foina ERXLEBEN), Baummarder (Martes martes L.), Iltis (Mustela putorius L.), Hermelin (Mustela erminea L.), Mauswiesel (Mustela nivalis L.), Dachs (Meles meles L.), Fischotter (Lutra lutra L.), Seehund (Phoca vitulina L.)
  • Federwild - Rebhuhn (Perdix perdix L.), Fasan (Phasianus colchicus L.), Wachtel (Coturnix coturnix L.), Auerwild (Tetrao urogallus L.), Birkwild (Lyrus tetrix L.), Rackelwild (Lyrus tetrix x Tetrao urogallus), Haselwild (Tetrastes bonasia L.), Alpenschneehuhn (Lagopus mutus MONTIN), Wildtruthuhn (Meleagris gallopavo L.), Wildtauben (Columbidae), Höckerschwan (Cygnus olor GMEL.), Wildgänse (Gattungen Anser BRISSON und BRANTA SCOPOLI), Wildenten (Anatinae), Säger (Gattung Mergus L.), Waldschnepfe (Scolopax rusticola L.), Bläßhuhn (Fulica atra L.), Möwen (Laridae), Haubentaucher (Podiceps cristatus L.), Großtrappe (Otis tarda L.), Graureiher (Ardea cinerea L.), Greife (Accipitridae), Falken (Falconidae), Kolkrabe (Corvus corax L.)


Wir lernen:

Halten Sie - wenn sie in der freien Natur sind - Ihren Hund unbedingt davon ab, Wildtauben (Columbidae) zu jagen; diese unterliegen dem Jagdrecht und stehen z.T. unter Naturschutz. In den Städten aber, in denen immer wieder unvernünftige Menschen diese degenerierten und ekelhaften Stadttauben füttern, die auch Flatterratten genannt werden... - dort dürfen Sie Ihrem Vierbeiner ruhig den anregenden Adrenalinstoß eines kleinen Jagdausflugs gönnen.

Kleines Schmankerl zum Thema: Georg Kreisler - Taubenvergiften im Park (Audio + Songtext)

YouTube Video

  • Bildnachweis:

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Lesen Sie dazu auch:
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Wilderei | Wild | Jagdrecht | Moral | Ethik | Verantwortung | Recht und Gesetz | poacher | braconnier
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

286
am 17.03.2010 08:47:37 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Ob unsere Tierschützerin vom Dienst das kapiert?

Genauso verhält es sich mit einer Feldmaus oder einer Ratte... - beißt der Hund die tot, so wird sich kein Jäger grämen, nämlich deshalb nicht, weil dieser Vorgang kein Wildern ist. Ist eigentlich nicht so schwer zu verstehen.


Kein Wild, kein Wildern. Also ich hab das verstanden. Wink
288
am 17.03.2010 11:34:19 (95.169.237.xxx) Link Kommentar melden
Also ich hab das verstanden.

ich bezweifle dass ihr beide überhaupt irgendwas verstehen könnt.
Aber da ich den geneigten Lesern mehr Verstand zutraue, vermeide ich Wiederholungen und verweise nur auf meine bereits verfassten Beiträge bzgl. INFEKTIONSRISIKO an wildlebenden Mäusen und Ratten und NATURSCHUTZGESETZ sowie der Tatsache, dass man Wirbeltiere nicht ohne vernünftigen Grund töten (oder in diesem Fall durch den Hund töten lassen darf)
Haftbar ist dafür
Allgemeine Informationen

Die allgemeine Tierhalterhaftung ist in § 833 BGB geregelt. Es handelt sich dabei um einen typischen Fall der Gefährdungshaftung. Das bedeutet, dass es auf ein Verschulden zunächst einmal nicht ankommt. Allein die Tatsache, dass man ein Tier hält, begründet die Haftung für durch das Tier verursachte Schäden.

