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Politik: Politische Meinung

Religionsfreiheit bedroht? Nacktscanner und andere Lustbarkeiten

"And they were both naked, the man and his wife, and were not ashamed" Gen 2,25

Susan Hallowell (x-ray)
Susan Hallowell (x-ray)
"Körperscanner, auch Ganzkörperscanner, Bodyscanner oder Nacktscanner genannt, sind Geräte, mit denen die Oberfläche des menschlichen Körpers abgebildet werden kann. So können unter der Kleidung versteckte Gegenstände, beispielsweise Waffen oder Sprengstoffe, sichtbar gemacht werden. Dies kann mit verschiedenen Methoden realisiert werden." So steht es in einem offenbar vorläufigen, mit heißer Nadel gestrickten Artikel in Wikipedia.

Argumente gegen den Nacktscanner bei www.nacktscanner.org

Das häßliche Wort "Nacktscanner" macht die ganze Welt verrückt, vor allem aber die Europäer... - und, wie sollte es anders sein, insbesondere die Deutschen. Dort sieht man jetzt sogar die Religionsfreiheit bedroht, jedenfalls meint das der Datenschutzbeauftragte von Schleswig Holstein, Thilo Weichert.

Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig Holstein, Thilo Weichert, sieht durch den Einsatz sogenannter Nacktscanner an Flughäfen die Religionsfreiheit verletzt. Es müsse berücksichtigt werden, dass Körperscanner "die Scham von sehr vielen Menschen" verletzen könnten, sagte Weichert am Samstag dem Radiosender NDR Info.

So gebe es Menschen, die es aus religiösen Gründen ablehnten, sich nackt auszuziehen. "Und wenn es jetzt mithilfe der Technik gemacht wird, ist es nicht viel besser", mahnte der Datenschützer.

Quelle: Welt Online 02.01.2010

Nun kann man sicher einiges an Argumenten für und wider diese Geräte zusammentragen, ausgerechnet jedoch die Religionsfreiheit zu bemühen, scheint mir aber dann doch etwas an den Haaren herbeigezogen zu sein. Offenbar ein gutmenschlicher Reflex auf die aktuellen schweizerischen Ereignisse, wo ein per demokratischem Verfahren nicht genehmigtes Türmchen an einer Moschee ja angeblich auch die Religionsfreiheit einschränken soll. - In beiden Fällen ist die Argumentation Unsinn. Denn unter Religionsfreiheit versteht man im aufgeklärten Westen lediglich, daß jeder seiner Religion anhängen darf, daß er diese ausüben darf, solange(!) diese Religion nicht die Schädigung anderer zum Inhalt oder zum Ziel hat. Dagegen bedeutet Religionsfreiheit gerade nicht, daß der Staat jede Vorschrift jeder beliebigen Religion zu beachten oder zu respektieren hätte. In vielen Ländern ist Mohammedanern und Juden das Schächten verboten, die wenigsten Christen sehen darin eine Verletzung der Religionsfreiheit. Ein Jude, der nicht an Schabbat, sondern am christlichen Sonntag (gesetzlicher Feiertag!) sein Auto wäscht oder seinen Rasen mäht, wird ein nettes Bußgeld bekommen, die wenigsten Christen dürften darin eine Verletzung der Religionsfreiheit sehen. Ein Mohammedaner, der sein Recht auf körperliche Züchtung von Frau und Kindern gemäß seinem Koran und dessen Traditionen ausübt, darf das nach neuester Rechtsprechung deutscher Amtsrichterinnen zwar mit der Frau machen, nicht aber unbedingt mit den Kindern, je nachdem, wie ausgeschlafen das zuständige Jugendamt ist; die wenigsten Christen werden wohl darin eine Verletzung der Religionsfreiheit sehen. - Übrigens: Jehovas Zeugen wirft man vor, sie würden Bluttransfusionen verweigern, deswegen zerrt man sie vor Gericht und verweigert ihnen den Status einer Religionsgemeinschaft (Körperschaft des öffentlichen Rechts) in vielen Bundesländern dieser Republik... - die wenigsten Christen sehen darin eine Verletzung der Religionsfreiheit. Seltsam, diese unterschiedlichen Maßstäbe!

Lassen wir doch mal die Kirche im Dorf. Sicher werden sich Frauen lieber von Frauen und Männer lieber von Männern am Flughafen derartig kontrollieren lassen, wobei natürlich dann neue Probleme hinsichtlich der Empfindlichkeiten von Schwulen, Lesben und Transsexuellen zu erwarten sind; andererseits leben wir aber in einer Gesellschaft, in der ungezogene Hotelerbinnen oder drogensüchtige Sängerinnen sich gern von Fotographen unters Röckchen blitzen lassen, sei da nun ein Slip oder auch mal keiner. Auch am Badestrand oder in der Sportarena werden einem ungefragt distanzlose Einblicke in eine Körperlichkeit aufgedrängt, die in aller Regel keine lustvollen sind. Von Sauna oder anderem ganz zu schweigen; auch die Sommermode bei Damen wie Herren zeigt manchmal körperliche Details, die alles andere sind, jedoch keine Reize; ein Kleidungsstück wie der BH ist manchmal eben doch eine segensreiche Erfindung...

Werde ich da etwa nach meinen religiös bestimmten Grenzen gefragt? Achtet da jemand auf meine Religionsfreiheit? - Nein, natürlich nicht, und damit kann ich leben. Ich muß da nicht hingehen, oder ich kann auch wegschauen.

Gleiches Recht für alle: wer sich aus angeblich religiösen Gründen nicht einem Sicherheits-Check unterziehen kann, der soll doch einfach mit der Postkutsche reisen.

http://www.welt.d...droht.html

  • Bildnachweis:
Beschreibung: An image of Susan Hallowell, Director of the Transportation Security Administration's research lab. Taken with backscatter x-ray system, which might be (or already is) in use for airport security passenger screening. Datum: 2007-09-14 (upload date).

