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Politik: Politische Meinung

CASTOR und kein Ende?

Die neuen Schlagwörter der gewalttätigen Linken: „Schottern“ und „Molotow-Cocktails“

CASTOR und Zwillingsbruder
CASTOR und Zwillingsbruder
Castor“ und „Pollux“, oder auch – wie sie im griechischen Original heißen – „Kastoras“ und „Polydeukes“, sind Zwillingsbrüder und Söhne des Zeus, der ja bekanntlich äußerst zeugungsfreudig war. Ihrer beider Freundschaft und absolute Unzertrennlichkeit wurde sprichwörtlich. Sie waren übrigens Brüder von Helena und galten als der Stolz Spartas. Da jedoch in PISA-Deutschland kaum einer sich noch mit der griechischen Mythologie und dem Pantheon auskennt, können wir eigentlich auch gleich zur Sache kommen. – Der Castor rollt mal wieder, und er bringt die Brennstäbe aus La Hague zurück, die der grüne Frauenheld Joseph Martin Fischer alias „Joschka“ mitproduziert hat, in seinen Zeiten als hessischer Staatsminister für Umwelt und Energie in Wiesbaden, zuständig für das Kernkraftwerk Biblis und für die Entsorgung dessen abgenutzter Brennstäbe entsprechend dem Atomgesetz.

Auch Gabriel und Trittin haben die Castor-Transporte mitunterzeichnet, das sollte man nicht vergessen. Die GRÜNEN und LINKEN haben das offenbar alles verdrängt; sie haben auch nicht begriffen, daß die Verlängerung von KKW-Laufzeiten im Jahr 2010 nichts zu tun hat mit den Verträgen, die frühere Bundesregierungen mit ausländischen Wiederaufbereitungsanlagen abgeschlossen haben, außerdem: pacta sunt servanda. – Die Blechbüchse hat hinsichtlich ihrer Namensgebung übrigens ganz andere Quellen: CASTOR ist ein Akronym für „cask for storage and transport of radioactive material“, zu deutsch also „Faß zur Lagerung und zum Transport radioaktiven Materials“. Die Castor-Behälter sind Spezialbehälter zur Lagerung und zum Transport radioaktiver Materialien aus der Wiederaufarbeitung. Die Bezeichnung „Castor“ ist übrigens ein international geschützter Markenname der GNS Gesellschaft für Nuklear-Service mbH. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird dieser leicht merkbare Begriff jedoch generell als Synonym für Brennelementbehälter oder Behälter für radioaktive Abfälle verwendet.

Hier sollen jedoch weder Joschka Fischers Sünden noch Details der Atomphysik im Zentrum stehen; es geht mehr um die Neigung der deutschen Yuppies im Staatsdienst und der grün-linken Hartz-IV-Genießer zu undemokratischer Gewalt und zu den Auswüchsen, die sich mit den Begriffen „Stuttgart 21“ und „Castor-Transport“ verbinden. Angeblich normale – zum Teil akademisch gebildete – Menschen kommen auf die infantile Idee, sie könnten Politik machen, indem sie Bahngleise aus ihrem Schotterbett herausreißen. Übrigens sind das meist genau die Leute, die ihren Kindern – oder als Lehrer ihren Schülern – vollmundig erklären: „Gewalt ist keine Lösung!“

Was hilft hier? Wie kann man den Irrsinn mit den Sitzblockaden, den Nötigungen durch angeblich(!) „friedliche“ (in Wahrheit aber zutiefst gewalttätige) Demonstranten beenden? Die Spieltheorie hilft hier weiter. Nach der (nicht-kooperativen) Spieltheorie ist die Chance auf die Gewinnmaximierung eines Spielers immer dann am größten, wenn er negatives (asoziales, destruktives) Verhalten des Mitspielers sofort, ganz hart, und vor allem konsequent berechenbar „bestraft“, sanktioniert. Man kann das alles ja einmal gedanklich – just for fun – durchspielen, als kleine philosophisch-ethische Übung.

