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Internet: Rund ums InternetAOL stirbt

AOL? Schnell weglaufen! (screenshot)
Nur ein paar Beispiele, wie leicht man im Internet Informationen präsentieren oder finden kann, Webspace kostet heute doch nichts mehr:
Wenn ein derartig angeschlagener Konzern wieder Geld verdienen möchte, geht das üblicherweise nach immer demselben Schema: Einsparungen vornehmen, Personal kündigen. Und genau das ist auch bei AOL der Fall, es werden alle vier Büros in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München geschlossen, mit insgesamt 140 Mitarbeitern. Nur die Software-Ingenieure bei der Firmentochter Adtech in Dreieich bei Frankfurt dürfen weiterarbeiten. Der Internet-Konzern AOL verabschiedet sich damit endgültig aus Deutschland, als Arbeitgeber jedenfalls. Nicht viel anders geht es in Schweden, Spanien und in den USA: die Büros in Dallas und Seattle zum Beispiel werden komplett aufgegeben. Weltweit wird AOL insgesamt ein Drittel seiner Mitarbeiter entlassen, dies wird verhüllend auch als "Stellen abbauen" bezeichnet. In Europa wird man den Standort Großbritannien favorisieren.
AOL will 2500 Stellen streichen
Der Internet-Dienst AOL will im Zuge der Trennung von Time Warner ein Drittel seiner Stellen streichen. Mit dem Wegfall von rund 2500 Arbeitsplätzen sollten etwa 300 Millionen US-Dollar im Jahr eingespart werden, teilte AOL mit. Der Stellenabbau solle auf freiwilliger Basis und durch Entlassungen geschehen. Damit sollten rund 300 Millionen Dollar eingespart werden. Die Stellenstreichungen müssen noch vom neuen AOL-Vorstand gebilligt werden.
AOL rechnet wegen des Stellenabbaus zunächst mit Kosten von 200 Millionen Dollar, von denen der Großteil vom Tag der Trennung bis in die erste Jahreshälfte 2010 anfallen werde.
Mehr als 95 Prozent Wertverlust seit 2000
Der angeschlagene Internet-Pionier soll am 10. Dezember eigenständig an die Börse gebracht werden. Time Warner hatte die Trennung bereits angekündigt und mit der Bekanntgabe des Termins für den Börsengang endgültig einen Schlussstrich unter die gemeinsame Geschichte mit AOL gezogen. Anfang 2000 hatten sich die Konzerne auf dem Höhepunkt des Internetbooms zusammengeschlossen. Zum Zeitpunkt der Fusion wurde AOL mit 163 Milliarden Dollar bewertet. Der aktuelle Marktwert der Internettochter liegt nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters bei etwa 3,5 Milliarden Dollar.
Quelle: tagesschau.de vom 19.11.2009 17:26 Uhr
Von 163 abgestiegen auf 3,5 Millionen, sieht so etwa die Zukunft aus? Für den Börsengang im Dezember 2009 war der angekündigte Rauswurf langjähriger Mitarbeiter ein wichtiges und positives Signal; Börsianer lieben es, wenn ein an der Börse notiertes Unternehmen einen Kahlschlag in der Belegschaft veranstaltet, weniger Kosten bedeutet mehr Gewinn, das ist alles was für den an der Rendite orientierten Anleger zählt.

AOL Arena ©nilsschumann2000 via Pixelio
Was bleibt? Ein sterbender Riese, aber das Leben geht schließlich weiter. Irgendwann werden wir uns schmunzelnd des brutalen Massenmarketings erinnern, mit dem AOL in Deutschland auf den Markt drückte: jeder, der es nicht wollte, bekam per Postwurfsendung oder beim Seifen-Discounter die AOL-CD in die Hand gedrückt, 100 Stunden freier Zugang inklusive. Wer dann vergaß zu kündigen, der war "drin". Oder er war dran, alles eine Frage der Perspektive. Kurz gesagt:
Ich kann mich noch gut an die Bombardements mit AOL CDs erinnern die keiner gebrauchen konnte. Das komplette Unternehmen ist heute genauso überflüssig wie damals die CDs.
Frank Stolle (gutundschoen) als Leserkommentar in faz.net 29. September 2009 23:06

Rest In Peace (1983-2010)
Was lernen wir daraus? Nur Wachstum bedeutet noch keine Qualität. Wer sich von technischen, gesellschaftlichen oder marktwirtschaftlichen Bedingungen abhängen läßt, der geht unter. Die jüngere Vergangenheit ist voll an Beispielen mit dieser Lehre, ob sie nun DDR, ebay, Opel oder eben AOL heißen.
Charles Darwin hat das alles längst vorausgedacht, Gorbatschow hat den Gedanken dann nur neu formuliert: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. AOL heißt daher bald "Alles Off Line".
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Kommentare
Mit AOL habe ich keine Erfahrung, aber ebay ist - wenn man vorsichtig ist - eine interessante Informations- und Handelsplattform.
DDR ist ja ein ganz anderes Thema.

Die DDR ist Geschichte. Das Portal ebay nutze ich seit langer Zeit nicht mehr, da es nicht seriös ist; immerhin findet man da aber noch die Spuren meiner Mitarbeit, obwohl ich diesen Account schon vor langer Zeit gekündigt habe. Einen Opel fahre ich höchstens dann, wenn mein Autovermieter gerade keinen BMW oder Mercedes zur Verfügung hat.
Aber auf AOL lasse ich aus persönlichen Gründen nichts kommen, denn hier habe ich wertvolle persönliche Kontakte knüpfen können!
Deshalb behalte ich meinen AOL-Account auch solange es geht.
Einen OPEL würde ich nie haben wollen, denn...
fährt 'nen Opel...
LOL



