Politik: Welt

6. Februar 2010 - der Tag der UNICEF gegen FGM (female genital mutilation)

Die Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen endlich ächten!
04.02.2010 19:26:40 eingesandt von Chaim für OnlineZeitung 24.de

UNICEF-Plakat gegen Verstümmelung
UNICEF-Plakat gegen Verstümmelung
Es wird höchste Zeit, daß wir endlich mit der falschen Rücksicht auf Befindlichkeiten zurückgebliebener Gesellschaften aufhören. Eine globalisierte Politik, die terroristische Massenmörder auch in Afghanistan, Pakistan, Jemen, Irak oder Gaza bekämpft und ausschaltet, wenn sie sich dort verstecken, kann und darf nicht die Augen verschließen, wenn in mindestens 26 Ländern Afrikas - zumeist vom "Islam" geprägten, nebenbei bemerkt! - eine Form der Unterdrückung und Folter, die nur Frauen und Mädchen betrifft, Alltag ist: die sogenannte Beschneidung von Frauen, die in Wahrheit nichts als eine Verstümmelung ist, und die im übrigen gegen die Menschenrechte verstößt.

Eigentlich sollte man also erwarten, daß es - wie beim Krieg gegen den Terror oder bei der Befreiung des Irak von Saddam Hussein und auch wie bei der Befreiung Europas vom Hitlerfaschismus - eine Allianz all derer gibt, die hier nicht mehr tatenlos zuschauen und die sich nicht länger mitschuldig machen wollen. Übrigens machen sich auch diejenigen schuldig, die bei diesem Thema "sexuelle Verstümmelung von Frauen" immer gern auf den Zug aufspringen und gegen die Beschneidung (Circumcision) bei männlichen Kindern hetzen, wie sie im Judentum seit Jahrtausenden vorgeschrieben ist und praktiziert wird, diese brith mila bedeutet jedoch lediglich das Entfernen der Vorhaut. Wer dies gleichsetzt mit der Verstümmelung von Frauen, der hat im Biologieunterricht oder bei seiner Aufklärung geschlafen. Denn den weiblichen Opfern wird bei jener unsäglichen Folter die Klitoris entfernt. Bei der Beschneidung von Knaben wird jedoch nur die Vorhaut entfernt, nicht die Eichel. Die Vorhaut zu entfernen ist wie Fingernägel oder Haare schneiden, mehr nicht. Wer hier nicht differenziert, der macht sich doppelt schuldig: er verweigert den betroffenen Frauen seine Hilfe und Solidarität, und er kocht sein eigenes - meist antisemitisches - Süppchen, er lenkt also vom grausamen Thema ab.

Wie lange will man noch reden statt handeln? Worauf denn noch möchte man eigentlich warten?

UNICEF zum Internationalen Tag gegen Mädchenbeschneidung am 6. Februar

Täglich werden mehr als 8.000 Mädchen beschnitten

UNICEF: Genitalverstümmelung abschaffen, nicht modernisieren

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Mädchenbeschneidung am 6. Februar weist UNICEF darauf hin, dass jedes Jahr schätzungsweise drei Millionen Mädchen an ihren Genitalien beschnitten werden - das sind mehr als 8.000 Eingriffe pro Tag. Obwohl die Praxis fast überall verboten wurde, ist sie in mindestens 26 Ländern Afrikas und im Jemen nach wie vor verbreitet. Mindestens 70 Millionen Mädchen und Frauen sind allein dort beschnitten. Auch in Industrienationen werden in Einwandererfamilien zunehmend Fälle von Mädchenbeschneidung bekannt. In Ländern wie Ägypten werden Beschneidungen immer häufiger in Krankenhäusern oder Arztpraxen durchgeführt. Medizinisches Fachpersonal tritt an die Stelle traditioneller Beschneiderinnen, obwohl dies der ärztlichen Ethik widerspricht. Traditionell wird die grausame Prozedur oft unter unhygienischen Bedingungen ohne jede Betäubung vorgenommen.

"Mädchenbeschneidung ist eine Menschenrechtsverletzung - auch wenn immer häufiger ein steriles Skalpell an die Stelle von schmutzigen Glasscherben oder Rasierklingen tritt", sagte die stellvertretende Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Maria von Welser. "Frauen brauchen Unterstützung und Aufklärung, damit die Verbote greifen. Der schreckliche Brauch sollte nicht modernisiert, sondern endlich abgeschafft werden."

Quelle für Text und Bild: Pressemitteilung UNICEF Deutschland

Verbreitung der Verstümmelung
Verbreitung der Verstümmelung
Nichts gegen die Aufklärung durch die UNICEF, nichts gegen die Aktivitäten von Rüdiger Nehberg oder Almaz und Karlheinz Böhm... - doch das reicht nicht. Man muß hier, meint man die Menschenrechte ernst, fester auftreten. Man darf nicht bitten, sondern muß fordern und Sanktionen androhen, wie im Fall des Iran, der nicht von seiner Atombombe lassen will.

Denn daß die betreffenden Staaten der UN-Menschenrechtskonvention auf der Nase herumtanzen und daß sie die Kritiker dieser Folter an Frauen auslachen, zeigt sich daran, daß angeblich in Ägypten diese Praxis zwar gesetzlich verboten ist, gleichwohl aber dort besonders intensiv betrieben wird... - in Krankenhäusern! Dies zeigt, daß die betreffenden Länder weder willens noch in der Lage sind, sich von solchem unmenschlichen Treiben zu emanzipieren. Also muß man ihnen helfen oder auch auf die Sprünge helfen.

Erste, ganz einfach durchzuführende Maßnahmen könnten sein:

Allein dies einmal in Ruhe zu durchdenken, würde mehr Druck auf diese Steinzeit-Gesellschaften ausüben, als jährlich einmal Krokodilstränen zu vergießen. Man muß darüber reden, das alles öffentlich machen, die Mauer des Schweigens niederreißen. Kriminelle und insbesondere dieses dümmlich-sexistische Gesocks von greisen Vergewaltigern fühlen sich besonders unwohl, wenn man sie ins Licht stellt. Diese Praxis der gesellschaftlich erlaubten psychischen und physischen Folter an Frauen wäre innerhalb kürzester Zeit beendet.

Jedes Jahr 3.000.000 (in Worten: drei Millionen!) Frauen und Mädchen, jeden Tag über 8.000 Opfer. Wer das verdrängt, macht sich mitschuldig. Wer dazu schweigt, macht sich mitschuldig. Wer das verharmlost, macht sich mitschuldig.