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II. Lustiges aus der deutschen Rechtschreibung

Der „Deppenakzent“

René Grau(s) © Florian Siebeck via flickr
René Grau(s) © Florian Siebeck via flickr
Der sogenannte „Deppenakzent“ ist ein naher Verwandter des „Deppenapostrophs“, manchmal sind sie sich sogar – sozusagen wie eineiige Zwillingsbrüder – zum Verwechseln ähnlich, was den „Deppenakzent“ auch immer wieder verleitet, als „Deppenapostroph“ aufzutreten, vice versa. – Dennoch verdient der „Deppenakzent“ auf jeden Fall seine eigene Vorstellung.

Zunächst sollte man sich jedoch in Erinnerung rufen, was ein Akzent überhaupt ist; in verschiedenen Sprachen hat der Begriff nämlich unterschiedliche Bedeutung und auch völlig unterschiedliche Auswirkungen für das gesprochene Wort! Erfunden haben ihn die Grammatiker im antiken Griechenland; als sogenannte „diakritische Zeichen“ kommen im Altgriechischen die drei Akzente „Zirkumflex“, „Gravis“ und „Akut“ vor. Diese sind übersetzt – aber mit einer völlig anderen Bedeutung und Auswirkung – dann im Französischen wiederzufinden: „accent circonflexe“, „accent grave“, „accent aigu“ . Während im Altgriechischen allerdings die Akzente die Sprachmelodie und den Sprechrhythmus steuern, verändern sich im Französischen durch den Akzent dagegen die Lautwerte – der Vokal, der einen Akzent trägt im Französischen, hat eine andere Aussprache, doch das Wort muß nicht seine Betonung auf der akzentuierten Silbe haben!

„Wahrig Deutsches Wörterbuch“ weiß über den Akzent folgendes:

Ak'zent (m. 1)
  1. Zeichen für Betonung, Qualität oder Quantität eines Lautes (...); Betonung, Nachdruck; Aussprache, Tonfall, Sprachmelodie
  2. auf ein Wort, eine Aussage besonderen ~ legen; ~e setzen
  3. der ~ liegt auf der ersten Silbe, auf dem ersten Wort; mit ausländischem, englischem, süddeutschem ~ sprechen
< lat. accentus „Betonung“

Das Deutsche hat in der Schrift keine Akzente, im Gegensatz z.B. zum Französischen; die anderen romanischen und vor allem die slawischen Sprachen sollen in dieser Betrachtung aus Platzgründen unbeachtet bleiben. Bereits im Altgriechischen sind die Akzente von hoher Bedeutung, um den richtigen Sprechrhythmus zu finden. Im Unterschied hierzu gilt aber: die französischen diakritischen Zeichen (é), (è) und (ê) („accent aigu“, „accent grave“, „accent circonflexe“) werden zu den Akzentzeichen gezählt, da sie von der Form her den griechischen entsprechen und auch – verwirrenderweise – deren (übersetzte) Namen tragen. Tatsächlich jedoch sind diese französischen Beizeichen also zur zweiten Kategorie zu zählen, da sie die Qualität des bezeichneten Lautes verändern, jedoch nicht den Sprachakzent markieren.

Zusammengefasst:

  1. der französische Akzent verändert den Lautwert und sagt nichts über die Betonung aus,
  2. der griechische Akzent zeigt die Betonung an und lässt den Lautwert unverändert.

„Deppenakzent“ © Polluks, Wikipedia
„Deppenakzent“ © Polluks, Wikipedia
Für die deutsche Schrift kann man sich also ganz einfach merken: es gibt keine Akzente (bei deutschen Wörtern, doch selbst französische Lehnwörter werden irgendwann ohne Akzent geschrieben, also „apropos“ statt eigentlich à propos („zu dem Vorgebrachten“). Im Deutschen kommt praktisch nur der Apostroph vor, nicht aber der Akzent. Außer bei denen, die Akzent und Apostroph verwechseln, siehe Bilder.

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Schlüsselwörter: Apostroph | Auslassungszeichen | Leerzeichen | Akzent | Grammatik | Lustiges | Rechtschreibung
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Kommentare

OZ24
am 26.07.2010 10:35:25 (84.183.176.xxx) Link Kommentar melden
Schlimm wenn man den eigenen Namen nicht richtig schreiben kann.

René
Rene´

Wink
357
am 09.01.2011 09:15:35 (84.19.165.xxx) Link Kommentar melden
Möglicherweise war der Werbegestalter der Firma René Grau in Weimar Italiener, denn im Italienischen schreibt man bei gelegentlich (vor allem bei Großbuchstaben) auch schon mal einen Apostroph(!) statt eines Akzents, dann hätte es aber

RENE'



heißen müssen...

Man lernt nie aus Smile

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