Medien: Buch

Sterbegeld? – In Deutschland nur für Politiker!

Soziale Missstände und kein Ende – Wenn Politiker gleicher sind als andere Menschen
18.12.2009 15:31:28 eingesandt von Alex Mais für OnlineZeitung 24.de

Foto: Axel Ertelt
Foto: Axel Ertelt
Alle Menschen sind gleich! – So soll es doch angeblich sein. Aber Abgeordnete sind offenbar gleicher als andere, denn Abgeordnete bekommen bis zu 9.958,00 Euro Sterbegeld. Eine Leistung, die eigentlich bundesweit seit dem 01.01.2004 abgeschafft wurde. Was sich ein Hartz-IV-Empfänger nicht mehr leisten kann – nämlich seine eigene Beerdigung – dass bekommen Abgeordnete, die zig Tausend Euro im Monat verdienen, auch heute immer noch. Und das in einer Höhe, womit man in manchen Gegenden noch eine recht exklusive Bestattung für bekommt…

Wie vereinbart sich so etwas mit Artikel 3 des Grundgesetzes? Dort heißt es in Absatz 1: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Und in Absatz 2 wird versichert: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung…“ Ja, bitteschön, wo bleibt denn diese Gleichheit aller Menschen und wann, wo und wie fördert diese der Staat (die Politiker), wenn fürs Volk das Sterbegeld abgeschafft wurde, die Politiker selbst sich aber dies nach wie vor selber gönnen – und dies in einer Höhe, die niemand aus dem Volk jemals zuvor bekommen hat?

Damit es nicht ganz so krass auffällt, wurde das Sterbegeld in einigen Bundesländern kurzerhand umbenannt und heißt dort jetzt „Überbrückungsgeld“. Auf diese sozialen Missstände im vermeintlich so demokratischen Deutschland machte bereits im Februar 2007 das Autorenduo Marita Vollborn und Vlad Dan Georgescu in ihrem Buch Brennpunkt DeutschlandWarum unser Land vor einer Zeit der Revolution steht aufmerksam. Von den Medien blieb dieses bemerkenswerte Buch damals zu Unrecht weitgehend unbeachtet. Dieses Jahr erschien die Taschenbuchausgabe des Buches. Wieder versuchten die Autoren die Medien zu interessieren – und wieder interessierte sich keines der angesprochenen Magazine dafür.

„Schützt der Allmächtige vier Wochen vor den Bundestagswahlen unsere Abgeordneten vor der unliebsamen Veröffentlichung solcher Fakten?“ fragte das Internetmagazin LifeGen.de in einem Artikel vom 03.09.2009 zum Thema und zur derzeitigen Situation. Auch in diesem LifeGen-Artikel können Sie die Beträge sehen, die Ihnen in einzelnen Bundesländern als „Normalsterblicher“ entgehen und die Sie nur dann bekämen, wenn Sie in einem der „gönnerhaften Parlamente“ säßen…

Bevor jemand Sozialleistungen bezieht, müssen eigene Mittel aufgebraucht werden. Dazu gehören nach Auffassung der Sozialämter auch Lebens- und Sterbegeldversicherungen. Nur, wenn dann ein Sozialhilfeempfänger verstirbt, dann will das Sozialamt nicht zahlen bzw. prüft in langwierigen Prozessen die Vermögenssituation der bestattungspflichtigen Angehörigen. Zudem werden diverse Leistungen von den Sozialämtern nicht anerkannt – obwohl sie zu einer durchschnittlichen, ortsüblichen und standesgemäßen Beerdigung gehören.

Der Staat kann den Normalbürger arm sterben lassen – er sollte ihn aber nicht auch noch für dumm verkaufen und dumm sterben lassen…

Fotolegende: Sterbegeld. – Gibt’s nur für Abgeordnete. Der Normalbürger hat das Nachsehen. Foto: Axel Ertelt.

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