Rund um OZ24

Suchen

Unterstütze OZ24

Sonstiges: Reise

26.12.2009: Fünf Jahre nach dem Tsunami – (Fast) alles wieder normal

Wo 2004 Tausende Weihnachtsurlauber starben ist heute wieder Tourismusalltag eingekehrt

Foto: © Michael Heimann, Pixelio.de.
Foto: © Michael Heimann, Pixelio.de.
Am 2. Weihnachtstag, dem 26. Dezember 2004, gegen 2.00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit begann vor der Küste Indonesiens im Indischen Ozean der Meeresboden zu beben. Die Richterskala zeigte eine Stärke von mehr als 9 an. Was sich in den Stunden danach fast im gesamten Pazifikraum abspielte, wurde zu einer der größten Naturkatastrophen seiner Art in der Region. In insgesamt 14 Ländern kamen rund 230.000 Menschen ums Leben als eine gewaltige Flutwelle, ein Tsunami, die Küsten erreichte. Darunter waren auch Tausende von Weihnachtsurlaubern auf Sri Lanka und in Thailand…

Fünf Jahre danach, am gestrigen 2. Weihnachtstag, fanden wieder Gedenkfeiern in vielen Ländern statt. Damals waren auch 539 Deutsche, viele davon im Bereich von Phuket/Thailand, ums Leben gekommen. Noch heute gelten 13 Deutsche als vermisst. In Phangnga/Thailand befinden sich auch heute noch 388 Tsunami-Opfer, die bis heute nicht identifiziert werden konnten.

YouTube Video

Die indonesische Insel Sumatra, vor deren Küste das Beben, eines der stärksten je registrierten Beben, stattfand, war am schlimmsten betroffen. Bis zu 30 Meter waren die Flutwellen hoch, die hier die Küste Sumatras überspülten und teilweise für immer ins Meer rissen. Allein hier gab es ca. 170.000 Tote zu beklagen. In Banda Aceh, das mit am stärksten betroffen war und quasi dem Erdboden gleichgemacht wurde, waren gestern einige Tausend Menschen angereist um am Gedenken und an den Gebeten für die Opfer teilzunehmen. Auch Vizepräsident Boediono war angereist und besuchte eines der Massengräber. In den Stunden danach erreichten die Flutwellen immer weitere Länder über Thailand, Myanmar bis nach Sri Lanka und an die afrikanische Küste. Selbst dort gab es noch etliche Opfer zu beklagen.

In Düsseldorf fand eine Gedenkfeier für die deutschen Opfer statt, zu der auch Bundespräsident Horst Köhler und der NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers die Opfer mit Kränzen ehrten. Auf den Altarstufen der Johanniskirche war ein blaues Tuch ausgelegt, das die tödliche Riesenwelle symbolisierte.

Hunderte von buddhistischen Mönchen veranstalteten in den betroffenen Gebieten Thailands die Trauerfeierlichkeiten zum 5. Jahrestag der Katastrophe. Die Insel Phuket und die nördlich davon gelegene Provinz Phangnga waren die damals mit am schlimmsten betroffenen Regionen Thailands, wo gut 8.000 Menschen ums Leben kamen. Am Strand der Insel Khao Lak wurden mehr als 2.500 Schiffchen mit Kerzen ins Wasser gelassen. In der Nähe liegt das Fischerdorf Ban Nam Khem, wo damals rund 60 % der Bevölkerung ausgelöscht worden war.

Auch auf Sri Lanka, wo etwa 40.000 Menschen ums Leben gekommen waren, fanden viele hinduistische und buddhistische Trauerfeierlichkeiten zum Gedenken an die Opfer statt. Zum Rahmen des Gedenkens gehörten hier auch zwei Schweigeminuten. Und in Indien gedachte man mit Kerzen-Prozessionen der rund 14.000 Opfer auf den Nikobaren-Inseln.

Fünf Jahre nach der Katastrophe ist die Infrastruktur in den meisten der betroffenen Gebiete wieder soweit aufgebaut, dass kaum noch etwas an den Jahrhundert-Tsunami erinnert. Und auch die Touristen sind schon seit langem zurück. Kaum noch jemand fragt danach. Alles hat sich weitgehend wieder normalisiert. Einzelschicksale bleiben da schnell außen vor…

Fotolegende: Die große Flutwelle… Foto: © Michael Heimann, Pixelio.de.

uploaded

Der Inhalt des vorstehenden Artikels gibt nicht die Meinung der Redaktion von Onlinezeitung24 wieder. Für den Inhalt ist allein der Autor des Beitrages verantwortlich!
Lesen Sie dazu auch:
Drucken Empfehlen
Schlüsselwörter: 26.12.2004 | Tsunami | Gedenken | Opfer | Vermißte | Thailand | Sumatra | Sri Lanka | Phuket
Sie wollen selber einen Artikel schreiben. Kein Problem, einfach registrieren!

Kommentare

Hartmut Holz
am 28.12.2009 17:17:25 (217.80.230.xxx) Link Kommentar melden
Das, vor fünf Jahren, soll ja erst der Vorgeschmack gewesen.

Nach Meinung der Experten kommt der richtige Sunami erst noch und dann soll es schlimm werden.
300
am 28.12.2009 17:34:35 (88.68.115.xxx) Link Kommentar melden
Aber es soll doch keine Sintflut mehr geben, gabs nicht den Regenbogen als Zeichen dafür? Wink
Hartmut Holz
am 29.12.2009 16:10:16 (217.80.220.xxx) Link Kommentar melden
Nach Meinung der Experten steht dieser Region das Schlimmste noch bevor.

Denn das, vor fünf Jahren, war erst der Vorgeschmack.

Einen Kommentar schreiben







Kommentare von Nichtmitgliedern der Seite Onlinezeitung24.de müssen durch einen Bestätigungslink per E-Mail freigeschaltet werden, für Mitglieder entfällt diese Bestätigung. Diese Maßnahme dient der Diskussionskultur und soll die Kommentarfunktion vor Spam schützen. Wir bitten um Ihr Verständis für diese Maßnahme.

Seitenaufbau: 0.06 Sekunden
36,973,056 eindeutige Besuche