Quelle:

  • http://www.flatrock.org.nz/topics/terrorism/what_rights_are_left.htm
  • http://newkai.com/mt/archives/images/backscatter-thumb.jpg
  • http://www.smh.com.au/articles/2006/12/05/1165080915144.html
  • http://www.signonsandiego.com/news/nation/terror/images/061201xray.jpg
  • http://www.epic.org/privacy/airtravel/backscatter/
  • http://travel.howstuffworks.com/backscatter.htm
Urheber: US Transportation Security Administration part of U.S. Department of Homeland Security, via Wikipedia, public domain

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Schlüsselwörter: Nacktscanner | Datenschutz | Religionsfreiheit | Schamgefühl | Thilo Weichert | Schleswig-Holstein
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Kommentare

173
am 11.01.2010 13:54:08 (188.193.135.xxx) Link Kommentar melden
Zitat:
"Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig Holstein, Thilo Weichert, sieht durch den Einsatz sogenannter Nacktscanner an Flughäfen die Religionsfreiheit verletzt. Es müsse berücksichtigt werden, dass Körperscanner "die Scham von sehr vielen Menschen" verletzen könnten, sagte Weichert am Samstag dem Radiosender NDR Info.

So gebe es Menschen, die es aus religiösen Gründen ablehnten, sich nackt auszuziehen. "Und wenn es jetzt mithilfe der Technik gemacht wird, ist es nicht viel besser", mahnte der Datenschützer.

Quelle: Welt Online 02.01.2010"

Für wahr ein Problemfeld. Aber ein berliner Richter wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nun in Flughäfen eine Gebetsecke einrichten, wo Muslime sich nciht scannen lassen müssen, da Ihre Scham ja sauber ist, die der Männer rasiert und gewaschen, was ja nicht jeder sehen muß, da Allah sein Gesicht ja auch nicht zeigen möchte, was bei Christen nicht so ins Gewicht fällt, denn die sind ja Ungläubige und durch die Einrichtung der Gebetsecke wird dann Allah das scannen vornehmen und für Sauberkeit von Sprengmitteln, Sorge tragen.

Gefahr erkannt,
Gefahr gebannt!
Moslems beten
allerhand
freundlich und mit einem Lächeln
Rücken drehn
erstechen.
288
am 12.01.2010 13:53:37 (95.169.235.xxx) Link Kommentar melden

Gefahr erkannt,
Gefahr gebannt!
Moslems beten
allerhand
freundlich und mit einem Lächeln
Rücken drehn
erstechen.

Idioten gibts hier,
Idioten gibts da
fragt man nach wer und wo
heisst die Antwort...na, wie schon...
-Karow-Grin
So bescheuerte Unterstellungen mit derartigen Gemeinheiten verbunden entspringen einem äusserst kranken Kopf und Geist.
Daher spare ich mir weitere poetische Ausflüge, weil der Kerl nicht eine meiner Zeilen wert ist.

@Chaim:
ich denke auch, dass der Nacktscanner kein wirklich religiöses Ablehnungsmotiv ist, denn auch beim Arzt zieht sich jede Art von Religionszugehörigem aus wenn es eben sein muss.
Punkt.
Die Moslems insbesondere verbergen sich nicht vor Ärzten und Familienangehörigen, sondern ausschliesslich dann, wenn sie fremdes, sexuelles Interesse erwecken könnten, was bei einem Bediensteten hinter einem Kontrollschirm sicher nicht der Fall ist oder wäre=ergo: kein Problem religiöser Art. Höchstens ein persönliches, das aber unabhängig der Religion.
Und wem solche Untersuchungen nicht passen, der kann ja zuhause bleiben.
Wobei ich selbst den Wert dieser Methode nicht hoch einstufe, da sie zum einen nicht ausgereift und zum anderen nur Augenwischerei ist, um uns in Sicherheit zu wiegen.
Und gegen Insiderjobs hilft der Scanner ebensowenig.
250
am 12.01.2010 16:38:12 (79.227.125.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 12.01.2010 19:02:31.
250
am 12.01.2010 16:44:43 (79.227.125.xxx) Link
Dieser Kommentar wurde auf Grund eines Verstoßes gegen die Kommentarregeln von einem Moderator gelöscht.
  • Gelöscht von OZ24 am 12.01.2010 19:02:43.
173
am 12.01.2010 17:21:16 (188.193.171.xxx) Link Kommentar melden
???????????????????????????????????????????
Kay Lorey
am 22.10.2013 06:36:52 (79.240.207.xxx) Link Kommentar melden
Zitat:
Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig Holstein, Thilo Weichert, sieht durch den Einsatz sogenannter Nacktscanner an Flughäfen die Religionsfreiheit verletzt. Es müsse berücksichtigt werden, dass Körperscanner "die Scham von sehr vielen Menschen" verletzen könnten, sagte Weichert am Samstag dem Radiosender NDR Info.

So gebe es Menschen, die es aus religiösen Gründen ablehnten, sich nackt auszuziehen. "Und wenn es jetzt mithilfe der Technik gemacht wird, ist es nicht viel besser", mahnte der Datenschützer.

Quelle: Welt Online 02.01.2010

Vielleicht sollte man dazu anmerken, daß Weichert zu den hardcore-Fundis unter den Datenschützern zählt. Das muß nicht generell negativ sein, doch man sollte das berücksichtigen bei der Bewertung solcher Meldungen.

Sicher ziehen sich auch die von Weichert in den Blick genommenen Zielgruppen gelegentlich aus, sei es beim Arzt, sei es beim Schneider.

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