Medien: Witziges & Skurriles

III. Lustiges aus der deutschen Rechtschreibung

Das Deppenleerzeichen als „Stolper Stein“ der „Ortho Graphie“
17.09.2010 13:11:37 eingesandt von die Textschmiede für OnlineZeitung 24.de

Deppen Leer Zeichen
Deppen Leer Zeichen
Der Gebrauch der deutschen Sprache ist mit vielerlei Gefahren verbunden; neben dem bereits besprochenen Deppenapostroph (Deppen-Apostroph) und dem Deppenakzent (Deppen-Akzent) gibt es auch das sogenannte Deppenleerzeichen (Deppen-Leerzeichen), das man – um den Effekt noch deutlicher hervortreten zu lassen – auch als „Deppen Leer Zeichen“ schreiben könnte. Aber was genau ist nun eigentlich ein Deppen-Leerzeichen in grammatikalischer Hinsicht? Das Deppenleerzeichen hat zwei Erscheinungsformen oder Erscheinungs-Formen, nämlich erstens als ein falsches Leerzeichen an einer Stelle, an der eigentlich mindestens ein Bindestrich stehen sollte (oder die Wörter zusammenzuschreiben wären), und zweitens die Abtrennung von Satzzeichen (diese Erscheinungsform wird in einer weiteren Folge behandelt werden.

Hier geht es zunächst um folgendes: das „Deppenleerzeichen“ ist eine seit der Jahrtausendwende üblich gewordene umgangsprachliche Bezeichnung für das Einfügen von Leerzeichen in ein Kompositum; denn im Deutschen werden Komposita entweder zusammen oder mit Bindestrich geschrieben, anders als zum Beispiel im Englischen, wo die Getrenntschreibung üblich ist. Diesen Defekt deutscher Rechtschreibung kann man somit auch als eine spezielle Form des „Denglisch“ interpretieren. Beispiele für konkret angewandte Deppenleerzeichen sind „Pilz Suppe“, „Geschirr Rückgabe“, „Stadt Bücherei“ oder „Video Überwachung“, besonders beliebt ist allerdings auch das „Bio Gemüse“.

Die Spekulationen darüber, wie es genau zur Entstehung des Deppenlehrzeichens kam, sind vielfältig, wenn auch der exakte Entstehungszusammenhang unklar bleibt. Fest steht jedoch, dass sich hier Spreu und Weizen trennen: die einen können es eben richtig, die anderen nicht. Hilfreich in der praxis hat sich die Empfehlung erwiesen, im Zweifelsfall – jedenfalls im Deutschen – einfach einen Bindestrich zu machen, sofern es sich um ein zusammengesetztes Hauptwort handelt, denn das Wort „Binde-Strich“ sieht selbst in dieser Schreibweise immer noch besser aus als ein „Binde Strich“. Bei zusammengesetzten Verben jedoch ist leider durch die „Recht Schreib Reform“ noch mehr „Ver Wirrung“ entstanden, weil kaum jemand noch genau weiß, ob man die Verben denn nun „zusammenschreibt“ oder „zusammen schreibt“.

Im Zweifelsfall sollte man sich also nicht scheuen, ein aktuelles „Nach Schlage Werk“ zu benutzen oder eine gute Rechtschreibprüfung im Internet zu suchen.

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