Navigation
Login
Noch kein Mitglied?
Registriere dich jetzt.
Passwort vergessen?
Jetzt ein neues Passwort zuschicken lassen.
OZ24 Archiv
Neueste Artikel
· Der Sachsen Anhalt T...
· CDU/CSU sinkt in der...
· Contergan und kein E...
· Conterganopfer in An...
· De mortuis nil nisi ...
· Wer ist eigentlich A...
· Jeder Fünfte Arbeitn...
· Der Tod mancher Mens...
· Zivilisten bei Raket...
Letzte Kommentare
· Wirklich klasse gesc...
· Das sind ja Mafia äh...
· Nein, in Deutschland mu
· Hessentag? Ich dacht...
· Heinrich Heyne hat mal
· Ist das jetzt der ne...
· Dazu wird es hoffent...
· Vater von Gandalf un...
· ...Niedersachsens neue
Artikel der Woche
· Pizza & Co.
· Als oder wie?
· II. Lustiges aus der...
· Deutschland - Dein u...
Artikel des Monats
· Dumm, dümmer, Mankell
· Es geht doch! Man mu...
· „Oh Dieter, oh Diete...
· Eugenik und die verl...
Aktivste Autoren
Rund um OZ24
· Lizenz
· Pressecodex
· Kommentarregeln
· Teilnahmebestimmungen
· Datenschutz
· FAQ (Häufige Fragen)
Unterstütze OZ24
Suchen
Personal NickPages
| · Vater von Gandalf und Galahad | [23896] |
| · Dorota | [22798] |
| · master of desaster | [20772] |
| · Chaim | [17138] |
| · OZ24 | [15180] |
Zuletzt Geändert
| · rattenkoenig |
| · Emanuel Speh |
| · kommt123 |
| · Alex Mais |
| · Confusion |
· Alle NickPages
Politik: Politische Meinungfoodwatch und die Kitas
Der gemeinnützige Verein foodwatch schreibt im aktuellen foodwatch-Newsletter ("Lebensmittelkonzerne kochen in Kitas mit - wehren Sie sich mit foodwatch!", 01.03.2010) in Sachen Kindertagesstätten:
»Als die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, eine Institution der Bundesregierung, Richtlinien für die Qualität des Essens in Kitas erarbeitete, schlugen die Lobbyisten der Nahrungsmittelkonzerne zu - erfolgreich:
"ideologische Verbotsaussagen seien verhindert worden", brüstet sich der Lobbyverband der Nahrungsmittelindustrie, BLL Kinder sind keine "kleinen Erwachsen". Kinder sind besonders schutzbedürftig. foodwatch will nicht, dass die Ernährung unserer Kleinen in den Händen von Nestlé und Unilever liegt!«
Dazu einige Anmerkungen:
1. In Deutschland gibt es ca. 1,9 Millionen übergewichtige Kinder und Jugendliche, davon 800.000 adipös (fettsüchtig); von den erwachsenen Frauen sind ca. die Hälfte, von den Männern ca. Zweidrittel übergewichtig resp. adipös. Selbst wenn man den daraus resultierenden volkswirtschaftlichen Schaden, die Milliardenkosten im Gesundheitswesen etc. pp. ignorieren mag: Das persönliche Elend der vielen Betroffenen verlangt nach sofortigen umfassenden tiefgreifenden Präventiv- resp. Gegenmaßnahmen.
2. foodwatch fordert bekanntlich seit langem nachdrücklich die Einführung der sog. "Lebensmittelampel" und verweist dafür z.B. auf einen Brief, den der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen, die Verbraucherzentralen, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, die Bundesärztekammer, die deutsche Herzstiftung etc. am 01.02.2010 an alle deutschen EU-Abgeordneten gerichtet haben, worin eine "Nährwertampel" als "leicht verständliche Orientierungshilfe bei der Auswahl von Lebensmitteln" sowie eine ausführliche Nährwerttabelle über die "Big Eight" (Energiewert, Eiweiß, Kohlenhydrate, davon Zucker, Fett, davon gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, Kochsalz) gefordert wird. Diese Forderung ist tatsächlich unbedingt zu unterstützen: In dem verwirrenden Wust wohlklingender Werbeversprechen hat man damit objektive Anhaltspunkte für eine verantwortungsbewussten Ernährung.