Schottern? Das ist Gewalt...
Schottern? Das ist Gewalt...
Jeder Mensch, der eine Hochspannungsleitung an einer Bahnstrecke berührt, weiß, daß 15.000 Volt tödlich sind. Jeder, der zu Fuß eine Autobahn überquert, weiß, daß Autos mit Tempo 150 für einen Fußgänger tödlich sind. Jeder, der sich bei Lüchow-Dannenberg auf eine Gleisanlage der Deutschen Bahn AG setzt, weiß ganz genau, was er tut. – Sinnvoll wäre es also unter Umständen, die Polizei abzuziehen, die von den irren Demonstranten zum doofen Sklaven degradiert wird, mißbraucht zum Wegtragen der gewalttätig demonstrierenden Herrenmenschen.

Man müßte einfach nur kommunizieren, daß die Strecke von einem Zug befahren wird, und daß es weiter keinen Einsatz von wegräumender Polizei geben wird. Man kann doch einfach die Züge fahren lassen. Manche Probleme lösen sich von ganz allein. Wer so dumm ist, sich auf Bahngleise zu setzen, der ist selber schuld und verdient den Darwin-Award. Der Zug kommt manchmal schneller als man denkt, Robert Enke zeigte es.

Und, ganz ehrlich, ich habe keine Lust auf Anarchie. Daher hoffe ich sehr, die Polizei im Wendland hat genügend CS-Gas, Pfefferspray, Schlagstöcke und Wasserwerfer.

  • Bildnachweis:
  • Joseph Nollekens (1737 - 1823) Castor and Pollux front, Victoria & Albert Musuem. Castor and Pollux is a copy of an antique Roman statue. Apparently lots of sculptors made copies of it; this one is by Joseph Nollekens and is currently in the British Galleries in the V&A. Datum: 21. Juli 2007. Herkunft/Fotograf: ketrin1407, upload by Herrick, via Wikipedia, Creative Commons-Lizenz Namensnennung 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert).
  • Welded rail joint (geschweißter Schienenstoß). My own photo taken 28-jun-2005. LosHawlos via Wikipedia, licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

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Schlüsselwörter: CASTOR | Atom | Kernkraftwerk | Joschka Fischer | Anarchie | Terror | Spieltheorie | game theory
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Kommentare

Kindergaertner
am 08.11.2010 16:59:14 (217.224.60.xxx) Link Kommentar melden
Wenn aber davon ausgeht, dass es Menschen gibt, die auf den Gleisen sitzen, wäre das fahrlässige Tötung. Das wiegt schwerer als so ne Sitzblockade.
300
am 08.11.2010 19:44:43 (62.2.182.xxx) Link Kommentar melden
Man müßte einfach nur kommunizieren, daß die Strecke von einem Zug befahren wird, und daß es weiter keinen Einsatz von wegräumender Polizei geben wird. Man kann doch einfach die Züge fahren lassen.
Jeder weiß ja auch, wie gefährlich Steckdosen oder Hochspannungsleitungen sind, und da hält einen auch kein Retter ab, den blanken Draht zu berühren. Muss man da die Energieversorger nicht auch wegen Totschlags anklagen?

Die Beamten tun mir leid: 30 Stunden in der Kälte im Einsatz, um Idioten wegzutragen.
Kindergaertner
am 08.11.2010 20:00:29 (217.224.60.xxx) Link Kommentar melden
Jeder weiß ja auch, wie gefährlich Steckdosen oder Hochspannungsleitungen sind, und da hält einen auch kein Retter ab, den blanken Draht zu berühren. Muss man da die Energieversorger nicht auch wegen Totschlags anklagen?

Unsinn. Birnen und Äpfel usw...

Es gibt übrigens einen wunderbaren Kommentar in der ZEIT dazu. Kleiner Auszug:
Nicht falsch verstehen, der Widerstand im Wendland ist aller Ehren wert. Doch so schön die Bilder sind, die er produziert: Er spielt auf dem falschen Feld. Das wahre Problem sitzt im Kanzleramt. Es sind Angela Merkel und ihre Regierung, die kein belastbares Konzept für die Zukunft der Energieversorgung in Deutschland vorgelegt haben. Es ist die schwarz-gelbe Koalition, die lieber ihre Atom-Klientel bedient als eine lebensdienliche Energiepolitik zu betreiben.

Quelle : http://www.zeit.d...est-berlin
300
am 08.11.2010 20:38:11 (62.2.182.xxx) Link Kommentar melden
Nö, keine Birnen und Äpfel. Wenn man weiß, dass der Zug sowieso fährt, was soll dann die alberne Nummer?

