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Wissenschaft: Forschung

Weg mit den Schweinen!

Die Aufregung der Tierschützer

©titanium22/public domain CCL
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Schweine kann man auf verschiedene Weisen beseitigen, die am häufigsten vorkommende dürfte wohl sein: man ißt sie. Dazu muß man sie natürlich vorher töten.

Ob man Tiere töten darf, mit welchen Methoden, aus welchem Grund - das beschäftigt vor allem Menschen, die sonst keine Probleme haben. Denn wenn man keine echten Probleme hat, macht man sich eben welche. Das gute Gewissen der Nation sind die Tierschützer, manche betreiben das Geschäft mit der Aufregung sogar hauptberuflich. Außerdem haben sie Hilfstruppen, die unter anderem in Presseagenturen oder Redaktionen sitzen; diese machen dann aus einer Information, die eigentlich gar keine Nachricht ist, eine sogenannte Meldung. Eine Meldung zu machen ist keine große Kunst, das kann jeder Hauptschüler oder Pseudo-Anarchist, solange die Überschrift zündet, ist der Rest eigentlich gleichgültig; die BILD-Zeitung macht uns das seit Jahrzehnten vor. Man kann sogar im Artikel dann die Aussage des Titel wieder zurücknehmen oder umdrehen, ganz egal: die Wirkung bleibt. In dem Fall, um den es hier geht, ist es die Aufregung. Ein schönes Bild dazu, und schon hat man wieder einmal die überlebenswichtige Botschaft unters Volk gebracht: Forscher sind grausam, Wissenschaftler sind gemein, Tiere sind arm dran und Tierschützer sind bessere Menschen. Außerdem, ganz nebenbei, kann man noch verkünden: Terroristen sind auch nicht schlimmer als die, die angeblich den Terror bekämpfen; vermutlich war dieser Gedanke sogar maßgebliches Motiv bei der Abfassung jener Pressemeldung, wenn es nicht ganz einfach quälende Langeweile war.

Schweine bei Terror-Tierversuch gesprengt

freenet 25.01.2010 - 17:57 Uhr

London (dpa) - Erneut sorgt ein grausiger Tierversuch mit Schweinen für Aufregung - er liegt jedoch schon Jahre zurück: In Großbritannien sind lebende Schweine in die Luft gesprengt worden. Damit sollte nach Angaben britischer Medien der Effekt von Anschlägen auf Menschen untersucht werden.

...mehr...

Tierschützer müssen hier natürlich sofort auf die Barrikaden gehen, liest man eine solche wie die folgende Reaktion, kennt man eigentlich alle anderen auch: «Tiere aus Versuchsgründen in die Luft zu sprengen ist massiv tierquälerisch, unethisch und obendrein sinnlos.» Das weiß, so bildet sie sich jedenfalls ein, Johanna Stadler, Geschäftsführerin des österreichischen Tierschutzvereins "Vier Pfoten", und sie trompetet diesen Nonsens in einer eigenen Pressemeldung in die Welt hinaus. Ob es wirklich unethisch ist, ließe sich bezweifeln, ob es sinnlos ist, kann man objektiv erkennen, weil es ein wissenschaftlicher Versuch war, und ob die Tiere gequält wurden, wäre erst einmal zu prüfen...

Eine solche Meldung ist jedoch wunderbar geeignet, den ganzen Frust, den so ein Menschenleben haben kann, zu konzentrieren und auf einen bösen Feind zu schleudern... - demzufolge gibt es auch ganz viele rechtschaffen Empörte, die sich ihren geblähten Unmut aus der wunden Seele schreien, 54 Leserkommentare, hier nur mal die beiden ersten:

54 Leser-Kommentare zu diesem Artikel

kein schwein schmeisst bomben (0 Antworten)

da sieht man wieder wer alles noch die veranlagung zum terrorist in sich trägt,wenn solche "menschen" nicht davor zurückschrecken,ein lebewesen das nichts mit den menschen-dingen zu tun hat und auch nicht haben will,in ihre armselige gedankenwelt mit größter gewalt hineinzwingen.- die schande der schöpfung - ich bete für unsere mitgeschöpfe

mondregen, 28.01.2010 02:33

Perverse Idioten (0 Antworten)

