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Buch-Neuerscheinung: „Gewalt ist eine Lösung“

Das unglaubliche Doppelleben des Stefan Schubert – Morgens Polizist, abends Hooligan

Foto: © Siegfried Bellach, Pixelio.de.
Foto: © Siegfried Bellach, Pixelio.de.
Im Jahr 1996 erschütterte eine Schlagzeile die ganze Nation: „Polizist als Hooligan enttarnt“ oder ähnlich. Dieser Polizist war der 1970 geborene Stefan Schubert. Jetzt hat er seine Geschichte im riva Verlag in München als Buch herausgebracht.

In der Innenstadt von Bielefeld hatten Hooligans eine Straßenschlacht angezettelt, in deren Verlauf es 55 Verletzte gab. Mit dabei, in der vordersten Front, war Stefan Schubert, seit acht Jahren Polizist. Seine Beteiligung hier war jedoch nicht auf Seiten der Polizei sondern als Hooligan. Gleichzeitig in seiner Zugehörigkeit zur Polizei gehörte er auch der Blue Army Bielefeld an. Dabei handelt es sich um eine 1982 gegründete „Fangruppe“, die einwandfrei der extremen Hooliganszene zuzuordnen ist, teilweise bis zu 70 Mitglieder hatte und auch als „Ostwestfalenterror“ bekannt wurde.

Ganze acht Jahre hatte Stefan Schubert in zwei Welten gelebt. Die eine, in der er Polizeiobermeister war und die andere, die völlig entgegen gesetzte Welt, in der er ein gewalttätiger Hooligan war und andere Menschen brutal zusammenschlug. Dazu reichte ihm und seinen Kumpanen von der Blue Army Bielefeld oftmals nur eine läppische Kleinigkeit, die dann Grund genug für eine brutale Schlägerei war.

Die Kollegen? Wohl nie so ganz ahnungslos schauten erst einmal weg oder beachteten die Anzeichen nicht. Erst ein WDR-Filmbericht über die Ausschreitungen in der Nacht vom 7. auf den 8. Juni 1996 war schließlich der Anlass ihn endgültig zu enttarnen und gegen ihn zu ermitteln. Es hatte sich bis dato um die schwersten Hooligan-Ausschreitungen in der Geschichte Bielefelds gehandelt. Und Stefan Schuberts Beteiligung war eindeutig erkennbar.

Da seine Kollegen nicht mehr mit ihm auf Streife fahren wollten wurde er erst einmal in den Innendienst versetzt. Das Strafverfahren gegen ihn wurde auf Grund eines Deals zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft und Stefan Schubert eingestellt. Dafür schied er im September 1998 freiwillig aus dem Polizeidienst aus und zahlte eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro.

Stefan Schubert: Gewalt ist eine Lösung. Morgens Polizist, abends Hooligan – Mein geheimes Doppelleben.“ Ca. 300 Seiten, ISBN 978-3-86883-064-4, riva Verlag München, erschienen am 26. Februar 2010, Preis 19,90 Euro.

Fotolegende: Fußballfans in der Innenstadt. – Eine Situation, die jederzeit eskalieren kann. Foto: © Siegfried Bellach, Pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Gewalt | Hooligan | Polizei | Polizist | Stefan Schubert | Neuerscheinung | Buch | Doppelleben
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Kommentare

288
am 04.03.2010 02:06:35 (217.168.10.xxx) Link Kommentar melden
Die Römer wußten das: si vis pacem para bellum ("wenn Du Frieden willst, dann bereite Dich auf den Krieg vor"Wink

wer lesen kann..aber das ist bei Chaim ja leider immer so eine Sache der Befindlichkeit, da er sich gern selektiv rausliest, was er eben in seinem Innersten zutiefst wünschtEdit: Entfernt Bitte keine groben Beleidigungen anderer Kommentatoren!
Es steht nicht das....dann ziehe IN DEN KRIEG oder etwa ZETTEL EINEN KRIEG AN, sondern im übertragenen Sinn "SEI KAMPFBEREIT". Edit: Entfernt Bitte keine groben Beleidigungen anderer Kommentatoren!
  • Geändert von Argusauge am 04.03.2010 08:21:39.
173
am 04.03.2010 15:27:27 (188.194.97.xxx) Link Kommentar melden
Ah, nun weiß ich, woher wir damals, so zur Sturm und Drangzeit den Ausspruch lebten "allzeit bereit"
Warn das Zeiten! Als wir die Freiheit von der Freiheit erfanden.
266
am 04.03.2010 20:41:48 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
In zivilisierten Staaten hat der STAAT aus gutem Grund das GEWALTMONOPOL.
286
am 04.03.2010 22:57:52 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
So ein Doppelleben stell ich mir als ziemlich anstrengend vor.
288
am 10.03.2010 23:44:37 (217.168.7.xxx) Link Kommentar melden
"Gewalt ist eine Lösung" - ja, manchmal stimmt das, leider. Die Ideologie der Gewaltfreiheit ist nämlich unter Umständen die, die Gewalt erst hervorruft und begünstigt. Und dagegen hilft dann manchmal nur noch - im Sinne von ausschließlich - Gewalt.

Als ich noch in Deutschland lebte, wurde mir beigebracht, dass man Konflikte nicht mit Gewalt lösen dürfe, ich lernte, das Gesetz zu respektieren und möchte auch nicht anders leben.
Menschen, die diese Grundsätze des gewaltlosen Zusammenlebens negieren und die sogar noch Gewalt als Lösung propagieren, sind in meinen Augen Internethooligans der Tastatur, eine hirnlose Mischung aus Adrenalin und Machthunger, Ausgeburt einer kranken Psyche.
Ich verabscheue diese Verharmlosung von Rechtsverletzungen und die offene Rechtfertigung von Körperverletzung oder weitaus schlimmeren und fordere die Admins auf, diese unsäglich dummen und unerträglichen Gewaltphantasien dieses angeblichen Autors zu editieren.
NICHT MEINE Aussagen sind eine Beleidigung, sondern dieser Satz im Zitat ist eine Beleidigung für jeden ehrbaren Menschen, der auch nur ein Quentchen an Moral braucht, um diesen widerlichen Quatsch abzulehnen.

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