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Politik: DeutschlandFrankreich stellt Mobbing in den eigenen vier Wänden unter Strafe.
Während in Deutschland die „Götter in Schwarz“ noch immer darüber streiten, ob Mobbing ein Rechtsbegriff ist oder nicht, wird in anderen EU-Staaten Nägel mit Köpfen gemacht.
„Die öffentliche Diskussion zum Thema Mobbing ist polarisierend, denn auf der einen Seite finden sich dramatische Schilderungen von Mobbingvorgängen, auf der anderen Seite stehen jene, die die Existenz des Phänomens bestreiten und die individuellen psychischen Probleme der Mobbingopfer nicht als Folge von Ausgrenzung am Arbeitsplatz sondern eher als deren Ursache betrachten“. (1) Knapper kann man den Sachstand Mobbing und Bundesrepublik Deutschland nicht zusammenfassen, oder anders formuliert, kläglich und mangelhaft in der Aussagekraft.
Während bei uns Politiker gezielt in Parlament und Verwaltung bei Mobbing wegschauen, geht es in anderen Ländern dagegen human und konsequent zu. Man wehrt sich vehement gegen die sich immer stärker ausbreitende neue Pest, Mobbing und das mit Gesetzen und saftigen Maßnahmen.
So hat Frankreich zurzeit gesetzliche Maßnahmen gegen Mobbing in der Familie oder Zuhause verabschiedet, und das fern ab so pubertärer Diskussionen wie links und rechts. „Einstimmig hat die Nationalversammlung in der Nacht auf Freitag ein Gesetz gebilligt, das die Frauen besser schützen soll vor körperlichem und psychischem Missbrauch durch ihre Ehemänner, Partner oder Ex-Partner“. (2)
Und die Bevölkerung findet die Maßnahmen wie „ein elektronisches Überwachungssystem mit solchen Fussfesseln“ vollkommen gerechtfertigt, wenn auch nicht unproblematisch. Denn es dient zum Schutz der Opfer vor den Tätern. Dabei stehen diese Maßnahmen am Ende der Kette, wenn also dem Opfer der Tod droht und der Lebenspartner schon auffällig war. (2)
Ein Fall hat dabei in Frankreich alle zusammengeschweißt. „Vor einigen Tagen machte der tragische Fall eines kleinen Kindes Schlagzeilen, das Zeuge des Mordes an seiner Mutter wurde. Zu reden gibt dagegen die Passage im Gesetz, die von der psychischen Gewalt in der Partnerschaft handelt: von kleinen und grossen Erniedrigungen, konstanten Beleidigungen – also von Mobbing in den eigenen vier Wänden. (2)
Warum gerade in den letzten beiden Jahren eine Zunahme von Gewalt und Morden mit Beziehungshintergrund stattfindet, hat auch was mit der Finanzkrise und den Folgen für die Arbeitsplatzsicherheit zu tun.
„Jeder fünfte Mord im Land ist ein Beziehungsdelikt. Und ein Drittel aller dieser Morde (157) wurde von Männern verübt, die nach früheren Vorfällen mit einer Wegweisungsverfügung belegt waren“. (2)
So stellt man auch in Österreich einen Zusammenhang zwischen Mobbing und Wirtschaftskrise fest.
„Die Krise verschärft den Psychoterror am Arbeitsplatz: Wir hatten im Vorjahr so viele Mobbing-Fälle wie noch nie, sagt Christa Kolodej, Leiterin des Zentrums für Mobbingberatung und Konfliktlösung am Arbeitsplatz in Wien. Die Zahl der Fälle sei um ein Drittel gestiegen“. (3)
Nur bei uns in Deutschland wird so getan, als sei Mobbing ein Modebegriff. (1) Wie viele Opfer brauchen wir eigentlich, bis wir Realitäten anerkennen? Offenbar haben Faschismus (1933 bis 1945) und die deutsche Mauer (1961 bis 1989) unser Denken in 40 bis 60 Jahren so weit abgestumpft, dass wir uns schon gar nicht mehr wehren, sondern nur noch Abnicken. (4)
Auch Marco Bulling hat mit seinem Erstlingswerk „Einer flog über das Industriegebiet“ am eigenen Laib erlebt, was es heißt, wenn man zum Opfer von paranoiden Chefs wird, die um ihren Job fürchten und zu Tätern werden. (5) Warum handeln dann unsere Politiker nicht?