Tierhalter ist derjenige, der die Bestimmungsmacht über das Tier hat, aus eigenem Interesse und für die Kosten des Tieres aufkommt, den allgemeinen Wert und Nutzen des Tieres für sich in Anspruch nimmt und das Risiko seines Verlustes trägt. Es können auch mehrere Personen Tierhalter sein.
Also in diesem Fall die ganze nette Familie.
Es gibt keine bundesrechtliche Vorschrift, wonach ausdrücklich ein Leinenzwang für Hunde vorgeschrieben ist. Es obliegt den Ländern einen solchen Leinenzwang vorzuschreiben.

Allerdings verbieten die Naturschutzgesetze grundsätzlich wildlebende Tiere mutwillig zu beunruhigen, zu belästigen, zu fangen, zu verletzen oder gar zu töten. Auch wildlebende Pflanzen dürfen – z.B. durch Ausbuddeln oder Zerbeißen – nicht zerstört werden.

Und das hat nichts mit "wildern" sondern mit mutwilliger Zerstörung zu tun.
http://www.kanzle...urse3.html

Und auch wichtig, auch wenn es sich - noch - nicht so zugetragen hat:
Auch das suchende Umherstreifen nach Wild unter erkennbar verdächtigen Umständen kann bereits zum Wildern gehören, wenn sich der Hund außerhalb des Einwirkungsbereichs des Halters befindet (außer Hör und Sichtweite).

Der Jagdschutzberechtigter ist berechtigt, bei Verdacht des Wilderns die Personalien des Hundehalters aufzunehmen, bei Weigerung die Polizei zu verständigen und den Hundehalter bis zu deren Eintreffen festzuhalten

Man kann einen Sachverhalt zwar diskutieren, aber die rechtslage nicht.
Und nach der geltenden Rechtslage hat niemand das recht, seinen Hund "just for fun" wildlebende Tiere töten zu lassen. Das gilt für Mäuse und Ratten, ebenso für alle anderen Kleintiere und auch für Katzen, auf die der Hund ja auch bereits konditioniert wurde, was aber glücklicherweise bisher an der Schnelligkeit der Katze scheiterte. Bisher...
Anscheinend scheren dich, Chaim, die Gesetze wenig, weil du ansonsten nicht andauernd versuchen würdest, Fehlverhalten zu rechtfertigen, wo es nichts zu rechtfertigen gibt, und deine polnische Applausgeberin wird die allgemeinen Gesetze mit ihrem Geplapper auch nicht ausser Kraft setzen können...
  • Geändert von OZ24 am 17.03.2010 13:15:57.
288
am 17.03.2010 11:35:56 (95.169.237.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 17.03.2010 13:16:05.
266
am 17.03.2010 12:06:48 (95.222.194.xxx) Link Kommentar melden
Wenn Sie, verehrte Gata Linda, das Töten von Feldmäusen für einen Verstoß gegen Naturschutzgesetze halten, was machen Sie dann eigentlich mit Stechmücken oder Wespen?
288
am 17.03.2010 12:21:48 (95.169.237.xxx) Link Kommentar melden
Da du offensichtlich nicht weisst, was du da so ins Lächerliche ziehst
(von wegen Tierschützerin vom Dienst und diesen Quatsch) hier mal nur ein paar wesentliche Hintergründe, weshalb man einen Hund nicht freilaufende Tiere töten lässt:
Im § 9 ist festgelegt, wann die Behörde die sofortige Tötung von Tieren anordnen kann,
bzw. wann eine behördliche Beobachtung von verdächtigen Tieren ausreichend ist.
Absatz III nimmt von der sofortigen Tötung bei Verdacht des Kontaktes mit
seuchenkranken Tieren solche Hunde und Katzen aus, die bei der Berührung unter
wirksamem Impfschutz standen.
Diese Tiere werden jedoch behördlich beobachtet und sind unverzüglich erneut gegen
Tollwut zu impfen.
Absatz IV nimmt die Tötung von nicht geimpften Tieren dann aus, wenn diese für mind.
drei Monate sicher eingesperrt werden und Belange der Seuchenbekämpfung nicht


7.) ein Tier an einem anderen lebenden Tier auf Schärfe abzurichten oder zu prüfen,
Würde z.B. bei Jägern in Frage kommen, wenn sie Hunde an lebenden Enten oder an der sog.
„Katze im Sack“ abrichten würden.
8.) ein Tier auf ein anderes Tier zu hetzen, soweit dies nicht die Grundsätze weidgerechter
Jagdausübung erfordern.


