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Sterbegeldversicherung oder Sparvertrag? (Teil 3)

Was bei einer Sterbegeldversicherung unbedingt beachtet werden sollte…

Foto: © Frank Ulbricht, Pixelio.de.
Foto: © Frank Ulbricht, Pixelio.de.
Fast jede Versicherung bietet heute so genannte Sterbegeldversicherungen an. Verbraucherschützer raten davon ab eine solche abzuschließen und empfehlen stattdessen das Sparen auf eigene Initiative für die dereinstige Bestattung. Das dies kein guter Ratschlag ist, habe ich in den vorangegangenen beiden Teilen ausführlicher erläutert – ebenso eine sichere Alternative zum vollkommen ungeeigneten Sparen auf eigene Initiative aufgezeigt: Die Treuhandeinlage (Teil 2). Dass eine Sterbegeldversicherung nicht schlecht sein muss und worauf Sie beim Abschluss einer solchen unbedingt achten sollten, das erfahren Sie heute.

Verbraucherorganisationen stellen die Sterbegeldversicherungen pauschal als schlecht dar und empfehlen das Sparen auf eigene Initiative. Dabei sehen sie nur die Rendite aus finanzieller Sicht. Sicher gibt es Methoden des Sparens, die auf Dauer eine höhere Rendite ergeben. Die Banken leben schließlich davon. Was aber scheinbar vollkommen bei dieser Einstellung unberücksichtigt bleibt ist der eigentliche Sinn und Zweck einer Sterbegeldversicherung. Eine solche wird doch ausschließlich dafür abgeschlossen, die dereinstige Beerdigung finanziell sicherzustellen und die Angehörigen finanziell zu entlasten. Im Zusammenhang mit einem Bestattungs-Vorsorgevertrag ist die Sterbegeldversicherung auch vor dem Sozialamt sicher, wenn Sie dereinst zu einem Sozialfall werden. Sie fällt nicht zum Schonvermögen und bleibt dabei unberücksichtigt. Dies haben inzwischen zahlreiche Urteile bestätigt, darunter das Bundessozialgericht im Jahr 2008. Eigene Spareinlagen hingegen müssen aufgebraucht werden und sind somit nicht sicher.

Bevor Sie jedoch die erst beste Sterbegeldversicherung abschließen, sollten Sie sich ein detailliertes Angebot erstellen lassen und dies in Ruhe genau unter die Lupe nehmen – alleine, ohne Beisein des Versicherungsvertreters, der die Versicherung natürlich sofort abschließen möchte. Auch ist es ratsam mehrere Angebote einzuholen und diese miteinander zu vergleichen. Achten Sie dabei genau auf das Kleingedruckte, denn das sind Bedingungen, die sie mit Ihrer Unterschrift (Vertragsabschluss) akzeptieren. Und immer daran denken: Nur das Schriftliche gilt – und zwar komplett von A bis Z. Mündliche Versprechungen der Versicherungsvertreter sind nur heiße Luft und haben ohne ausdrückliche und schriftliche Bestätigung der Versicherungsgesellschaft keinerlei Wert.

Eine Sterbegeldversicherung ist ähnlich wie eine Kapital-Lebensversicherung – außer, dass sie in der Regel zweckgebunden ist und in der Regel (Ausnahmen bestätigen die Regel) erst im Todesfall ausgezahlt wird.

Ebenso wie bei einer Kapital-Lebensversicherung gibt es in der Regel für die erste Zeit nach Abschluss so genannte Ausschlussklauseln und Fristen. So wird (meist) innerhalb der ersten drei Jahre nicht gezahlt, wenn der Tod durch Suizid (Selbsttötung/Selbstmord) eintritt. Dann gibt es allenfalls die eingezahlten Beiträge zurück. Bei Unfalltod hingegen wird die volle Versicherungssumme sofort fällig. Diese letzte Regelung sollte auf alle Fälle Bestandteil einer guten Sterbegeldversicherung sein.

Wichtig ist auch ab wann es im Normalfall die volle Versicherungssumme gibt. Das können bei einigen Versicherungen bis zu drei Jahre sein, in denen dann lediglich die eingezahlten Beiträge rückerstattet werden. Besonders beitragsgünstig sind im Regelfall so genannte Gruppenverträge, die über Institutionen oder Gesellschaften/Vereine abgeschlossen werden. Z. B. bietet so etwas der Sozialverband Deutschland (vormals Reichsbund) in Zusammenarbeit mit einer Versicherung an. Allerdings gibt es hier die Klausel, dass die anfallenden Bonus-/Überschussanteile nicht dem Versicherungsnehmer, sondern dem Sozialverband zu Gute kommen.