In Frankreich ist man nun schon weiter, so gar weiter als in Österreich, Spanien oder Schweden. Und bei uns? Bei uns diskutiert man, ja was diskutiert man wohl, wo eine Frau Merkel Kanzlerin werden konnte. „Filmfan Merkel: Frauen tragen lieber Hosen als Röcke“. (6) Sie hat nur noch die Farbe vergessen, die Farbe des Todes, Schwarz. „Im vergangenen Jahr sind in Frankreich 157 Frauen von ihren Lebenspartnern getötet worden“. (2) Wie viele Frauen und Kinder wurden eigentlich letztes Jahr bei uns von ihren Lebenspartnern oder Väter getötet?
1) http://arbeitsbla...bing.shtml
2) http://bazonline....y/22708685
3) http://www.wiener...cob=476189
4) Marco Bülow: Wir Abnicker. Bülow sitzt seit 2003 für die SPD im Bundestag, dem Wellness-Paradies aller Nebenberufler.
5) http://einerflogu...ubers.html
6) Spiegel, Ausgabe Nr. 10/08.0310, Seite 28
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Kommentare
Natürlich gibt es die, man schaue nur den französischen Staatspräsidenten an.
Nur was hat das mit dem Thema Mobbing in den eigenen vier Wänden zu tun?

Aber das weisst du ja, kennst ihn ja lang genug...
P.S.: Chaim, lass es, es hat wirklich nichts mit diesem Thema zu tun!
Männer aller ethnischen Gruppen vergreifen sich an ihren Partnerinnen, das ist kein Problem der Herkunft, sondern ein Problem mangelnden männlichen Selbstwertgefühls.
Auch ist es aber ein Problem, dass Frauen aufgrund ihrer Erziehung zu oft in die Opferrolle gedrängt werden.
Wer wie ich gelernt hat, sich nicht angreifen zu lassen, der wird nie in die Opferrolle kommen und wird einem schlagenden Mann in einer anderen Weise gegenübertreten als die potentiell unterworfene Frau. Und dieser Weg beginnt schon bei der Mädchenerziehung mit "das tun Mädchen nicht..." und "..sei schön brav..."
Auch das Vorbild im Elternhaus beider Partner spielt eine grosse Rolle, denn Jungs, die geschlagen wurden, werden später eher schlagende Partner.
Wie siehst du das denn, wo du doch dem Artikel zugestimmt hast, "Gewalt ist eine Lösung", Chaim?
- Gelöscht von Katrin938 am 14.03.2010 15:23:17.
Natürlich gibt es die, man schaue nur den französischen Staatspräsidenten an.
Ich verstehe nicht. Was ist damit gemeint? Ist Nicolas Sarkozy ein Mobber? Und welcher Ethnie gehört er an? Ist er eine Statistik?
Sarkozy hat einen aus Österreich-Ungarn stammenden Vater und einen griechischen Großvater, ein echter Europäer.
was hat das mit dem Thema Mobbing in den eigenen vier Wänden zu tun?
- Gelöscht von Katrin938 am 14.03.2010 15:23:37.
Der Rest ist Dreisatz. Wenn z.B. Mitglieder einer Bevölkerungsgruppe, die 10% der Gesamtbevölkerung ausmacht, 30% eines bestimmten Delikts begehen, was sagt das aus?
Nun sind Verrechnungen von Toten - das sollten die Deutschen spätestens nach Auschwitz begriffen haben - ziemlich absurd und an sich unethisch, doch es ist noch übler, welche rhetorischen Taschenspielertricks hier angewandt werden. Die zitierten Zahlen aus Frankreich beziehen sich auf Frauen, die Ablenkungsfrage bezüglich Deutschlands bezieht sich auf Frauen und Kinder.
Ein guter Autor bräuchte hier nicht rhetorisch zu fragen, da er es recherchiert hätte.
"Jeder fünfte Mord im Land ist ein Beziehungsdelikt. Und ein Drittel aller dieser Morde (157) wurde von Männern verübt, die nach früheren Vorfällen mit einer Wegweisungsverfügung belegt waren". (2)
Arbeitslosigkeit führt also zu Gewalt und Mord?
Hartz-IV-Genießer sind tendenziell eher zur Vergewaltigung fähig?
Oder wie oder was?



Basler Zeitung