Sollen sich diese Vollidioten für ihre sinnlosen Tests doch selbst in die Luft jagen oder im Schnee vergraben!Das wäre mir lieber!Solche Perverslinge die Tiere(egal welche) quälen sind doch das Allerletzte!Da schämt man sich ein Mensch zu sein,nur der ist zu solchen Grausamkeiten fähig!Einfach widerlich!!

fleischer.dippoldiswalde, 27.01.2010 12:33

Fleischer paßt hier natürlich besonders schön, als Berufsbild oder Namen des Leserbriefschreibers; die Realität ist manchmal eben satirischer, als man es sich jemals ausdenken könnte. Da grämt sich ein Fleischer über arme Geschöpfe, die angeblich gequält würden, und hat offenbar die Details der Meldung aus lauter Empörung oder auch mangels Lesekompetenz, vielleicht sogar aufgrund einer gewissen mentalen oder intellektuellen Leistungsschwäche übersehen:

  • das Ganze ist eine wieder aufgewärmte Nachricht aus dem Jahr 2002, also acht Jahre alt...
  • es waren 18 Tiere...
  • der Sprengstoff wurde in zwei Metern Entfernung gezündet...
  • ...und, nicht ganz unwichtig: die Tiere waren betäubt...

"Lebendig" ist eben nicht dasselbe wie "bei Bewußtsein", soviel zum Thema "quälen". Soviel zur künstlichen Aufregung um nichts. Wieviel Schweine werden eigentlich in der EU pro Tag geschlachtet? Weiß man's? Na klar, das kann man nachlesen und sich ausrechnen, in Deutschland allein sind es fast 50 Millionen Schweine pro Jahr. In ganz Europa gibt es einen Bestand von 191 Millionen Schweinen, die sicher nicht zum Streicheln gehalten oder gemästet werden, in China sind es übrigens 489 Millionen Tiere.

Der einzige Unterschied zwischen Schlachthof und dem wissenschaftlichen Experiment ist also: im einen Fall ißt man das Tier, im andern wirft man es weg. Einen Gewinn hat man in beiden Fällen: im Schlachthof gewinnt man ein Lebensmittel, im Labor gewinnt man Erkenntnis.

Wirklich komisch, worüber sich manche Leute glauben aufregen zu müssen... - da werden 18 Schweine getötet in einem wissenschaftlichen Versuch, der vielleicht hilft, Menschenleben zu retten, und woanders sprengen sich Menschen freiwillig in die Luft. Das wird dann meist mit wolkigen Erläuterungen gerechtfertigt oder schöngeredet. Das ist widerlich, das ist pervers.

(A) Ein Schwein wird getötet....

YouTube Video

(B) Ein suicid bomber tötet sich selbst.... (und leider ermordet er dabei meist noch andere)

YouTube Video

  • Bildnachweis:
©titanium22/public domain (Lizenz: CC-BY), via freenet, gesprengte-schweine.jpg

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Schlüsselwörter: Wissenschaft | Forschung | Versuch | Tierversuch | Terror
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Kommentare

Argusauge
am 01.02.2010 18:17:06 (91.15.37.xxx) Link Kommentar melden
Tierschutz muss dennoch sein, aber an der richtigen Stelle.
Hartmut Holz
am 03.02.2010 13:47:26 (217.80.213.xxx) Link Kommentar melden
Tiere jederart sollten für solche Versuche nicht mißbraucht werden.
288
am 04.02.2010 09:45:52 (95.169.227.xxx) Link Kommentar melden
ich denke, er meint computergestützte Laborversuche ohne Tiere, und damit hat er auch recht, denn rund 95% aller Versuche gab es bereits, sie sind hinreichend dokumentiert um allseits genutzt zu werden, und der beste Tierversuch scheitert am Ende daran, dass keine Übertragung von 1:1 Tier auch Mensch gemacht werden kann.
286
am 04.02.2010 09:47:05 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Ich mag Schweine, auf dem Teller! Smile Und Tierversuche sind mir lieber als Menschenversuche.
288
am 04.02.2010 09:55:32 (95.169.227.xxx) Link Kommentar melden
http://www.datenb...rsuche.de/
Trotz gegenteiliger Behauptungen von Seiten der Industrie und der Hochschulen und Finanzierung großenteils durch uns Steuerzahler ist tierexperimentelle Forschung in Deutschland weitgehend geheim.Das Datenbank-Projekt der Ärzte gegen Tierversuche e.V. macht die aktuelle Praxis der Tierversuche für die Öffentlichkeit transparent.