Noch eine weitere Gefahr:
§ 42/I BayJG
Erlaubt den Jagdschutzberechtigten das Töten von Hunden, die erkennbar dem Wilde
nachstellen und das Wild gefährden können.
In anderen Bundesländern genügt bereits, wenn sich der Hund außerhalb der
Einwirkung seines Führers befindet.
Während ein „erkennbar dem Wild nachstellen“ durchaus bereits vorliegen kann, wenn ein
Hund erkennbar die Fährte eines Wildes aufgenommen hat oder intensiv danach stöbert und Anzeichen erkennen lässt, dass er nicht mehr in der Hand seines Hundeführers steht, muss er
zusätzlich noch in der Lage sein, das Wild zu gefährden.In der Rechtsprechung ist jedoch auch die Meinung vertreten, dass jeder Hund, der Wild
hetzt, in der Lage ist, dieses zu gefährden, da er es aus seinem Gebiet vertreibt, unnötig unter
Stress setzt und auch die Möglichkeit besteht, dass das Wild auf der Straße auf der Flucht
überfahren wird.
§ 5 Kennzeichnungspflicht - Freilaufen von Hunden außerhalb von Räumen oder
befriedetem Besitztum nur mit Halsband, Gurt oder Geschirr, auf welchem Name und
Anschrift des Besitzers angegeben oder die Steuermarke befestigt ist.
Wissen offensichtlich nur sehr wenige Hundebesitzer


Tierseuchengesetz:
Im § 9 ist festgelegt, wann die Behörde die sofortige Tötung von Tieren anordnen kann,
bzw. wann eine behördliche Beobachtung von verdächtigen Tieren ausreichend ist.
Absatz III nimmt von der sofortigen Tötung bei Verdacht des Kontaktes mit
seuchenkranken Tieren ...

http://s271129781..._recht.pdf

Absolute Leinenpflicht für Hunde!

Innerhalb der Brut- und Setzzeit ist in der freien Natur immer Leinenzwang für Hunde. Dieses ist vom Gesetzgeber für den Zeitraum vom 01.04 bis 15.07. zum Schutz der wild lebenden Tiere festgelegt worden! (1 Abs. 5 FFOG (Feld- und Forstordnungsgesetz) wer dagegen verstößt erfüllt den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit / Bußgeld !!!

Fast alle heimischen Säugetiere, Vögel, Kriechtiere, Lurche und Insekten fallen unter das Artenschutzgesetz und dürfen weder getötet noch gefangen werden, um sie als Haustiere zu halten.

Der Maulwurf, der Ihren Garten umgräbt, ist ebenso geschützt wie die Eidechse, die Bienen, der Igel und auch der quakende Frosch. Ihnen darf nichts angetan werden!

http://www.herz-f...tiere.html
288
am 17.03.2010 14:03:36 (95.169.237.xxx) Link Kommentar melden
Auch ein Bericht von einem Hund, der seine Freizeit mit Töten verbringt.
http://www.ksta.d...7211.shtml
De facto macht es keinen Unterschied, ob ein Hund nun einen Schwan oder eine wildlebende Ratte umbringt. Nur dass der Schwan eben medienwirksamer ist und die Menschen sich seltsamerweise eher dem Schwan (obgleich kein Säugetier) erbarmen als gegenüber Ratte und Maus.

