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"Kommentare schreiben" - eine kleine Anleitung für Anfänger (2)

Wie man sein Ziel erreicht, ohne den Leser vor den Kopf zu stoßen

Geschwindigkeit ist nicht alles...
Geschwindigkeit ist nicht alles...
Reflect before you act! - Diese Warnung sollte eigentlich jedesmal eingeblendet werden, wenn der Mauszeiger den Sende-Button auf dem Monitor berührt... - denn was gesendet ist, ist weg. Was gesprochen ist, ist gehört. Solche Äußerungen lassen sich nachträglich nie mehr aus der Welt schaffen. Wenn so etwas im Internet geschieht, kann dies unübersehbare Folgen haben... - bis man den Moderator erreicht hat und ihn um Korrektur oder Löschung des eigenen Beitrags bittet, können bereits Hunderte von Lesern die Botschaft aufgenommen, per screenshot dokumentiert und weiterverbreitet haben.

Bevor man einen Kommentar schreibt, ist es also durchaus empfehlenswert zu überlegen, welche Grenzen der Meinungsfreiheit zu beachten sind, und was man eigentlich damit erreichen möchte, daß man kommentiert. Denn die Ziele des Kommentars können ja ganz unterschiedlich sein. Sie können schwerpunktmäßig auf der Sachebene liegen, sie können aber auch fokussiert die Gefühle ansprechen oder eine Beziehung thematisieren: man merkt letzteres dann daran, daß der Kommentator „persönlich“ wird. Für den unbeteiligten oder lediglich neugierigen Leser ist das meist unverständlich, peinlich oder sogar ärgerlich. Denn vielleicht ist er am Sachthema interessiert, nicht jedoch an einem rhetorischen Muskelspiel oder einem (pseudo-)intellektuellen Hahnenkampf.

Das Wesen des Kommentars ist die nachvollziehbare, begründete und logisch aufgebaute subjektive Meinung zu einer Sache, einer Person, zu einer formulierten Problemstellung, zu einer Theorie oder zu einer These. Beliebt als Aufhänger sind selbstverständlich auch politische, kulturelle oder sportliche Ereignisse. - Möglich sind - unter anderem - folgende Absichten und Motive bei einem Kommentar (die „Spielchen“ auf der Beziehungsebene bleiben bei der Aufzählung jetzt bewußt außer Betracht):

  • der Kommentator möchte in der Sache etwas ergänzen, was der Autor nach Meinung des Kommentators übersehen oder vergessen hat...
  • Der Kommentator möchte die Wichtigkeit des Themas unterstreichen, sich bei dem Autor bedanken oder ihn zu weiteren Produktionen anregen (positive Verstärkung, Feedback)...
  • der Kommentator möchte eine Verknüpfung mit oder eine Überleitung zu einem anderen Thema herstellen - die natürlich für den Leser nachvollziehbar gemacht werden sollte...
  • eventuell bedarf der Artikel einer sachlichen Korrektur, nach subjektiver Meinung des Kommentators...
  • der Kommentator möchte andere Leser provozieren oder einladen, um so einen lebendigeren virtuellen Dialog zu erzielen...

Die leicht mögliche Umlenkung des eigentlich zu kommentierenden Themas ist durchaus ambivalent. In der Regel wird sie als negativ empfunden, wenn der Kommentator - subtil und subversiv - den kommentierten Text lediglich parasitär benutzt, wie ein Virus, um auf sein Thema - meist haben solche Menschen wirklich nur eines -, beispielshalber das ominöse „Zitiergebot“, eine dubiose „Kernsanierung“ oder die angebliche „Illegalität“ der Bundesrepublik umzulenken. Als positiv wahrnehmbar erscheint es dagegen, wenn eine so plazierte Botschaft für sich genommen stringent und konsistent wirkt. In diesem Sinn hat der damalige Bundesaußenminister Genscher einmal geäußert: „Es gibt Dinge, die trage ich grundsätzlich vor, auch wenn ich nicht danach gefragt werde“.

Ein guter Vorsatz!
Ein guter Vorsatz!
Es versteht sich von selbst, daß gerade politische Themen immer zu einer Kontroverse führen; das ist nicht nur unvermeidbar, sondern eigentlich ja auch der Sinn der Sache. Das Kontroverse ist konstitutiver Bestandteil des Politischen. Aus demselben Grund ist es relativ sinnfrei, über religiöse oder weltanschauliche Fragen diskutieren oder die darin begründeten Auffassungen anderer kommentieren zu wollen; das artet üblicherweise in rhetorisch eher flaches „Geholze“ und in destruktive Scharmützel aus. Alles, was bei weltanschaulichen oder religiösen Fragen über eine reine Sachfrage oder einen persönlichen Standpunkt bzw. eine subjektive Wertung hinausgeht, wird erfahrungsgemäß problematisch.

Der Kommentar soll den Leser idealerweise zum eigen Denken anregen und sie mit zusätzlichen Informationen und Impulsen versorgen. Dazu können ein eigener, unverwechselbarer Stil ebenso beitragen wie grundlegende stilistische Elemente:

  • rhetorische Fragen
  • Ironie/Sarkasmus
  • Humor/Witz
  • persönliche Erfahrungen
  • bildhafte Sprache/Metaphern
  • Beispiele, Gleichnisse
  • Vereinfachung/Reduktion aufs Wesentliche
  • Wertungen
  • Appelle/Forderungen
  • Fiktionen/Gedankenspiele

Was ebenfalls immer hilft - und auch dies wiederum mildert die eventuell überschäumende spontane Erstreaktion - ist das Korrekturlesen. Gerade bei Foren, die keine Korrekturmöglichkeit bieten, ist diese eingebaute „Bremse“ durchaus zu empfehlen. Es kommt nicht immer darauf an, daß ein Kommentar so schnell wie möglich abgesetzt wird; wichtig ist, daß er überhaupt beigesteuert werden kann. Eine gewisse „Entschleunigung“ hat hier also ihre ganz eigenen Vorteile:

So schnell wie möglich, so langsam wie nötig.

