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Medien: Buch

Sterbegeld? – In Deutschland nur für Politiker!

Soziale Missstände und kein Ende – Wenn Politiker gleicher sind als andere Menschen

Foto: Axel Ertelt
Foto: Axel Ertelt
Alle Menschen sind gleich! – So soll es doch angeblich sein. Aber Abgeordnete sind offenbar gleicher als andere, denn Abgeordnete bekommen bis zu 9.958,00 Euro Sterbegeld. Eine Leistung, die eigentlich bundesweit seit dem 01.01.2004 abgeschafft wurde. Was sich ein Hartz-IV-Empfänger nicht mehr leisten kann – nämlich seine eigene Beerdigung – dass bekommen Abgeordnete, die zig Tausend Euro im Monat verdienen, auch heute immer noch. Und das in einer Höhe, womit man in manchen Gegenden noch eine recht exklusive Bestattung für bekommt…

Wie vereinbart sich so etwas mit Artikel 3 des Grundgesetzes? Dort heißt es in Absatz 1: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“ Und in Absatz 2 wird versichert: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung…“ Ja, bitteschön, wo bleibt denn diese Gleichheit aller Menschen und wann, wo und wie fördert diese der Staat (die Politiker), wenn fürs Volk das Sterbegeld abgeschafft wurde, die Politiker selbst sich aber dies nach wie vor selber gönnen – und dies in einer Höhe, die niemand aus dem Volk jemals zuvor bekommen hat?

Damit es nicht ganz so krass auffällt, wurde das Sterbegeld in einigen Bundesländern kurzerhand umbenannt und heißt dort jetzt „Überbrückungsgeld“. Auf diese sozialen Missstände im vermeintlich so demokratischen Deutschland machte bereits im Februar 2007 das Autorenduo Marita Vollborn und Vlad Dan Georgescu in ihrem Buch Brennpunkt DeutschlandWarum unser Land vor einer Zeit der Revolution steht aufmerksam. Von den Medien blieb dieses bemerkenswerte Buch damals zu Unrecht weitgehend unbeachtet. Dieses Jahr erschien die Taschenbuchausgabe des Buches. Wieder versuchten die Autoren die Medien zu interessieren – und wieder interessierte sich keines der angesprochenen Magazine dafür.

„Schützt der Allmächtige vier Wochen vor den Bundestagswahlen unsere Abgeordneten vor der unliebsamen Veröffentlichung solcher Fakten?“ fragte das Internetmagazin LifeGen.de in einem Artikel vom 03.09.2009 zum Thema und zur derzeitigen Situation. Auch in diesem LifeGen-Artikel können Sie die Beträge sehen, die Ihnen in einzelnen Bundesländern als „Normalsterblicher“ entgehen und die Sie nur dann bekämen, wenn Sie in einem der „gönnerhaften Parlamente“ säßen…

Bevor jemand Sozialleistungen bezieht, müssen eigene Mittel aufgebraucht werden. Dazu gehören nach Auffassung der Sozialämter auch Lebens- und Sterbegeldversicherungen. Nur, wenn dann ein Sozialhilfeempfänger verstirbt, dann will das Sozialamt nicht zahlen bzw. prüft in langwierigen Prozessen die Vermögenssituation der bestattungspflichtigen Angehörigen. Zudem werden diverse Leistungen von den Sozialämtern nicht anerkannt – obwohl sie zu einer durchschnittlichen, ortsüblichen und standesgemäßen Beerdigung gehören.

Der Staat kann den Normalbürger arm sterben lassen – er sollte ihn aber nicht auch noch für dumm verkaufen und dumm sterben lassen…

Fotolegende: Sterbegeld. – Gibt’s nur für Abgeordnete. Der Normalbürger hat das Nachsehen. Foto: Axel Ertelt.

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Schlüsselwörter: Sterbegeld | Abgeordnete | Grundgesetz | sozialer Missstand | Brennpunkt Deutschland
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Kommentare

173
am 19.12.2009 15:20:53 (188.193.222.xxx) Link Kommentar melden
Sie bekommen nicht nur Sterbegeld, da die Hinterbliebenen ja alle Hartz IV - Empfänger sind, nein, sie bekommen auch Pelikanfüllfederhalter, damit Sie vorher das Testament schreiben können, da Sie sich keine Füller leisten können.
312
am 20.12.2009 16:40:54 (212.17.71.xxx) Link Kommentar melden
Mach doch gleich einen DuPont.
Alex Mais
am 18.02.2010 13:29:54 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Ja sicher, man kann nicht nur, mann sollte es vielleicht auch: eine Sterbegeldversicherung abschließen. Je nach Eintrittsalter und Versicherungssumme bekommt man soetwas auch schon für 10 Euro im Monat. Z. B. bei einem Bestattungsinstitut, das dem Kuratorium Deutsche Bestattungskultur angeschlossen ist. Darüber gibt es einen Gruppenversicherungsvertrag mit der Nürnberger Lebensversicherung. Hier wird die volle Versicherungssumme im Leistungsfall bereits nach 18 Monaten ausgezahlt - im Gegensatz zu manchen anderen, die innerhalb der ersten drei Jahre nur die eingezahlten Beiträge erstatten.

Das eigentliche Problem und Thema ist jedoch, dass hier Politker Leistungen bekommen, für die sie nie auch nur einen Cent eingezahlt haben. Und das obwohl diese Leistungen doch angeblich für alle abgeschafft wurden!
286
am 20.02.2010 08:21:26 (141.76.45.xxx) Link Kommentar melden
Die Verbraucherorganisationen raten von solchen Versicherungen ab. Es sind letztlich nur Kapital-Lebensversicherungen mit abgespeckter Leistung und magerer Rendite.

Es gibt auch Bausparverträge mit einem Anteil LV, da bekommt man wenigstens staatliche Prämien drauf.

http://www.rp-onl...24982.html
http://www.focus....48547.html
Alex Mais
am 20.02.2010 12:25:24 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Dorota am 20.02.2010, 08:21:26 Uhr:
Die Verbraucherorganisationen raten von solchen Versicherungen ab. Es sind letztlich nur Kapital-Lebensversicherungen mit abgespeckter Leistung und magerer Rendite.

Es gibt auch Bausparverträge mit einem Anteil LV, da bekommt man wenigstens staatliche Prämien drauf.


Diese Meinung der Verbraucherzentrale(n) ist allgemein bekannt. Im Falle einer herkömmlichen Kapital-Lebensversicherung vielleicht auch durchaus darüber nachdenkenswert.

Im Falle einer guten Sterbegeldversicherung, die ja zur Finanzierung der Beerdigung (nicht zur Kapitalbildung) abgeschlossen wird, jedoch absolut nicht zu empfehlen. Warum, darüber werde ich in Kürze berichten. Das würde jetzt den Rahmen eines Kommentars sprengen.

(Werde dann hier einen Hinweis zu dem ausführlichen Bericht geben, damit ihn jeder findet der diesen Artikel liest...)
Alex Mais
am 20.02.2010 19:32:04 (195.93.60.xxx) Link Kommentar melden
Habe soeben mit der ausführlichen Schilderung dieser Problematik in Teil 1 begonnen.

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