3. Allerdings erklärte ausgerechnet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) ("Wissenschaftliche Basis für Ampelkennzeichnung einzelner Lebensmittel fehlt", 25.09.2009): »Die wissenschaftliche Evidenz der für eine Ampelkennzeichnung notwendigen "Bezugsgrößen" ist nicht vorhanden. Zu große Spannen im Nährwertgehalt, die für die Farbgebung zugrunde gelegt werden müssten, machen eine Vergleichbarkeit von Lebensmitteln fast unmöglich.« Also: Was "fast unmöglich" ist, ist nicht völlig unmöglich. Und können die Vorbehalte der DGE gegen eine Ampelkennzeichnung schon an sich nicht überzeugen, dann erst recht nicht, wenn man zusätzlich noch die foodwatch-Widerlegung beliebter Argumente gegen die Nährwert-Ampel berücksichtigt.
4. Begrüßenswert hingegen sind die Vorbehalte der DGE gegenüber der sog. "empfohlenen Tageszufuhr" (»DGE-Stellungnahme zur Anwendung von "Guideline Daily Amounts" (GDA) in der freiwilligen Kennzeichnung von Lebensmitteln«, 24.01.2008): "Die Ableitung des GDA-Wertes ist wissenschaftlich nicht logisch und muss in jedem Fall revidiert werden." Gerade mit den verwirrenden GDA-Werten - und dort speziell mit den willkürlichen "Portionen" - verleitet die Lebensmittelindustrie viele Verbraucher zu unmäßigem Konsum.
5. Was foodwatch hier im kleinen Zusammenhang Kitas aufzeigt, ist also auch in großen Zusammenhängen wie Lebensmittelampel und GDA festzustellen: Forderungen nach einer harten Linie werden von der DGE enttäuscht - sowohl bei der Lobby als auch beim Verbraucher.
6. Die DGE ist eine öffentliche Einrichtung: "Etwa 30 % decken wir durch eigene Einnahmen aus Gebühren für Schriften und Medien, Beratungen und Lehrgängen sowie Mitgliedsbeiträgen. 70 % stellen Bund (BMELV) und Länder über öffentliche Mittel zur Verfügung" (Die DGE. Wir über uns, 2004-07-08). Die Frage muss erlaubt sein, ob die Industrielobby auf die Politik Einfluss hat - und inwiefern sich dies auf die DGE niederschlagen könnte.
7. Auch Kitas werden oft von Kommunen getragen. Die Lobby-Frage drängt sich also auch hier auf. Fazit: foodwatch bewertet den Einfluss der Lebensmittellobby bereits in Sachen Kitas als "skandalös", wobei dies jedoch nur ein weiteres, wenn auch angesichts der jungen Opfer besonders alarmierendes Moment einer volksschädigenden Politik ist.
Inwieweit foodwatch nun der geeignete Partner ist, um sich gegen derlei Politik zu "wehren", mag hier dahinstehen. Jedenfalls gibt es auch in Sachen Ernährung viel zu tun, und insbesondere Eltern sollten nicht blind auf optimale Zustände in den Kitas vertrauen.
Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann nehmen Sie sich bitte die Zeit den Artikel auf einem oder mehreren der oben angegebenen Bookmarkportalen zu speichern, oder teilen Sie uns Ihre Meinung in einem Kommentar mit.
Schreiben Sie selber gern, dann melden Sie sich doch an und werden Autor bei Onlinezeitung24.de.
Kommentare
Es wurden noch keine Kommentare geschrieben


