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Sonstiges: Kultur & Religion

Die weinende Madonna von Syrakus in Sizilien

In Italien, und ganz besonders auf der wunderschönen Mittelmeerinsel Sizilien, scheinen die Menschen Gott ein wenig näher zu sein, als anderswo. Italien ist wohl DAS katholische Land schlechthin. Wohin das Auge blickt, ragen beeindruckende Kirchenbauten aus den Stadtbildern heraus. Nicht nur alte Menschen, wie man dies bei uns in Deutschland eigentlich nur noch sieht, sind auf den Beinen, wenn die Kirchenglocken rufen und ihre Schäflein zum allabendlichen Gebet einfangen. Nein, auch viele junge Gläubige sieht man in den Kirchen Italiens. Dass dies so ist, dafür sorgen nicht nur der Vatikan, welcher in diesem Land, inmitten Roms als Kleinststaat fungiert, und hinter dessen Mauern der Nachfolger des Stuhles Petri regiert; nein, dafür sorgen auch zahlreiche Wunderstätten die das Land durchziehen.

Sizilien, diese malerische Insel mit ihrer offiziell recht kurzen Geschichte, die aber noch viele Rätsel und Geheimnisse birgt, ist da keine Ausnahme, sondern reiht sich bestätigend in die Riege der Heiligtümer ein.

Die Stadt Syrakus birgt sicherlich einige bedeutende Geheimnisse der Vergangenheit, die ich in meinem Buch „Hagar Qim - Rätsel um die Insel Malta“, das im Oktober 2007 in Deutschland erschienen ist, sehr genau beschreibe. Aber Syrakus bietet auch dem gläubigen Christen und nicht nur dem, sondern auch dem staunenden anderer Konfession ein wirkliches Kirchenwunder!

Es geschah vom 29. August bis zum 1. September des Jahres 1953 in der Via degli Orti, einer Straße inmitten Syrakus´. Schon seit Jahren stand in einer kleinen Wohnung in dieser Straße am Kopfende des Ehebettes einer bescheidenen sizilianischen Familie eine Madonnenstatue aus Gips. Nichts im Vorfeld dieser besagten Tage deutete darauf hin, dass sich beginnend mit dem 29. August ein Madonnenwunder zutragen sollte. So waren die Eheleute bass erstaunt, als die Madonnenstatue ohne Vorwarnung anfing bittere Tränen zu weinen! Erschrocken und erstaunt wandten sich die Eheleute zuerst an Freunde und Nachbarn um sich bestätigen zu lassen, dass sie nicht an Halluzinationen leideten, sondern dass dies auch wirklich geschah und keine Einbildung war. Dann wurden natürlich die katholischen Priester eingeschaltet, die ebenso erstaunt und ehrfürchtig dieses Wunder bestaunten.

Wissenschaftler wurden bald eingeschaltet und der schnellen Reaktion der Eheleute und der erzbischöflichen Kurie von Syrakus, diese einzuschalten, verdanken wir es, dass Tränen der weinenden Madonna mit Glasröhrchen aufgefangen wurden um diese später zu untersuchen. Ein Ärzteteam, zusammengestellt von der erzbischöflichen Kurie, wurde mit der medizinisch-wissenschaftlichen Untersuchung betraut. Allerhand andere Untersuchungen auf Manipulation, Struktur der Madonnenfigur und möglichen natürlichen Ursachen wurden angestellt und kamen immer zu dem Ergebnis, dass eigentlich nicht festzustellen war, woher die Tränen kamen. Ein Täuschungsversuch konnte nicht nachgewiesen werden – unfassbar!

Aber es kam noch dicker! Die medizinisch-wissenschaftliche Untersuchung des Syrakuser Ärzteteams kam zu einem eindeutigen Schluss – die Tränen waren echt! Es handelte sich bei der ominösen Flüssigkeit um wirkliche, echte Tränenflüssigkeit! Kein Zweifel, hiermit war ein wirkliches Wunder bewiesen und konnte bis heute nicht widerlegt werden!

Zwischen Piazza Vittoria und Viale Teocrito steht heute eine monumentale, kegelförmige Anlage, die mit ihrer stolzen Höhe von 74 m die Stadt beherrscht.

Santuario Madonna delle Lacrime, das Heiligtum der Madonna von Lacrime erhebt sich weithin sichtbar und ist das Ziel von Pilgern die zu tausenden diese heilige Stätte aufsuchen und dem Wunder gedenken.

