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Medien: Sonstiges

Heute vor 100 Jahren (16): Erste Ausgabe von „Der Sturm“ erscheint in Berlin

Die Zeitschrift etablierte sich schnell zur bedeutendsten des Expressionismus in Deutschland

Foto: Wikipedia (gemeinfrei).
Foto: Wikipedia (gemeinfrei).
Am 3. März 1910 erschien die erste Ausgabe der neuen, von Herwarth Walden (16.09.1878 – 31.10.1941) herausgegebenen expressionistischen Zeitschrift Der Sturm. Sie erschien zuerst wöchentlich, dann halbmonatlich, im Sturm Verlag, der Teil des so genannten Sturmkreises war. Bereits im Jahr 1912 erreichte Der Sturm eine Auflagenhöhe von bis zu 10.000 Exemplaren.

Der Sturm Verlag gab zudem auch Manifeste, Streitschriften, Jahrbücher, Kunstbände und Kunstpostkarten von meist noch unbekannten Künstlern heraus. Die bekanntesten Bücher waren die Sturmbücher. Band 1 und 2 waren die Werke Sancta Susanna und Rudimentär von August Stramms.

Der Sturm ist das Blatt der Unabhängigen. Kultur und Kunst der heutigen Zeit werden kritisch bewertet. In dieser Zeitschrift äußern sich nur Persönlichkeiten, die eigene Gedanken und eigene Anschauungen haben. Ausgeschlossen ist jede Art von Journalismus und Feuilletonismus. Die Wochenschrift Der Sturm enthält in jeder Nummer Essays über Fragen der Kunst und Kultur. Die produktive Kunst erscheint in Romanen, Novellen und Gedichten bedeutender zeitgenössischer Autoren. Der Polemik und der Kritik in Wort und Linie wird weitester Raum gewährt.“

Herwarth Walden in einem Prospekt zur Abo-Werbung der Zeitschrift von 1910.

Der Titel der Zeitschrift, Der Sturm, die vor dem Ersten Weltkrieg eine entscheidende Rolle im deutsch-französischen Expressionisten-Austausch spielte, dürfte vermutlich in Anlehnung an das letzte Theaterstück von William Shakespeare (1564 - 1616) gewählt worden sein, das den gleichen Namen trug (engl. Originaltitel: The Tempest). Dieses wurde am 1. November 1611 im Londoner Whitehall Palace uraufgeführt.

Der Begriff Sturm wurde von Herwarth Walden zum Markenzeichen und zur Corporate Identity bei der Durchsetzung der modernen Kunst in Deutschland ausgestaltet. Zum Sturmkreis gehörten schließlich auch die Sturmabende, an denen futuristische Lyrik vorgetragen wurde, die 1912 eingerichtete Sturmgalerie, ab 1916 die von Georg Muche geleitete Sturm-Kunstschule, die 1917 eröffnete Sturm-Buchhandlung und 1918 auch die Sturmbühne.

1932 wurde die Zeitschrift eingestellt. Im Jahre 1970 erschien im Kraus Verlag in Nendeln/Lichtenstein ein Reprint aller erschienenen Bände.

Seit einigen Jahren gibt es die Herwarth-Walden-Gesellschaft DER STURM, die von Sina Walden, der Tochter von Herwarth Walden und Sebastian Gaiser zusammen mit einigen bedeutenden Wissenschaftlern ins Leben gerufen wurde. Sie hat die Aufgabe alle Fakten zum Wirken und Leben von Herwarth Walden zusammenzutragen, wissenschaftlich zu erforschen und zu veröffentlichen, um so einen außerordentlichen Beitrag zur deutschen und auch internationalen Kultur im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern. Die Gesellschaft, so das Ziel, soll später einmal in eine Stiftung umgewandelt werden.

Fotolegende: Titelkopf der Zeitschrift Der Sturm. Foto: via Wikipedia (gemeinfrei).

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Schlüsselwörter: 3. März 1919 | 03.03.1910 | Der Sturm | Herwarth Walden | Berlin | Expressionismus | Zeitschrift | Kunst
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