Seltsame Moral, findest du nicht?
Was wird denn bei Euch das nächste sein, was gekillt werden darf?
Alles, was nicht schnell genug wegrennt?
Da der liebe Hund ja auch schon die "kleinen Brüder" von Mod in die Schranken verweisen durfte, bleibt zu hoffen, dass er nicht mal seine kleinen rattenkillergeprüften Zähnchen bei ihnen ausprobiert.
288
am 17.03.2010 15:41:45 (95.169.237.xxx) Link Kommentar melden
Übrigens: einer meiner Nachbarn hat eine Schlange, die wird regelmäßig mit lebenden Mäusen gefüttert, meines Wissens werden die extra zu diesem Zweck käuflich erworben...

Verstoß gegen Naturschutz oder gegen Tierschutz?

Hallo Chaim,
das ist eine sehr gute Frage.
Sagen wir mal zunächst folgendes:
Eine Schlange muss -zwangsläufig- gefüttert werden, meist mit lebenden Mäusen, aber manche verfüttern auch tote Mäuschen.
Aber auch Grillen, Heimchen etc. zählen zu den Futtertieren.
Meine persönliche Meinung dazu ist, dass ich bei allem Respekt der persönlichen Entscheidung jedes Tierhalters die Haltung von Schlangen in Terrarien für eine nicht unbedingt (für das Tier) wünschenswerte Lebensbedingung halte, die meiner Meinung nach nicht mit dem geltenden Tierschutzgesetz in Einklang zu bringen ist.
Trotzdem füttern natürlich Schlangenhalter nicht nur Mäuse, sondern gerade auch Hasen und Katzenbabies.(!).
http://www.focus....54401.html
Das Gesetz sagt dazu folgendes:
http://www.vogel-...oeten.html
6.3.2 Nachteile der Lebendfütterung
Die Nachteile der Lebendfütterung liegen für den Tierhalter darin, dass er Haltungseinrichtungen vorhalten und die Futtertiere entsprechend unterbringen, ernähren und pflegen muss (Arbeitsaufwand, ggf. Geruchsbelästigung). Für das Terrarientier besteht vor allem bei größeren oder aggressiven Futtertieren, wie Ratten oder Hamstern eine erhebliche Verletzungsgefahr durch die Futtertiere. Das Futtertier selber kann unter Umständen starkem Stress ausgesetzt sein. Dabei variiert das Verhalten der Futtertiere im Terrarium erfahrungsgemäß erheblich in Abhängigkeit von der Spezies: Während Ratten sehr schnell die von einer Schlange ausgehende Gefahr erkennen und Angstreaktionen zeigen, scheinen die in der Versuchstier- und Futtertierzucht verwendeten Mäuse eine Schlange nicht mehr in ihrem Feindschema zu beinhalten. Nicht selten ist zu beobachten, dass solche Mäuse auf einer Schlange, die aus irgendwelchen Gründen das Futter verweigert, herumlaufen oder direkt neben der Schlange Verhalten wie Futtersuche
oder Putzverhalten zeigen. Bei Babymäusen und -ratten, die als Nesthocker noch blind sind, kann von einer relativ geringen Belastung ausgegangen werden, wenn die Schlange das Tier sofort tötet und frisst. Bei Trugnattern kann es bis zum Eintritt des Todes relativ lange dauern, da die Giftzähne hinten im Rachen sitzen und der Giftbiss erst gesetzt wird, wenn das Futtertier bereits gepackt und nach hinten in den Rachen befördert worden ist. Manche anderen Reptilien wie beispielsweise karnivore Schildkröten zerbeißen lebende Babymäuse, ohne sie sofort zu töten, was aus Tierschutzsicht nicht akzeptabel ist. Diese Tiere dürfen daher auf keinen Fall mit lebenden Futtertieren gefüttert werden.

