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Politik: Europa

USA-Strategen und eine Betrachtung aus den politischen Wissenschaften

Unbelehrbarkeiten aus innenpolitischen Gründen oder ungebrochener Missionarseifer?

In dem hier zur Disposition stehendem Artikel aus NOVOSTI, einer deutschsprachigen Russland-Internetausgabe, der sich wiederum auf eine Veröffentlichung aus der „Iswestija“ bezieht, geht hervor, daß es Strategieüberlegungen aus den USA gibt, bei denen in den Köpfen offensichtlich nach wie vor die Blockbildung vergangener Tage, herum geistert.

Stratfor-Prognose: US-Experten befürchten Machtzuwachs Russlands – „Iswestija“ 13.01.2010

MOSKAU, 13. Januar (RIA Novosti). Das US-Thinktank Stratfor hat zu Beginn des neuen Jahres einen Bericht über die weltweite Entwicklung 2010 veröffentlicht. Darüber schreibt die Zeitung "Iswestija" am Mittwoch.

Russland wird darin eine beispiellose Machtzunahme vorhergesagt, verbunden mit der Festigung der Positionen im postsowjetischen Raum, weil der Westen weiterhin Probleme mit Afghanistan, Irak, Iran und Nordkorea hat.

Wjatscheslaw Nikonow, Präsident der Stiftung "Politika", geht in seinem Beitrag für die Zeitung näher auf das Thema ein. Die Prognose spiegele eine bestimmte Wirklichkeit oder zumindest eine potenzielle Möglichkeit wider, sagt er. Doch in Wirklichkeit gleiche die Stratfor-Prognose, die nicht selten als Schatten-CIA bezeichnet wird, eher einer Denunziation oder einer Aufforderung zur Eindämmung Russlands.

Die Analysten verweisen auf die ihrer Meinung nach überflüssige Gutmütigkeit der westlichen Staatsoberhäupter angesichts der zunehmenden Drohung "Die Russen kommen!". Das dürfe nicht unbeachtet bleiben, dem müsse entgegengewirkt werden.

In diesem Zusammenhang macht Nikonow auf eine Prognose der globalen Entwicklung für das gesamte 21. Jahrhundert aufmerksam, die vor kurzem Stratfor-Leiter George Friedman herausgegeben hat. In seinem Buch "The Next 100 Years" sagt er eine unvermeidliche Konfrontation zwischen Russland und den USA bereits in den 20er Jahren dieses Jahrhunderts voraus.

Das Ergebnis dieser Konfrontation werde die Vernichtung Russlands sein. (….)

„les Art“

Nun muß man wohl sehen, diese Überlegungen haben hoffentlich nur innenpolitischen Charakter, um gegen die neue Linie vom derzeitigen Präsidenten Barak Obama vorzugehen und vielleicht die Überlegenheit der „weißen Führungsschicht“ zu dokumentieren und Barak Obama als politischen Romantiker hinzustellen. Dennoch offenbart sie ein erschreckendes Missverständnis der Weltlage und der Veränderungen

Deshalb muß erst einmal grundsätzlich vorausgesetzt werden, die Zeiten herkömmlicher Kriege sind vorbei. Russland und Europa haben eine sehr enge, historisch gewachsene Verbindung, die heute dabei ist sich neu zu entwickeln. Die Überwindung der Idee des „internationalen Sozialismusses a la Lenin und Trotzki und eines Josef Stalin, sind vorbei und die Geschichte ist darüber hinweg gegangen. Der Versuch der Komintern und all dieser damit in Zusammenhang stehenden Organisationen, die aufgrund des Scheiterns der internationalen Revolutionsvorstellung der Kommunisten, die Weltrevolution über Europa in die Welt zu tragen, sind alleine durch das Scheitern der Kommunisten in Deutschland nach 1919, klar belegt. Der dann erfolgte Versuch Stalins, diese Revolution mit Gewalt kriegerisch nach Europa zu tragen und in der Welt zu platzieren, ist ebenfalls gescheitert.

Russland ist heute eine Art Demokratie, jedoch nicht so sehr nach dem westlichen Vorbild, wie man es sich in den USA wünschen würde. Eher im traditionellen Sinne einer Art „demokratischen Monarchie“ ohne Monarch, die an das Zarensystem irgendwie erinnert. Und das können die USA offensichtlich nicht verstehen und viele sehen Russland nach wie vor als Gegner im Blockdenken alter Tage. Nicht begreifend, daß die von weißen geprägten Zivilisationen Ihren Zenit überschritten haben und aufpassen müssen, nicht von der Weltgeschichte, auch aufgrund der Kopfzahlen, aufgesogen zu werden.