  • Bildnachweis:
  • "Schneller" by Rainer Sturm via Pixelio
  • screenshot von "Die Simpsons"
  • Das Genscherzitat ist persönlichen Aufzeichnungen bzw Dokumentationen entnommen.

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Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
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Schlüsselwörter: Journalismus | Texte | schreiben | Überzeugung | Stil | Rhetorik | Logik | Eulenspiegel
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Kommentare

kommt123
am 22.04.2010 19:12:09 (92.224.98.xxx) Link Kommentar melden
Mit der linken Maustaste bitte...Grin
kommt123
am 22.04.2010 19:15:44 (92.224.98.xxx) Link Kommentar melden
Kannst du es dir nicht einfach ansehen.
Bitte...Wink
kommt123
am 22.04.2010 19:21:58 (92.224.98.xxx) Link Kommentar melden
Grin...Ok,ich werde dir die Wünsche nachher aufschreiben.
Aber erst möchte ich zu Abend essen.

Aber das mache ich nur,weil du uralt und kurzsichtig bist.

GrinWink
kommt123
am 22.04.2010 19:57:10 (92.224.98.xxx) Link Kommentar melden
So,ich habe dir die Wünsche einmal aufgelistet:

Also es waren dabei...


Nächstenliebe
Hoffnung
Toleranz
Freundschaft
Verständnis
Vertrauen
Frieden
Zuneigung
Glauben
Zärtlichkeit
Gerechtigkeit
Mitgefühl

Das waren alle Wünsche.
Wink
Ganz oben war noch ein leeres Herz,für den ganz individuellen Wunsch.
kommt123
am 22.04.2010 22:21:11 (92.224.147.xxx) Link Kommentar melden
Was meinst du bitte mit selber füllen?
Die hingen doch an dem Baum,Chaim.

Und jetzt habe ich sie dir,wie du mich drum gebeten hast,einzeln aufgelistet.
Und nun kannst du lesen,ohne das es blinkt,was für Wünsche zur Verfügung standen.Wink
kommt123
am 22.04.2010 22:22:46 (92.224.147.xxx) Link Kommentar melden
Ach du meint das leereGrin
Ja,das darf man selber füllen.
Grin
kommt123
am 23.04.2010 07:14:26 (85.179.239.xxx) Link Kommentar melden
Danke für deine ausführliche Erklärung Chaim.

Ich weiß aber was füllen bedeutet.
Ich habe mal wieder voreilig meinen Kommentar abgeschickt.
Genau den Fehler den ich ja nicht mehr machen wollte.

Erst aufmerksam lesen.
Dann überlegen.
Dann erst schreiben.

Ist schon teilweise schlimm mit mir.
Wink
kommt123
am 23.04.2010 13:29:14 (92.224.148.xxx) Link Kommentar melden
Chaim schrieb:

Ich denke, es ist - rational betrachtet - doch eher die Lust am raschen Schlagabtausch, der Drang, etwas loswerden zu wollen.

--------------------------------------------------------------

So war es bei mir heute morgen.
Ich hatte es schrecklich eilig,wollte aber deinen Kommentar noch beantworten,und ich sehe ja was dabei rausgekommen ist.

Es bedarf doch einiger Übung,und daran werde ich wohl noch arbeiten müssen,vernünftige Kommentare zu schreiben.

Wird schon werden,da bin ich mir sicher!Wink
kommt123
am 23.04.2010 13:33:02 (92.224.148.xxx) Link Kommentar melden
Und den Kommentar von gestern...da war es ebenso!

Und jetzt sei bitte nicht böse,dass ich den Nachtrag geschrieben habe.Grin
kommt123
am 23.04.2010 19:28:58 (92.224.147.xxx) Link Kommentar melden
Chaim schrieb

Spannend ist - auch im Zusammenhang mit diesem Thema "Kommentare" - aber doch vor allem: warum klappt's beim einen, aber beim anderen nicht?

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So verschieden die Menschen,denn alle Menschen haben verschiedene Charaktere,so verschieden sind auch die Kommentare.

Es gibt sogenannte "Ich habe immer recht" Menschen,und es gibt Menschen,die interessieren sich auch für die Meinung anderer.

Ich möchte damit nicht sagen dass sich die erste Kategorie nicht für die Meinung anderer interessiert,aber diese Menschen sind nur fokussiert auf ihre Meinung.
Und andere Meinungen lassen sie nicht gelten.

Mit solchen Menschen zu kommunizieren,ob real oder in einem Portal,erfordert sehr viel Geduld.

Man kann solche Menschen verdammt gut einschätzen,und um sich nicht auf das gleiche Niveau zu begeben,denn diese Menschen werden dann auch sehr schnell beleidigend,meiden die meisten Menschen solche Kategorie Mensch.

Sie sind unbelehrbar,rechthaberisch,und zu keiner vernünftigen Kommunikation bereit.

Warum das so ist möchte ich nicht beurteilen.
Es kann viele Faktoren haben.

Vielleicht fehlt diesen Menschen einfach nur das Selbstbewusstsein.

Die Anonymität im Internet bietet sich ja dazu an einen richtig "Großen" raus hängen zu lassen.

Du hast es ja schon mehrfach erfahren müssen als deine Meinungen einfach in Frage gestellt wurden,und du weißt ja auch wie du beleidigt wurdest.


Ich freue mich schon auf den 3.Teil.
Wink
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