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Politik: Europa

Beleidigter EU-Partner Griechenland fordert Boykott deutscher Waren

Griechen erinnern Deutschland an Nazi-Vergangenheit – Focus-Titel als Auslöser

Foto: © Andreas Keller, Pixelio.de.
Foto: © Andreas Keller, Pixelio.de.
Das Focus-Titelbild der Ausgabe 8/2010 vom 22. Februar des Jahres gab den Griechen Grund genug die ohnehin angespannten Beziehungen in der EU zu Deutschland nahe an den Gefrierpunkt zu bringen. Das Bild zum Titelthema „Betrüger in der Euro-Familie – Bringt uns Griechenland um unser Geld…“ zeigt eine antike griechische Statue, die Venus von Milo, mit hochgestrecktem Mittelfinger. Anlass genug für die Griechen wegen dieses Bildes auf die Barrikaden zu gehen und gegen Deutschland zu wettern.

Es ging um die derzeitige Situation des Währungspartners Griechenland und seine immense Finanzkrise bei der Staatsverschuldung. Allerdings muss man fairerweise auch sagen, dass die Griechen als „Betrüger-Familie“ bezeichnet und somit auch provoziert wurden. Doch die übertriebene Reaktion der Griechen ist nicht gerade dazu angetan die Lage zu entspannen. So rief nun ein griechischer Verbraucherverband zum Boykott deutscher Waren auf. Als maßlose Krönung des Ganzen nannte der griechische Ministerpräsident Papandreou öffentlich die Frage deutscher Reparationen nach der Nazi-Besatzung als ungelöst.

Giorgos Lakouritis, Präsident des griechischen Verbraucherinstituts, sagte: „Wir fordern die deutsche Regierung auf, diese unangebrachte Publikation zu verurteilen. Die Griechen sind keine Betrüger!“ Des Weiteren wurden Protestflugblätter in der Athener Innenstadt verteilt, so auch vor einer Filiale der Media Markt Kette. Darauf war zu lesen: „Von heute an Boykott von allen deutschen Produkten und Geschäften durch alle Bewohner Griechenlands. Die Verfälschung einer Statue der griechischen Geschichte, Schönheit und Zivilisation, die aus einer Zeit stammt, wo sie (die Deutschen) Bananen auf Bäumen gegessen haben, ist unverzeihlich und nicht hinnehmbar.“

Natürlich hat Griechenland eine imposante Vergangenheit, auf die es zu Recht stolz sein darf. Immerhin hat das antike Griechenland Europa entscheidend mit geprägt und beeinflusst. Doch das ist der „Schnee von gestern“. Angesichts seiner derzeitigen wirtschaftlichen bzw. finanziellen Lage in der EU sollten sie vielleicht doch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehren. Griechenland braucht heute Freunde mehr denn je, und die sollten sich die Griechen nicht zu Feinden machen – angesichts solch dummer Bemerkungen wie sie auf dem unqualifizierten Flugblatt zu lesen waren.

Foto: © Manfred Walker, Pixelio.de.
Foto: © Manfred Walker, Pixelio.de.
Wolfgang Schultheiss, deutscher Botschafter in Athen, bedauerte das Focus-Bild und versicherte den Griechen, dass Deutschland auf der Seite Griechenlands stünde. Doch das reicht den Griechen noch lange nicht. Lakouritis sagte dazu: „Wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde mehr.“

Der deutsche Außenhandelsverband BGA hingegen sieht diesem banalen Desaster gelassen entgegen und geht davon aus, dass es sich um Einzelstimmen handelt, die nicht der Mehrheit der Griechen entsprechen. Dort wünscht man sich vor allem eine schnelle Rückkehr zur Sachlichkeit, die die Griechen (zumindest einige wenige von ihnen) derzeit nicht mehr zu haben scheinen.

Ich bin ein großer Fan der griechischen Küche und gehe gerne mal in ein griechisches Restaurant zum Essen. Das wird auch weiterhin so bleiben. Und vielleicht hilft meine Empfehlung der griechischen Küche ja auch ein ganz kleines bisschen die politische Lage zu entspannen…

  1. Fotolegende: Stein des Anstoßes: Die Venus von Milo. Foto: © Andreas Keller, Pixelio.de.
  2. Fotolegende: Die Akropolis (Athen). Bei ihrer Geschichte verstehen die Griechen keinen Spaß. Foto: © Manfred Walker, Pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Griechenland | Deutschland | Focus | Titelbild | EU | Boykott | Boykottaufruf | Beziehungen
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Kommentare

286
am 27.02.2010 21:25:29 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Griechenland hat ja offenbar seine Daten gefälscht, das war der Stein des Anstoßes.

http://www.bild.d...titel.html

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