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Wirtschaft & Finanzen: Welt

Erdöl und Benzin so teuer wie nie, warum eigentlich?

Foto: www.Pixelio.de
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Verständlicherweise klagt jeder der momentan sein Fahrzeug oder seinen Heizölkessel betanken muss über die steigenden Preise an den Zapfsäulen. Erst letzte Woche sind Diesel und Superbenzin auf neue Rekordpreise gestiegen. So kostete ein Liter Diesel 1,33 Euro und Superbenzin 1,47 Euro. Der wohl wichtigste Grund ist der enorme stetige Anstieg des Rohölpreises. Diese lag zwischenzeitlich über der Marke von 100 US-Dollar je Barrel. Somit hat sich der Rohölpreis von Januar 2007 bis November 2007 verdoppelt.

Für diesen Anstieg sind mehrere Gründe verantwortlich. An den Weltbörsen ist die Preisbildung an sich nachzuvollziehen. Sie erfolgt auf Grundlage von Einschätzungen der Vorhandenen Menge an Rohöl, so wie der Bedarfsentwicklung am Weltmarkt. Als Hauptgrund des Anstieges gilt aber unbestritten, dass das weltweite Angebot bei steigender Nachfrage zurückgeht. Und den Gesetzen des Marktes zufolge bedeutet das, je geringer das Angebot an Rohöl ist umso höher wird der Preis.

Energiehunger der Wachstumsgiganten China und Indien.

Ein weiterer nicht zu verachtender Grund für den ständig steigenden Rohölpreis ist das hohe Wirtschaftswachstum in Ländern wie China und Indien. Dieses Wachstum erzeugt einen hohen Bedarf an Rohstoffen wie Erdöl. Da diese Länder selbst über keinerlei nennenswerte erschlossene Rohstoffvorkommen verfügen, müssen die benötigten Rohstoffe auf dem Weltmarkt eingekauft werden. Dieses führt wiederum zu einer erhöhten Nachfrage und in Folge dessen steigen die Preise.

Steigende Kosten für Ölgewinnung

Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Grund sind die steigenden Kosten für die Erschließung neuer Erdölvorkommen. Weltweit sind fast alle leicht zugänglichen Ölvorkommen erschlossen. Neue Ölvorkommen sind im Regelfall nur unter großen Kostenaufwand zu erschließen. Das bedeutet wiederum steigende Förderkosten werden auf den Rohölpreis umgelegt. Zur Verdeutlichung will ich die Gewinnung von Öl aus Ölsand nennen. Dieser von Erdöl durchtränkte Sand ist in riesigen Mengen in Kanada und Venezuela zu finden. Das südamerikanische Land verfügt nach Schätzungen über ein Drittel der weltweiten Ölsandvorkommen. Die Gewinnung von Öl aus solchen Lagerstätten ist technisch sehr aufwändig und verbraucht große Mengen an Wasser und Energie. So liegen denn auch die Produktionskosten für ein Barrel Öl aus diesem Sand in Kanada bei bis zu 25 Dollar. Ein Abbau lohnt sich also erst bei einem Ölpreis, der weit über diesen Kosten liegt.

Naturkatastrophen zerstören Förderanlagen

Auch Naturkatastrophen und politische Krisensituationen haben kurzfristig Einfluss auf den Rohölpreis.Es gibt auch viele kurzfristige Gründe für den Ölpreisanstieg. Dazu zählen beispielsweise politische Krisensituationen wie gegenwärtig in Pakistan, in deren Folge die Nachfrage nach Öl- und Ölprodukten durch Bevorratung in vielen Ländern stark ansteigt. Eine weitere Ursache für Preisanstieg sind Naturereignisse wie der jüngste Hurrikan in Mexiko oder "Katrina", der im Sommer 2005 den südöstlichen Teil der USA heimsuchte und zeitweise Ölförderanlagen und Raffinerien lahmlegte. Die Folge ist eine kurzfristige Verknappung der Ölförderung. Andere Aspekte der Preisentwicklung sind die anhaltende Schwäche des US-Dollars gegenüber stärkeren Währungen wie dem Euro. Da Öl international nur in Dollar gehandelt wird, verschafft ein sinkender Dollarpreis manchen Marktteilnehmern die Möglichkeit, Öl zu kaufen. Auswirkungen hat auch die Tatsache, dass gerade die arabischen Opec-Länder wenig in Raffinerien investierten, in denen das Erdöl weiter verarbeitet wird. Wenn also die Preise für Produkte, die aus Rohöl hergestellt werden, anderswo steigen, neigen diese Öllieferanten dazu, den Preis für den Rohstoff zu erhöhen um von höheren Gewinnen der Verarbeiter ebenfalls zu profitieren. Allerdings hat die Opec vor allem durch die Öffnung des Ölhandels an der Börsen heute keinen so großen Einfluss mehr wie noch in den 1970er-Jahren. Und schließlich sind auch die Staaten selbst an der Preisspirale für Öl und Benzin beteiligt. So machen nach Angaben des deutschen Mineralölverbands in Deutschland die Mineralöl- und Mehrwertsteuer 64 Prozent des Benzinpreises aus. Und die Mehrwertsteuer wurde in Deutschland am 1. Januar 2007 von 16 auf 19 Prozent erhöht.

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Schlüsselwörter: Benzin | Benzinpreis | Erdöl | Rohöl | Erdölpreis | Rohölpreis
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