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Lokales: Sonstiges

Heute vor 100 Jahren (8): Leipzig wird die größte Stadt in Sachsen

Durch Eingemeindungen bekommt Leipzig mehr Einwohner als die Hauptstadt Dresden

Foto: © Marco Barnebeck, Pixelio.de
Foto: © Marco Barnebeck, Pixelio.de
Der 1. Januar 1910 war ein ereignisreicher Tag in der Geschichte. Während in Frankreich die neuen, von Luc Oliver Merson gestalteten 100- und 1000-Franc-Scheine eingeführt werden, beginnt in Ungarn der „Ex-Lex-Zustand“, ein gesetzloser Zustand in dem keinerlei Steuern erhoben werden können. Zwischen Deutschland und der Schweiz tritt das Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Leichenpässen in Kraft und als wohl wichtigstes Ereignis des Tages in Deutschland wird Leipzig einwohnermäßig zur größten Stadt in Sachsen.

Die Eingliederung der Ortschaften Dölitz (1.888 Einwohner, Stand 1895), Dösen (153 Einwohner, Stand 1895), Möckern (5.140 Einwohner, Stand 1895), Stötteritz (6.617 Einwohner, Stand 1895), Stünz (774 Einwohner, Stand 1895) und Probstheida (1.554 Einwohner, Stand 1895) in die Stadt Leipzig macht Leipzig zur Stadt mit den meisten Einwohnern Sachsens.

Im Bereich der der ehemaligen Ortschaft Probstheida, die nun zum Stadtgebiet von Leipzig gehört, befindet sich auch unter der Adresse Friedhofsweg 3 der heute Leipziger Südfriedhof, der der größte Friedhof der heutigen Stadt Leipzig ist. 1885/1886 wurde der Friedhof in der damaligen Gemeinde Probsheida nach den Plänen von Stadtbaurat Prof. Dr. H. Licht (1841-1923) und Gartendirektor O. Wittenberg (1834-1918) als Parkfriedhof angelegt. Die Größe wurde auf 30 ha bemessen. Die Eröffnung des Friedhofs war am 1. Juni 1986. Als Kommunalfriedhof der Stadt Leipzig beträgt seine heutige Größe 78 ha. Auf ihm wurden zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten Leipzigs mit ihren Familien beigesetzt.

Seit der Inbetriebnahme der Südfriedhof-Straßenbahntrasse am 8. September 1890 war er bereits an den Nahverkehr der Stadt Leipzig angeschlossen. In den Jahren 1905 bis 1910 wurde auf einem aufgeschütteten Plateau, genannt „Kapellenberg“, die Kapellenanlage mit einem Krematorium im neoromanischen Stil errichtet. Der Gebäudekomplex ist symmetrisch auf die Nord-Süd-Achse ausgerichtet und soll speziell an die Benediktiner-Abtei von Maria Laach in der Eifel erinnern. Die Hauptkapelle mit dem 60 Meter hohen Glockenturm fasst bis zu 600 Personen.

Auch bei der Eisenbahn finden zum 1. Januar 1910 Veränderungen statt. So beschließt die Eisenbahndirektion Dresden zu diesem Stichtag die Einführung neuer Organisationsstrukturen in Sachsen. Dabei werden aus den „Königlichen Inspektionen“ nun die „Königlichen Eisenbahnämter“ (die Maschineninspektion wird zum Maschinenamt usw.) und aus den Heizhäusern die Heizhausverwaltungen.

Fotolegende: Blick auf die Hauptkapelle des Leipziger Südfriedhofs. Foto: © Marco Barnebeck, Pixelio.de.

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Schlüsselwörter: Leipzig | Südfriedhof | 01.01.1910 | Eingemeindungen
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Kommentare

Alex Mais
am 02.01.2010 22:18:48 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Chaim am 02.01.2010, 19:26:37 Uhr:
Du erstaunst mich immer wieder... - davon hatte ich noch nie gehört:
...beginnt in Ungarn der "Ex-Lex-Zustand", ein gesetzloser Zustand in dem keinerlei Steuern erhoben werden können....

Coole Sache. Muß ich mal recherchieren. Oder schreibst Du DAZU auch noch was?

Habe ich eigentlich nicht geplant - darüber zu schreiben. Konnte mich zwar erinnern davon schon mal gehört zu haben, als ich den Hinweis (wieder-) fand, aber Näheres müsste ich auch erst recherchieren. Falls Du da was zu schreiben willst, kannst Du es gerne machen...
288
am 04.01.2010 10:44:57 (217.168.9.xxx) Link Kommentar melden
Kaum, denn ich schreibe nur von Themen, von denen ich was verstehe....

LOL. der Witz war echt klasse *rofl*GrinGrinGrin

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