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Wissenschaft: Forschung

Heute vor 100 Jahren (7): Anfang der Raketenentwicklung in den USA

Veröffentlichung der ersten wissenschaftlichen Studien zu möglichen Raketentriebwerken

Archiv MYSTERIA
Archiv MYSTERIA
Der amerikanische Physiker Robert H. Goddard, geb. am 5.10.1882 in Worchester, Massachusetts/USA, gest. am 10.08.1945 in Baltimore, Maryland/USA (nicht zu verwechseln mit dem englischen Historiker und Buchautor Robert Goddard, geb. am 13.11.1954 in Fareham, Hampshire/GB), veröffentlichte am 28. Dezember 1909 die erste theoretische Arbeit über die Funktionsweise von Raketentriebwerken…

Robert Hutchings Goddard, der Anfang des 20. Jahrhunderts an der Clark-Universität in Massachusetts/USA tätig war, beschäftigte sich in seinen Forschungen über Raketentriebwerke bis zum Jahre 1916 ausschließlich mit Feststoffraketen. Mit diesen experimentierte er auch seit 1909. Wegen seiner damals recht kühnen Visionen über die Möglichkeit von Raumflügen wurde er in Wissenschaftskreisen als Phantast angesehen und wenig beachtet. Daran half auch die Tatsache nichts, dass er nachweisen konnte, dass Raketentriebwerke im Vakuum Schub erzeugen können, was ja die Raumfahrt erst ermöglicht.

Anders jedoch das Militär. So entwickelte Goddard ab 1918 militärische Feststoffraketen. Darunter den Prototypen Bazooka, die eine Panzerabwehrrakete war. Allerdings wurde diese erst nach Ende des Ersten Weltkriegs fertig gestellt und kam daher erst im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz.

Ab ca. 1934 wurde Robert Goddard von der deutschen Raketenentwicklung (Hermann Oberth, Wernher von Braun) in der Forschung überholt. Schließlich starb er im Jahr 1945 an den Folgen einer Operation. Seine verdiente Anerkennung in der Raketenentwicklung bekam er allerdings erst posthum. So wurde nach ihm das Goddard Space Flight Center benannt und 1964 widmete ihm die US-Post eine Briefmarke.

Doch Robert Goddard war nicht der Erste, der Raketen und Raketenflüge für möglich hielt. Bereits in der Han Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) wurde in China das Schwarzpulver erfunden. In Röhren gesteckt und angezündet flogen die Röhren pfeilschnell davon. In der Folge davon versuchte sich der Mandarin Wan Pou, ebenfalls noch in der Zeit des Alten Chinas, als erster „Astronaut“, indem er 49 solcher (Raketen-) Treibsätze an einem Kastendrachen montieren ließ und, den Aufzeichnungen zufolge mit einem Feuerstrahl davonflog. Leider wurde er danach nie mehr gesehen…

Aber auch aus dem 15. und 16. Jahrhundert gibt es zuverlässige Berichte und Quellen über die zumindest theoretische Beschäftigung mit der Raketenthematik (mehr dazu demnächst in dem Buch „Das Mittelalter war ganz anders“). So hinterließ beispielsweise Leonardo da Vinci (15.04.1452 – 2.05.1519) Aufzeichnungen mit Andeutungen zu Raketen und sogar eine Konstruktionszeichnung einer solchen.

Mitte des 16. Jahrhunderts lebte im rumänischen Hermannstadt (heute Sibiu) der Feuermeister und Leiter des Artilleriedepots Conrad Haas. Dieser hinterließ ein Manuskript aus dem Jahre 1570, in dem er eine genaue Beschreibung einer im Jahre 1555 erfolgreich gestarteten Mehrstufenrakete gibt. Diese wird von ihm als „fliegende Lanze mit großer Reichweite“ beschrieben. Das Manuskript wurde 1961 von Professor Doru Todericiu von der Uni Bukarest in den Archiven der Bibliothek von Sibiu wiederentdeckt. Außerdem wurde auch in dem Manuskript darüber spekuliert, ein „Häuschen“ mit einer solchen „Lanze“ in die Luft zu schießen. Insgesamt befanden sich zwei Konstruktionszeichnungen solcher Mehrstufenraketen in dem Manuskript.

Fotolegende: Die jahrhundertealten Raketenkonstruktionszeichnungen von Conrad Haas (1x links, 2x Mitte) und Leonardo da Vinci (1x rechts). Abbildung(en): Conrad Haas und Leonardo da Vinci, hier in einer Zusammenstellung von Axel Ertelt, aus dem Archiv MYSTERIA.

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Schlüsselwörter: Robert Goddard | Raketen | Raketenentwicklung | Raketentechnik | Raumfahrt
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Kommentare

OZ24
am 28.12.2009 10:59:37 (84.183.181.xxx) Link Kommentar melden
@Alex Ich finde Deine Serie echt super weiter so!
excursor
am 13.06.2010 18:03:51 (88.152.201.xxx) Link Kommentar melden
Leonardo da Vinci verfügte wahrscheinlich, wie auch einige vor ihm, über alte Quellen aus dem arabischen und persischen Raum, dort zu forschen dürfte manche Überraschung noch verbergen!

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