Drei Jahre nach dem Wunder wurde dieses einzigartige Bauwerk zu Ehren der „Madonnina“ aus der Via degli Orti beschlossen. Und bald wurde das massige Bauwerk mit einer ausserordentlich weitläufigen Stahlkonstruktion und einer Gesamtfläche von 4700 m2 errichtet. 11000 Personen finden in diesem monströsen Bauwerk Platz!

Die Architekten Michel Audralt und Pierre Parat entwarfen dieses wirklich atemberaubende Gebäude mit einem kreisförmigen Grundriss und ganzen 18 Eingängen. 1966 wurde der Bau begonnen und schon 1968 wurde die Unterkirche mit 80 m Durchmesser, auch Krypta genannt, eingeweiht. Die Oberkirche, das „Heiligtum“ wurde erst danach fertiggestellt. Dessen Basis bilden 22 Stahlbetonträger mit einem Innendurchmesser von 71,40 m. In Schwindel erregender Höhe von mehr als 54 Metern erstellte der sizilianische Künstler Francesco Caldarella eine 20 m hohe bronzene „Krönung“ des Heiligtums, mit einer bronzenen Madonna delle Lacrime, umgeben von einem Heiligenschein und kreisförmige angeordneten Strahlen.

Der Bodenbelag des riesigen Kirchenschiffs mit Einlegearbeiten aus weißem Carrara-, grauem Billieli- und schwarzem Tarquinia-Marmor hat die Form eines Sterns. Der Boden am Hauptaltar und im Chorraum besteht dagegen aus Lasa-Marmor. Die auf einem Werk des Bildhauers G. Marchese ruhende Altarplatte besteht aus Modica-Stein.

In den Seitenschiffen befinden sich um den Hauptaltar herum acht Kapellen, sie sind der Hl. Luzia, der Kl. Agathe, dem Hl. Konrad, den Hl. Peter und Paul, dem Hl. Kreuz, der Hl. Familie, dem Hl. Franz von Assisi und dem Hl. Sakrament geweiht. Die zentralen Wände der einzelnen Kapellen zieren ikonographische Darstellungen von erlesener Schönheit, die auf das Leben der jeweiligen Heiligen verweisen und in Mosaikform von der Florentiner Schule Fra` Beato Angelico erstellt wurden. Rechts vom Hauptaltar befindet sich eine spätmittelalterliche, byzantinische Gruft.

Während des Papstbesuches von Papst Johannes Paul II 1994 in Syrakus wurde das Heiligtum der Madonna delle Lacrime vom Papst geweiht.

Im Heiligtum wird das Reliquiar mit einigen kostbaren Erinnerungen an das Wunder der Tränen aufbewahrt. Das nach einem Entwurf von Biagio Poidimani erstellte Reliquiar ruht auf einem Fuß mit achteckiger Basis und besteht aus drei Ebenen mit dem folgenden Inhalt:

1. ein Stück eines Tuches mit dem die Madonna bedeckt war, ein Teil es tränengetränkten Taschentuchs, die Ampulle, in der die Tränen aufgefangen wurden sowie einige Wattebäuschchen, die mit der Flüssigkeit in Berührung kamen. 2. vier Platten, die des Wunders gedenken 3. eine von vier Engeln bewachte Glasurne, darin eine der kleinen Ampullen, die zur Untersuchung der mittlerweile in kristallisierter Form aufbewahrten Tränen verwendet wurden.

Nicht nur für gläubige Christen ist dieses einzigartige Bauwerk sehenswert. Die ausgefallene Architektur zieht den Besucher ebenso in ihren Bann wie die Geschichte um das Wunder und das Wunder selbst.

Sollten Sie Syrakus besuchen, und das kann ich Ihnen nur ans Herz legen, darf ein Besuch des Heiligtums Madonna delle Lacrime nicht fehlen!

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Schlüsselwörter: Madonna | Syrakus | Alexander Knörr | Wunder | Marienwunder | Sizilien | Heilig | Religion
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Kommentare

349
am 05.02.2010 12:43:22 (76.76.104.xxx) Link Kommentar melden
Solche angeblichen Wunder lassen sich meistens ganz einfach erklären: http://www.heise....606/1.html
286
am 05.02.2010 18:16:32 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Das ist doch alles Humbug, aber das fängt ja schon in der Bibel an mit diesen stories.

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