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Politik: Deutschland

Für ein Europa der Vaterländer und der Muttersprachen

Der Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS) ruft am 20.02.2010 zum Tag der deutschen Sprache auf

Sonntag, 21. Februar 2010
Sonntag, 21. Februar 2010
Dieser Sonntag hat nach Ansicht des Verein Deutsche Sprache (VdS) eine besondere Bedeutung: es ist der Tag der deutschen Sprache. Der Verein Deutsche Sprache ruft die Sprachgemeinschaften Europas dazu auf, die Vielsprachigkeit des Kontinents besser zu achten. Angesichts der Dominanz des "Denglish" und der vielfältigen Verhunzung der deutschen Sprache ein löbliches Vorhaben.

Dabei geht es nicht um die Fragen der Rechtschreibreform, sondern um die Bewahrung der Sprachpflege einer Muttersprache; bei allem natürlichen Sprachwandel und einer normalen Veränderung jeder Sprache ist leider zu beobachten, dass das Sprachgefühl und die Sprachlogik im Abnehmen begriffen sind. Jeder, der mit Sprache und mit Texten zu tun hat, wird das bestätigen können. Neben dem "Denglish" dürften solche grausam klingenden Fehlentwicklungen wie "Kanaksprak" und die schlichte Übertragung der Logik anderer Sprachen auf das Deutsche die schlimmsten zersetzenden Auswirkungen haben. Hierfür das bekannte Beispiel "es macht Sinn", das eins zu eins aus dem englischen "it makes sense" übernommen wurde. Im Englischen kann man das so formulieren (neudeutsch: "geht das"), im Deutschen aber nicht. Denn im Deutschen "hat etwas Sinn", da "es" zwar etwas "machen" kann, nur eben keinen "Sinn". Etwas ist sinnvoll oder es hat Sinn, anders "geht das" in der deutschen Sprache nicht. Auch die Frage des Infinitivs mit "zu" überfordert viele: mittlerweile fällt es kaum noch jemandem auf, dass ganz oft geäußert wird: "das brauchst Du nicht machen", anstatt, korrekterweise: "das brauchst Du nicht zu machen".

Merkwort: "Wer 'brauchen' ohne 'zu' gebraucht, braucht 'brauchen' gar nicht zu gebrauchen."

Nichts gegen den Wandel der Sprache, wir haben viele Wörter aus allen möglichen Sprachen in das Deutsche übernommen, nicht nur das Portemonnaie (Geldbeutel, Geldbörse, Patte). Das ist in Ordnung ("okay") und völlig unproblematisch. Es soll hier keinesfalls den Sprachideologen von rechten Rand Beistand geleistet werden, die sich nicht entblöden, statt Telefax "Fernbrief" zu schreiben oder statt email "Elektronische Post". Wer so schlicht denkt, hat ein armes geistiges Innenleben, denn mindestens ein Drittel des Deutschen (vorsichtig geschätzt) sind Lehnwörter aus anderen Sprachen, das fängt mit Telefon an und hört mit Computer noch lange nicht auf.

Gut, solche Missgriffe wie das "Handy", das ja gar nicht englisch ist (dort heißt es mobile phone oder cellular phone) sind unsinnig, aber wer will denn schon zum Vierzylindermotor "Viertopfzerknalltreibling" sagen? Das aber wäre die urdeutsche Entsprechung. Also bitte: alles mit Maß und Ziel, vor allem aber mit Sprachgefühl!

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Schlüsselwörter: Deutsch | Muttersprache | Vaterland | mehrsprachiges Europa | VDS | Tag der deutschen Sprache
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Kommentare

OZ24
am 20.02.2010 20:06:57 (84.183.152.xxx) Link Kommentar melden
Sonntag, 20. Februar 2010 Datum oder Wochentag verkehrt?
357
am 22.02.2010 09:03:31 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
Es war der gestrige Sonntag, wie aus der Pressemeldung hervor geht.

Besonders gelungen ist wohl die Aktion "Ich mag
die deutsche Sprache, weil …"



DEUTSCHE SPRACHWELT
http://www.deutsc...achwelt.de
- PRESSEMITTEILUNG -

Tag der Muttersprache:
1.000 Gründe für die deutsche Sprache gesucht

Anläßlich des Internationalen Tags der Muttersprache am 21. Februar stellte die Sprachzeitschrift heute ihre Aktion vor. Ziel ist es, ein Zeichen gegen die Verdrängung der deutschen Sprache zu setzen und das Bewußtsein für den Wert der Muttersprache zu fördern, erklärte Chefredakteur Thomas Paulwitz.


1.000 Gründe für die deutsche Sprache:
http://www.deutsc...1000.shtml

Pressemitteilung:
http://www.deutsc...2-19.shtml


Ich mag die deutsche Sprache, weil sie gleichermaßen ausdrucksstark wie auch präzise ist.
286
am 23.02.2010 09:03:49 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Ich mag die deutsche Sprache dann, wenn ich Menschen begegne, die sich in ihr ausdrücken können.
Hartmut Holz
am 23.02.2010 16:17:34 (217.80.208.xxx) Link Kommentar melden
Dem kann ich voll zustimmen. Aber ich mag, in unserer
Sprache, keine englischen Ausdrücke.
Hartmut Holz
am 02.03.2010 17:20:46 (217.80.225.xxx) Link Kommentar melden
Na ja, den Ausdruck Handy gibt es auch nur bei uns in
Deutschland.

Woanders heißt das Mobile Telefon auch Mobile Phon.

Aber der Begriff Handy hat sich bei uns eingebürgert und nun
sollten wir auch dabei bleiben.

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