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Wissenschaft: Forschung

Der 1. Januar - was feiert die ganze Welt heute eigentlich?

Circumcisio Domini: die "Beschneidung des Herrn" (Lukas 2,21)

Beschneidung Jesu, Altar
Beschneidung Jesu, Altar
Silvester und Neujahr als "heidnischer Brauch", um die bösen Geister zu vertreiben? Gewiß, auch dies ist eine Erklärung des Spektakels der vergangenen Nacht. Es gibt jedoch eine ältere, ursprüngliche Quelle:

Die eigentliche Herkunft des Festes ist eine christlich religiöse, bekanntlich hat das Christentum in seiner Frühzeit bereits begonnen, Feste anderer Religionen und Kulturen neu zu besetzen, also umzuwidmen. Hierdurch war es den christianisierten Heiden einfacher, zur neuen Religion zu wechseln, da sie schon einige Elemente kannten. Beispiele hierfür sind das germanische Julfest (Wintersonnwend), das zu Weihnachten wurde, der Sonntag als neuer Feiertag, der den Sonnenkult einband sowie eine Abgrenzung zum jüdischen Sabbat sein sollte; und aus den jüdischen Festen "Passah" (Pessach) und "Wochenfest" (Schawuoth) wurden Ostern und Pfingsten. Das "Abendmahl", das Jesus mit seinen Freunden ("Jüngern") feierte, war bekanntlich nichts anderes als der Sederabend am Anfang des Pessach-Fests.

Alle Jahre wieder - Chanukka, das Lichterfest

Während Christen Weihnachten oder Advent feiern...

Die Feierlichkeiten, die ausgelassene Freudenfeier in der Nacht zum 1. Januar sind eigentlich ganz leicht zu erklären und zuzuordnen: der historische Kern ist die Beschneidung Jesu, wie der Evangelist Lukas sie beschreibt (Luk 2,21ff), und wie sie in der Christenheit ein offizieller kirchlicher Feiertag wurde:

21Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe empfangen ward.

22Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mose's kamen, brachten sie ihn gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstellten dem HERRN (4 Mose.18,15)

23wie denn geschrieben steht in dem Gesetz des HERRN: "Allerlei männliches, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem HERRN geheiligt heißen")

24und das sie gäben das Opfer, wie es gesagt ist im Gesetz des HERRN: "Ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben."

Zitiert nach Lutherbibel 1912 via bible-online.net

Wir finden hier also bei Lukas mehrere jüdische Traditionen beschrieben: die Beschneidung des männlichen Kindes am achten Tag, die Auslösung des Erstgeborenen (um ihn vom Tempeldienst zu "befreien"), und die rituelle Reinigung der Mutter nach der Geburt. - Wobei Lukas im letzten Punkt offensichtlich ein Fehler unterlief, denn die Phase der rituellen Absonderung der Mutter nach der Geburt eines Jungen beträgt 40 Tage, nicht 8 Tage).

Wer es nicht glauben mag, dem sei es hier vorgezählt; zur Beachtung: der Tag im jüdischen Kalender beginnt am Vorabend bei Sonnenuntergang!

  1. 24.12. "Heiliger Abend", nachts wurde Jesus geboren, also der 25.12. "Weihnachtsfest"= 1. Lebenstag
  2. 25.12. bzw. die Nacht auf den 26.12. = 2. Lebenstag
  3. 26.12. bzw. die Nacht auf den 27.12. = 3. Lebenstag
  4. 27.12. bzw. die Nacht auf den 28.12. = 4. Lebenstag
  5. 28.12. bzw. die Nacht auf den 29.12. = 5. Lebenstag
  6. 29.12. bzw. die Nacht auf den 30.12. = 6. Lebenstag
  7. 30.12. bzw. die Nacht auf den 31.12. = 7. Lebenstag
  8. 31.12. bzw. die Nacht auf den 1.1. = 8. Lebenstag, brith mila, Beschneidung Jesu, Silvester/Neujahr

Beschneidung des Jesuskindes
Beschneidung des Jesuskindes
Basiswissen zu den von Jesu Eltern, Marjam und Yosef, beide gläubige Juden, zu beachtenden jüdischen Bräuchen:

Zusammengefaßt also: Jesus war der Sohn frommer jüdischer Eltern, er wurde am 8. Tag, nach der Geburt beschnitten, und die "Heilige Vorhaut" (sanctum präputium) wurde in der katholischen Kirche als Reliquie mit erstaunlicher Heilwirkung verehrt. Da Jesus - gemäß christlichem Glauben - nach seiner leiblichen Auferstehung bekanntlich mit allem Drum und Dran eine Himmelfahrt unternahm, konnte logischerweise nur die abgeschnittene Vorhaut auf der Erde zurückbleiben. Um diese rissen sich dann viele Kirchen, wie man nachlesen kann...