Europa ist dabei, seine Rolle zu finden. Schon mal Deutschland wieder vereinigt ist und dabei ist, in seine alte Positionierung und Bereinigung seiner innenpolitischen Lage in Fragen der illegalen Weiterführung der BRD, wie auch territorialer Art, also der Klärung der okkupierten Ostgebiete, hier einer europäischen Lösung mit Russland, zu zustreben.

Und Russland wie Europa, sind heute mehr denn je aufeinander angewiesen. Und die ersten Ansätze einer neuen Realpolitik, die sich in Großbritannien anfängt auszuformulieren, weist genau in diese Erkenntnisse. Denn London, Berlin und Moskau, stehen heute wesentlich dichter bei einander, als es jemals der Fall war. Die Konkurrenzsituation des Deutschen Reiches, die die Kriege mit und um Deutschland in Europa und der Welt begründeten, ist weg gefallen. Vielmehr zeigt sich heute, das die Erkenntnis, London, Berlin, Moskau und als Querverbindung Paris als beherrschende demokratischen Gebilde, sind vielmehr Brücke und Garant für eine friedliche Entwicklung in und um Europa, um eben via London in der Tradition zu den USA, auch Brückenschlag für die USA zu bilden und die Konkurrenz zwischen den USA und Russland, speziell im Sinne der hier beschriebenen Strategieanalysen, zu regeln.

Und genau das ist auch das Konzept, die weiße Zivilisation und seinen technischen Wert und seine Stellung in und für die Welt, auch in die Zukunft zu transportieren. Denn die Macht- und Marktverschiebung gehen eindeutig in Richtung „der aufgehenden Sonne“, also des chinesisch-indonesischen Raumes. Man spricht hier von der Strategie des pazifischen Raumes, wo dann auch Australien hinzugehört und die USA sich lange darauf vorbereiten.

Was nun die militärische Überlegung dieser Strategieüberlegungen aus dem hier zitierten Artikel angeht, so irrt er auch an dieser Stelle. Denn grundsätzlich kann gesagt werden, ein herkömmlicher Krieg ist nicht mehr zu führen. Egal ob mit Atomwaffen oder ohne. Die heutigen, nicht atomaren Waffen sind zwischenzeitlich derart weit entwickelt, das es der Atomwaffen, um die Welt zu zerstören, nicht mehr Bedarf.

Die Kriege laufen zunehmen „asymmetrisch“ wie in militärwissenschaftlichen Untersuchungen zukünftiger Auseinandersetzungen, lange belegt. Und ein Beispiel erleben wir gerade in Afghanistan. D.h. nicht, das Auseinandersetzungen zwischen Staaten, wie z.B. Indien und Pakistan, ausgeschlossen sind. Dennoch ist die Gefahr großer Kriege zwischen solchen Ländern heute geringer als in der Vergangenheit, die die totale Vernichtung ganzer Regionen unkalkulierbar für beide Seiten sich darstellen. D.h., auch hier, wird durch eben die Festlegung auf Unbeweglichkeit großer Kriege, der asymmetrische Krieg als Stellvertreterstrategie, immer wahrscheinlicher.

Und die irreale Vorstellung, die USA könnten, wie in dem hier zur Debatte stehenden Papier ausgelöscht werden und der Rest dann zwischen anderen Ländern aufgeteilt, ist nun wirklich neben jeglicher Spur. Und spätestens an dieser Stelle entlarvt sich das Papier als Papier von Militärromantikern oder als Propagandamaterial aus innenpolitischen Gründen. Und Romantiker in der Politik wie im Militär, waren schon immer die Gefährlichsten und haben nur Unglück über die Menschen ausgegossen.

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Schlüsselwörter: Planspiele | Strategien | Militärdoktrinen
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Kommentare

300
am 14.01.2010 21:46:52 (76.76.104.xxx) Link Kommentar melden
@karow
Bei Deinen Artikeln habe ich echt Probleme durchzusteigen, das liegt aber bestimmt an mir Wink
349
am 15.01.2010 19:43:50 (76.76.104.xxx) Link Kommentar melden
Mich überzeugt das nicht.

Es wird keinen Konflikt zwischen den USA und Russland geben. Warum nicht? Russland ist krank und zerfällt weiter. Eine Gefahr geht nicht von Russland aus, sondern von den Teilrepubliken der ehemaligen UdSSR.

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