http://www.aerzte...rsuche.de/


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  • Geändert von Argusauge am 05.02.2010 07:37:16.
288
am 04.02.2010 10:06:57 (95.169.227.xxx) Link Kommentar melden
im Tierversuch sterben nicht nur Nutztiere, und das ist leider die Finte, die dieser Artikel versucht zu legen, sondern insbesondere leiden und sterben im Versuch oft nach monatelangem Martyrium auch Haustiere wie Katzen und Hunde oder sogar Affen.
Das Problem ist dabei die mangelnde Transparenz ( Chaim, irgendwann wirst du dieses Wort mal verstehen...!) über Herkunft der Versuchstiere und Ablauf der Versuche sowie die Haltungsbedingungen im Labor.
Und Tierversuche sind mir lieber als Menschenversuche.

Auch undifferenziert. WOFÜR denn Tierversuche gemacht werden, das ist die Frage. Um Kosmetik herzustellen? Ich weiss auch ohne dass man einem Kaninchen Seife ins Auge tropft dass man Seife nicht ins Auge schmieren soll.
Und inwiefern eine affengetestete Faltencreme nun wirklich nutzt ist ohnhin fraglich.
Die Nutzungsparameter von Medikamenten sind ebenfalls völlig unterschiedlich bei Mensch und Tier.
Alles in allem also zu einem sehr grossen Tiel völlig sinnlos.
288
am 04.02.2010 10:08:15 (95.169.227.xxx) Link Kommentar melden
Ärztevereinigung kritisiert Affenversuche in Bochum:
»Unsägliche Tortur bei einer medizinischen Relevanz von Null«
Die Einstellung der Hirnversuche an Affen an der Ruhr-Universität Bochum war zunächst für Sommer 2009 verkündet worden. Nun sollen die Versuche doch bis mindestens 2011 weitergeführt werden. Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche kritisiert die Experimente am Affenhirn als »unsägliche Tortur bei einer medizinischen Relevanz von Null«.

http://www.aerzte...f2bc96ac85

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288
am 04.02.2010 10:28:21 (95.169.227.xxx) Link Kommentar melden
Seit 1991 war Jürgens Leiter der Abteilung Neurobiologie am DPZ. Hauptsächlich beschäftigte er sich mit der Frage, welche Hirnbereiche für die Lautäußerungen beim Totenkopfäffchen zuständig sind. Zwanzig Artikel haben wir in unserer Datenbank dokumentiert. Dokumente des Schreckens. Alle einander sehr ähnlich. Jürgens hat 17 Jahre lang die mehr oder weniger gleichen Versuche gemacht, hat Affen mit Stromstößen traktiert und ihre Schreie aufgezeichnet.

Auf der Website des DPZ sucht man vergeblich nach Hinweisen für eine klinische Umsetzung von Jürgens' 17-jähriger Forschungstätigkeit. Stattdessen findet man Angaben worauf sich sein »internationales wissenschaftliches Renommee« gründet: über 160 Publikationen, 170 Vorträge, gehalten in 24 Ländern, Betreuung von 20 Doktor- und 6 Diplomarbeiten. Das ist es, worum es in der Grundlagenforschung geht: Forschern in aller Welt, die an einem ähnlichen Thema arbeiten, von der eigenen Tätigkeit zu erzählen. Dies erhöht das Ansehen in der Forscherzunft. Je höher das Renommee, desto eher lassen sich Forschungsgelder kassieren. Diese stammen üblicherweise aus öffentlichen Kassen, das heißt von uns Steuerzahlern. Für kranke Menschen kommt nichts dabei heraus. Dies ist meist auch gar nicht vorgesehen.
http://www.datenb...niger.php4

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  • Geändert von Argusauge am 05.02.2010 07:39:16.
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am 04.02.2010 10:31:14 (95.169.227.xxx) Link Kommentar melden
Diese Ärztevereinigung betreibt auch nur das, was sonst immer kritisiert wird: Lobbyismus.
Nein, ich nenne das Insiderinformation und Nonkonformismus.
Denn die Ärztevereinigung macht sich zum Anwalt der Tiere, ohne jedes finanzielle Interesse. Wer könnte die Hintergründe denn besser beleuchten als Mediziner?
Hartmut Holz
am 05.02.2010 16:18:35 (217.80.226.xxx) Link Kommentar melden
Natürlich bin ich nicht für Versuche mit Menschen.

Nein, diese abartigen Versuche sind völlig überflüssig.
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