Circumcisio Domini
Circumcisio Domini
Das Feiern des Neuen Jahres ist also eine schöne Tradition, in der die ganze Welt, alle Völker, hebräisch kol goyim, dem christlichen Gott huldigen, in seiner (nach christlichem Glauben) "Inkarnation" ( wörtl: Fleischwerdung) in dem jüdischen Menschen Jesus, und damit die wahren Friedensreligionen Christentum und Judentum feiern, entsprechend einer festlichen Tradition, die wesentlich zum Judentum dazugehört, nämlich zur Erinnerung an die brith mila, das Zeichen des Bundes.

Da machen Agnostiker, Atheisten, Hinduisten, Buddhisten und sogar auch Mohammedaner gerne mit, also eine wahre Ökumene! Die ganze Welt feierte gestern abend gemeinsam dieses Fest.

Ein gutes Neues Jahr!

Die Circumcision, in der jüdischen Tradition brith mila

YouTube Video

  • Bildnachweis:
  • Beschneidung Christi, Szene von einem Flügelretabel mit Darstellungen aus dem Leben Mariens und der Kindheit Jesu, Brabant, um 1480 (aus Mengen, Nord-Brabant), Skulpturensammlung, Bode-Museum Berlin, Andreas Praefcke via Wikipedia, public domain
  • Reni, Guido, Die Beschneidung des Jesuskindes, Detail, um 1635-1640, Technik: Öl auf Leinwand, Momentaner Standort: Siena, Quelle The Yorck Project: 10.000 Meisterwerke der Malerei. DVD-ROM, 2002. ISBN 3936122202. Distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH, via Wikipedia, public domain
  • Circoncision sur le retable des Douze Apôtres de Friedrich Herlin de Nördlingen, 1466, Rothenburg ob der Tauber, 6. April 2006, Own Work, Urheber Daniel71953 14:29, 28 December 2006 (UTC) (Daniel Leclercq) via Wikipedia, public domain

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Schlüsselwörter: 1. Januar | Neujahr | Circumcisio Domini | Beschneidung des Herrn | Namen-Jesu-Fest | Heilige Vorhaut | Evangelium nach Lukas 2:21 | Fest | Beschneidungsfeier
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Kommentare

300
am 01.01.2010 20:23:36 (69.162.66.xxx) Link Kommentar melden
Die Bilder sind ja geil, vor allem das letzte, da schneidet sich der Beschneider ja glatt in den eigenen Finger. Und das Baby ist sicher keine 8 Tage alt, eher 3 oder 4 Jahre Grin Wink Smile
331
am 01.01.2010 21:11:19 (84.59.32.xxx) Link Kommentar melden
Eine abgeschnittene Vorhaut als Reliquie? Dann lieber eine 200g-Tafel Schokolade.
250
am 02.01.2010 22:39:15 (93.215.146.xxx) Link Kommentar melden
Bei Juden wird die Vorhaut nach der Beschneidung nicht "aufbewahrt", sondern entsorgt.

stimmt:

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Gewöhnungsbedürftig ist auch ein Grundstoff, aus dem Serono die Vorläufersubstanz ihres Umsatzrenners Rebif gegen multiple Sklerose gewann, ohne dies je an die grosse Glocke zu hängen. Die Rede ist von einem natürlichen Beta-Interferon, das gegen eine Vielzahl von Krankheiten eingesetzt werden kann und unter der Bezeichnung «Frone» noch heute gelegentlich auf dem Schwarzmarkt auftaucht. Gewonnen wird das wundersame Allheilmittel aus den Penisvorhäuten jüdischer Knaben, die bei der rituellen Beschneidung anfallen. Ein einziges solches Hautfetzchen, beteuern Spezialisten, berge theoretisch das Potenzial, sich zu einer Zellmembran von der Grösse von sechs Fussballfeldern auszuwachsen. Männern, egal welchen Alters und ob fussballbegeistert oder nicht, verleihe Frone «sofortige Energie und Kraft», wird der Vorhautextrakt auf einschlägigen Internetseiten angepriesen: «Vom Stillstand zur Virilität in nur 48 Stunden.»
...

dies ist nun kein Witz offenbar!

http://www.bilanz.ch/edition/artikel.asp?session=%3C&AssetID=2875
319
am 23.01.2010 10:49:24 (84.19.169.xxx) Link Kommentar melden
Smile Der Witz ist gut. Die Schwaben sagen auch zu diesen Schupfnudeln "Bubespitzle" Wink

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