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Technik: Schifffahrt

Will die Thai-Marine in Deutschland zwei U-Boote kaufen?

Thailand ist bald das einzige Land in Südostasien, dessen Marine über keine U-Boote verfügt

Foto: © B. Struve, Pixelio.de.
Foto: © B. Struve, Pixelio.de.
Bereits seit mehr als zwei Jahren spekuliert die thailändische Marine mit der Anschaffung von U-Booten. Sie hat nämlich keine mehr, nachdem die vier alten japanischen U-Boote bereits vor Jahren ausgemustert wurden. Bisher scheiterte es an den Finanzen. Inzwischen hat aber Singapur mindestens zwei U-Boote in Schweden eingekauft, die dort von der Marine ausgemustert wurden. Der südliche Nachbar Malaysia wird zwei U-Boote aus Frankreich bekommen und Vietnam hatte schon vor einiger Zeit sechs Stück in Russland in Auftrag gegeben – für 2 Milliarden US-Dollar, heißt es.

Dann wäre Thailand das einzige Land in Südostasien, dessen Marine nicht (mehr) über U-Boote verfügt. Deshalb ist die Anschaffung solcher Unterwasser-Schiffe derzeit wieder ganz aktuell, wie die englischsprachige Bangkok Post bereits am 1. Januar 2010 berichtete. Offensichtlich nicht nur im Gespräch, sondern ganz konkret in der Tat. Jedenfalls bestätigte der Marinekommandeur Admiral Kamthorn Pumhirun, dass es derzeit eine Machbarkeitsstudie gebe, die sich mit dem Kauf von U-Booten befasst. Ein Ausschuss würde dann die Durchführbarkeit prüfen und wenn die Finanzmittel vorhanden sind steht dem Kauf wohl nichts mehr im Wege. Und zudem bestätigte er, dass zu Ausbildungszwecken vorab ein gebrauchtes U-Boot angeschafft werden soll. Die Marine spekuliert darauf, dass die U-Boote 2012 in Dienst gestellt werden können.

„Der Grund für den Kauf von U-Booten entstand nicht aus einer Laune heraus, sondern soll helfen den militärischen Auftrag zum Schutze Thailands zu verbessern. U-Boote können vielfältig eingesetzt werden und sind für Thailand absolut notwendig.“ So argumentierte der Marinekommandeur jetzt. Das thailändische Militär betonte, dass die geplante Anschaffung der U-Boote nicht Teil eines Wettrüstens wäre. Vielmehr solle dadurch auch ein Vorteil bei internationalen Verhandlungen entstehen. Außerdem seien die neuen U-Boote notwendig um thailändische Interessen und Ressourcen im Golf von Thailand zu sichern. In diesem Zusammenhang war die Rede von Ölförderung, Frachtexport, Fischerei und sogar Tourismus.

Bisher war man in der Öffentlichkeit weitgehend davon ausgegangen, dass die Marine auf gebrauchte russische U-Bote zurückgreifen wolle, die am billigsten sind. Das aber würde bei der veralteten Technik etliche Kompromisse bedeuten, die die Marine nicht so gerne eingehen möchte. Und so berichtete heute die deutschsprachige, ebenfalls in Thailand erscheinende TIP-Zeitung, dass die Militärs viel lieber auf die „viel ausgereifteren Produkte der deutschen U-Boot-Schmiede Thyssen-Krupp (u. a. HDW Kiel)“ zurückgreifen würden. Das sei aber bisher an den hohen Kosten gescheitert.

Doch vielleicht ergibt sich da doch noch eine Möglichkeit. In Kiel liegen nämlich vier U-Boote vom Typ 214 auf Halde. Diese waren ursprünglich für die griechische Marine, in deren Auftrag, gebaut worden. Doch Griechenlands Finanzkrise war schon lange abzusehen und die vereinbarten Zahlungen wurden von Seiten Griechenlands nicht getätigt (aber jetzt von Deutschland Finanzhilfe fordern). So hat die Werft nun, wie es heißt, rund 600 Millionen Euro Außenstände. Da käme der Verkauf von zweien dieser U-Boote an Thailand der Werft gerade recht. Wie die TIP-Zeitung weiter berichtete, hat sie aus „gut unterrichteten Kreisen“ erfahren, „dass bereits seit einiger Zeit entsprechende Verhandlungen geführt werden“.

Foto: © Axel Ertelt.
Foto: © Axel Ertelt.
Jetzt taucht nur noch die Frage auf: Könnte die deutsche Regierung den möglichen Deal zwischen der Kieler Werft und der thailändischen Marine noch verhindern? – So wie einst, in den 90er Jahren, den Bau des Flugzeugträgers für Thailand, der dann von einem anderen EU- und NATO-Land gebaut wurde? Damals hatte es von Seiten unserer Regierung geheißen, der Bau eines Flugzeugträgers für Thailand dürfe nicht stattfinden, weil Thailand in einer Krisenregion wäre. Dank der irrationalen Einwände unserer Regierung hatte dann unser EU- und NATO-Partner das Geschäft gemacht und seine Arbeitsplätze gesichert (soviel zur Einigkeit in der EU und der NATO).

Die thailändische Marine feierte seinerzeit die Ankunft des Flugzeugträgers mit einem Tag der offenen Tür im Marine-Stützpunkt Sattahip. Seitdem liegt er dort vor Anker und ist niemals wirklich in Betrieb genommen worden…

  1. Fotolegende: U-Boot im Bau bei HDW in Kiel. Foto: © B. Struve, Pixelio.de.
  2. Fotolegende: Der thailändische Flugzeugträger im Marinestützpunkt Sattahip. Foto: © Axel Ertelt.

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Schlüsselwörter: Thai-Marine | U-Boot | Flugzeugträger | Thailand | Kiel | Werft | Griechenland
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Kommentare

173
am 04.03.2010 15:20:22 (188.194.97.xxx) Link Kommentar melden
Zum Glücklichsein dieser Länder gehören auch U-Boote. Denn dann können sie Unterwasserbeben und Tsunamis bekämpfen!
445
am 19.05.2010 15:13:14 (92.72.201.xxx) Link Kommentar melden
Sollen die doch zwei griechische an Thailand verkaufen, Thailand kauft sie so oder so, von uns oder andere. Die damalige Geschichte mit dem Flugzeigträger war ja peinlich. Unsere Marine muss ja betteln, damit die alten U-Boote durch neue ersetzt werden. Ok, es ist Kriegsgerät,aber wir leben auch nicht in einer heilen Welt.
286
am 19.05.2010 22:50:40 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Was ist denn gegen U-Boote zu sagen, objektiv?
266
am 20.05.2010 22:43:05 (95.222.194.xxx) Link Kommentar melden
U-Boote sind völlig in Ordnung. Vor allem die der NATO und die des Staates Israel Smile

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