6.3.3 Vorteile der Totfütterung
Die Vorteile der Totfütterung liegen für den Tierhalter darin, dass eine einfache Bevorratung von Futtertieren in gefrorener Form möglich ist. Eine Anreicherung mit Vitamin- oder Mineralstoffpräparaten ist leicht möglich. Für das Terrarientier besteht keine Verletzungsgefahr und den Futtertieren wird durch eine fachgerechte Tötung schon im Zuchtbetrieb Transportstress, Stress im Terrarium, und ggf. Leiden durch die Tötung erspart.

6.3.4 Nachteile der Totfütterung
Für den Tierhalter bedeutet Totfütterung bei Fütterung von Giftschlangen und aggressiven Schlangen allerdings eine höhere Gefahr von Bissen, da manche Schlangen aufgetaute Futtertiere erst nehmen, wenn sie z.B. mit Hilfe einer Futterpinzette bewegt werden. Für das Terrarientier liegt ein wesentlicher Nachteil der Totfütterung darin, dass ein Verlust von Nährstoffen möglich ist. In seltenen Einzelfällen lassen sich Schlangen auch nicht auf Totfütterung umstellen und verhungern, falls kein lebendes Futtertier angeboten wird. Es können Verdauungsstörungen auftreten, wenn Einfrier- oder Auftauvorgang zu langsam erfolgt sind und dadurch schon erste Verwesungsprozesse eingetreten sind oder falls das Futtertier im Kern noch gefroren ist. Für das Futtertier ergeben sich keine Nachteile, wenn es fachgerecht getötet wird.

6.3.5. Zusammenfassung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass zahlreiche Argumente für die Verfütterung toter Wirbeltiere an Schlangen und Großechsen sprechen. Bei diesen Terrarientieren ist daher der Totfütterung unbedingt der Vorzug zu geben. Die meisten Schlangen und Großechsen lassen sich bei richtigem Vorgehen an diese Art der Fütterung gewöhnen. Allerdings kann in bestimmten Fällen eine Verfütterung lebender Futtertiere unvermeidbar sein, z.B. bei der ersten Fütterungen von Jungschlangen mit kleinen Babymäusen,
bei vielen Giftschlangen, sowie bei Schlangen und Echsen, die tote Futtertiere nachhaltig verweigern (oft Wildfänge). In diesen Fällen ist unbedingt darauf zu achten, dass die Belastung für das Futtertier möglichst gering gehalten wird, indem man nur nachweislich hungrige Tiere füttert und ein in der Größe und Tierart passendes Futtertier wählt. Auch das Gutachten des BMELV über Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien vertritt die Auffassung, dass das Verfüttern lebender Beutetiere zu einer artgemäßen Schlangenhaltung gehört, wenn es nicht gelingt, die Schlange an tote Futtertiere zu gewöhnen. Dies gelte insbesondere für Giftschlangen, denn beim Tötungsbiss würden Enzyme injiziert, die für eine optimale Verdauung erforderlich seien. Bei der Verfütterung wirbelloser Futtertiere an Terrarientiere sprechen keine tierschutzrechtlichen Aspekte gegen eine Lebendfütterung.



1. Einleitung
Beim Umgang mit Heimtieren im Bereich des Zoohandels oder in gewerbsmäßigen Zuchten kommt es in der Praxis gelegentlich zu Situationen, in denen eine Tötung erforderlich erscheint, wenn Tiere schwer verletzt wurden oder schwer erkranken. Es stellt sich zunächst die Frage, inwieweit der Zoofachhändler oder Züchter hier selbst eingreifen und ein Tier töten darf, um ihm unnötige Schmerzen oder Qualen zu ersparen. Als nächstes stellt sich die Frage nach einer tierschutzgerechten, schonenden und angemessenen Tötungsmethode. Ein weiterer aus Tierschutzsicht problematischer Fragenkomplex ist der Umgang mit zur Verfütterung vorgesehenen Tieren (so genannte „Futtertiere“), deren Zucht, Haltung, Transport und Tötung bzw. Lebendverfütterung eine Reihe von Fragen aufwirft. Beide Fragenkomplexe sollen in der Folge unter Berücksichtigung der Rechtslage sowie dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand näher beleuchtet werden.