Außerdem hat das mit den verlängerten Laufzeiten doch gar nichts zu tun. Diese Blockaden sind illegal und dumm.
286
am 08.11.2010 21:25:13 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Hey Leute, wer sich auf Schienen setzt, der ist doch mit dem Klammerbeutel gepudert, oder? Normalerweise bringt man Kindern bei, gefährliche Orte zu meiden. Diese Leute sind doch Selbstmörder, warum soll man die aufhalten? Außerdem sind sie auch noch Mörder, denn wer den Schotter unter den Gleisen wegbuddelt, der gefährdet absichtlich andere.
Redaktion Tierschutz
am 09.11.2010 02:55:52 (90.168.192.xxx) Link Kommentar melden
Frankfurt/Main (dpa) - Die deutsche Atomwirtschaft hat laut DIW in den vergangenen 50 Jahren mehr als 80 Milliarden Euro Subventionen kassiert. Darunter fielen etwa Forschungssubventionen oder Steuervergünstigungen. Das sagte die Leiterin der Abteilung Energie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, der «Frankfurter Rundschau». Die Milliarden-Subventionen seien bereits bezahlt. Wenn man die Kraftwerke sofort abschalte, sei dieses Geld endgültig versunken.

http://www.bild.d....html.html
Hartmut Holz
am 09.11.2010 15:51:18 (217.80.203.xxx) Link Kommentar melden
Liebe Atomstrom Befürworter nehmt lagert doch den gefährlichen Castor Dreck auf euren Villen Grundstücken. Dann sind wir den Mist, dieser Atom Lobby Bundesregierung endlich einmal los.

Natürlich hat unsere Partei mit den Grünen auch Castor Transporte genehmigt, aber nicht so viele wie jetzt. Und durch die ungesetzliche Laufzeitverlängerung, dieser Steinzeit Atom Kraftwerke, werden sich leider die Castor Transporte noch
erhöhen. Dieses ist ein Affront gegen unsere Bevölkerung.

Und die aktuellen Einsätze der Polizei sollten, von der Atomindustrie und der Bundesregierung, bezahlt werden. Denn das sind die wahren Verursacher der berechtigten Demonstrationen gegen diese menschenverachtenden Atommüllstranporte.

Aber dieses hatte ja auch schon die Gewerkschaft der Polizei gefordert. Denn auch viele Polizisten sind gegen die Atommülltransporte.
Kindergaertner
am 09.11.2010 16:59:52 (217.224.46.xxx) Link Kommentar melden
Völlig richtig. Die Polizisten tun mir leid. Sie sind auf der Seite der Demontranten, aber müssen ihren Auftrag erfüllen. Wunderbar wäre es wenn es dort einen Auftand der Anständigen gäbe und einige Polizisten ihren Dienst verweigern würden.
266
am 12.11.2010 07:51:43 (91.214.168.xxx) Link Kommentar melden
Diese infantilen Verhaltensweisen der Demonstranten erinnern doch stark an Rachel Corrie, die ja auch unbedingt vor einer Planierraupe spielen mußte. Wobei ihr dann ein Betonteil auf den Kopf fiel, den Rest kennt man.
MarBrun
am 12.11.2010 10:06:33 (212.23.104.xxx) Link Kommentar melden
Solange die Menschen mit einer Sonnenblume am Straßenrand stehen und so demonstrieren ist es doch in Ordnung. Aber Gewalt gegen Polizisten ausüben, Steine werfen und hinterher heulen, das die ,Zitat Demonstranten "Scheiß Bullenschweine" mit Tränengas spritzen...

Wenn aber eine Partei, die einer unserer schreiberlinge nahe steht, öffentlich zu Straftaten aufruft, dann muß die Partei zurecht betraft werden und weiterhin vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

Aber es kann doch auch nicht richtig sein, das der Atommüll in sogenannte dritte Welt länder transportiert wird. Er gehört in die Länder, die den Müll produziert haben. Und wenn nun die Voraussetzungen im Wendland besser gegeben sind als in Berlin oder Bremen, dann muss er dahin.

Wenn H.H. nun sagt, Müll in die Gärten der Villen dann zeigt es mal wieder von einem verstehen der Welt und deren Zusammenhänge, die man sich nur angelernt haben kann, wenn man das ganze Leben frustiert ist und absolut keinen Plan hat. So leid es mir auch tut.
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