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Fehlwürfe? Ganz normal!

Es gibt keine 100%ige Trefferquote

Geht der rein?
Geht der rein?
Eigentlich wissen wir es genau: es gibt normalerweise keine 100 Prozent. Irgendwie geht immer mal was schief, errare humanum est, sed in errare perseverare diabolicum, und wir haben damit gelernt zu leben. Natürlich kann man (fast) alles noch optimieren, und manchmal ist ja auch der Weg das Ziel.

Andererseits erwarten wir aber in bestimmten Zusammenhängen eine Null-Fehler-Qualität. Beim Herz-Chirurgen zum Beispiel oder bei einer Geiselbefreiung durch die Polizei (was meistens leider nicht so wie geplant funktioniert, siehe München 1972 bzw. Fürstenfeldbruck).

Ein sehr spezielles Beispiel für Fehlwürfe ist das Recycling von Müll. In Deutschland setzt man derzeit (noch) auf die Mülltrennung beim Privathaushalt bzw. Gewerbe, und das kommt offenbar dem Charakter der meisten Deutschen sehr entgegen. Die angeblichen deutschen Tugenden sind ja unter anderem Ordnung, Sauberkeit und Fleiß... - das alles kann man bei der Mülltrennung exzessiv ausleben. Unter Umständen auch als Hausmeister-Typ oder mit einer gewissen Blockwart-Mentalität. Das führt dann gelegentlich zu bemerkenswert witzigen Situationen; so kann es einem Ortsfremden durchaus passieren, daß er beim Einwurf in einen Altglas-Container aggressiv angemault wird, diesen dürfe er aufgrund seines auswärtigen KFZ-Zulassungs-Kennzeichens gar nicht benutzen. Daß ein Frankfurter vielleicht aber in München einen zweiten Wohnsitz aus beruflichen Gründen hat und vor der Wochenendheimfahrt seine leeren Glasflaschen in München entsorgt, kann also einen bayrischen Hausmeistertypen aus dem seelischen Gleichgewicht bringen...

Andererseits ist das System der Mülltrennung etwas unlogisch und unüberschaubar; in manchen Landkreisen (z.B. Rhein-Neckar-Kreis) wird der Plastikmüll (Gelber Sack/Gelbe Tonne) zusammen mit dem Papiermüll gesammelt, während üblicherweise Plastik und Aluminiumverpackungen, sofern sie den Grünen Punkt tragen, in den Gelben Sack wirft. Der wird dann alle 14 Tage gesammelt, was zu einer erheblichen Geruchsbelästigung führt, besonders im Sommer; außerdem werden Katzen, Ratten und anderes Getier, wie z.B. Schmeißfliegen, animiert, die gesammelten gelben Säcke als willkommene Nahrungsquelle zu betrachten... Dann ist auch völlig unklar: soll man den Joghurtbecher reinigen vorher? Oder kommt er ungewaschen in den Gelben Sack? Die Auskünfte sind völlig widersprüchlich, die einen argumentieren mit der Hygiene, die anderen mit der Abwasserverschmutzung. Nicht einmal die Fachleute sind sich über solche Details einig. - Hat man einen alten Gartenstuhl aus Plastik, darf der nicht in den Gelben Sack, obwohl er sich für Kunststoffreycling oder auch Wärmegewinnung in einer Müllverbrennung bestens eigenen würde; er darf aber nicht in den Gelben Sack... - weil er nämlich keinen Grünen Punkt hat. Mit Sinn und Logik hat das allerdings wahrlich nichts zu tun.

Begünstigt werden Fehlwürfe übrigens auch durch eine fragwürdige Gebührenpolitik: Kompost, Glas, Plastik/Metall und Papier werden als Abfall kostenlos entsorgt, der Restmüll wird dafür immer teurer. Was also liegt näher, als gelegentlich etwas Bauschutt in den Gelben Sack zu tun oder Hausmüll in den Kompost zu entsorgen? Der Gelbe Sack hat eine Fehlwurfquote von 30-50%, man sollte sich das mal veranschaulichen: ein Drittel, wenn nicht gar die Hälfte des Inhalts der Gelben Säcke ist etwas, was dort nicht hineingehört! - Entweder ist die Materie zu kompliziert für den normalen Verbraucher, oder es steckt eben die Absicht dahinter, hier wenigstens ein paar Euro zu sparen... - wo kann man das noch?

Es bleibt zu hoffen, daß sich nach dem Grünen Wahn der letzten Jahrzehnte, der die Politik dominiert und uns viel Geld gekostet hat, allmählich durch die Vernunft der Verfahrensingenieure abgelöst wird. Denn die alte Mülltrennung ist out, der Mensch kann diese Aufgabe niemals so gut wie eine Maschine erfüllen. Wo menschen mehr als 30% Fehlwürfe produzieren, kommen maschinelle Sortiertechniken locker auf 99% Trefferquote. Diese Fakten kann man nicht bestreiten; aber man sollte endlich mal die richtigen Schlüsse aus diesen Fakten ziehen.

  • Bildnachweis:
Indiana University Center Kent Benson makes a hook shot in a Big Ten college basketball game against the University of Illinois during the 1976-1977 season. Benson was the only returning starter from the previous eason's undefeated national championship-winning team. 1977. Rick Dikeman (Copied to Commons from the English Wikipedia). Creative Commons Lizenz "Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported"

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Schlüsselwörter: Fehlwurf | Mülltrennung | Grüner Punkt | Gelber Sack | 100% | Null-Fehler-Qualität
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Kommentare

286
am 17.03.2010 08:45:24 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Dosenpfand und gelbe Säcke, das ist wirklich ein grüner Wahnsinn. Angry
266
am 17.03.2010 08:57:15 (95.222.194.xxx) Link Kommentar melden
Dieses System der Gelben Säcke ist wirklich eine unästethische Zumutung.
357
am 18.03.2010 08:22:16 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
Verpackungsmaterial und Styropor kommt ja auch in den Gelben Sack, obwohl es nicht immer das Zeichen des DSD (den grünen Punkt) hat. Damit gab es hier noch nie Probleme; große Styroporteile, die nicht in die Säcke passen, werden sogar so mitgenommen, wenn sie bei der Sammlung dazugelegt werden.
266
am 20.03.2010 18:10:02 (95.222.194.xxx) Link Kommentar melden
Gelber Sack? Ich habe nur einen Papierkorb und eine Mülltonne. ;) Einmal im Jahr Sperrmüll ist eine gute Methode, Ordnung zu halten. Oder das Rote Kreuz anrufen, die entrümpeln auch.
288
am 21.03.2010 14:04:59 (188.127.165.xxx) Link Kommentar melden
Bei uns in Spanien wird der Müll in riesige Bodencontainer geworfen, man soll trennen, muss es aber nicht, der Müll wird-dank der RattenWink- täglich geleert und Dosenpfand ist das Wort, das man hierzulande wegen entstehender Krawalle niemals inden Mund nehmen darfWink
muß man denn hier immer alles 150%ig machen?


wie man an meinem Beispiel sieht:- nee!
Übrigens die meisten Korruptionsmöglichkeiten bietet das Abfallwirtschaftssystem,weshalb da auch viele Politikeraffairen mit verbunden waren in der jüngsten Vergangenheit...Das verteuert das gesamte System dermassen, dass der Müll schon fast das gleiche kostet wie die Beschaffung der Lebensmittel...für Grossfamilien ein fast schon unlösbares Problem...

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