Politik: Soziales & Bildung

HÜ oder HOTT?

Männer haben (angeblich) den Kampf gegen den Feminismus verpaßt...
18.01.2010 13:15:55 eingesandt von Chaim für OnlineZeitung 24.de

Gegner des Frauenwahlrechts
Gegner des Frauenwahlrechts
Also, den Günther Amendt kenne ich, das war doch der mit der "Sexfront" (gar nicht mal so schlecht, das Buch, auch wenn ich es inhaltlich und didaktisch nie besonders ansprechend fand, aber es hat doch - wie Beate Uhse und Oswald Kolle - etwas Bewegung ins Spiel gebracht).

Wer aber ist dieser Gerhard Amendt? Keine Ahnung, da muß ich wirklich erst einmal nachsehen: "Gerhard Amendt ist Direktor des Instituts für Geschlechter- und Generationenforschung an der Universität Bremen", aha, soso, na dann. Bremen, der sterbende Stadtstaat. Das überflüssigste aller Bundesländer, das man meinetwegen an Niedersachsen verschenken könnte. Die Uni dort hatte noch nie einen guten Ruf, seit KPD-Leute wie Jens Scheer sie ab Mitter der 70er Jahre ruiniert haben. Dort konnte man mit jedem Abitur auch dann alles studieren, wenn es in Bayern oder Baden-Württemberg wegen des NC zu nichts gereicht hätte, auch nicht nach 5 Jahren Wartezeit plus Zivildienst.

Nun, zurück zu Gerhard Amendt aus Bremen, den kenne ich nicht. Mein Großvater pflegte bei der Frage nach solchen Leuten stets zu antworten: "Kenn' ich nicht, der kennt mich ja auch nicht!" Also, wie komme ich auf den guten Mann? Der sich Gedanken über den "Kampf der Männer gegen Feminismus" macht? Nun, er hat mich gleich zu Beginn des Jahres 2010 etwas schockiert, denn er machte mir Vorwürfe, und das kann ich - gerade bei Menschen, denen ich noch nie begegnet bin - wirklich überhaupt nicht verstehen.

Gerhard Amendt im Interview

Männer haben Kampf gegen Feminismus verpasst

Von A. Seibel und J. Luig 3. Januar 2010, 14:32 Uhr

Gerhard Amendt wirft den Männern vor, sich nur halbherzig gegen die Auswüchse des Feminismus gewehrt zu haben. Im Interview auf WELT ONLINE spricht der Soziologe über die Missverständnisse zwischen den Geschlechtern, die letzten männlichen Domänen und den fehlenden Respekt der Frauen.

WELT ONLINE: Wie definieren Sie Liebe?

Amendt: Liebe ist die Fantasie, dass der andere einem die Großartigkeit widerspiegeln möge, die man in sich selbst wähnt.

Das ganze Interview...

Mal abgesehen von dieser etwas witzigen und auch unter soziologischen Aspekten nicht besonders wissenschaftlichen Definition von Liebe fand ich das Interview öde bis belanglos. Außerdem ist mir unklar, wieso ich als Mann eine "letzte Domäne von Männern" verteidigen soll, das entspricht nicht meinem Denken. An einem "Kampf der Geschlechter" habe ich noch niemals teilgenommen. Also trifft mich ein solcher Vorwurf kaum, er ist geradezu absurd. Ich vertrete ein partnerschaftliches Konzept, für die Ungerechtigkeiten in der ungleichen Entlohnung von Frauen und Männern habe ich keine Verantwortung. Ich koche gern, ich bügle gern, auch bin ich überzeugter Sitzpinkler in der dritten Generation und habe meine Söhne ebenfalls dazu erzogen, weil nun mal das normale WC ganz offensichtlich als Sitzgerät konstruiert wurde, stehen kann man als Mann ja dann im Wald am Baum oder - so vorhanden - am Urinal, auch Pissoir genannt. Wer meint, an einem Sitzklo stehend pinkeln zu müssen, der kann ja mal den Löschpapiertest machen, damit er sieht, wie weit daneben das dann spritzt. Nicht umsonst kommen findige Wirte auf die Idee, im entsprechenden Raum ihres Etablissements über jedes Pissoir in Augenhöhe, also lesefreundlich, ein Schild anzubringen mit dem Sinnspruch "Beug Dich ruhig weiter vor, denn "er" ist kürzer als Du glaubst...", offenbar geht bei manchen "Profis" sogar auf 15 cm Entfernung noch eine Menge daneben. Männer sollten einfach öfter mal putzen und ihren Dreck selber wegmachen, dann würden sie's vielleicht lernen.

"Das Eva-Prinzip"
"Das Eva-Prinzip"
Also, das ist alles Käse in der WELT. Das ganze Interview ist Schrott. Was natürlich auch an den etwas einfältigen Fragen der Interviewer liegt, wer fragt, der führt. Kein Wunder, daß es nur 5 Kommentare gibt. Und auch die sind nicht besonders hell. Die beiden Interviewer, der befragte Wissenschaftler und auch die meisten Kommentatoren auf WELT-online eiern allesamt herum, bis auf einen: ritchie sagt: "So ein Geschwätz. Um was ging es in dem Artikel überhaupt?" - Ein echter Sockenschuß, dieser Artikel der WELT, aus dem ganz einfachen Grund: sie haben nicht mal ihr Spielfeld abgesteckt. Wer über "Kampf gegen den Feminismus" labert, aber nicht einmal eine grundlegende Definition einzubringen in der Lage ist, der hat den Kampf um eine logische und überzeugende Aussage von vornherein verloren. Eine echte Nullnummer ist das, was die WELT hier serviert hat. Aber immerhin ist die Frage beantwortet, wer denn nun eigentlich Gerhard Amendt ist: er ist die männliche Entsprechung zu Eva Herman und genauso "blond".

Wer kein Ziel hat, für den ist jeder Weg der richtige.

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