Einen besonderen Gag hat sich in der Vergangenheit eine Versicherung erlaubt. Die hat ein Tochterunternehmen. Dabei handelt es sich um eine bundesweit operierende Bestatterkette – wohl mehr oder weniger nach ausländischem Vorbild (USA, Frankreich, GB…). Nun hat (oder hatte zumindest) diese Versicherungsgesellschaft bei ihren Sterbegeldversicherungen eine Klausel, die besagte, dass im Sterbefall die Beerdigung von einem Institut ihres Tochterunternehmens ausgeführt werden müsse, da ansonsten ein Anteil von 10 % von der auszuzahlenden Versicherungsleistung einbehalten und als Entschädigung an das Tochterunternehmen ausgezahlt würde. Das wurde dann auch so praktiziert. Nach umfangreichen Protesten der Öffentlichkeit und der Betroffenen, die allesamt aussagten, darauf wären sie bei Abschluss der Versicherung nicht hingewiesen worden, machte die Versicherung dann wieder einen Rückzieher und zahlte die volle Summe an den Leistungsempfänger aus. Dies wird meines Wissens bis heute so gehandhabt – zumindest bei den alten Verträgen.

Diese Beispiele zeigen wieder einmal deutlich, wie wichtig das Kleingedruckte in einem Vertrag ist. Zudem kommt es natürlich auch darauf an, was Sie die Versicherung kostet. Das heißt nicht nur, wie hoch der Beitrag ist, sondern auch wie lange Sie Beiträge bezahlen müssen. Da ist es dann nicht unbedingt der günstigste Beitrag, bei dem Sie insgesamt gesehen am wenigsten zahlen.

Da bietet das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur, eine Tochtergesellschaft des Bundesverband Deutscher Bestatter, über seine angeschlossenen Mitgliedunternehmen, die Sie über die Bestattersuche finden können, eine recht gute Variante an. Dabei handelt es sich um einen Gruppenvertrag des Kuratoriums mit einer namhaften Lebensversicherung. Dazu finden Sie online auch einen Link zu einem Beitragsrechner auf der Website des Kuratoriums (links in der Navigationsleiste unter Vorsorgecheck), über den Sie sich unverbindlich über die Beiträge informieren können.

Beim Abschluss einer solchen Versicherungen fallen keine Gesundheitsfragen oder gar Gesundheitsprüfungen an, eine Aufnahme kann bis zum 80. Lebensjahr erfolgen und die Dauer der Beitragszahlungen sind auf 25 Jahre (höchstens jedoch bis zum 85. Lebensjahr) begrenzt. Ein enormer Vorteil dabei ist auch die Staffelung der Versicherung in den ersten 18 Monaten (1,5 Jahren). Im Gegensatz zur bis zu dreijährigen Wartezeit bei manch anderen Versicherungen gibt es hier bereits ab dem 7. Versicherungsmonat ein Viertel (25 %) der abgeschlossenen Versicherungssumme. Nach einem Jahr (13. bis 15. Monat) bereits die Hälfte (50 %) und vom 16. bis 18. Monat 75 %. Ab dem 19. Monat, also nach Ablauf der ersten 1,5 Jahre, erhalten Sie die volle Summe. Zudem gibt es Bonusanteile. Sollte der Sterbefall im ersten halben Jahr eintreten erhalten Sie die vollen eingezahlten Beiträge zurück – ohne Abzüge.

Das alles ist fair und gut. So gehört diese Variante über das Kuratorium auch zu meinen Favoriten, besonders da ich persönlich solche schlechten Beispiele kenne, wie eingangs geschildert. Das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur setzt sich übrigens für den Erhalt der Bestattungskultur in Deutschland ein und betreibt Informations- und Aufklärungsarbeit. Wer hierüber eine Sterbegeldversicherung abschließt, ist automatisch Mitglied im Kuratorium (ohne weitere Kosten und Verpflichtungen), wie beim Abschluss eines Treuhandvertrages. Das Kuratorium finanziert sich aus 50 % der reinen Überschuss-/Bonusanteile, die im Leistungsfall auf die Versicherungssummen (zusätzlich zu diesen) gezahlt werden. Das ist fair, zumal sie auch hier (wie beim Treuhandvertrag) in den Genuss einer für Sie kostenlosen Auslandsrückholversicherung kommen und damit eine Zusatzleistung abgesichert haben, für die Sie keine Extra-Beiträge zahlen müssen.

Fotolegende: Alles dreht sich ums liebe Geld, denn alles kostet Geld – auch die Beerdigung. Foto: © Frank Ulbricht, Pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Sterbegeldversicherung | Kuratorium Deutsche Bestattungskultur | finanzielle Absicherung | Treuhandverträge | Bestattungskosten | Beerdigungskosten | Versicherungen
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