2. Gesetzliche Grundlagen
Die wesentlichen Regelungen zu Haltung und Umgang mit Tieren finden sich im Tierschutzgesetz (TierSchG). Gemäß § 1 ist es Zweck dieses Gesetzes, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Nach dieser in § 1 Satz 1 formulierten Zweckbestimmung schützt das Tierschutzgesetz nicht nur das Wohlbefinden des Tieres, sondern auch dessen Leben. Satz 2 verbietet es, Tieren ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden und Schäden zuzufügen. Der Tod ist nach der herrschenden Meinung der denkbar größte Schaden, der einem Tier zugefügt werden kann. Nach § 17 Nr. 1 TierSchG ist das Töten von Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bewehrt. Als vernünftiger Grund gilt z. B. das Töten von Wirbeltieren zur Lebensmittelgewinnung oder im Rahmen waidgerechter Jagd- oder Fischereiausübung. Auch für ein unter Schmerzen leidendes Tier, das nicht mehr behandelt werden kann, besteht ein vernünftiger Grund für die Tötung, wenn ein Weiterleben nur unter erheblichen, nicht behebbaren Schmerzen, Leiden oder Schäden möglich ist bzw. wenn im Einzelfall ein krankes Tier nur durch eine langwierige und schmerzhafte Behandlung überleben würde (Tierschutzbericht der Bundesregierung 1993). Als vernünftiger Grund für eine Tötung wird ebenfalls das Verfüttern an ein anderes Tier angesehen.

Das sagt der dt. Tierschutzbund dazu:
Sehr geehrte Frau Bönig,



vielen Dank für Ihre Schreiben vom 19.07.2007.



Die Lebendverfütterung von Tieren ist grundsätzlich abzulehnen, da hierfür in der Regel kein vernünftiger Grund im Sinne des § 1 TierSchG vorliegt. In speziellen Ausnahmefällen kann die Verfütterung lebender Tiere allerdings zu deren artgemäßer Haltung objektiv gerechtfertigt sein. Als Rechtfertigung kann § 2 TierSchG herangezogen werden. Demnach muss jeder, der ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, das Tier "seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen" (§ 2 TierschG, Satz 1). Ist eine artgerechte Ernährung des Tieres aus biologischen Gründen nur durch die Abgabe von Lebendfutter möglich, so kann dies einen vernünftigen Grund im Sinne des § 1 TierSchG darstellen (wie beispielsweise bei bestimmten Schlangenarten, die ansonsten jegliche Nahrungsaufnahme verweigern und neben dem Futternapf verhungern würden).



Auf jeden Fall ist der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz zu beachten, d.h. es muss eine Abwägung zwischen dem Lebensrecht des Opfertiers und dem Recht auf artgemäße Ernährung des Raubtieres stattfinden. In dieser Abwägung muss auch berücksichtigt werden, ob die Verfütterung lebender Tiere zwingend notwendig ist oder ob nicht auch eine Verfütterung frischtoter Tiere biologisch möglich ist. Bequemlichkeit und Schaulust rechtfertigen nicht die Verfütterung lebender Tiere. Keineswegs zulässig ist die Verfütterung lebender Beutetiere bei vorhandener anderer artgerechter Nahrung (z.B. lebender Mäuse an Hauskatzen).



Das Frettchen benötigt keine lebenden Tiere um artgerecht ernährt zu werden, sondern lässt sich auch durch fertige Trocken- oder Feuchtnahrung ausgewogen versorgen. Frettchen sind zwar von der Abstammung her Raubtiere, doch gelten sie ebenso wie Hund und Katze als domestiziert und müssen ihren Beutetrieb nicht mehr zur Nahrungsaufnahme ausleben. Im Spielverhalten ist der Jagd-/Beutetrieb jedoch noch deutlich erkennbar.


Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Steffi Märke
http://www.tieris...1e9d770da8




Kurz gesagt:
wenn man lebende Tiere verfüttern MUSS, dann MUSS man die Futtertiere jedoch bis zu deren Sterbetag artgerecht und tierschutzgerecht halten. Man darf sie jedoch nicht einem Hund zum spielen geben, oder ihn damit "Töten-üben" lassen, damit der Hund Spiel und Spass hat.
Auch nicht einer Katze, wohlgemerkt, die man ja auch mit Katzenfutter ernähren kann.

Hier liegt eben der grundlegende Unterschied zwischen "erlaubt- und verboten".

Seltsame Ideen haben anscheinend auch Katzenhalter:
http://www.katzen...ideen.html


Skurril:
[quote]Eine Boa wird in ihrem Terrarium mehrere Tage mit einer Ratte als
Futtervorrat allein gelassen. Da sie selbst offenbar keinen Hunger verspürt,
wird sie im Laufe der Tage von ihrem hungrigen Lebendfutter an mehreren
Stellen angefressen. Bei seiner Heimkehr glaubt der Besitzer, die Boa sei tot
und entsorgt sie in der häuslichen Mülltonne. Eine Nachbarin findet das sich
windende Reptil und ruft die Polizei. Die Schlange konnte nicht mehr gerettet
werden und musste eingeschläfert werden.

http://org.polize...olizei.pdf
288
am 17.03.2010 15:48:36 (95.169.237.xxx) Link Kommentar melden
Wenn Sie, verehrte Gata Linda, das Töten von Feldmäusen für einen Verstoß gegen Naturschutzgesetze halten, was machen Sie dann eigentlich mit Stechmücken oder Wespen?

Ich halte es nicht für einen Verstoss, sondern es IST einer. DAS sollte doch mittlerweile auch dem grössten Ignoranten klar sein.
Oder man ist bewusst auf "Dummstellen" gepolt, denn anders wäre das nicht zu erklären.
Die gleiche bescheuerte Fragestellung wäre
"halten Sie das Überfahren einer roten Ampel tatsächlich für einen Verstoss gegen die StVO?", nur weil es oft genug gemacht wird und kein Hahn danach kräht.
288
am 17.03.2010 15:53:26 (95.169.237.xxx) Link Kommentar melden
Solange die Futtertiere sachgerecht gehalten, gefüttert und fachgerecht verfüttert werden, dürfte es rechtlich in Ordnung sein.
Es geht jedoch nicht um Zuchttiere aus dem Laden, sondern um das aufstöbern lassen und sinnlose Töten durch einen Hund, und das war eine ganz andere Geschichte. Das eine ist juristisch gerade noch akzeptiert, das andere schlichtweg und deutlich verboten.
Jetzt endlich angekommen?
288
am 17.03.2010 15:59:17 (95.169.237.xxx) Link Kommentar melden
was machen Sie dann eigentlich mit Stechmücken oder Wespen?

die sind nicht vom Tierschutzgesetz erfasst.
Aber vom Naturschutzgesetz. Es ist auch verboten, Wespennester in freier Natur mutwillig kaputtzumachen.
Eine einzelne Wespe im Haus ist ein anderes Thema.
Stechmücken sind aufgrund der Übertragbarkeit von Krankheiten nach Möglichkeit durch Abwehrmassnahmen aus dem häuslichen Umfeld fernzuhalten (z.B. Mückennetze an Fenstern).
Wie ich schon sagte, bin ich sehr aktiv im Nabu,(www.nabu.de).
Da kann man viele gute Tips zur Erhaltung einer gesunden und intakten Umwelt erhalten.
Seite 1 von 2: 1 2

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.08 Sekunden
38,873,169 eindeutige Besuche