Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Politik: Politische Meinung

Neulich im Tollhaus: Die Schweiz und die Moschee

Ivo von Büren, SVP-Politiker von Grenchen... -oder: Lustiges Schauspiel in einem Akt!

© Angela Parszyk via Pixelio
© Angela Parszyk via Pixelio
Realsatire ist immer was Nettes. Man schlägt die Zeitung auf oder klickt im Internet herum und stößt auf einen Meldung, die wirklich kabarettistisch ist. Doch - in diesem Fall - auch mit Widerhaken.

Nach der ganzen Aufregung um das Schweizer Minarett-Bauverbot kommt jetzt so etwas: Ausgerechnet ein SVP-Politiker verkauft Land, auf dem jetzt eine Moschee gebaut werden soll. Wie das kommt? Na ja, die mohammedanische Gemeinde hat das über einen Strohmann aufgekauft und der Verkäufer - ausgerechnet ein SVP-Politiker und Mitglied im örtlichen Gemeinderat - hat eben lieber das Geld eingesackt, als einen vernünftigen Vertrag zu machen. Da hätte er seinem Treuhänder, der für ihn das Geschäft abwickelte, doch besser klarere Anweisungen geben sollen. Statt dessen steht der Verkäufer nun da wie ein begossener Pudel, eine gewisse Schadenfreude kann man als unbeteiligter Zuschauer durchaus dabei entwickeln...

Schon die Römer wußten: pecunia non olet, und der deutsche Volksmund weiß: der Teufel sch***t immer auf den größten Haufen. Manchmal natürlich auch auf den mit der größten Dummheit. Das ist der eine Aspekt.

Schweiz

SVP-Politiker verkauft Muslimen Land für Moschee

Donnerstag, 21. Januar 2010, 22:53 Uhr, Aktualisiert 22.01.2010, 9:19 Uhr

In Grenchen (SO) soll eine Moschee entstehen. Das geplante Gebetshaus stösst auf grossen Widerstand, vor allem die ortsansässige SVP ist dagegen. Doch der Mann, der den Muslimen das Land für die Moschee verkauft hat, ist ausgerechnet ein SVP-Politiker.

Weiterlesen...

Der andere Aspekt liegt darin, daß die Islamische Gemeinde nicht gut beraten war, einen solchen Weg eines verdeckten Ankaufs über einen Strohmann zu wählen. Dieser Vorgang ist sicher nicht dazu angetan, das Vertrauen zwischen den einzelnen Gruppen zu fördern, und der gesellschaftliche Frieden wird durch solche Aktionen belastet. Offene und ehrliche Geschäfte macht man anders. Ein gutes Geschäft zeichnet sich dadurch aus, daß Verkäufer wie Käufer dauerhaft mit der Transaktion zufrieden sind; das ist hier nicht zu erwarten.

Nur um es klarzustellen: ich kritisiere den Islam wegen seiner offensiven und andere Religionen verachtenden Ideologie; doch selbstverständlich haben alle Angehörigen aller Religionen überall das Recht, ihren Glauben auszuüben, und dazu gehört auch der Bau von Moscheen, Kirchen, Tempeln und Synagogen. - Daß diese Frage in den Scharia-Ländern etwas anders gehandhabt wird, sollte für Europäer kein Maßstab sein; wir mögen dort zwar Dhimmis sein, hier aber sollten europäische Maßstäbe gelten, das sind die der Aufklärung und der Demokratie. - Ob nun im Kanton Solothurn eine weitere Moschee gebaut werden wird, ob sie ein Minarett haben wird, das bleibt abzuwarten.

Abzuwarten bleibt auch, wie die Schweizer ihre Basisdemokratie in dieser Frage weiterhin ausüben und leben werden. Daß die Genfer Moschee durch Pflastersteinwürfe am 17.11.2009 beschädigt wurde, ist ein Unding. Kritik und gesellschaftliche Auseinandersetzung zeigt sich nicht in Randale und Gewalt. Steinwürfe oder

Schmierereien an Gotteshäusern - gleich welcher Religion - verbieten sich von selbst, sie sind Ausdruck von Werte- und Würdelosigkeit.

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: Schweiz | Türkei | Minarettstreit | Kirchtürme | Minarette | Diskriminierung | Islamophobie | Glaubensfreiheit | Ivo von Büren | SVP-Politiker | Gemeinderat | Grenchen | Solothurn
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

288
am 20.03.2010 10:58:25 (217.168.13.xxx) Link Kommentar melden
Wow. Chaim, dieser Artikel nötigt mir ein grosses Lob für Ausgewogenheit und Sachlichkeit ab. Weiter so!
266
am 20.03.2010 17:59:44 (95.222.194.xxx) Link Kommentar melden
Kritik und gesellschaftliche Auseinandersetzung zeigt sich nicht in Randale und Gewalt. Steinwürfe oder Schmierereien an Gotteshäusern - gleich welcher Religion - verbieten sich von selbst, sie sind Ausdruck von Werte- und Würdelosigkeit.
Da kann man nur zustimmen! Streit: ja!, Gewalt: nein!
286
am 20.03.2010 19:25:35 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Auch von mir sachliche und vor allem ausgewogene Zustimmung!

("Darfs ein bisschen mehr sein?")

Grin

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.05 Sekunden
38,873,105 eindeutige Besuche