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Sonstiges: Gesundheit

Was ist daraus geworden? – Der Aids-Impfstoff aus Thailand

Infektionsrisiko um 31 % gesenkt – Doch die Wirkung hält nur ein Jahr an

Foto: © Baumgeist, Pixelio.de.
Foto: © Baumgeist, Pixelio.de.
Im vergangenen Oktober hatte die OZ24 über erste Erfolge in der Aids-Forschung bei der Suche nach einem Aids-Impfstoff berichtet. Schon damals hatte die Ärzte Zeitung vor zu großer Euphorie gewarnt. Zu Recht, wie sich jetzt herausstellte.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern unter der Leitung von Nelson Michael vom Walter Reed Army Research Institute in Maryland berichtete jetzt, dass die Wirkung des Impfstoffs lediglich ein Jahr lang anhalten würde. Außerdem wurde der Vorwurf gemacht, dass die Studie damals keinesfalls ideal konzipiert gewesen sei, weil die 16.402 Freiwilligen, die damals geimpft wurden, keine typisch Aids-Gefährdeten waren.

Das Experiment ist auch heute noch nicht vollständig abgeschlossen. Durch neue Blutuntersuchungen bei den Probanden soll nun herausgefunden werden, welche organischen Voraussetzungen für einen wirksamen Impfschutz notwendig sind und wie lange ein solcher Impfstoff wirksam sein kann.

Bereits im November 2008 hatte es erste Meldungen gegeben, wonach spanische Forscher einen Aids-Impfstoff testen wollten. Die Tests begannen im Januar 2009 mit 30 Freiwilligen. Das Ziel war nicht der Schutz vor Aids, sondern der Impfstoff sollte verhindern dass die Immunschwächekrankheit bei Infizierten zum Ausbruch gelangt. Er basierte auf der Grundlage, dass bei 0,5 % der Infizierten die Krankheit nicht zum Ausbruch kommt. Dies sollte mit dem Impfstoff nun auf die Freiwilligen übertragen werden. An Mäusen und Affen sei der Impfstoff bereits erfolgreich getestet worden berichteten damals die Mediziner des staatlichen Forschungsinstitutes CSIC unter der Leitung von Mariano Esteban. Nur kurz zuvor hatte auch die US-Gesundheitsbehörde Tests mit einer Pille angekündigt, die den Ausbruch von Aids verhindern sollte. Zudem hatte das US-Bundesinstitut NIAID weitere Versuche mit Aids-Medikamenten in den USA, Südafrika, Indien, Brasilien und Thailand angekündigt.

Pharmaindustrie hat kein wirkliches Interesse an einem Aids-Impfstoff

Kranke sind besser fürs Geschäft und die Aids-Forschung ist nicht rentabel genug. Die Forschung nach einem wirklich wirksamen Impfstoff gegen Aids ist sündhaft teuer (obwohl in den USA mit 93 % staatlich finanziert) und rechnet sich nicht. Mit dieser Argumentation stellte der US-Pharmariese Merck bereits im September 2007 seine Aids-Forschung ein, denn die sei zeitaufwendig, frustrierend und ohne Aussicht auf Profit!

Kurz zuvor war wieder einmal eine Testreihe erfolglos verlaufen, bei der 3.000 Freiwillige mitgemacht hatten. Die Werbung dafür hatte geheißen: „Dank Leuten wie dir wird Aids gestoppt werden!“ Was dann tatsächlich gestoppt wurde war die Aids-Forschung – nicht die Krankheit. Dabei war man im Vorfeld recht optimistisch gewesen und der getestete Impfstoff MRK-Ad5 von Merck hatte lange als das vielversprechendste Mittel im Kampf gegen Aids gegolten. Immerhin hatte man ein ganzes Jahrzehnt für die Formel benötigt.

Foto: © Marcel Rolfes, Pixelio.de.
Foto: © Marcel Rolfes, Pixelio.de.
Wie Merck, so sahen es offensichtlich auch die Aktionäre. Kurz nach dem Bekannt werden des Ausstiegs aus der Aids-Forschung stieg der Aktienkurs der Merck-Aktien um 3 % an.

Auch wenn die Pharmaindustrie alle Vorwürfe zurückweist, die besagen dass sie sich zu wenig an der Kostenbeteiligung und beim Engagement in der Entwicklung eines Aids-Impfstoffs beteiligen. Der Merck-Rückzieher und die Zahlen sprechen eine andere Sprache:

Von mehr als 20 Milliarden Dollar, die jährlich für die Aids-Forschung ausgegeben werden, flossen nach Angaben der UNO nur 1 Milliarde in die Forschung nach einem Impfstoff. Und von dieser einen Milliarde kamen gerade einmal 79 Millionen (unter 8 %) aus dem Privatsektor mit seinen Multimilliarden schweren Bilanzkassen…

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Schlüsselwörter: Aids | HIV | Impfstoff | Thailand | Pharmaindustrie | Merck
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